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Holz ölen – so geht's!

Männerhand, die mit einem Tuch einen verblassten Holztisch ölt
Neben Pinsel und Rolle eignen sich auch saubere, fusselfreie Leinen- oder Baumwolltücher, um Holz zu ölen.
© Adobe Stock / Lars Zander
Damit sie lange Freude an Ihren Holzmöbeln, der Arbeitsplatte oder dem Parkettboden haben, benötigen diese die richtige Pflege. Eine Möglichkeit: das Holz ölen. Wie's geht, lesen Sie hier.

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Bevor wir uns dem eigentlichen Thema widmen, eins kurz vorweg: Neben Öl können Sie auch Lacke oder Lasuren zur Holzpflege verwenden. Die eine Methode ist dabei nicht besser oder schlechter als die andere und jede bleibt stets Geschmacksache. Lacke bilden eine geschlossene Schicht, die Holz sehr gut vor Witterungseinflüssen, UV-Strahlung und Pilzbefall schützt, es aber auch nicht "atmen" lässt, sollten durch Risse Feuchtigkeit eindringen. Zudem verdeckt Lack die natürliche Maserung des Holzes. Wer diese erhalten möchte, kann pigmentierte, halbtransparente Lasuren oder Öle wählen, die in das Holz eindringen, ohne die Poren zu verschließen.

Welche Öle eignen sich am besten?

Grundsätzlich haben Sie beim Holz ölen folgende Wahlmöglichkeiten:

  • natürliche Öle
  • Hartöl
  • Hartwachsöl
  • Holzöle mit Farbpigmenten

Zu den natürlichen Ölen zählen unter anderem Leinöl, Tungöl und Walnussöl. Die Vorteile: Natürliche Öle enthalten keine Zusatzstoffe und fördern so ein wohngesundes Raumklima. Der Nachteil: Natürliche Öle brauchen in der Regel sehr, sehr lange, um zu trocknen, daher werden manchen von ihnen sogenannte Sikkative beigefügt. Sikkative sorgen dafür, dass das Öl schneller aushärtet.

Bei Hartölen handelt es sich um Holzöle, denen Kunst- oder Naturharze beigefügt wurden. Die sorgen dafür, dass das Öl tief ins Holz eindringt und an der Oberfläche schneller aushärtet. Der Vorteil: Das Holz ist besser vor äußeren Einflüssen beziehungsweise regelmäßiger Beanspruchung geschützt.

Hartwachsöl ist eine Holzpflege, die die besten Eigenschaften von Wachs und Öl vereint. Nährt Wachs als Holzpflege alte Möbel, so versiegelt Öl zuverlässig. Abgenutzte Stellen auf Fußböden, die mit Hartöl als Holzpflege bearbeitet wurden, können leicht abgeschliffen und neu eingelassen werden, ohne dass der ganze Boden neu behandelt werden muss.

Und dann gibt es auch noch Holzöle mit Farbpigmenten. Letztere sorgen dafür, dass Sie den Farbton des Holzes verändern können.

Gartenmöbel freuen sich über Holzöl, das zusätzlichen Schutz vor UV-Strahlen und Schimmel bietet.
Gartenmöbel freuen sich über Holzöl, das zusätzlichen Schutz vor UV-Strahlen und Schimmel bietet.
© Adobe Stock / Ingo Bartussek

Für welches Öl Sie sich entscheiden, hängt nicht zuletzt vom Einsatzgebiet ab. Bei Böden sind Hartöle oft die beste Wahl. Garten- und Terrassenmöbel, die die meiste Zeit im Außenbereich stehen, freuen sich über ein Holzöl, das zusätzlichen Schutz vor UV-Strahlen und Schimmel bietet. Arbeitsplatten ölen Sie am besten mit einem speziellen Arbeitsplattenöl. Sollten Sie unsicher sein, lassen Sie sich im Fachhandel beraten.

Holz ölen – die Vor- und Nachteile auf einen Blick

VORTEILE

  • Holzöl dringt tief in die Poren ein und schütz so vor Feuchtigkeit
  • das Holz bleibt atmungsaktiv und sorgt für ein wohngesundes Raumklima
  • Holzöl erhält die natürliche Maserung des Holzes

NACHTEILE

  • natürliches Öl benötigt sehr lange Trocknungszeit
  • unangenehmer Geruch bei der Verarbeitung
  • dadurch, dass die Poren offenbleiben, kann leichter Schmutz ins Holz eindringen
  • muss in regelmäßigen Abständen wiederholt werden

Holz ölen – kurze Anleitung

Untergrund vorbereiten
Ganz gleich, ob es sich um neues, unbehandeltes Holz oder um eine alte, schon leicht verwitterte Oberfläche handelt: Beides muss trocken, sauber, fest und trennmittelfrei sein. Neues Holz und intakte Altanstriche sollten zudem angeschliffen werden (wir empfehlen Schleifpapier mit einer Körnung zwischen 180 und 220), abblätternde Anstriche sollten ganz entfernt werden, damit die neue Farbe gut haften kann. Weichhölzer behandelt man in der Regel vor dem Streichen zudem mit einer Grundierung.

Holz beizen - so geht's
© M. Jenkins; Adobestock

Das Holzöl auftragen
Am besten tragen Sie das Mittel der Wahl in mehreren Schichten auf die Holzoberfläche auf – und dass bei Temperaturen über 15 Grad. Wie genau Sie dabei vorgehen, bleibt Ihnen überlassen: Also ob mit einem sauberen, fusselfreien Baumwoll- oder Leinentuch, einer kurzflorigen Rolle oder einem breiten Pinsel. Wichtig: Nehmen Sie ausreichend Öl. Die Oberfläche sollte richtig feucht aussehen. Nach einer Pause (beachten Sie hierfür die Packungshinweise des verwendeten Produkts) entfernen Sie die überschüssigen Rückstände mit einem zweiten Tuch. Wiederholen Sie sämtliche Vorgänge, bis das Holz den von Ihnen gewünschten Glanz hat. Das kann durchaus zwei bis drei Durchgänge dauern.

Safety first: Mit Holzöl getränkte Lappen und Pinsel können sich im schlimmsten Fall selbst entzünden – legen Sie daher benutzte Utensilien nach getaner Arbeit am besten in Wasser oder verschließen Sie sie luftdicht in einem Glasgefäß.

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