VG-Wort Pixel
Unsere Partner

Mehlmotten bekämpfen – effektive Tipps & Hausmittel

Lebensmittel lagern in Vorratsgläsern mit Schraubverschluss
© Adobe Stock
Mehlmotten gehören zu den sogenannten Vorratsschädlingen und gelangen häufig über befallene Lebensmittel in die Küche. Wie Sie Mehlmotten erkennen, bekämpfen und was Sie tun können, um einen erneuten Befall zu verhindern, lesen Sie hier.

Artikelinhalt

Mehlmotten – was macht sie aus?

Äußerlich eher unscheinbar, können sie – einmal in der Küche angekommen – zu einem echten Problem werden. Die Rede ist von: Mehlmotten (Ephestia kuehniella). Mehlmotten sind Vorratsschädlinge und gehören zu bekanntesten Lebensmittelmotten hierzulande. Selbiges gilt übrigens auch für:

  • die Dörrobstmotte
  • den Mehlzünsler
  • die Samenmotte
  • und die Kornmotte

Die Falter werden zwischen 11 und 14 Millimeter groß und haben eine silbrig-graue Farbe. "Die Larven werden bis zu ihrer Verpuppung dagegen schon 12 bis 18 Millimeter lang. Sie sehen aus wie kleine Schmetterlingsraupen. Ihr wurmartiger Körper ist gelblich-weiß mit einem rötlichen oder grünlichen Schimmer. Der Kopf ist dunkelbraun gefärbt", so das Umweltbundesamt.

Silbrig-brauner Mehlmottenfalter (Ephestia kuehniella) mit ausgebreiteten Flügeln
Silbrig-brauner Mehlmottenfalter mit ausgebreiteten Flügeln.
© Sarefo / Wikimedia Commens

Apropos Larven: diese sind das eigentliche Problem und weniger der ausgewachsene Falter. Nicht selten gelangen die Larven über bereits befallene Lebensmittel wie etwa Mehl, Brot, Nüsse, Mandeln, Hülsenfrüchte, aber auch Schokolade oder Tiertrockenfutter, die ihnen als Nahrung dienen, in die Küche und fressen sich dort munter durch sämtliche Vorräte.

Weibliche Mehlmotten können übrigens bis zu 500 Eier legen. "Die Entwicklungsdauer bis zum erwachsenen Tier liegt je nach Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Qualität des Nährsubstrats zwischen 40 Tagen (bei 30 °C) und 3 Monaten (bei 20 °C). Nach der sechsten Häutung spinnen die Larven zur Verpuppung einen Kokon auf dem Nährsubstrat oder in der Nähe in Spalten oder Fugen. Aus den Kokons schlüpfen dann die ausgewachsenen Falter. Diese leben nur kurze ein bis zwei Wochen, paaren sich und legen ihre Eier ab", so das Umweltbundesamt.

Daran erkennen Sie Mehlmotten

Mehlmotten sind nachtaktiv, daher kann es durchaus sein, dass Sie einzelne Falter tagsüber ruhig an einer Wand sitzen sehen. Weitere und zudem deutlich schwerwiegendere Merkmale für einen Mehlmottenbefall sind:

  • Löcher in den Verpackungen: Die Larven der Mehlmotten fressen, wie ihr Name andeutet, am liebsten Mehl. Aber auch vor Plastik und Papier machen die kleinen Schädlinge keinen Halt. Achten Sie bei Verpackungen dementsprechend auf kleine Löcher – sie können ein Indiz für ein Mehlmottenbefall sein.
  • Verklumpen der Lebensmittel: Auch verklumpte Lebensmittel können darauf hindeuten, dass Sie Mehlmotten im Haus oder in der Wohnung haben. Der Grund: "Die Larven sind tagaktiv und spinnen ein feines weißes Gespinst, das ihr Nährsubstrat überdeckt und zusammenklebt", so das Umweltbundesamt.
  • Gespinste in Verpackungen, Ecken und Ritzen: Die Gespinste der Larven finden sich nicht nur in Lebensmittelverpackungen, sondern auch in Ecken und Ritzen der Küche oder Vorratskammer.
Reinigungsmittel für den Haushalt
Alle befallenen Schränke gründlich mit Essig oder einem Universalreiniger auswischen. Das hilft, einen erneuten Besuch durch Mehlmotten zu verhindern.
© Adobe Stock

Die effektivsten Mittel, um Mehlmotten zu bekämpfen

Mehlmotten verschwinden nicht einfach so, Sie müssen sie aktiv bekämpfen. Und das geht so:

Räumen Sie alle befallenen Lebensmittel aus und entsorgen Sie die Vorräte direkt in der Mülltonne – nicht im Mülleimer in der Küche. Anschließend erhitzen Sie Ritzen und andere schlecht zugängliche Stellen mit einem Fön und saugen sie mit einer kleinen Staubsaugerdüse aus. Als letztes reinigen Sie alle befallenen Schränke gründlich mit Essig oder einem Universalreiniger. Geben Sie hierzu einen Schuss des jeweiligen Reinigungsmittels in lauwarmes Wasser und los geht’s.
Bonus-Tipp: Wer beim Beseitigen der befallenen Lebensmittel sicher gehen will, dass garantiert keine Eier oder Larven überleben, kann die Lebensmittel wahlweise für ungefähr zwei Stunden auf 60 bis 80 Grad Celsius erhitzen oder sie für gut eine Woche bei etwa -9 Grad einfrieren.

Danach folgt der nächste Schritt: Pheromonfallen mit Klebestreifen platzieren. Pheromon ist ein Sexuallockstoff, der die Männchen anzieht. Dank des Klebefilms bleiben sie an der Falle hängen und die Fortpflanzung der Mehlmotten wird so gestoppt. Das Problem: Larven oder Weibchen werden nicht angezogen. Somit dienen Pheromonfallen eher dazu, einen möglichen Befall zu ermitteln beziehungsweise um am Ende der Bekämpfung den Erfolg der Maßnahmen zu kontrollieren.

Den Larven sagen sie mit Schlupfwespen den Kampf an. Schlupfwespen sind winzig kleine, natürliche Feinde von Mehlmotten und für den Menschen vollkommen ungefährliche Insekten, die ihre Eier in die der Mehlmotten ablegen. Der Grund: Motteneier dienen den Nachkommen der Schlupfwespen als Nahrungsquelle. Sobald die Schlupfwespen sämtliche Motteneier aufgefressen haben, endet auch ihr Lebenszyklus. Schlupfwespen sind in jedem gut sortierten Drogeriemarkt in Form von kleinen Kärtchen erhältlich. Am besten legen Sie diese an den befallenen Stellen aus und wiederholen den Vorgang drei bis vier Mal in einem Abstand von drei Wochen.

Lavendelöl
Der Geruch ätherischer Öle schreckt Mehlmotten ab.
© COLOURBOX / Tetiana Vitsenko

Mehlmotten vorbeugen – so klappt's

Wie heißt es gleich noch mal: Nach dem Befall ist vor dem Befall? Um nicht erneut von Mehlmotten heimgesucht zu werden, können Sie präventiv einige Maßnahmen ergreifen. Als da wäre zum Beispiel:

  • Achten Sie beim Einkaufen darauf, dass Lebensmittelverpackungen keine Löcher haben.
  • Gekaufte Lebensmittel am besten zu Hause umfüllen. Besonders geeignet sind Gefäße aus Glas, Keramik oder Kunststoff.
  • Der Geruch ätherischer Öle (Lavendel, Pfefferminze, Zedernholz) schreckt Mehlmotten ab und fungiert als natürliches Insektizid.
  • Kontrollieren Sie in regelmäßigen Abständen Lebensmittel auf einen Befall mit Mehlmotten.
  • Bringen Sie im Zweifel Fliegengitter an Fenstern und Balkontür an, um zu verhindern, dass Mehlmotten in die Wohnung gelangen können.

Weitere Themen:
Putzplan: Wie oft Sie was putzen sollten
Ordnung in der Küche
Die größten Keimschleudern zu Hause


Mehr zum Thema