Gestalterin der Zukunft: 5 Fragen an Designerin Pauline Junglas

Designerin Pauline Junglas
© Bretz
Designerin Pauline Junglas ist bei Bretz als Creativ Managerin tätig und entwirft für den deutschen Polstermöbelhersteller ikonische Sitzmöbel. Design sei für sie "ein unablässiges Suchen und Finden", wie sie selbst sagt.

Pauline Junglas studierte Innenarchitektur an der Hochschule Rhein-Main in Wiesbaden mit dem Schwerpunkt Möbeldesign und Szenografie. Seit 2016 ist sie Creativ Managerin bei Bretz und entwirft dort Sitzmöbelklassiker wie die Sofas "Croissant" oder "Ed". Gutes Design so sagt sie selbst, folgt dabei keinem bestimmten Stil, sondern entsteht bei Objekten, die echte Werte transportieren.

5 Fragen an Pauline Junglas:

Was macht gutes Design aus?
Bei gutem Design sollte der Grundgedanke, die Idee des Entwurfs, immer nachvollziehbar und greifbar bleiben. Dabei manifestiert sich gutes Design für mich in keinem bestimmten Stil oder folgt einer bestimmten Definition. Es ist viel eher das Kreieren von Objekten, die echte Werte transportieren: Werte im Sinne von Form und Nutzen sowie Kultur und Seele. Gutes Design soll glücklich machen! Die Objekte müssen konsistent sein und ihre eigene Geschichte erzählen können. Dabei gibt es unglaublich viele Ausdrucksformen von guter Gestaltung. Jede davon ist gleichermaßen wichtig und hat meiner Meinung nach ihre Gültigkeit.

Auf welches Produkt sind Sie aktuell besonders stolz und warum?
Das ist eine sehr schwierige Frage: Natürlich bin ich auf all meine Produkte stolz, vor allem, da sie so unterschiedlich und eigenständig sind. Hinter jedem Produkt, das ich entwerfe, steckt viel Zeit und Leidenschaft. Ich gebe jedes Mal unglaublich viel von mir Selbst in meine Entwürfe. Dazu kommt, dass ich meine Designs begleite: von der ersten Skizze bis zum serienreifen Produkt. Quasi von der Geburt bis zum Auszug – ein bisschen wie bei einem Kind. Keine Mutter würde zwischen ihren Kindern wählen wollen.

Sofa "Croissant" von Bretz
Drehsessel "Croissant Chair" von Pauline Junglas für Bretz
© Bretz

Was ist Ihr Lieblingsplatz in der Wohnung und warum?
Mein Lieblingsplatz in der Wohnung ist die Küche. Sie ist nicht groß und zuweilen auch etwas chaotisch. Aber das mag ich. Es ist eben ein kleiner, gemütlicher Raum, in dem viel Schönes entsteht und sich alltägliche, aber auch tiefgründige Gespräche entwickeln und ich meiner Leidenschaft – dem Kochen - fröhnen kann. Das entspannt und befriedigt mich.

Welche Living-Trends werden uns die kommenden Jahre beschäftigen?
Ganzheitlich gesehen denke ich, dass man gerade nach dem Jahr 2020 mit einer generellen Werteverschiebung rechnen sollte. Wir sprechen davon, wie aktuelle Entwicklungen wie die Corona-Pandemie oder Umweltbewegungen wie Fridays for Future unser Leben in allen Bereichen nachhaltig beeinflussen. Um die Living-Trends zu verstehen, müssen wir uns erst einmal fragen: Wie wollen wir in Zukunft überhaupt leben? Das fängt schon an bei der Frage, ob Land- oder Stadtleben. Gerade die Corona-Pandemie macht die Stadt zu einem gefühlt unsicheren und unattraktiven Ort. Bei knapp werdendem Raum und gleichzeitig schwindendem Angebot in den Innenstädten steigen die Mieten weiter an – Kosten und Nutzen driften stark auseinander. Mit Homeoffice kann man nun sogar über ein Leben "außerhalb" nachdenken, was bisher aufgrund der beruflichen Verortung für viele unmöglich war.

Ihr bester Lifehack in Sachen Einrichten?
Für kleine Wohnungen wird ein Lowboard mit Schubladen in Kombination mit einer Polsterauflage und vielen Kissen zum gemütlichen Küchensofa inklusive nützlichem Stauraum! So kann schnell alles in den Schubladen verschwinden, wenn sich kurzfristig Besuch anmeldet, und die Freunde bleiben gerne auch mal länger sitzen.

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