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Gesund und schadstoffarm putzen – ein Ratgeber

Wer schadstoffbewusst putzt und im Haushalt auf emissionsarme Produkte Wert legt, hat wahrscheinlich nicht mehr Spaß am Schrubben, aber neben einer sauberen Wohnung auch ein reines Gewissen. Und lebt gesünder.
Wohngesunde Putzmittel in der Küche
Der dänische Reinigungsmittelhersteller Simple Goods setzt auf pflanzliche Inhaltsstoffe und probiotische Bakterien – und auf recycelten Kunststoff für die hübschen Behälter. Sehr vorbildlich! Ob sich damit gesünders putzen lässt, entscheiden im Einzelfall aber individuelle Sensitivitäten.
In diesem Artikel
Aggressive Reinigungsmittel belasten die Raumluft
Putzmittel kindersicher aufbewahren
Achtung Aerosole!
Sind Desinfektionsmittel zu Hause nötig?
Das Grundreinigungs-Quartett: Diese Putzmittel braucht jeder
Wohngesunde Hauhaltstipps: Darauf sollten Sie außerdem achten

Aggressive Reinigungsmittel belasten die Raumluft

Chlorreiniger mit Boost-Effekt, Multiaktiv-Schaum mit Extrakraft gegen Kalkränder - beim Blick ins Drogerieregal scheint's, als putze man zu Hause nicht gegen ganz normale Verschmutzungen an, sondern bekämpfe lebensbedrohliche Superkeime. Und das nicht erst seit COVID-19.

Das Problem: Aggressive Reinigungsmittel schaden Umwelt und Gesundheit. Sie enthalten Tenside, Bleichmittel, Salze, Lösemittel, Duftstoffe, Alkohol, Nickel, Chrom, Chloride und vieles mehr. All diese Substanzen können, wenn kombiniert genutzt, ungewollte chemische Reaktionen hervorrufen. Und sie setzen flüchtige organische Verbindungen (Volatile Organic Compounds; kurz VOC) in die Raumluft frei.

Die lassen sich zwar im Alltag nicht vollkommen umgehen (einige VOC entstehen bei ganz normalen biologischen Prozessen oder beim Kochen), man sollte ihre Konzentration in der Atemluft aber niedrig halten. Denn je nach Sensitivität reagieren einige Menschen mit Schleimhautreizungen, Kopfschmerzen oder Schwindel auf VOC. Sie können Allergien auslösen oder gar krebserregend wirken.

Spüllappen von Ib Laursen

Auf aggressive Reiniger lieber verzichten.

Extratipp für Haus-, Aus- und Umbauer: Wer's ernst meint mit der gesünderen Raumluft im Alltag, der prüft schon vor dem Kauf von Möbeln oder Bodenbelägen, ob sich diese danach emissionsarm und umweltschonend reinigen lassen. Denn was nützen tolle Oberflächen, wenn man sie alle paar Wochen mit einer chemischen Keule behandeln muss, um Verunreinigungen zu entfernen, die sonst hartnäckig haften würden. Oder wenn sich der immer wiederkehrende Grauschleier nur mit stark emittierenden Spezialreinigern auspolieren lässt.

Putzmittel kindersicher aufbewahren

Für die Kleinsten sind Putzmittel und Reiniger nicht nur via Atemluft gefährlich. Auf Babys und Kleinkinder wirken die Substanzen schon durch ihre bonbonbunte Farbe anziehend. Und: Kindern können auch schadstoffärmere Putzmittel durch Verschlucken oder großflächigen Hautkontakt gefährlich werden.

Übrigens: Auch geringer Hautkontakt kann schädlich sein, denn die chemischen Wirkstoffe von starken Reinigern unterscheiden nicht zwischen Bakterien in der Spüle und der gesunden Bakterienflora auf unserer Haut. Putzmittel deshalb immer unerreichbar für Kinderhände verstauen.

Achtung Aerosole!

Eine oft unerkannte Gefahr steckt auch in der Sprühfunktion entsprechender Behälter. Die in der Lösung enthaltenen Ingredienzien landen damit nicht nur auf der besprühten Fläche, sondern werden in Form von Aerosolen eingeatmet und gelangen so direkt in die Atemwege. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, verbannt daher Sprühflaschen aus dem Haushalt und steigt auf Reiniger um, die sich in Wasser lösen und per Lappen auf die zu behandelnde Fläche auftragen lassen. Das ist nicht nur deutlich gesünder für die Bronchien, sondern auch besser für die Umwelt. Auf diese Weise putzt man automatisch mit deutlich weniger Reinigungsmitteln – und der Schmutz ist trotzdem weg.

Sind Desinfektionsmittel zu Hause nötig?

Desinfizierende Mittel sind in Krankenhäusern und anderen medizinischen Einrichtungen unverzichtbar, im privaten Haushalt jedoch in aller Regel überflüssig. Ausnahme: wenn ein Bewohner ansteckend erkrankt ist und / oder eine immungeschwächte Person im gleichen Haushalt lebt. In diesem Fall beraten Sie Hausarzt:in und Apotheker:in, welche Art der Hand- und Flächendesinfektion die richtige ist.

Desinfektionsmittel in Haushaltsreinigern sind oft ohnehin zu niedrig dosiert, um wirklich desinfizierend zu wirken. Die Folge: Nur empfindliche Bakterien werden unschädlich gemacht und die unerwünschten, widerstandsfähigen Keime nehmen Überhand. Im schlimmsten Fall züchtet man resistente Mikroorganismen, denen herkömmliche Desinfektionsmittel nichts mehr anhaben können. 

Übrigens: Keimtötende Substanzen enthalten Inhaltsstoffe, die nicht nur Mikroorganismen, sondern auch der Gesundheit schaden können. Zum einen können sie Allergien und Ekzeme auslösen (besonders in falscher Dosierung). Zum anderen belasten Sie Atemwege und Umwelt – beispielsweise, wenn sie in größeren Mengen in den Abfluss gelangen und nützliche Wasserorganismen abtöten. Die meisten Desinfektionsmittel sind zudem nur schwer biologisch abbaubar. Putzen mit Flächendesinfektion bekämpft also nicht nur krankmachende, sondern auch gesundheitlich unbedenkliche Bakterien. Letztere sind aber nötig für den Säureschutzmantel der menschlichen Haut, den Schutz der Schleimhäute oder eine gesunde Darmflora.

Ein Leitfaden zum Umgang mit Desinfektionsmitteln im Privathaushalt kommt vom Bundesamt für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

Dielen mit Schrubber wischen

Ein milder Allzweckreiniger säubert Böden und andere glatte Flächen.

Das Grundreinigungs-Quartett: Diese Putzmittel braucht jeder

Eigentlich ist es ganz einfach, vier Grundreinigungsmittel reichen im durchschnittlichen Haushalt völlig aus:

  • der Allzweckreiniger für Böden, Fliesen und sonstige Oberflächen
  • eine Scheuermilch oder ein -pulver für widerborstigen Schmutz
  • Spüli für leichte Verunreinigungen
  • Haushaltsessig oder Zitronensäure für die Entkalkung.

Oft reicht schlicht warmes Wasser zum Reinigen von leicht verschmutzen Flächen. Wer verchromte Armaturen oder Töpfe aus Edelstahl ohne Spezialreiniger blitzblank polieren möchte, kann auf ein Mittel setzen, das in fast jedem Haushalt im Überfluss vorhanden ist: Mineralwasser. Denn wo Spezialreiniger aus dem Drogeriemarkt laut Werbeversprechen CO2 enthalten und damit besonders effektiv und schonend reinigen sollen, enthält kohlensäurehaltiges Wasser exakt dasselbe. Leichte Verschmutzungen mit einem in Mineralwasser getränktem Tuch abreiben, eingebranntes in stark kohlesäurehaltigem Mineralwasser einweichen.

Wo Wasser in unterschiedlicher Darreichungsform nicht zum gewünschten Ergebnis führt, sollten Sie Ihrer Nase vertrauen: Meiden Sie insbesondere Produkte mit synthetischen Duft-, Farb- oder Konservierungsstoffen, scharf riechende Putzmittel beziehungsweise alles, was sich unangenehm für Ihre Sinnesorgane anfühlt – beispielsweise stark in der Nase kitzelt, Sie niesen oder Ihre Augen tränen lässt. Die meisten Hersteller verwenden waschaktive Substanzen auf Erdölbasis. Allerdings sind ökologische Reinigungsmittel keine Gewähr für eine individuelle Verträglichkeit, zum Beispiel bei Allergien.

Ein Reinigungsklassiker ist Grüne Seife, auch als Schmierseife bekannt. Sie ist eine umweltfreundliche und deutlich wohngesündere Alternative zu herkömmlichen Allzweckreinigern und wirkt als Seifenlösung gut Fett- und Schmutzlösend auf allen glatten Oberflächen. Grüne Seife besteht zumeist aus Wasser, Kaliseifen und Ölen. Dazu ist sie biologisch abbaubar. Soda (Natriumcarbonat) entfernt als Lauge ähnlich unkompliziert Fett und Schmutz.

Essig und Zitronensäure und das zuvor erwähnte Mineralwasser helfen gegen Kalk. Am einfachsten lassen sich Kalkflecken freilich vermeiden, indem man Armaturen, Fliesen und Duschabtrennung nach der Nutzung einfach mit einem Tuch trocknet. Fugen- und Backofenreiniger ersetzen Natron: 1:1 mit Wasser mischen und auf verschmutzten Stellen einwirken lassen, mit etwas Muskelkraft schrubben, warm abspülen, fertig!

Aber: Auch natürliche Alternativen zur duftenden Chemiekeule aus dem Drogeriemarkt belasten mitunter Haut und Atemwege. Also Vorsicht walten lassen und während und direkt nach dem Putzen gut lüften. Wessen Zuhause automatisiert belüftet wird, ist auf der sicheren Seite. Für alle anderen gilt: unbedingt Fenster öffnen!

Hand öffnet gerade eine Fenster, dahinter grüne Landschaft

Reinigungsmittel, auch die milden mit natürlichen Inhaltsstoffen, belasten die Raumluft. Daher bei Arbeiten im Haushalt immer Fenster öffnen!

Wohngesunde Hauhaltstipps: Darauf sollten Sie außerdem achten

  • Wechseln Sie Spültücher mehrmals pro Woche und waschen Sie sie bei mindestens 60 Grad
  • Dazwischen an einem luftigen Ort gut durchtrocknen lassen
  • Säubern Sie Ihren Kühlschrank regelmäßig mit warmem Wasser und einem milden Allzweckreiniger
  • Entleeren Sie Müllgefäße häufig. Danach gründlich auswischen. So haben Mikroorganismen wenig Nahrungsgrundlage
  • Für Küche und unterschiedliche Bereiche im Badezimmer verschiedene Putzlappen nutzen, damit Keime nicht vom Bad in die Küche eingetragen werden
  • Reinigen Sie Lichtschalter und Türklinken einmal wöchentlich mit Wasser und Allzweckreiniger
  • Ohne Komfortlüftungsanlage mindestens dreimal täglich lüften (immer quer- nie kipplüften). Das beseitigt Feuchtespitzen (Schimmel!) und mindert Wohngifte in der Innenraumluft
  • Auf Raumsprays und WC-Erfrischer verzichten. Sie belasten die Raumluft unnötig mit VOC

Anlaufstellen für weitere Informationen:

Umweltbundesamt: www.umweltbundesamt.de
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: www.bzga.de
Verbraucherzentrale: www.verbraucherzentrale.de
Sentinel Haus Institut: www.sentinel-haus.de