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Wohnexpertin Juliane Zimmer über: den Arbeitsplatz

Arbeitszimmer sind unnötig und unzeitgemäß? Lesen Sie, was die Wohnexpertin dazu sagt.

Braucht man zu Hause überhaupt einen festen Arbeitsplatz? Mit Laptop und WLAN kann man sich doch überall hinsetzen?

Wohnexpertin Juliane Zimmer über: den Arbeitsplatz

Stimmt. Aber jeder hat auch einen Drucker, Stifte, eine Versicherung und die dazugehörenden Unterlagen. Für diesen Papierkram braucht man einen Ort. Wer wirklich so flexibel ist, kann all das in einen Rollwagen packen und den dann immer dorthin schieben, wo er gerade arbeiten möchte. Ich könnte das aber nicht; und würde ungern viel Zeit damit verbringen, meine Arbeitsunterlagen zurechtzurücken.

Wie sieht Ihre Lösung aus?

Ich arbeite in meinem Arbeitszimmer, das gleichzeitig Gästezimmer ist. Ich brauche einen festen Ort, sonst kann ich nicht denken. Und einen großen Tisch, auf dem auch mal was liegen bleiben kann.

Nicht alle Menschen haben so ein Zimmer übrig.

Hätte ich das nicht, würde ich meinen Schreibtisch ins Wohnzimmer stellen. Ich wollte mich nicht in eine Ecke unter die Treppe oder im Flur quetschen. In einer schönen Umgebung zu arbeiten ist mir wichtiger als eine repräsentative Wohnung.

Da muss man aber einigermaßen ordentlich sein, wenn man nicht möchte, dass der Besuch beim Aperitif die Rechnung über die letzte Zahnreinigung studieren kann.

Damit das nicht passiert, gibt es schlaue Möbel, die aus der Bredouille helfen, solche, die Stauraum und Schiebetüren bieten. Auch ein Paravent kann eine gute Lösung sein oder der klassische Sekretär. Eine Menge Hersteller bieten multifunktionale Möbel an, die viel wohnlicher sind als die klassische Büroausstattung. Und solche werden wir immer mehr brauchen.

Inwiefern?

In Zukunft wird die Arbeit in den Wohnbereich einziehen. Die modernen Kommunikationsmittel haben unsere Arbeitswelt dramatisch verändert. Früher nahm man vielleicht ein paar Akten mit nach Hause, heute wird erwartet, dass Mitarbeiter ständig erreichbar und verfügbar sind. Das halte ich für viel problematischer, als sich abends noch mal hinzusetzen und in Ruhe zu arbeiten. Es ist dieses ständige Mailbombardement, das nervt. Deswegen ist es so wichtig, sich räumlich abzugrenzen. Auf gar keinen Fall sollte man etwa seinen Schreibtisch ins Schlafzimmer stellen, sonst nimmt man die Arbeit mit ins Bett.

Sind denn diese wohnlicheren Büromöbel auch ergonomisch sinnvoll?

Ein berühmter Ergonom sagte mal: Auf der Bierbank ohne Lehne sitzt man am gesündesten. Wichtig ist vor allem, die Sitzposition oft zu verändern. Außerdem sollte ein Arbeitsstuhl immer höhenverstellbar sein. Und der beliebte Laptop ist zwar stauraumtechnisch ein Gewinn, ergonomisch aber relativ ungünstig, weil Bildschirm und Tastatur so eng beieinanderliegen, dass man notgedrungen krumm sitzt. Wer viel damit arbeitet, sollte sich zusätzlich einen externen Bildschirm und eine externe Tastatur anschaffen.

Noch ein Wort zum Licht?

Wer am Fenster sitzt, braucht eine Jalousie oder ein Rollo, um den Lichteinfall zu regulieren. Der Kontrast zwischen Bildschirm und Hintergrund sollte nicht zu groß sein, Licht im Rücken führt zu Reflexionen.

Interview: Anne Zuber

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