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Wohnexpertin Juliane Zimmer über: Wohnen mit Muster

Ein gekonnt inszenierter Mustermix bringt Spannung in die Einrichtung. Unsere Einrichtungsexpertin Juliane Zimmer weiß, wie sich Muster richtig mischen lassen.

Welche Muster gibt es in Ihrer Wohnung?

Wir haben im Badezimmer an einer Wand eine Tapete mit Blockstreifen in Schwarz-Weiß. Die sind jeden Morgen ein Schock und machen mich richtig wach.

Wohnexpertin Juliane Zimmer über: Wohnen mit Muster

Schwarz-Weiß in allen Facetten und als Hingucker ein Sofa in Lila: Muster bringen Schwung in die Wohnung und wirken richtig dosiert besonders stilvoll.

Ist das tatsächlich der Sinn von Mustern? Zu schockieren?

Muster sorgen jedenfalls für Leben und Bewegung. Ein bunter Teppich auf einfarbigen Bodendielen bildet ein Zentrum, eine Insel. Eine Bordüre an der Wand oder am Vorhang bringt Rhythmus rein. Eine Wand mit Blockstreifen ist ein grafischer Blickfang. Muster geben dem Raum Charakter – eher klein kariert oder auch luxuriös, dezent Ton in Ton, schwarz-weiß oder ganz bunt.

Wie setze ich diese Effekte richtig ein?

Am besten: sparsam; weil Muster den Blick auf sich ziehen. Auch dezente Varianten können eine starke Wirkung habe. Außerdem muss man bedenken, dass Muster Botschaften vermitteln. Sie sind tief in kulturellen Traditionen verwurzelt und nie neutral. Sehe ich ein kleines blau-weißes Karo, habe ich sofort einen bayerischen Landgasthof im Sinn, bei einem klassischen Rosenmuster ist es das englische Landhaus.

Klingt nicht, als seien Sie ein Fan von wildem Mustermix?

Er kann sehr charmant und witzig sein, aber nur, wenn er wirklich mit Fingerspitzengefühl durchkomponiert ist.

Mustermix auf Wandfliesen in der Küche

Muster in der Küche auf Zementfliesen.

Das bekommt man wie hin?

Am einfachsten, indem man sich für eine Fix-und-fertig-Kombination entscheidet, viele Hersteller bieten das an. Blumen, Streifen, Karos, malerische Motive, dazu Unis, das Ganze als Vorhang- und Bezugsstoff und manchmal sogar inklusive Tapeten. Alle bewegen sich in einer Farbfamilie und vertragen sich untereinander. Es kann aber auch spannend sein, seine eigenen Lieblinge zusammenzustellen.

Wie geht man dabei vor?

Als Erstes mache ich mir ein Moodboard. Alles ausschneiden und aufkleben, was mir gefällt: Farbproben, Stofffetzen, Tapeten, Ausrisse aus Zeitschriften, Materialien. Über kurz oder lang zeichnet sich eine Richtung ab. Will ich es eher dezent, oder soll es richtig knallen?

Und dann?

Fängt man mit der Wahl des Sofabezugs an – unter Einbeziehung des Fußbodens. Die beiden sind die Hauptdarsteller, alles andere lässt sich nachträglich viel leichter verändern. Wähle ich eine Farbfamilie als Grundlage, stehen die Chancen schon mal gut, dass die Harmonie stimmt.

Vor welcher Musterfalle sollte ich mich in Acht nehmen?

Vor der falschen Portionierung. Eine gute Hilfe ist diese Regel: je kleiner die Fläche, desto krasser darf das Dekor sein. Ein wild geblümter Sessel in einer ansonsten ruhigen Umgebung wird als Solist wahrgenommen und setzt ein Ausrufezeichen. Wenn aber Sofa, Kissen und Teppich auch bunt sind, die Vorhänge vielleicht noch leuchtend kariert, spielen alle zusammen in einem Orchester. Damit das gut "klingt", muss jeder Ton stimmen.

Interview: Anne Zuber

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