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Zu viel Chlor im Pool – was tun?

Sitzecke aus Sitzkissen direkt am Poolbecken
Bei einer deutlich erhöhten Menge an Chlor im Poolwasser sollten Sie aus gesundheitlichen Gründen auf Schwimmen verzichten. 
© Fermob
Ein eigener Pool bereichert jeden Garten und die dazugehörende Technik ist selbst für frischgebackene Poolbesitzer:innen gut handhabbar. Trotzdem kann es schnell mal zu einem erhöhtem Chlorwert kommen. Worauf es zu achten gilt und wie Sie den Chlorgehalt reduzieren, erfahren Sie hier.

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Wann ist zu viel Chlor im Poolwasser?

Die richtige Chlordosierung ist von mehreren Faktoren abhängig, wie beispielsweise der Poolgröße, dem verwendeten Chlormittel oder der Intensität der Verschmutzung. Deshalb ist es ratsam, sich vor der Verwendung mit den Herstellerangaben vertraut zu machen. Generell gilt eine Konzentration zwischen 0,3 bis 0,6 mg pro Liter Poolwasser als grober Richtwert. Der Chlorgehalt sollte nie mehr als 1 bis 2 mg/l betragen. Mittels spezieller Testkits, Teststreifen sowie automatischer Messgeräte können Sie den Chlorgehalt im Pool kontrollieren.

Tipp: Dosieranlagen verwenden

Um eine Über- oder Unterdosierung von Chlor im Pool zu vermeiden, können Sie auf eine Dosieranlage zurückgreifen, bei der die Zugabe des Reinigungsmittels automatisiert abläuft. So können Dosierungsfehler einfacher vermieden werden.

Die Ursachen für zu viel Chlor im Pool herausfinden

Haben Sie bei Ihren regelmäßigen Kontrollen einen erhöhten Chlorgehalt im Pool festgestellt, ist es wichtig, im ersten Schritt nach den Ursachen der Überdosierung zu suchen. Andernfalls kann es sein, dass die Gegenmaßnahmen nur eine kurzfristige Hilfe bieten und das Problem bald erneut auftritt. Die häufigsten Ursachen für zu viel Chlor im Poolwasser sind:

  • Falsche Dosierungen durch Rechen- oder Messfehler, z.B. durch Verwendung eines falschen Wasser-ph-Wertes
  • Technische Fehler bei automatisierten Zugaben oder falsche Messwerte als Grundlage
  • Aufgrund von Stoßchlorungen nach schweren Regenfällen oder bei neu eingelassenem Wasser

Denken Sie daran, dass der Chlorgehalt durch die Poolnutzung oder starke Regenfälle durchaus schwanken kann. Die oben genannten Ursachen können bereits auftreten, wenn der Soll-Wert des Chlors nicht regelmäßig kontrolliert wird.

Wichtiger Faktor: pH-Wert des Wassers

Um den passenden Chlorgehalt zu bestimmen, ist der richtige pH-Wert obligatorisch. Dieser sollte zwischen 7,2 und 7,4 liegen, damit das Chlor die gewünschte Wirkung im Wasser entfalten und unerwünschte Bakterien und Viren abtöten kann. Wechselnde Wassertemperaturen und -härtegrade können den pH-Wert beeinflussen und sich schnell einmal zwischen 6,0 und 8,0 bewegen. Mittels spezieller Teststreifen lassen sich der pH-Wert des Wassers einfach bestimmen. Bei einem zu hohen pH-Wert hilft die Zugabe sogenannter pH-Minus-Präparate, bei einem zu niedrigen Wert respektive pH-Plus-Präparate.

Wie schädlich ist eine zu hohe Dosierung?

Bei einem langanhaltend hohen Chlorgehalt können Schäden an den Materialien Ihres Pools entstehen (z.B. an Folien oder mechanischen Bestandteilen). Es kommt auch nicht selten vor, dass der Pool durch das zu viel an Chlor einen unangenehmen Geruch entwickelt. Doch prekärer sind die gesundheitlichen Schäden, die mit einer zu starken Dosierung einhergehen. So kann es zu starken Reizungen der Augen und Schleimhäute sowie zu extremem Juckreiz auf der Haut kommen.

Runder Swimmingpool im Garten
Ist der Chlorgehalt nur leicht erhöht, hilft es bereits, das Poolwasser der UV-Strahlung auszusetzen. So kann der Chlorwert gesenkt werden.
© Adobe Stock / Papinou

Erste Schritte bei leicht erhöhten Chlorwerten

Eine geringe Überdosierung lässt sich sehr einfach reduzieren, indem Sie die Pool-Abdeckung entfernen, damit die Sonne direkt auf das Wasser scheint. Die UV-Strahlen helfen dabei, den Abbau des Chlors zu beschleunigen. Wichtig ist zu wissen, dass es verschiedene Formen von Chlor gibt. Manche sind mit Cyanursäure versetzt, die zu einer besseren Stabilisierung von Chlor führt und es dadurch UV-beständiger macht. Für diese Chlor-Formen benötigt die Sonne mehr Zeit für den Abbau.

Auch die normale Nutzung des Pools beschleunigt das Senken des Chlorgehaltes, allerdings sollten Sie nur im Pool schwimmen, wenn die Chlormenge im verträglichen Rahmen liegt. Hierfür gibt es keine exakten Grenzwerte, es hilft jedoch, sich an den Mengen in öffentlichen Schwimmbädern zu orientieren: Bei intensiver Nutzung kommen hier bis zu 10 mg Chlor pro Liter Wasser zum Einsatz. Übersteigen Ihre Poolwerte diese Menge, sollten Sie eine andere Lösung wählen.

Zusätzlich können Sie einen gewissen Anteil an frischem Wasser ins Schwimmbecken einlassen. So lässt sich ein leicht erhöhter Wert schnell senken. Bestimmen Sie jedoch den richtigen Soll-Wert an Chlor, bevor Sie das Poolwasser auffrischen. Bei einer sehr hohen Überdosierung müssen Sie einen vollständigen Austausch des Poolwassers in Kauf nehmen.

Wandpaneele aus Holz an Kopfseite eines rechteckigen Swimmingpools mit Holzterrasse und Bäumen im Hintergrund
Frisches Wasser senkt ebenfalls den Chlorwert im Poolwasser.
© Adobe Stock / onzon

Im Zweifelsfall: Chlorgehalt im Pool neutralisieren

Sollte die Senkung des Chlor-Anteils im Wasser nicht mehr ausreichend oder möglich sein, muss der Gehalt neutralisiert werden. Hierfür eignen sich spezielle Chlor-Neutralisatoren, chemische Präparate in Form von Pulver oder Tabletten, z.B. Natriumthiosulfat. Um die richtige Menge an Natriumthiosulfat zu berechnen, müssen Sie zunächst die Wassermenge berechnen, sowie den Ist- und den Soll-Wert des Chlors bestimmen. Die Wassermenge berechnen Sie aus Länge, Breite und Tiefe des gefüllten Pools. Den Ist-Wert des Chlorgehaltes können Sie mithilfe von Testkits messen und der angestrebte Soll-Wert sollte zwischen 1 bis 2 mg/l Wasser betragen. Anschließend bestimmen Sie anhand der Herstellerangaben die richtige Menge an Natriumthiosulfat und geben es ins Poolwasser. Tipp: Da diese Chemikalien nicht völlig unkritisch sind, sollten Sie unnötige Mengen davon vermeiden. Es lohnt sich deshalb eine anteilige Zugabe, nach der Sie den Ist-Wert bestimmen und die Restmenge ggf. anpassen.

Nur für Profis: Chlor mit Wasserstoffperoxid neutralisieren

Alternativ zu Natriumthiosulfat ist auch Wasserstoffperoxid ein geeignetes Mittel bei zu viel Chlor im Pool. Zwar sind die Anschaffungskosten deutlich geringer als für andere Chemikalien, allerdings ist die Anwendung aufgrund des hohen gesundheitsschädlichen Risikos nur Profis zu empfehlen. Bei Überdosierung von Wasserstoffperoxid kann es im schlimmsten Fall zu Verätzungen von Haut, Augen und Schleimhäuten kommen.


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