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Wohnexpertin Juliane Zimmer über: das Esszimmer

35 Jahre lang war Juliane Zimmer Mitglied der SCHÖNER WOHNEN-Redaktion, 20 davon als stellvertretende Chefredakteurin. Übers Wohnen weiß sie einfach alles. Deshalb hat sie unsere jetzige stellvertretende Chefredakteurin Anne Zuber zu den wichtigsten Wohnfragen interviewt. Diesmal: der richtige Esstisch und bequeme Stühle.

Hat heute denn überhaupt noch jemand ein Esszimmer?

Wohnexpertin Juliane Zimmer über: das Esszimmer

Die Wandverkleidung wirkt wie Eichenholz und lässt den Essbereich modern und gemütlich aussehen (Wandpaneele "Eiche hell": SCHÖNER WOHNEN-Paneele; Auslegware "Maude": SCHÖNER WOHNEN-Teppiche; Tisch "T.U:": Ligne Roset; Stühle "404": Thonet; Leuchten "Beat Light Tail", "Beat Light Fat", "Beat Light Wide": Tom Dixon).

In Häusern mit einem traditionellen Grundriss ist immer ein Esszimmer vorgesehen. Allerdings haben sich unsere Nutzungsgewohnheiten sehr verändert. Die Zeiten, in denen es dem Sonntagsbraten und Abendeinladungen vorbehalten war, sind definitiv vorbei. Und in den meisten modernen Häusern findet sich, auch weil das platzsparend ist, ein zentraler Raum, in dem sowohl gekocht als auch gegessen wird. Man spricht heute also besser vom "Essbereich".

Welche Vorteile hat der zusammengelegte Wohn-Ess-Bereich?

In jedem Fall ist er kommunikativer. Der große Esstisch ist Schaltzentrale des Familienlebens, Kinder machen dort Hausaufgaben, Nachbarn trinken schnell einen Kaffee, und abends sitzt man dort mit Familie und Freunden, trinkt, plaudert, isst. Trotzdem kann es von Vorteil sein, wenn man mit einem Raumteiler oder einer Schiebetür Kochen und Essen bei Bedarf trennen kann.

Womit fängt man bei der Gestaltung des Essplatzes an?

Am wichtigsten ist der Tisch. Auf jeden Fall sollte er ausziehbar sein, Beinfreiheit an jedem Platz ist ein Muss. Das Format hängt vom Grundriss ab. Ein runder Tisch ist demokratisch und mit Mittelfuß besonders praktisch. Wenn er aber größer ist, sitzt man zu zweit etwas verloren daran. Deshalb ist ein mittleres Format empfehlenswert, das sich bei Bedarf mit Einlegeplatten zum Oval oder mit Segmenten zum großen Rund erweitern lässt. Eine lange rechteckige Tafel sieht immer gut aus, ist allerdings bei größeren Gesellschaften gruppendynamisch nicht sehr förderlich. Für die Kommunikation sind quadratische Tische besser.

Welches Material ist empfehlenswert?

Der Inbegriff der Geselligkeit ist für mich immer noch der alte Bauerntisch aus Holz mit Eckbank. Das ist eine unschlagbare Kombination, die außerdem leicht zu pflegen ist. Ein Tisch mit Glasplatte käme für mich nie infrage. Die Damen müssen ständig an ihrem Rock zupfen, weil man von gegenüber alles sieht, die Oberfläche ist kalt, das Geschirr klappert. Und Sie müssen die Platte ständig putzen und polieren!

Aber die erwähnte Holzbank ist ja nicht gerade der Gipfel des Sitzkomforts.

Eigentlich schon, weil man hin- und herrutschen kann. Außerdem gibt es ja Kissen. Und wer Kinder hat, schätzt die Bank, weil man nirgendwo sonst so viele kleine Esser zusammenquetschen kann. Aber klar, sogenannte Stuhlsessel sind komfortabler. Die vereinen die Bequemlichkeit von Sesseln mit der Sitzhöhe von Stühlen, und manche haben sogar bewegliche Rückenlehnen.

Was gehört außer Tisch und bequemen Sitzgelegenheiten noch zum Essplatz?

Ein Sideboard oder eine Anrichte, auf denen man beim Servieren etwas abstellen kann; außerdem gemütliches Licht und ein Teppich unter dem Tisch. Er definiert den Raum und verbessert die Akustik, weil die Stühle auf ihm geräuschlos gleiten.

Interview: Anne Zuber

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