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Trauermücken bekämpfen: Mit diesen Tipps & Tricks klappt‘s

Bogenhanf (Sansevieria trifasciata) im Topf
© Colourbox / Myimagine
Es schwärmt um Ihre Pflanzentöpfe? Wie Sie einen Befall von Trauermücken feststellen und mithilfe von Gelbtafeln oder Nematoden effektiv bekämpfen.

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Sie gehören zu den lästigsten Plagegeistern, die Zimmerpflanzen heimsuchen: Trauermücken. Haben die winzigen Insekten erstmal ihre Eier in die Erde Ihrer Pflanzen gelegt, breiten sie sich in kürzester Zeit explosionsartig aus.

Trauermücken – was macht sie aus?

Auf den ersten Blick erinnern die kleinen schwarz gefärbten Mücken mit ihren dunklen Flügeln an Fruchtfliegen. Erst bei genauerem Beobachten der zwei bis sieben Millimeter langen Schädlinge sind Unterschiede erkennbar: Trauermücken (Sciaridae) fliegen nie geradlinig, sondern taumeln umher – dabei bleiben sie meist in unmittelbarer Nähe der Topfe von Zimmerpflanzen. Angezogen von vergorenen Gerüchen, wie er beispielsweise beim Fermentieren von Lebensmitteln oder beim Absterben von organischem Material entsteht, tummeln sie sich gerne in der Nähe von feuchter Erde, Obstschalen und riechenden Küchenabflüssen. Eingeschleppt werden die lästigen Schädlinge oft durch minderwertige Blumenerde, in der bereits Eier oder Larven von Trauermücken zu finden sind. Doch sie können auch von draußen durch offene Fenster und Türen ins Haus gelangen.

Trauermücken fühlen sich in dauerfeuchter Erde mit hohem Humusanteil (z. B. Komposterde) am wohlsten. Hier legen die Weibchen bis zu 200 Eier ab, aus denen schon nach einer Woche gräulich-weiße Larven schlüpfen. Die Larven von Trauermücken sind zwischen fünf und zehn Millimetern lang und werden erst dann aktiv, wenn der Boden bzw. die Erde von Zimmerpflanzen ausreichend feucht ist. Sie ernähren sich unterirdisch von Pflanzenresten und Wurzeln, wodurch sie besonders für Jungpflanzen, Stecklinge, aber auch geschwächte und kranke Pflanzen zur Gefahr werden. Durch die angefressenen Stellen können befallene Pflanzen nicht mehr ausreichend Nährstoffe und Wasser aufnehmen. Auch Krankheitserreger dringen einfacher durch beschädigte Wurzeln ein, die die Gesundheit und das Wachstum der Pflanzen zusätzlich beeinträchtigen.

Nach rund 14 Tagen bilden die Larven Puppen, aus denen ausgewachsene Trauermücken schlüpfen. Von den Mücken selbst geht keine Gefajr für Pflanzen aus. Auch stechen sie nicht oder sind gesundheitlich bedenklich für Menschen.

Daran erkennen Sie Trauermücken

Ein Befall von Pflanzen mit Trauermücken ist unschwer an den Mückenschwärmen zu erkennen, die nach jedem Gießen die Pflanztöpfe umkreisen. Bei starkem Befall durch die Schädlinge leiden Pflanzen bereits an kümmerlichem Wuchs oder gehen vollständig ein. Übrigens: Im Winter sind Trauermücken besonders stark verbreitet.

Trauermücke in Nahaufnahme
Die Trauermücke ist ein besonders lästiger Schädling. Sowohl seinen Larven als auch den erwachsenen Trauermücken sollten Sie zuleibe rücken.
© Adobe stock / Michael

Springschwänze: lästige Begleiterscheinung

Manchmal können zusätzlich zum Trauermückenbefall noch weitere kleine, weiße Insekten als Begleiterscheinung auftauchen. Bei diesen herumhüpfenden Tierchen handelt es sich um sogenannte Springschwänze (Collembolen). Für gewöhnlich richten sie keinen Schaden an den Pflanzen an, allerdings ernähren sie sich von toten Pflanzenresten. Ähnlich wie Trauermückn vermehren sich Springschwänze in feuchter Blumenerde. Sie bekämpfen Springschwänze am einfachsten, indem Sie befallene Pflanzen in einen gefüllten Wassereimer stellen. Die kleinen Tiere sammeln sich auf der Oberfläche des Wassers und können leicht abgeschöpft werden. Tipp: Nach der Behandlung sollten Sie die Zimmerpflanzen für ein paar Tage nicht gießen.

Die effektivsten Mittel, um Trauermücken zu bekämpfen

Um sich der Trauermücken voll und ganz zu entledigen, ist es wichtig, alle Wachstumsstadien der Schädlinge zu bekämpfen, um den Teufelskreis erfolgreich zu unterbrechen.

1) Bekämpfung der Larven
Im Internet kursieren eine Vielzahl an Hausmitteln, die bei der Bekämpfung von Trauermücken helfen soll. So soll beispielsweise Backpulver, Zimt, Knoblauch, Kaffeesatz, Teebaumöl, Lavendelöl oder Muskat den Schädlingen den Garaus machen. Leider sind diese Mittel nicht sonderlich effektiv und daher kaum zu empfehlen. Konzentrieren Sie sich lieber auf die folgenden Maßnahmen und kombinieren Sie diese miteinander.

Befallene Pflanzen isolieren
Vor der eigentlichen Schädlingsbekämpfung entfernen Sie betroffene Zimmerpflanzen von den anderen, um die Ausbreitung der Trauermücken zu verhindern.

Trauermücken mit Neemöl bekämpfen
Neemöl stammt von den Samen eines tropischen Baumes, dem sogenannten Niembaum, dessen Pflanzenteile schon seit jeher gegen verschiedene Insekten eingesetzt werden. Hauptbestandteil dieses Pflanzenschutzmittels ist der Wirkstoff Azadirachtin. Er verhindert die Entwicklung der Trauermücken im Substrat und wird verdünnt mit Wasser ausgebracht: man kann damit gießen oder die Erde rund um die Pflanze mit der Lösung einsprühen. Neemöl ist weder für Menschen noch Haustiere schädlich.

Trauermücken mit Streichhölzern bekämpfen
Stecken Sie Streichhölzer mit dem Kopf nach unten in das feuchte Substrat der befallenen Pflanzen. Die Schwefel-Bestandteile verteilen sich beim Gießen im Topf und töten die Larven ab. Je nach Größe des Topfes werden zwei bis drei Streichhölzer benötigt. Tipp: Tauschen Sie die Hölzer alle zwei Wochen.

Besonders junge Pflanzen und viele Gemüsesorten werden von Trauermücken und ihren Larven befallen.
Besonders junge Pflanzen und viele Gemüsesorten werden von Trauermücken und ihren Larven befallen.
© Ikea

Nützlinge wie Nematoden oder Raubmilben gegen Trauermücken einsetzen
Die effektivste Methode gegen Trauermücken im Haus sind Nützlinge in Form von SF-Nematoden oder Raubmilben. Sie töten die Larven der Trauermücke im Substrat und können mit dem Gießwasser oder als Granulat auf der Blumenerde verteilt werden. Anbieter schicken sogenannte SF-Nematoden unkompliziert per Post. Dabei handelt es sich um ein weißes Pulver, das mit Wasser verdünnt direkt verwendet werden kann. Die kleinen Fadenwürmer dringen in die Larven ein und töten sie ab. Nach dem Einsatz von Nematoden sollten Sie die Erde gleichmäßig feucht halten und für ein paar Wochen auf Düngemittel verzichten. Raubmilben (Hypoaspis miles, Hypoaspis aculeifer und Macrocheles robustulus) fressen die Larven der Trauermücke. Sie werden als Granulat verwendet und direkt über die Erde gestreut. Auch spezielle Bakterien (Bacillus thuringiensis subsp. israelensis) helfen im Kampf gegen die lästigen Insekten. Sie geben ein Gift ab, das im Verdauungstrakt der Larven wirkt. Die meisten Präparate werden mit dem Gießwasser ausgebracht.

Tipp: Auch fleischfressende Pflanzen wie das Fettkraut (Pinguicula vulgaris) können im geringeren Umfang Schädlinge bekämpfen und einen Trauermückenbefall eindämmen. Ihre klebrigen Blätter sind ähnlich tödlich wie Gelbsticker.

Erde austauschen
Wenn alle Stricke reißen, können Sie sich bei der Bekämpfung von Trauermückenlarven mit dem Austausch der Pflanzerde behelfen. Hierfür entfernen Sie gründlich jegliches Granulat der befallenen Pflanzen und spülen die Wurzelballen vorsichtig ab. Entweder pflanzen Sie die Zimmerpflanzen in neuer Erde oder in Tongranulat ein. Die befallene Erde kann im Hausmüll entsorgt werden.

Venusfliegenfalle mit geöffneten Fangblättern - Pflanzenlexikon
Bei einem geringen Befall durch Trauermücken können fleischfressende Pflanzen helfen.
© AdobeStock / 303610760

2) Bekämpfung der erwachsenen Trauermücken
Zwar sind die erwachsenen Trauermücken weniger problematisch als die Larven dieses Schädlings, jedoch sorgen die fliegenden Insekten für regelmäßigen Nachwuchs durch abgelegte Eier. Diese Maßnahmen gegen Trauermücken haben sich bewährt:

Das Gießen einstellen
Sie können ausgewachsene Trauermücken als auch ihre Larven bekämpfen, indem Sie das Gießen befallener Pflanzen zunächst so gut es geht einstellen. Natürlich ist dies nur für Pflanzen empfohlen, die eine Trockenperiode verkraften. Durch das kurzeitige Austrocknen der Topfballen können Trauermücken keine Eier ablegen und die Larven in der Erde sterben ab.

Sand in Töpfen verteilen
Mit einer ein bis drei Zentimeter dicken Schicht feinem Vogel- oder Quarzsand können Sie die Blumenerde in den einzelnen Töpfen versiegeln. Damit werden die erwachsenen Trauermücken daran gehindert, ihre Eier in feuchte Erde zu legen. Wer diese Methode ausprobieren möchte, sollte darauf achten, die Pflanzen über Untersetzer mit Wasser zu versorgen, damit der Sand trocken bleibt und die Trauermücken ihre Eiablage notgedrungen einstellen. Tipp: Alternativ können Sie auch Tongranulat oder Seramis verwenden.

Trauermücken mit Gelbstickern bekämpfen
Im Fachhandel gibt es verschiedene Gelbtafeln oder Gelbsticker zu kaufen, Sie direkt in die Erde der jeweiligen Blumentöpfe stecken. Trauermücken werden von der Farbe angelockt, bleiben an der klebrigen Beschichtung hängen und sterben. Diese Methode ist besonders effektiv, weil sie für einen guten Überblick über das Ausmaß des Schädlingsbefalls sorgt und ebenfalls der Früherkennung dient.

Trauermücken vorbeugen – so klappt’s

  • Hochwertige Erde kaufen: Achten Sie auf hochwertige Blumenerde und lagern Sie sie gut verschlossen und in unbeschädigten Säcken.
  • Neue Pflanzen vor dem Kauf prüfen: Fällt Ihnen ein unangenehmer Geruch oder eine Ablagerung auf der Erde der Pflanzen auf? Dann wurden sie womöglich für längere Zeit zu feucht gehalten – und die Pflanze könnte bereits mit Trauermücken zu kämpfen haben. Sehen Sie erste Trauermücken um die Pflanze schwärmen? Dann lassen Sie die Finger davon.
  • Moderat gießen: Gießen Sie Ihre Pflanzen lieber mehrfach wöchentlich, als einmal ausgiebig. So kann die Erdoberfläche schneller abtrocknen. Ideal bei Topfpflanzen ist eine Wasserversorgung über Untersetzer.
  • Raumtemperatur regulieren: Trauermücken lieben es mollig warm – besonders im Winter sollten Sie darauf achten, die Räume nicht zu sehr zu heizen. 20 Grad und regelmäßiges Lüften sind ideal, um die lästigen Schädlinge fernzuhalten.
  • Sand oder Hydrokulturen nutzen: Um die Eiablage in der Erde zu vermeiden, hat sich eine dicke Schicht Sand oder das Eintopfen in Tongranulat bewährt.

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