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Ein Zimmer umgestalten: Die besten Tipps

Weißes Wandregal mit Pouf und Fußboden in Schachbrettmuster
Less is more! Wer sich im ersten Schritt von materiellem Ballast befreit, verabschiedet sich auch von emotionalem Gepäck und hat Luft für Neues.
© Nordal
Sie wünschen sich eine Frischekur in Ihrer Wohnung? Wir unterstützen gerne bei der Umgestaltung: Hier finden Sie die besten Einrichtungsideen, die Sie auf Flur, Küche, Bad, Schlaf- oder Wohnzimmer anwenden können.

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Zimmer umgestalten mit oder ohne neue Möbel

Manchmal muss einfach eine Veränderung her. Vielleicht ist die Wandfarbe mittlerweile fleckig oder die Kommode hat ihre besten Jahre schon hinter sich. Oder Sie haben einfach Lust auf Abwechslung in Ihrer Wohnung. Auf geht’s! Wir zeigen Ihnen Step by Step, wie Sie die Umgestaltung angehen und dem Raum mit einfachen Tricks einen ganz neuen Look verleihen.

Armchair "Fiber" von Muuto
© Muuto

Wünsche und Bedürfnisse formulieren

Bevor Sie sich für neue Farben oder Möbelstücke entscheiden, sollten Sie kurz innehalten und überlegen, warum Sie dieses Zimmer umgestalten wollen. So können Sie besser einschätzen, wie viel im Raum geändert werden soll. Fragen Sie sich deshalb:

  • Was stört Sie an der aktuellen Gestaltung des Zimmers?
  • Erfüllt der Raum seinen Zweck oder fehlt etwas, um ihn besser nutzen zu können?
  • Und was möchten Sie durch die Umgestaltung erreichen?

Möbel, Accessoires und Kleinkram aussortieren

Oft ist der Schlüssel zu mehr Zufriedenheit eine Reduktion. Das legt den Fokus wieder auf das Wesentliche. Befreien Sie sich also von unnötigem Kram und misten Sie einmal ordentlich aus. Sie werden merken, wie befreiend es ist, sich von materiellem Ballast zu verabschieden. Alles, was ungenutzt herumsteht und Ihnen jeden Tag ein schlechtes Gewissen macht, raubt Energie, die Sie für schönere Dinge nutzen könnten. Ganz nebenbei schafft das Aussortieren mehr Platz und bietet ganz neue Gestaltungsmöglichkeiten im Raum.

Gehen Sie hierfür das Zimmer gründlich durch: Von der kleinsten Schublade bis hin zu den großen Möbelstücken. Entscheiden Sie bei jedem Gegenstand, was damit passieren soll und fragen Sie sich selbstkritisch, ob Sie den alten Stuhl wirklich jemals neu lackieren, den Krimi wirklich lesen oder den exotischen Früchtetee jemals trinken werden. Ja? Gut – dann fangen Sie doch einfach gleich heute damit an. Nein? Dann verabschieden Sie sich von diesen Dingen, verkaufen oder verschenken Sie sie. Tipp: Behalten Sie nur die Dinge im Zimmer, die Sie auch regelmäßig verwenden. Alles andere sollte entweder aussortiert oder in praktischen Ordnungsboxen verstaut werden.

Damit Sie Platz für Neues haben, müssen die ausgedienten Möbelstücke aus dem Zimmer verschwinden. Auch in Räumen, bei denen die Möbel teilweise erhalten bleiben, lohnt es sich, diese vor der Neugestaltung einmal herauszutragen. So haben Sie die Möglichkeit, das Zimmer ordentlich sauber zu machen und gestalterisch neu zu denken.

Eine Grundreinigung durchführen

Nach dem Ausmisten ist das Zimmer schon deutlich leerer und bereit für einen ordentlichen Frühjahrsputz. Entfernen Sie Teppiche, verrücken Sie Möbel und leeren Sie Schubladen und Schränke. Die goldene Regel beim Putzen ist, immer von oben nach unten arbeiten. Befreien Sie also zuerst Lichtquellen, Fensterbänke, Tische und andere Möbel von Staub und Dreck, am besten mit einem angefeuchteten (Microfaser-)Tuch. Wischen Sie dabei nie hin und her – das verteilt den Dreck nur – sondern immer in eine Richtung. Anschließend können Sie Böden und Polstermöbel absaugen. Nach getaner Arbeit wirkt der Raum schon ganz anders und macht Lust auf den kreativen Part: die Planung und Umgestaltung.

Die Neugestaltung planen

Messen Sie den Raum aus sowie die Möbel, die Sie behalten werden und notieren Sie den Grundriss auf einem Blatt Papier, in einer App oder mithilfe eines Online-Planers. Wie sah die alte Raumaufteilung aus? Macht sie weiterhin Sinn oder darf sie etwas verändert werden?

Samtgrünes Sofa in grau gestrichenem Wohnzimmer mit Schafsfell und Bilderleisten sowie Midcentury-Holztisch
© Little Greene

Kleine Tricks mit großer Wirkung

Ist der Raum groß genug, reicht es manchmal schon, die vorhandenen Möbel etwas umzustellen oder neu anzuordnen, um die ganze Szenerie zu verändern und neue Schwerpunkte zu setzen:

  • Eine einfache Achsendrehung von Möbelstücken um 90 Grad nach links oder rechts verändert sofort die Perspektive und kann den Fokus im Raum verändern. Wählen Sie hierfür eine Kante des Mobiliars, die an derselben Stelle bleiben soll. Nun können Sie all die verschiedenen Ausrichtungen ausprobieren, die mit dieser Konstellation möglich sind. Gefällt Ihnen eine Variante? Dann bleiben Sie dabei.
  • Beachten Sie den Verlauf der Sonne über den Tag und nutzen Sie dieses Wissen, um Ihre Möbel im Zimmer und am Fenster auszurichten: So profitiert etwa ein Schreibtisch von einem hellen Fensterplatz.
  • Teilen Sie große Zimmer, indem Sie ein Möbelstück als Raumteiler nutzen oder um eine Ecke stellen. Auch tiefhängende Blumenampeln oder Vorhänge können den Raum in verschiedene Bereiche aufteilen.

Denken Sie auch an typische "Verkehrsmuster" im Raum: Wie und wo schreiten Sie durch das Zimmer? Welche Ecken müssen frei zugänglich bleiben und wo werden die Gegenstände aufbewahrt, die Sie täglich brauchen? Können Sie Fenster und Türen vollständig öffnen, lassen sich Jalousien und Vorhänge problemlos zuziehen? Achten Sie bei der Neuanordnung von Möbelstücken darauf, dass diese in ihrer Funktion nicht beeinträchtigt oder zugestellt werden.

Ein neues Farbkonzept

Nichts verändert einen Raum so sehr wie neue Farbakzente. Generell gilt: Je kleiner der Raum, desto heller und dezenter sollten die Farben sein. Bodenbelag und Wände sind beim Farbkonzept tonangebend, denn sie sind wichtige Elemente im Raum und prägen die Wahrnehmung in einem entscheidenden Maß. Möbel und Deko werden im späteren Verlauf farblich an diese Elemente angepasst. Stechen also bereits gestrichene Wände oder Fliesenböden farblich heraus, bestimmen diese Töne die weitere Gestaltung.

Wohnzimmer mit fliederfarbener Kassettierung lila Sessel und gelbem Sofa
Das zarte Violett an den Wänden verleiht dem Raum eine heitere Frische. In Kombination mit dem lavendelfarbenen Sessel wirkt die Farbe stimmig und gar nicht übertrieben. Dazu passt das Sofa in pastelligem Zitronengelb und Textilien in kontrastierenden Grüntönen.
© Sofacompany

Beim Streichen der Wände sollten markantere Farbtöne nur eine Wand schmücken. Eine vereinzelte farbige Wand kann dabei einen optischen Schwerpunkt im Raum setzen, den Sie für die Umgestaltung nutzen können. Alternativ ist auch eine Mustertapete denkbar. Bei allen anderen Wandgestaltungen gilt: Helle und dezente Farbtöne legen die Basis für einen harmonischen Gesamteindruck. Ob zartes Pastell, helles Beige oder mildes Lindgrün – sie alle schaffen eine warme, moderne und gemütliche Atmosphäre.

Behalten Sie bestimmte Möbel für den Raum, sollten auch diese mit den gewünschten Wandfarben harmonieren und zum Farbkonzept passen. Was nicht passt, kann neu gestrichen, lackiert oder bezogen werden. Dabei darf es sich übrigens auch um einen kontrastierendenFarbton zur gewählten Grundfarbe handeln, um bestimmte Dekoelemente im Raum zu akzentuieren. Zwei bis drei Farben sind allerdings das Maximum. Diese Farbtöne finden sich dann zum Beispiel in Möbeln, Textilien und Accessoires wieder.

Wohnzimmer mit rosefarbener Wand hellen Möbeln und schwarzen Wohnelementen wie Kamin und Heizung
Um ein Zimmer umzugestalten, müssen Sie nicht gleich grundsanieren oder Böden austauschen. Ein neuer Anstrich wirkt meist schon Wunder.
© Little Greene

Raum einrichten und dekorieren

Stellen Sie nun die Möbel wieder in den Raum und positionieren Sie sie an ihren neuen Plätzen. Bringen Sie nach und nach die restlichen Gegenstände wieder ins Zimmer. Ist das erledigt, geht’s an den Feinschliff: Sie können mit dem Dekorieren beginnen! Erst durch Dekoelemente, Textilien und Accessoires gewinnt Ihr Raum an Tiefe, Charakter und Gemütlichkeit:

  • Textilien schaffen Wohnlichkeit: Mit ein paar neuen Kissen, einem dekorativen Teppich oder einer kuscheligen Decke bringen Sie unterschiedliche Texturen zusammen, die dem Raum mehr Tiefe verleihen.
  • Kleine Lichtquellen an den richtigen Stellen sind eine schöne Ergänzung zum Deckenlicht und sorgen für eine stimmungsvolle, einladende Atmosphäre.
  • Wanddeko in Form von Bildern, Tapeten oder Kunstdrucken wertet jedes Zimmer auf und gibt Einblicke in Ihre Persönlichkeit.
  • Ob extravagant, pflegeleicht oder trendig: Pflanzen setzen lebendige Akzente in der Wohnung und lassen uns tief durchatmen. Besonders toll sind rankende Zimmerpflanzen, die sich variabel in Szene setzen lassen. Als fleißige Kletterer begrünen sie im Handumdrehen kahle, große Wände und können als Raumteiler fungieren.

Damit es beim Dekorieren nicht zu bunt zugeht, sollten Sie sich bei der Wahl auf Elemente beschränken, die Ihrem Farbkonzept in die Hände spielen, denn sie bestimmen das Bild des Raumes maßgeblich mit. Dabei können Sie unterschiedliche Strategien verfolgen:

  • All-over-Look: Setzen Sie auf ein monochromes Styling mit Accessoires und Mobiliar, wirkt alles wie aus einem Guss und das Zimmer macht einen harmonischen Eindruck. Die richtige Balance ist dann gefunden, wenn die Wandfarbe Ton in Ton mit den Möbeln und Accessoires korrespondiert. Tipp: Trauen Sie sich, beim Dekorieren verschiedene Strukturen zu mixen. Grober Strick passt gut zu Leinen, Samt glänzt neben matten Oberflächen besonders schön.
  • Mit Accessoires Farbakzente setzen: Je zurückhaltender und neutraler die Farbe der Wände, desto kräftiger dürfen Sie bei den Dekoelementen werden. So vertragen besonders weiße oder graue Wände bunte Accessoires in intensiven oder kontrastierenden Farben. 
Altbau-Wohnzimmer in Greige mit einem Sofa von Sofacompany
Wohnzimmer in harmonischem All-over-Look. Tipp: Setzen Sie auf unterschiedliche Strukturen, um den Raum spannender zu gestalten.
© Sofacompany

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