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Teppichboden entfernen – so geht’s

Alte Teppichreste während einer Renovierung
© Adobe Stock / Edler von Rabenstein
Der schöne Teppichboden von einst hat mittlerweile überall Flecken und ist durchgelaufen? Dann weg damit. Wir geben Tipps, wie Sie Ihren alten Teppichboden entfernen – verklebte Teppichreste inklusive.

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Es kommt die Zeit, da ist ein Teppichboden auch mit gründlicher Reinigung nicht mehr zu retten und muss entfernt werden – sei es, um einen neuen Teppichboden zu verlegen oder um ihn durch einen anderen Bodenbelag zu ersetzen. Diese Tipps und Tricks helfen Ihnen dabei.

Die ersten Schritte, um einen alten Teppichboden zu entfernen

Im besten Fall geht das Entfernen des Teppichbodens schnell und einfach von der Hand, in manchen Fällen bedeutet es jedoch einen größeren Aufwand – je nach dem, wie der Teppichboden verklebt ist. Die Art der Verklebung können Sie ganz einfach selbst ermitteln. Zuerst müssen jedoch die Sockelleisten abgenommen werden, sofern sie den Teppich überdecken. Diese sind üblicherweise an der Wand verklebt oder mit kleinen Nägeln befestigt. Um sie zu entfernen, genügt es meist, sie mit einem Spachtel vorsichtig von der Wand zu lösen und abzunehmen.

Teppichboden, der mit Teppichklebeband verlegt wurde

Versuchen Sie nun, den Teppich an einer Ecke vom Boden zu lösen. Haftet der Teppichboden nur an den Rändern, so ist er vermutlich mit Teppichklebeband verklebt. Mit einem Spachtel lässt sich das Klebeband meist gut lösen. Schneiden Sie den Teppich zudem in Streifen – so lässt er sich ganz einfach aufrollen und in Müllsäcken entsorgen.

Mit flüssigem Teppichkleber verlegten Teppichboden entfernen

Haftet der Teppich nicht nur an den Kanten, sondern auf der gesamten Fläche, so ist er mit einem flüssigen Teppichkleber verklebt. Mit der Wasserprobe können Sie herausfinden, ob es sich um wasserlöslichen Leim oder um einen hartnäckigeren, wasserunlöslichen Kunstharzkleber handelt: Feuchten Sie einfach eine Ecke des Teppichs gut an und lassen Sie das Wasser 1-2 Stunden einwirken. Lässt sich der Teppich danach leicht ablösen, ist das ein gutes Zeichen – der Leim ist wasserlöslich und lässt sich unkompliziert entfernen. Feuchten Sie dazu den gesamten Teppichboden ein, z. B. mit einer Gießkanne, und ziehen Sie ihn nach einigen Stunden vorsichtig ab.

Lässt sich der Teppich nach dem Einweichen nicht ablösen, ist er mit Kunstharzkleber verklebt. Dann hilft nur noch rohe Gewalt: Schneiden Sie den Teppichboden mit einem Teppichmesser in ca. 40 cm breite Streifen und reißen Sie diese mit den Händen oder mit einer Zange vom Boden. Am besten beginnen Sie in einer Ecke und arbeiten sich von der Wand zur Zimmermitte vor. Sollte sich der Teppichboden auf diese Weise nicht entfernen lassen, hilft ein sogenannter Stripper, ein elektrisches Werkzeug mit Klinge, das auch stark verklebte Teppiche vom Boden löst. Stripper können in den meisten Baumärkten ausgeliehen werden.

Blick von oben auf kleine, stilvolle Wohnaccessoires, die den Teppichboden "Mountain" von JAB Anstoetz zieren
Schlingenteppich "Mountain" aus Schur- und Jakwolle, Preis: ab ca. 77 Euro pro Quadratmeter, wwwjab.de
© JAB Anstoetz

Den Boden für einen neuen Belag vorbereiten

Nach der groben Arbeit folgt der Feinschliff: Überprüfen Sie unbedingt, ob sich noch Klebereste auf dem Boden befinden. Die müssen weg. Ansonsten kann es passieren, dass der neue Kleber nicht gut haftet. Nutzen Sie hierfür einen Spachtel und kratzen Sie die Klebereste vom Estrich ab. Auf keinen Fall möchten Sie, dass der alte Leim mit dem neuen Kleber reagiert. Mögliche Folgen können Blasenbildung oder, noch schlimmer, Schimmel sein. Ganz wichtig auch: Setzen Sie auf keinen Fall nitrohaltige Lösungsmittel ein. Die sind selbst in geringen Dosen gesundheitsgefährdend. Stattdessen sollten Sie lieber spezielle Lösungsmittel zum Entfernen von Teppichböden verwenden. Risse und Unebenheiten glätten Sie mit einer Ausgleichsmasse.

Bonus-Tipp: Bevor Sie direkt mit dem Verlegen eines neuen Bodenbelags beginnen, schauen Sie noch mal, was sich unter dem Teppichboden befindet. Mit etwas Glück stoßen Sie auf altes Parkett oder Holzdielen, die sich mit einer Schleifmaschine und anschließender Versiegelung wieder herrichten lassen.

Blick von oben auf einen brauen Teppichboden mit einem Staubsauger
© Adobe Stock / tanyastock

Teppichboden richtig reinigen

Damit Sie länger Freude an Ihrem Teppichboden haben, ist es wichtig, ihn regelmäßig zu reinigen. Im Laufe der Zeit setzen sich Schmutzpartikel, Staub und Milben im Teppichboden ab und lassen ihn schneller altern. Daher sollte er wenn möglich alle ein bis zwei Tage gesäubert werden. Neben der täglichen Reinigung raten Experten noch zu einer Zwischen- und einer Grundreinigung. Dann hält der Teppichboden auch mindestens sieben Jahre.

Die tägliche Teppichboden-Pflege trägt zu dessen Werterhaltung bei und sorgt dafür, dass der Bodenbelag auch nach längerer Zeit ansprechend aussieht. Da sich in der Luft befindliche Staub- und Schmutzteilchen auf dem Teppichflor absetzen und bei unregelmäßiger Reinigung tief in den Fasern einlagern, gilt es, diesem Prozess durch regelmäßiges Staubsaugen vorzubeugen. Das Binden des Hausstaubs macht den Teppichboden allergikerfreundlicher als andere Böden, auf denen Staub nur aufliegt und aufgewirbelt wird. Bei teilverschmutzten Flächen wie beispielsweise im Eingangsbereich kommt die Zwischenreinigung zum Einsatz. Hierbei wird ein Reinigungspulver auf den Teppichboden aufgestreut, mit einer Bürstmaschine einmassiert und nach der Trocknung wieder abgesaugt. Die effektivste und wirksamste Methode, einen Teppichboden zu reinigen, ist jedoch die Grundreinigung. Ein Fachmann schäumt hierbei mit einer Sprühextraktionsmaschine ein Reinigungsmittel auf, massiert es in die Teppichoberseite ein und saugt es wieder ab. Nach der Trocknung muss nochmals mit einem Bürstsauger nachgesaugt werden.

Rotweinflecken, Schokolade oder Bratensoße sollten Sie am besten sofort entfernen. Wenn Flecken nämlich erst einmal im Teppichboden eingetrocknet sind, können sie mit den Fasern chemisch reagieren. Das unschöne Ergebnis wäre ein dauerhafter Fleck im Teppichboden. Daher empfiehlt es sich, auf den Teppichboden abgestimmte Extraktionsreiniger und Fleckenentferner im Haus zu haben. So lassen sich die meisten Flecken aus dem Teppichboden entfernen.

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