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Lichttherapie zu Hause: Funktion und Einsatz von Tageslichtleuchten

Frau sitzt am Tisch und schaut genussvoll in die Tageslichtleuchte
© Beurer
Im Herbst und Winter leiden viele Menschen aufgrund des fehlenden Sonnenlichts unter Antriebslosigkeit und depressiver Stimmung. Eine Lichttherapie mit einer Tageslichtleuchte kann helfen. Wie die Geräte funktionieren und welche Tageslichtleuchte ideal zu Ihnen passt.

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Warum eine Lichttherapie?

Wem im Winter nicht genügend Sonnenstrahlen auf die Nasenspitze fallen, wird schnell antriebs- und motivationslos und verfällt in schlechte Stimmung. Grund sind der Mangel an Vitamin D und der sinkende Serotonin-Spiegel im Körper. Das Hormon Serotonin sorgt am Morgen dafür, dass wir wach werden und wirkt gleichzeitig als eine Art Antidepressivum. Kommt es im Herbst und Winter zu einem Serotonin-Mangel, fehlt dieser natürliche Stimmungsaufheller. Wir fühlen uns müde und unsere innere Uhr gerät aus dem Takt.

Eine Lichttherapie mit einer Tageslichleuchte kann Abhilfe schaffen. Bei einer Tageslichtleuchte handelt es sich um eine Lampe, deren Leuchtmittel der Farbe des natürlichen Sonnenlichts am nächsten kommt. In Nordeuropa entspricht das etwa 6.000 Kelvin.

"Eine Lichttherapie ist ein fester Bestandteil der Behandlung von Depressionen", bestätigt Helge Frieling von der Klinik für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie in Hannover. "Ihre regelmäßige Anwendung führt zu einer Verbesserung der Stimmung, des Antriebs und auch der Konzentrationsfähigkeit."

Henrik Oster, Neurobiologe an der Universität Lübeck, weiß aus seinen Studien zudem: "Licht wirkt sich nicht nur positiv auf die Gesundheit aus, es hebt außerdem die Stimmung und stärkt unsere Abwehrkräfte." Wer in den tristen Wintermonaten keine Chance hat, natürliches Licht einzufangen, sollte also durchaus über eine Lichttherapie nachdenken. Sie regt den Körper an, Serotonin zu bilden und auszuschütten und sorgt so für mehr Antrieb, Motivation und gute Laune.

Tageslichtleuchten können unterstützend wirken gegen:

  • Winterdepressionen
  • Schlafstörungen
  • Kopfschmerzen
  • Hautkrankheiten

Was gilt es vor der Lichttherapie zu beachten?

Wichtig: Bevor Sie sich für eine Lichttherapie entscheiden, sollten Sie zunächst Rücksprache mit Ihrem Hausarzt halten. Depressive Verstimmungen können ihren Ursprung nicht nur im Lichtmangel haben. Auch Krankheiten wie eine Unterfunktion der Schilddrüse, chronische Müdigkeit, eine Unterzuckerung oder diverse Viruserkrankungen können diese Symptome mit sich bringen. Aus diesem Grund muss vorab geklärt werden, ob eine Lichttherapie mittels einer Tageslichtleuchte überhaupt helfen kann. Auch Wechselwirkungen mit bestimmten Medikamenten oder Psychopharmaka sollten vor der Therapie ausgeschlossen werden, rät Psychiater Helge Frieling. "Gerade das bei der Behandlung von leichteren Depressionen häufig genutzte Johanniskraut kann zu Hautproblemen im Rahmen einer Lichttherapie führen."

Auch bei Augenerkrankungen sollte der Einsatz der Tageslichtleuchte vorab mit einem Facharzt abgeklärt werden. Lichttherapiegeräte, die nur blaues Licht abgeben, bergen ein erhöhtes Risiko für Augenschädigungen, da natürliche Schutzmechanismen der Augen durch das blaue Licht nicht aktiviert werden. Vorsicht bei Lichttherapiegeräten, die UV-Strahlen abgeben; Sonnenbrand, Hautalterung und ein erhöhtes Hautkrebsrisiko können die Folge sein.

Was zeichnet eine Tageslichtleuchte aus?

Bei Tageslichtleuchten handelt es sich um Leuchten, die meist große, oft organisch geformte Lichtflächen aufweisen. Mit diesem Bereich strahlen die Tageslichtleuchten großflächig Licht ab. Man spricht in diesem Zusammenhang von Tageslichtleuchten, da die abgestrahlte Lichtfarbe der natürlichen Mittagssonne am nächsten kommt. Wichtig: Wer Angst vor gefährlicher UV-Strahlung hat, kann beruhigt sein. In hochwertigen Leuchten ist ein UV-Filter eingebaut, der die gefährlichen Strahlen von der Netzhaut fernhält. Die Helligkeit von Tageslichtleuchten variiert je nach Modell und Hersteller. Soll diese zur Lichttherapie genutzt werden, empfiehlt sich eine Helligkeit von 2.500 bis 10.000 Lux. Bei einer sachgerechten Anwendung hält eine Tageslichtleuchte ungefähr 10 Jahre, spendet folglich um die 5.000 Stunden Licht.

Die Beleuchtungsstärke (Lux) gibt dabei die Intensität an, mit der eine Fläche beleuchtet wird. An einem wolkenfreien Sommertag erreicht das natürliche Tageslicht beispielsweise 100.000 Lux. Die Dauer der Bestrahlung mit einer Tageslichtleuchte sollte im Idealfall mit dem Arzt auf Grundlage der medizinischen Notwendigkeit sowie des Leuchtenmodells festgelegt werden und beträgt zwischen 30 und 120 Minuten täglich. Zur Orientierung: Bei einer Lichtstärke von 10.000 Lux sind 30 Minuten Lichttherapie am Tag ausreichend.

Mann und Frau sitzen beim Schreibtisch mit Tageslichleuchte auf dem Tisch
© Philips

Einsatz einer Tageslichtleuchte - so geht's!

"Die Lichttherapie sollte in der Regel morgens direkt nach dem Aufstehen angewendet werden", empfiehlt Psychiater Frieling. So kann der natürliche Schlaf-Wach-Rhythmus ideal unterstützt werden. Wer sich jedoch eher um die Mittagszeit mit der Tageslichtleuchte wohler fühlt, kann diese auch dann einsetzen. Von einem Einsatz in den Abendstunden wird jedoch abgeraten, da es dann zu Einschlafstörungen kommen kann. "Am Abend und vor dem Zubettgehen sollte eher ein warmes Licht die Umgebung erhellen, welches den Stoffwechsel zur Ruhe kommen lässt und zu einer gesunden Müdigkeit und einem Schlafbedürfnis führt", rät Manfred Ross, Lichtplaner aus Hamburg.

Das Licht fällt beim Einsatz einer Tageslichtleuchte idealerweise primär aufs Gesicht. Gelegentlich sollte man auch in die Lampe schauen, allerdings immer nur kurz, um die Netzhaut nicht zu schädigen.

Tipps bei der Anwendung einer Tageslichtleuchte:

  • je nach Helligkeit der Leuchte zwischen 30 - 120 Minuten täglich
  • Dauer der Therapie: mindestens zwei Wochen
  • Lichtstärke zwischen 2.500 und 10.000 Lux (Beleuchtungsstärke)
  • Sitzposition je nach Helligkeit der Leuchte ca. 50 cm entfernt
  • Augen geöffnet lassen, jedoch nicht länger direkt ins Licht schauen
  • eine regelmäßige Zu- und Abwendung zum Licht ist sinnvoll

Kann die Therapie mit einer Tageslichtleuchte Nebenwirkungen haben?

Nebenwirkungen treten beim Einsatz einer Tageslichtleuchte nur selten auf. "Lichtempfindliche Menschen, die an Migräne oder Epilepsie leiden, sowie Patienten mit Augenerkrankungen sollten den Einsatz vorher mit ihrem Arzt abklären", warnt Neurobiologe Oster jedoch. Bekommt man nach einer Sitzung Kopfschmerzen, Augenbrennen oder gereizte Gesichtshaut, sollten die Sitzungen mit der Tageslichtleuchte verkürzt oder auf einen anderen Zeitpunkt verlegt werden. Auch der Einsatz von Luftbefeuchtern kann helfen, trockenen Augen und Schleimhäuten vorzubeugen.

Frau im Homeoffice, am Schreibtisch sitzend bei Schreibtischlicht
Eine Tageslichtlampe hilft beim konzentrierten Arbeiten.
© Ledvance

Welche Tageslichtleuchte passt zu mir?

Auf dem Markt gibt es unterschiedliche Modelle verschiedener Hersteller. Die Tageslichtleuchten unterscheiden sich in erster Linie in ihrer Größe, der Form ihres Leuchtmittels und ihrer Leuchtintensität, der sogenannten Lux-Anzahl. Es gibt Tageslichtleuchten als Steh- Tisch oder Deckenmodelle. Vor einem Kauf sollten Sie folglich darauf achten, für welchen Zweck Sie die Tageslichtleuchte einsetzen wollen. Wichtig: Lichttherapiegeräte sollten kein blaues Licht und keine UV-Strahlung abgeben.

Extra-Tipp: Mittlerweile hat sich die Tageslichtleuchte auch als Schreibtischlampe etabliert. Die Tageslicht-Therapie lässt sich so problemlos in den Arbeitsalltag integrieren und sorgt zugleich für mehr Konzentration und Produktivität am Arbeitsplatz.

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