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Wohngesunde Wandfarben

Die meiste Zeit unseres Lebens verbringen wir zu Hause – gut, wenn wir dies bedenkenlos tun können. Mineralische Farben schonen Gesundheit und Umwelt und verbessern das Raumklima. Ein Experte verrät, was sie so beliebt macht, für wen sie geeignet sind und was man bei ihrer Verarbeitung bedenken sollte.
SCHÖNER WOHNEN-Farbe Naturell "Muschelgrau"

Wände streichen mit gutem Gewissen: SCHÖNER WOHNEN-Farbe Naturell, hier im Farbton "Muschelgrau".

In diesem Artikel
Was sind wohngesunde Farben?
Für wen eignen sich wohngesunde Wandfarben?
Wo kommen wohngesunde Farben zum Einsatz?
Wohngesunde Farben: auch für draußen geeignet?
Der richtige Untergrund für wohngesunde Farben
Verarbeitung von wohngesunden Farben
Fazit: Wohngesunder Anstrich liegt voll im Trend

Schön, so ein neuer Anstrich – und schnell gemacht. Aber wussten Sie, dass handelsübliche Wandfarbe eine Vielzahl von Schadstoffen wie Konservierungs- und Lösungsmittel enthalten? Diese schädlichen Inhaltsstoffe gehen beim Trocknen der Farbe als flüchtige organische Verbindungen (engl. Volatile Organic Compounds; kurz VOC) in die Atemluft über – den chemischen Geruch von frisch gestrichenen Wänden kennt wohl jeder. Noch Jahre nach dem Anstrich setzt die Farbe Wohngifte frei und belastet damit Gesundheit und Wohlbefinden der Bewohner. 

Wer Lust auf Veränderung in der eigenen Wohnung hat, gleichzeitig aber auf gesundheits- und umweltschädigende Stoffe verzichten möchte, kann zu wohngesunden Wandfarben greifen. Diese natürlichen Farben verzichten auf belastende Schadstoffe und sorgen so für ein optimales Wohnraumklima. Da dürfen nicht nur Allergiker aufatmen!

Was sind wohngesunde Farben?

Wandfarben, die keine Schadstoffe enthalten, also frei von Konservierungsstoffen, Lösemitteln und Weichmachern sind, werden als wohngesund bezeichnet. Im Gegensatz zu handelsüblichen Dispersionsfarben sind sie emissionsarm, feuchtigkeitsregulierend und auch für Allergiker und Menschen mit einer Multiplen Chemikalien-Sensitivität (kurz MCS) geeignet.

Kleines Fachvokabular

DISPERSIONSFARBE (herkömmliche Wandfarbe aus dem Baumarkt) besteht aus Quarzmehl, Kalk oder Silikat. Pig­mente sorgen für Farb­ton und Deckkraft. Lö­semittel ist meist Wasser, Bindemittel sind Kunst­stoffe wie Acryl oder Kunstharz. Darum spricht man auch von Kunststoff­-Dispersions­farbe. Je nach Höhe des Kunststoffanteils dichtet sie die Wand ab. Manch­mal sind noch Konser­vierungsmittel oder an­dere Zusätze enthalten.

Wohngesunde Alternativen:

KREIDEFARBE entspricht der klassi­schen Leimfarbe, die als Bindemittel Zellu­loseleim hat. Dazu kommen Füll­- und Weißstoffe aus Kalk­steinmehl und Kreide, was ihr das typisch matt­pudrige Finish verleiht, außerdem Farbpigmente sowie Wasser als Lösemittel.

SILIKATFARBE wird auf Basis von Was­serglas (Alkalisilikat) hergestellt. Durch ihren natürlichen hohen pH­-Wert ist sie ein schlechter Nährboden für Schim­melpilze und Keime. Sie weist eine gute Was­serdampfdurchlässig­keit auf und ist so auch für feuchte Räume ge­eignet. Bei Dispersions­-Silikatfarben darf der Anteil organischer Bin­demittel fünf Prozent nicht übersteigen.

LEHMFARBE ist ein Gemisch aus farbigen Lehmen und Tonen. Sie machen die samtig­matten, erdi­gen Nuancen aus. Wei­tere Zutaten im niedri­gen einstelligen Bereich sind zum Beispiel Tal­kum, Kreide, Gummi arabicum, Saponin, Zel­lulosefasern und Methyl­zellulose. Lehm nimmt Luftfeuchtigkeit auf und gibt sie nach und nach wieder ab. Außer­dem bindet er Gerüche.

Zu den wohngesunden Farben gehören zum Beispiel die im Infokasten genannten, mineralische Farben wie Lehm-, Kalk- und Kreidefarben. Diese Wandfarben haben viele Vorteile: Sie bestehen aus natürlichen Rohstoffen, werden umweltfreundlich auf Wasserbasis hergestellt, sorgen für ein gesundes Wohnklima und sind antistatisch, was vor allem Allergikern zugute kommt. Allerdings können manche Naturwandfarben nach dem Trocknen kreiden, andere haben eine geringe Deckkraft oder sind nicht abrieb- und wasserfest. 

Deshalb greifen viele gesundheitsbewusste Konsumenten zu einer robusteren Alternative: der sogenannten Silikatfarbe. "Dank ihres hohen pH-Wertes kommen Silikatfarben ohne Konservierungsstoffe aus, sind wasserbasiert und verbinden sich durch so genannte Verkieselung mit ihrem Untergrund, was die Atmungsaktivität fördert und damit das Raumklima aufwertet", sagt Ralph Albersmann, Malermeister und Technischer Berater bei SCHÖNER WOHNEN-Farbe. Der hohe pH-Wert macht die Farbe alkalisch, so ist sie auf natürliche Weise desinfizierend und keimtötend, was auch das Risiko von Schimmelbefall verringert. Außerdem ist Silikatfarbe wasserfest, aber diffusionsoffen – sie lässt die Wände also atmen.

Vorteile von wohngesunden Wandfarben

  • konservierungsmittelfrei
  • ohne Weichmacher und Lösemittel
  • ohne schädliche Emissionen
  • für Allergiker und bei MCS geeignet
  • diffusionsoffen, feuchtigkeitsregulierend
  • verringern das Risiko von Schimmelbefall

Für wen eignen sich wohngesunde Wandfarben?

Kopfschmerzen, Übelkeit, allergische Reaktionen, Schwächung des Immunsystems – die Liste an möglichen Beeinträchtigungen der Gesundheit durch Wohngifte ist lang. Die Krankmacher verstecken sich in Möbeln, Fußböden und nicht zuletzt in den Wänden. "Konservierungsmittel stehen im Verdacht für Hautrötungen bis hin zu Ausschlägen verantwortlich zu sein", so Farb-Experte Albersmann. Gerade für Allergiker, chemikaliensensible Menschen und Kinder ist eine wohngesunde Umgebung deshalb von großer Bedeutung, um die Gesundheit zu stabilisieren. "Das gute Raumklima, für das Silikatfarben sorgen, kommt aber nicht nur Allergikern, sondern wirklich jedem Bewohner zugute. Es gibt einfach einen gesamtgesellschaftlichen Trend zu Produkten 'ohne'.“

SCHÖNER WOHNEN-Farbe Naturell "Quellblau"

Wohngesunde Farben im Kinderzimmer: SCHÖNER WOHNEN-Farbe Naturell, mineralische Innenfarbe auf Silikatbasis, Farbton "Quellblau"
 

Wo kommen wohngesunde Farben zum Einsatz?

Gerade Kinder, besonders Babys und Kleinkinder, reagieren häufig sensibel auf die Ausdünstungen konventioneller Wandfarben und die damit einhergehende Raumluftbelastung. Es empfiehlt sich also vor allem im Kinderzimmer, auf schadstofffreie und natürliche Wandfarben zu setzen. Ebenso in Zimmern, in denen man sich lange aufhält, wie im Schlafzimmer.

Dank der atmungsaktiven, feuchtigkeitsregulierenden Eigenschaften kann sich der Einsatz von Silikatfarbe auch in Feuchträumen wie Badezimmer und Küche auszahlen: Sie kann vorhandene Luftfeuchtigkeit wie Wasserdampf aufnehmen und wieder abgeben – und damit die Bildung von Schimmelpilzen verhindern.

Wohngesunde Farben: auch für draußen geeignet?

Beim Thema Wohngesundheit denkt man zunächst einmal nur an Innenräume: Hier verbringt man die meiste Zeit und ist etwaigen Wohngiften unmittelbar ausgesetzt. Aber auch für den Außenbereich stehen wohngesunde Farben hoch im Kurs. Im Denkmalschutz und bei der Sanierung von Altbauten werden sie schon lange eingesetzt.

Da Fassadenfarben jeglichen Umwelteinflüssen wie Wind und Wetter, saurem Regen, Autoabgasen und Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind und auch nicht alle paar Jahre überstrichen werden, müssen sie allerdings äußerst strapazierfähige Eigenschaften mitbringen. Für den Außen-Anstrich eignen sich deshalb Silikatfarben optimal: Sie sind nicht nur schadstoffarm, sondern auch lichtecht, witterungsbeständig, leicht zu reinigen und sehr langlebig. Der hohe pH-Wert bildet außerdem einen perfekten Schutz vor Schimmelpilzen. Optimal Untergrund beim Streichen der Außenfassade ist übrigens Klinker: Hier bleibt die diffusionsoffene Eigenschaft am besten erhalten.

Der richtige Untergrund für wohngesunde Farben

Anders als herkömmliche Wandfarben, die nach dem Auftragen als Farbschicht auf dem Untergrund haften, ihn sozusagen "verkleben", geht Silikatfarbe eine chemische Verbindung mit dem darunterliegenden Material ein. "Diese Farben eignen sich für mineralische Untergründe, da sie nicht beschichten, sondern verkieseln und dann atmungsaktiv werden“, sagt Ralph Albersmann von SCHÖNER WOHNEN-Farbe. Der wohngesunde Anstrich kann die Wand aber nur "atmen" lassen – und damit ihren positiven Einfluss auf das Wohnraumklima entfalten –, wenn er auf den richtigen Untergrund aufgetragen wird. Für Kalk- und Silikatfarben sind das mineralische Untergründe wie Naturstein, Mineralputz, Beton und Zement. 

Streicht man mineralische Wandfarbe jedoch auf wasserlösliche Untergründe wie zum Beispiel Tapeten oder Raufaser, wird sie nicht auf dem Untergrund haften. Auch das Aufstreichen auf alte Dispersionsfarbe wird zum Abblättern des frischen Anstrichs führen: Dispersionsfarbe besteht vor allem aus Wasser und Kunststoffen, deshalb kann sich die mineralische Wandfarbe nicht mit dem Untergrund verbinden. Alte Anstriche mit Kunststoff- und Ölanteilen müssen deshalb vor dem Streichen entfernt werden.

Mischprodukte wie Silikat-Dispersionsfarbe oder mineralische Wandfarben auf Silikatbasis, die einen geringen Anteil (bis zu fünf Prozent) organische Inhaltsstoffe besitzen und sich als bereits abgetönte Farben im Baumarkt kaufen lassen, können sowohl auf mineralischen Untergründen, als auch auf Raufaser und Tapete aufgetragen werden.

Wohngesunde Lehmfarbe im Homeoffice von Nen-Do

Öko-zertifizierte Lehmfarbe von Nen-Do, in 14 natürlichen Farbnuancen erhältlich.

Verarbeitung von wohngesunden Farben

In der Handhabung mit wohngesunden Farben ist etwas Geduld und gute Organisation gefragt. Manche Naturwandfarben benötigen zuerst eine Grundierung, um kleine Unebenheiten auszugleichen, da sie sehr dünn sind (Lehmfarben). Andere müssen mehrmalig aufgetragen werden und sind eher flüssig in der Konsistenz (Kalkfarben), was das Streichen erschweren kann.

Bei reiner Silikatfarbe sind darüber hinaus vor dem Streichen einige Vorkehrungen nötig: "Man muss ein bisschen sorgfältiger abdecken und sollte vor allem keramische Oberflächen während des Streichens vor Farbspritzern schützen. Durch den hohen ph-Wert von Silikatfarben sind sonst leichte Verätzungen auf Keramik wie Fliesen, aber auch auf Fensterscheiben zu befürchten", warnt Farb-Experte Ralph Albersmann. Außerdem: stets Handschuhen tragen!

Für alle Wandfarben gilt: Während des Streichens sollte auf Heizen, Zugluft oder Gebläse verzichtet werden. Gestrichen wird nass-in-nass, also in die bereits feuchte Farbfläche hinein, um sichtbare Ansätze zu vermeiden. Übrigens: Nahezu alle wohngesunden Wandfarben lassen sich nur für kurze Zeit lagern und sollten innerhalb von ein bis zwei Tagen verbraucht werden.

Hersteller von wohngesunder Wandfarbe

Fazit: Wohngesunder Anstrich liegt voll im Trend

Die vielen positiven Eigenschaften von wohngesunden Farben überzeugen nicht nur Allergiker: Natürliche Wandfarben werden insgesamt beliebter, die Nachfrage ist groß. Das bringt immer mehr Hersteller dazu, emissionsarme Farben ins Sortiment aufzunehmen, die Farbpaletten zu erweitern oder ihre Handhabung zu vereinfachen. Doch bei wachsender Auswahl geht rasch der Überblick verloren. Ein guter Anhaltspunkt bei der Auswahl im Handel ist die Zertifizierung mit dem Siegel "Der Blaue Engel": "Das Gütezeichen wird seit Beginn 2021 nur noch an konservierungsmittelfreie Farben vergeben und hat in Deutschland eine unglaublich hohe Akzeptanz, so dass Hersteller ein großes Interesse daran haben, gesündere Farben anzubieten", so Ralph Albersmann. Und davon profitieren Mensch und Umwelt.