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Richtig lüften - darauf sollten Sie achten

Frische Luft ist wichtig für ein gesundes Wohnumfeld – gerade dann, wenn wir viel Zeit zu Hause verbringen. Worauf es beim Lüften grundlegend zu achten gilt und inwiefern sich die einzelnen Räume unterscheiden, erfahren Sie hier.
Zwei offene Doppelfenster, draußen ist Herbstlaub zu sehen
In diesem Artikel
Warum ist regelmäßiges Lüften wichtig?
Richtig lüften - so geht's!
Richtig lüften im Schlafzimmer
Richtung lüften in Wohnräumen
Richtig lüften in Küche und Badezimmer
Lüften im Winter
Smarte Helfer

Warum ist regelmäßiges Lüften wichtig?

Regelmäßiges Lüften entfernt nicht nur Milben und Pollen aus den Räumen, sondern beugt auch Schimmel sowie Feuchtigkeitsschäden an Möbeln und Wänden vor. Wer regelmäßig für Luftaustausch in den eigenen vier Wänden sorgt, verringert damit die Gefahr von Atemproblemen und fördert seine Gesundheit. "Die Gefahr der Schimmelbildung ist vor allem bei modernen, sehr dichten Fenstern gegeben", sagt Frank Koos, Geschäftsführer des Verbandes Fenster und Fassade (VFF) für Normung, Technik und internationale Aktivitäten. "Deshalb sollte die Feuchte im Raum durch Lüftung abgeführt werden." Und der Experte gibt einen weiteren Punkt zu bedenken: "Aktuell im Rahmen der Corona-Pandemie ist das Lüften und damit die Minderung der Virenlast ein wichtiger Beitrag zum Infektionsschutz."

Regelmäßiges Lüften ist also aus zwei Gründen wichtig: Es verbessert das Klima in Ihrer Wohnung und damit die Wohngesundheit. Und es verhindert Schäden innerhalb der Räume. Wie oft ein Raum gelüftet werden sollte, hängt davon ab, wie stark er genutzt wird. Hält man sich den ganzen Tag in einem Zimmer auf, sollte dieses alle zwei Stunden durchgelüftet werden, um ein gesundes Raumklima zu gewährleisten. Am besten gelingt das, indem Sie querlüften, also einen Durchzug der Luft von einem offenen Fenster zum anderen schaffen.

Richtig lüften - so geht's!

"Wenn man sich über längere Zeit ununterbrochen im Raum befindet, bemerkt man die allmähliche Verschlechterung der Luftqualität oft gar nicht ", so Koos. "Vor allem, wenn mehrere Personen im Raum sind, empfiehlt sich eine regelmäßige Lüftung", rät der Experte. Denn: Je mehr Menschen im Raum, sind desto schneller steigt der CO2-Gehalt an. Und ein erhöhter Wert kann laut Koos zu Konzentrationsmängeln, Müdigkeit und Unwohlsein führen.

"Der Hauptfehler beim Luftaustausch ist das falsche Lüften durch Dauerlüftung, beispielsweise durch Kippstellung der Fenster", sagt Koos "Dies führt zu hohen Wärmeverlusten, verbunden mit hohem Energieverbrauch, und zum Auskühlen der Wände. Effektiv kann man durch Stoßlüften (Fenster weit öffnen) und durch Querlüften (gegenüberliegende Fenster oder Türen weit öffnen) den gewünschten Luftaustausch erreichen."

Zwei offene Doppelfenster, draußen ist Herbstlaub zu sehen

Die wichtigsten Regeln beim Lüften:

  • mindestens drei bis viermal täglich lüften
  • je nach Jahreszeit und Witterung zwischen 5 bis 30 Minuten
  • so viele Fenster wie möglich öffnen, um einen kompletten Luftaustausch zu ermöglichen
  • besonders in Wintermonaten Dauerlüften vermeiden

Richtig lüften im Schlafzimmer

Für einen guten und gesunden Schlaf ist eine Raumtemperatur im Schlafzimmer zwischen 16 und 18 Grad optimal. Ist es im Zimmer wärmer, fängt der Körper nachts an zu schwitzen und unterbricht die erholsamen Schlafphasen. Ist es zu kalt, kann es zu einer permanenten Muskelanspannung kommen, die ebenfalls den Schlaf stört. Wer öfter mit einem trockenen Rachen, einer verstopften Nase, trockener Haut und trockenen Augen aufwacht, sollte kontrollieren, ob die Luftfeuchtigkeit im Zimmer zwischen 30 und 66 Prozent beträgt. Ist die Luftfeuchtigkeit im Raum zu hoch, kann es schnell zu Schimmelbildung kommen, die sich sowohl negativ auf die Bausubstanz als auch auf die Gesundheit auswirkt. Und: Hausstaubmilben fühlen sich ab einer Luftfeuchtigkeit von 60 Prozent am wohlsten und sie können bekanntlich Allergien auslösen. Ist die Luftfeuchtigkeit zu niedrig, kann dies wiederum zu Problemen beim Atmen führen, da der Sauerstoff schlechter in die Blutbahn gelangt. Außerdem werden die Augen und Nasenschleimhäute trocken, die Haut spannt schnell und die Immunabwehr wird geschwächt, es kommt zu Kopfschmerzen und Schlafstörungen.

Aus diesem Grund sehr wichtig: kurz vor dem zu Bett gehen mindestens 10 bis 15 Minuten ausgiebig lüften. So kann nicht nur die abgestandene Luft des Tages ausgetauscht und Staub aus dem Zimmer gepustet werden - frische Luft fördert darüber hinaus ein schnelleres Einschlafen.

Schlafzimmer mit offenem Fenster

Da das Schlafzimmer meist der kälteste Raum der Wohnung ist, kommt es häufig vor, dass die Feuchtigkeit in der Luft, beispielsweise an Fensterscheiben (dem kältesten Ort im Raum) kondensiert. Diese Nässe sollten Sie so schnell und regelmäßig wie möglich entfernen, da es sonst zu einer Schimmelbildung im Fensterrahmen kommen kann. Bildet sich regelmäßig Kondenswasser an den Fenstern, zeigt dies, dass falsch gelüftet und geheizt wird. Grundsätzlich lässt Kondenswasser auf eine zu hohe Luftfeuchtigkeit schließen, die durch zu seltenes Lüften und eine zu kalte Innentemperatur begünstigt werden kann. Denn: Wenn der Raum zu kalt ist, kann die Luft die Feuchtigkeit nicht aufnehmen. In diesem Fall kann ein sogenannter "Hygrometer", ein Luftfeuchtemesser, helfen, ein gesundes Raumklima zu finden.

Ebenfalls wichtig: am Morgen nach dem Aufstehen die Fenster öffnen. Durch das Atmen und natürliche Schwitzen verliert ein Mensch im Durchschnitt bis zu einem Liter Feuchtigkeit jede Nacht. Um diese aus dem Zimmer zu transportieren, ist es gut, am Morgen einmal gründlich durchzulüften.

Hand öffnet gerade eine Fenster, dahinter grüne Landschaft

Richtung lüften in Wohnräumen

Auch in Räumen wie dem Wohnzimmer oder dem Homeoffice ist es wichtig, regelmäßig für frische Luft und neuen Sauerstoff zu sorgen. Da wir uns in unseren Wohnräumen die meiste Zeit des Tages aufhalten, wird die frische Luft hier schnell knapp. Wenn es sich bei dem Raum außerdem um das Arbeitsumfeld handelt, kann diese schlechte Luftqualität zu Konzentrationsschwächen und Müdigkeit führen. Wer regelmäßig lüftet, sorgt folglich nicht nur für ein gesundes Wohnumfeld, sondern auch für mehr Energie und Konzentration.

Eine hohe Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen, die beispielsweise durch das Trocknen von Wäsche erzeugt wurde, muss durch regelmäßiges Lüften bekämpft werden. Grundsätzlich sollten Sie, wenn möglich, darauf verzichten, Wäsche innerhalb der Wohnräume zu trocknen. Ist dies jedoch im Winter nicht zu vermeiden, empfiehlt es sich, die Fenster währenddessen zu kippen, die Türen zu den anderen Räumen zu schließen und für eine Grundwärme im Raum zu sorgen.

Zwei offene Doppelfenster, draußen ist Herbstlaub zu sehen

Als Faustregel gilt:

Spätestens wenn sich an den inneren Fensterscheiben Tröpfchen bilden, sollte dringend gelüftet werden. 60 Prozent Luftfeuchtigkeit gilt in Wohnräumen dabei als Obergrenze.

Richtig lüften in Küche und Badezimmer

Küche und Badezimmer sind dafür prädestiniert, dass sich innerhalb kurzer Zeit viel Feuchtigkeit sammelt, sei es nach dem Duschen oder Kochen. Diese sogenannten "Feuchtespitzen" sollten Sie direkt durch unmittelbares Lüften bekämpfen, da sich das Wasser in der Luft andernfalls an Wänden, Böden und Geräten festsetzt, was zu Schimmelbildung führen kann. Besonders im Badezimmer sollten Sie darauf achten, Wände und Böden stets trocken zu halten.

Während bei allen anderen Räumen die Türen zu den benachbarten Zimmern offen stehen sollten, empfiehlt es sich bei Küche und Bad, die Türen zu schließen. So kann sich die beim Duschen oder Kochen erzeugte Feuchtigkeit nicht in die anderen Zimmer verteilen – und beim Arbeiten in der Küche gilt Dasselbe auch für Gerüche. Wem im Badezimmer kein Fenster oder keine Lüftungsanlage zur Verfügung steht, sollte die Tür zum angrenzenden Raum, meist dem Flur, öffnen und eine sogenannte "Schocklüftung" durchführen, damit kein Feuchtigkeitsstau entsteht.

Halb geöffnetes Fenster mit grün im Hintergrund

Lüften im Winter

Auch im Winter bei laufender Heizung richtig und energieeffizient zu lüften, ist eine Herausforderung. Gerade bei kühlen Außentemperaturen ist es nicht nur wichtig, korrekt zu lüften, sondern auch, richtig zu heizen. Beim Lüften im Winter sollten die Heizkörper für die Dauer des Lüftens heruntergedreht und nach erfolgreichem Luftaustausch wieder hochgedreht werden. Die Zimmertüren sollten bei starker Heizwärme geschlossen bleiben, sodass die warme Wohnungsluft nicht in unbeheizte oder kältere Räume zieht und dort zu Luftfeuchtigkeit und Kondenswasser führt. Grundsätzlich gilt: Auch wenn sich gerade niemand in der Wohnung aufhält, sollte die Grundtemperatur nicht unter 16 Grad Celsius fallen, um ein Auskühlen der Räume zu verhindern.

"Im Winter sollte man ganz besonders darauf achten, Fenster nicht allzu lange offen zu lassen, schon gar nicht in Kipp-Dauerstellung", rät Experte Koos. "Stoß- und Querlüften über 5 bis 15 Minuten sind eine gute Lösung."

Smarte Helfer

Für die ideale Heiz-Lüft-Symbiose gibt es mittlerweile viele Smart-Home-Geräte, die eine ideale Raumtemperatur ermitteln. Smarte Heizkörperthermostate sorgen beispielsweise dafür, dass die Heizkörper automatisch ihre Temperatur senken, sobald sie vom Fenstersensor die Meldung bekommen, dass ein Fenster geöffnet wurde. Abhilfe gegen zu trockene Luft im Winter bieten sogenannte Luftbefeuchter.

Darüber hinaus gibt es einige Geräte von verschiedenen Anbietern, die mit moderner Technik die Raumluft überwachen. Dabei misst ein Sensor die Lösemittel und den Anteil von Kohlendioxid sowie die Feuchtigkeit und Temperatur der Raumluft. Die Details der Analyse können auf dem Smartphone oder Tablet angezeigt und auch rückwirkend analysiert werden. So lassen sich beispielsweise auch Warnwerte einstellen, welche die Nutzer*innen warnen, sollte ein bestimmter Wert der Raumtemperatur aus dem Muster fallen.

"Es können auch fensterintergrierte Lüftungsgeräte mit oder ohne Wärmerückgewinnung oder automatisierte Fenster eingesetzt werden", rät Technikexperte Koos. "Dazu sollte man einen qualifizierten Fensterhersteller befragen."

Fenster im Altbau sanieren
Die richtige Luftfeuchtigkeit in Räumen trägt entscheidend zu unserem Wohlbefinden bei. Welche Werte ideal sind und wie Sie sie beeinflussen können.