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Küche mit Dachschräge – Tipps und Ideen zur Planung

Küche "Cambia" von Schüller in Sandgrau-Satin
Dachschrägen, die erst mit Erreichen der normalen Raumhöhe beginnen und sogar noch Platz für Oberschränke lassen – in der Küche mit Dachschrägen mehr Ausnahme, als Regel. Das freigelegte Gebälk sorgt zusätzlich für Charakter.
© Schüller
Eine Küche unter der Dachschräge ist speziell: Die Einen schätzen sie für ihren Charme, ihre Gemütlichkeit und den herrlichen Ausblick, andere fühlen sich durch Schrägen, Winkel und geringe Deckenhöhe eingeengt und am Einrichten gehindert. Wie man eine Küche unterm Dach optimal gestaltet, welche Vorteile das Dachgeschoss hat und wie man auch aus kleinen und verwinkelten Räumen eine Traumküche zaubert – hier kommen unsere Tipps und Tricks.

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Wer seine Küche unter einer Dachschräge gestaltet, genießt schon während der Planungsphase eine echte Lehrstunde in Sachen Platzoptimierung und sollte besonders in kniffligen Ecken, Nischen und Winkeln auf individuell angepasste Lösungen vom Küchenbauer setzen. Belohnt wird man anschließend mit ausreichend Stauraum, großzügiger Arbeitsfläche, viel Platz auch in kleinen Räumen und einem echten Küchen-Unikat.

Vorteile und Nachteile einer Küche mit Dachschrägen

Einer der größten Vorteile von Küchen im Dachgeschoss: mehr Licht! Dachfenster lassen in aller Regel deutlich mehr Tageslicht in den dahinter liegenden Raum einfallen als senkrecht installierte Fenster. Dadurch und weil keine gegenüberliegenden Gebäude, Bäume oder Sträucher die Küche verschatten, sind die Räume heller und der Blick kann schweifen.

Keine Schritte oder andere störenden Geräusche dringen von oben in die Dachküche. Hinzu kommt, dass die Küche unter dem Dach auch aus architektonischer Sicht ihren besonderen Reiz hat. Schnitt, Aufteilung und Maße sind oft sehr individuell und außergewöhnlich, schräge Wände und Dachflächen in der Küche wirken gemütlich, Konstruktionselemente wie Holzbalken oder Stahlträger sind in sanierten Gebäuden meist sichtbar und sorgen für Wertigkeit und einen besonderen Charakter.

Creme- oder helle Holztöne lassen die Dachküche größer erscheinen. Wenn alle Flächen mit dem gleichen Material und die Rückwand luftig gestaltet sind, unterstreicht das den Effekt und schafft Weite, wo (eigentlich) keine ist.

Bei Umbau: Atelierfenster bringen Licht
Atelierfenster lassen viel Licht in diesen kombinierten Küchen- und Wohraum im Dachgeschoss.
© Dieter Schwer

Das, was Küchen mit Dachschrägen charmant macht, kann – zumindest in ihrer Planungsphase – zugleich ein Nachteil sein: Verwinkelte Räume, unterteilt durch Balken und Träger, mit schrägen Wänden, Kniestockhöhen und Dachneigung sind mehr schlecht als recht mit Küchenmöbeln von der Stange einzurichten. Es braucht kreative Ideen und eine gute Planung, wenn das Ergebnis später stimmen soll. Wer hier eine Einbauküche plant, muss diese meist individuell vom Küchenplaner oder der Schreinerin anfertigen lassen. Das ist zeitaufwendig und kann durchaus ins Geld gehen. Belohnt wird man freilich mit der zuvor erwähnten Traumküche mit Unikatscharakter.

Planungshilfe: Welche Küchenform für Küchen mit Dachschrägen?

Wer ausreichend Platz in seiner Dachwohnung hat, sollte über einen offenen Koch- und Wohnbereich nachdenken. Das ist kommunikativer, spart Raum und ist im Neubau ohnehin mittlerweile Standard. Darf doch etwas (optische) Abgrenzung her, so bietet sich eine Kochinsel, Esstheke oder schlicht eine andere Wandfarbe an, die den Küchenbereich vom Rest des Wohnraums teilt. Wer freiliegende Balken oder freistehendes Trägerwerk hat, kann diese als Raumteiler umfunktionieren oder anderweitig in die Küchengestaltung integrieren.

Wie Sie Ihre Dachküche gestalten, hängt daneben nicht zuletzt von der Dachneigung und beispielsweise der Höhe des Kniestocks ab. Und dass Oberschränke zumeist nicht die Lösung für Küchen im Dachgeschoss sind, muss wohl nicht extra erwähnt werden.

Wenn die Arbeitsfläche nicht direkt an die Wand passt, ist eine Küche in L-Form optimal, bei der die längere Seite in den Raum hineinragt oder in der Mitte des Raums Platz findet. Um bequem hantieren zu können, ist ein ausreichend großer Abstand zur schrägen Wand nötig. Wo die Arbeitsplatte in der Küche unter Dachschrägen zumindest teilweise an der Wand Platz findet, kann eine übertiefe Arbeitsplatte eine Lösung sein, um mehr Raum zwischen Kopf und Schräge zu schaffen. Das Standardmaß für Arbeitsplattentiefen beträgt zumeist 60 cm. Versuchen Sie je nach baulicher Gegebenheit auf 80 bis 90 cm zu kommen, um bequem und ergonomisch in Ihrer Dachgeschossküche werkeln zu können. Praktisch: Dadurch erhalten auch die Unterschränke automatisch mehr Tiefe und damit ein Plus an Stauraum. Ebenfalls nicht zu unterschätzen: Den Platz im Kniestock für großzügige Einbauschränke nutzen, denn Hochschränke werden durch die Schrägen ebenfalls nicht möglich sein.

Küche in Pastellgrün unter der Dachschräge
Beim Anblick der pastellgrünen Küche rückt die Dachschräge automatisch in den Hintergrund – der großzügige Lichteinfall tut das Übrige.
© Schüller

Kochinsel in der Küche mit Dachschrägen

Ist Ihre Küche quadratisch oder zumindest breit genug, können Sie eine Kücheninsel in der Mitte des Raums platzieren, die gleichzeitig Arbeits- und Staufläche bietet. Ein Plattenüberstand oder ein Container mit ausziehbarer Tischplatte können zudem als Sitzplatz fungieren. Wer konsequent vorgeht, integriert nicht nur den Herd, sondern auch Spüle, Kühlschrank (gibt's als Unterbaumodell mit ausziehbaren Schubfächern) und den Geschirrspüler in eine solche Koch- und Arbeitsinsel. Achtung: Unter Umständen ist letzteres nicht ohne größere Umbauten machbar, da auch Strom- und Wasseranschlüsse in der Raummitte vorhanden oder dorthin verlegt werden müssen.

Der Dunstabzug in der Dachküche

Wo die herkömmliche Dunstabzugshaube als Abluft- oder Umluftlösung über dem Kochfeld aufgrund der Dachneigung keinen Platz findet, sind s genannte Mulden- oder Kochfeldlüfter eine gute Alternative, um den Küchenwrasen aus der Luft der Dachküche zu filtern. (Mehr zum Thema Muldenlüfter lesen Sie hier.)

Liegt die Herdplatte direkt unter der Dachschräge, kann es sinnvoll sein, die Wand zusätzlich mit einer Platte aus Glas oder Edelstahl zu schützen. So lässt sich Feuchtigkeit, die sich leichter auf geneigten Wänden niederschlägt als auf senkrechten, blitzschnell wegwischen. Praktisch: Fett- und Soßenspritzer sind so auch gleich Vergangenheit.

Licht und Beleuchtung in der Küche mit Dachschrägen

Natürliches Tageslicht, das idealerweise über Dachfenster in die Küche fällt, beleuchtet die Küche unter der Dachschräge tagsüber und sorgt für eine helle und freundliche Atmosphäre. Die Arbeitsfläche lässt sich über LED-Spots, Einbaustrahler oder – wo möglich – Wandleuchten mit akzentuiertem Arbeitslicht versorgen. LED-Bänder an Möbelkanten und -unterseiten oder hinterleuchtete Regale betonen die Gestaltung der Küche und spenden indirektes Licht.

Mehr optische Tiefe entsteht, wo immer mindestens drei unterschiedliche Lichtquellen kombiniert werden. Wenn Platz vorhanden ist, bringt eine stilvolle Tischleuchte in einer Ecke der Arbeitsplatte hübsche Akzente. Tipp: Setzen Sie auf eine der neuen Akku-LED-Leuchten, die Sie flexibel laden und danach über Stunden überall in der Küche nutzen können, bevor ihre Batterie erneut nach Strom verlangt.


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