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Wie viel Dekoration ist erlaubt?

35 Jahre lang war Juliane Zimmer Mitglied der SCHÖNER WOHNEN-Redaktion, 20 davon als stellvertretende Chefredakteurin. Übers Wohnen weiß sie einfach alles. Deshalb hat sie unsere jetzige stellvertretende Chefredakteurin Anne Zuber zu den wichtigsten Wohnfragen interviewt. Was sagt die Wohnexpertin zum Thema Dekoration? Juliane Zimmer verrät die Regeln des Dekorierens.
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Frau Zimmer, brauchen wir Dekoration?

Zunächst einmal sollten wir uns einigen, was überhaupt zur Dekoration zählt. Ich würde sagen: Textilien, Kleinmöbel, Wohnaccessoires, Tischschmuck; alles, was sich ohne großen Aufwand, und damit meine ich auch den finanziellen, verändern lässt. Und dann die Antwort: Ja, wir brauchen das alles für unser gutes Gefühl. Weil wir damit wichtige Signale aussenden.

Welche sind das?

Dekoration ist letztlich das, was unsere Wohnungen individuell macht. Wir können damit zeigen, dass wir kreativ sind, dass wir fantasievolle Ideen haben, dass wir auf der Höhe der Zeit sind (etwas, das man bei größeren Anschaffungen tunlichst vermeiden sollte). Fehlt dieses Element komplett, ist die Wohnung anonym wie ein unbewohntes Hotelzimmer.

Aber zu viel davon ist auch nicht schön...

Der große Architekt Frank Lloyd Wright hat gesagt: "Dekor ist Taktgefühl." Man muss seinen eigenen Takt finden und ein paar Regeln beachten. Immer gilt: Weniger ist mehr. Außerdem hilft es, Inseln zu schaffen. Verteilen Sie Dinge nicht wahllos im Raum. Sortieren Sie nach Themen, Farben oder Materialien. Auch Additionen sind ein Patentrezept.

Was sollte man vermeiden?

Deko um der Deko willen. Im besten Fall erzählen die Gegenstände eine Geschichte: "Weißt Du noch, wie wir in Marokko um diesen Teppich gefeilscht haben..." Handgemachtes hat immer mehr Seele als industriell Hergestelltes. Und: Nehmen Sie sich vor Sammlungen in Acht! Ich kenne jemanden, der leichtsinnigerweise mal geäußert hat, dass er Elefanten mag. Nun stehen bei ihm Heerscharen von Elefanten herum.

Was macht man mit all solchen gut gemeinten Geschenken? Dem niedlichen Glashasen von Tante Gerda?

Den tut man in die Schublade, und zwar ganz nach unten. Und wenn Tante Gerda kommt, holt man ihn hervor. Nicht sagen, er sei kapputtgegangen, sonst bekommt man einen neuen!

Was ist mit jahreszeitlichem Schmuck?

Da kann man sich richtig austoben, und Kinder lieben das. Es ist auch einfach schön, sich die Jahreszeiten ins Haus zu holen: Frühlingsdeko, Herbstdeko, Winterdeko. Besonders toll finde ich, wenn es Dinge gibt, die in jedem Jahr wieder auftauchen. Damit werden sie wichtiger Teil der Familienrituale.

Gab es so etwas in Ihrer Familie?

Als ich klein war, stand bei uns zu Hause in der Weihnachtszeit immer ein großer Engel, der hieß Cylestina und hatte Haare aus Flachs, die sehr intensiv rochen. Mit dem Geruch des Flachses verbinde ich bis heute Weihnachten.

Womit dekorieren Sie Ihr Zuhause in der Adventszeit?

Mit dicken Kerzen und Tannenzapfen. Riesig sind die, wie kleine Kinderköpfe. Als wir mal – im Sommer übrigens – auf Vancouver Island waren, lagen die da herum und sahen so wunderschön aus, dass ich einen ganzen Koffer voll davon mitgenommen habe.

Interview: Anne Zuber

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