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Japanisches Badezimmer

Mit hellem Holz und in Anthrazit gehaltenes japanisches Badezimmer mit Waschtischen und WC in getrennten Räumen
Typisch für japanische Badezimmer: Waschbecken und Toilette befinden sich in zwei getrennten Räumen. Auf dem Foto: Die Badserie "Loop & Friends" im Japandi-Stil von Villeroy & Boch
© Villeroy & Boch
Andere Länder, andere Sitten, so heißt es. Das betrifft nicht nur Themen wie Mode, Kultur oder Ernährung, auch im Bereich des Wohnens gibt es interessante kulturelle Unterschiede. Das japanische Badezimmer ist dafür ein gutes Beispiel. Wir stellen die Besonderheiten vor und erklären die Unterschiede zu seinen westlichen Pendants.

Artikelinhalt

Die Raumaufteilung beim japanischen Bad

Die meisten westlichen Badezimmer vereinen alle Funktionen und Tätigkeiten in einem Raum. Beim japanischen Bad verhält sich das anders. Dort ist das Badezimmer in mehrere Räume aufgeteilt:

  • den Vorraum (Trockenbereich)
  • die Toilette
  • den Nassbereich

Der Vorraum beinhaltet in der Regel ein Waschbecken mit ausfahrbarem Wasserhahn und Badmöbel, etwa für Handtücher. Auch die Waschmaschine steht hier. Daneben ist die Toilette – wahlweise in einem separaten Raum oder durch eine Schiebetür getrennt. Den Abschluss bildet der Nassbereich inklusive Dusche und Badewanne, der sogenannten Ofuro. Die Aufteilung in verschiedene Räume hat den Vorteil, dass mehrere Familienmitglieder das Bad gleichzeitig nutzen können. Darüber hinaus vermittelt es einen deutlich hygienischeren Eindruck, wenn Badewanne und Toilette nicht direkt nebeneinander stehen.

Der Nassbereich – was macht ihn aus?

Betritt man den Nassbereich eines japanischen Badezimmers, fällt eines direkt ins Auge: Der komplette Raum ist die Nasszelle. Auf der einen Seite befindet sich die Dusche, häufig auch mit einer Sitzbank oder einem Hocker ausgestattet, um sich beim Waschen setzen zu können, auf der anderen eine Badewanne. Über den Boden fließt das Wasser direkt ab, sodass sich keine großen Pfützen im Badezimmer bilden können. Der Vorteil dieser Art der Gestaltung: ein großzügigeres Raumgefühl beim Duschen und Waschen. Und noch etwas unterscheidet die japanische Badekultur von der westlichen: Gebadet wird nicht etwa zur Körperpflege, sondern ausschließlich zur Regeneration und Entspannung. Die Reinigung des Körpers erfolgt unter der Dusche – erst, nachdem das erledigt ist, wird in das warme Wasser der Badewanne gestiegen.

Moderne Technik

Moderne Technik ist ein essenzieller Bestandteil im japanischen Badezimmer. Nehmen wir nur mal die Badewanne: Anstatt regelmäßig heißes Wasser nachfüllen zu müssen, wenn die Temperatur des Badewassers sinkt, hält hier eine Art Umlauferhitzer das Wasser konstant auf Temperatur. Bei Badepausen lässt sich eine Matte über der Wanne ausrollen, sodass das Wasser länger warm bleibt. Das spart Energie und Ressourcen. Und das ist noch längst nicht alles in Sachen smartes Badezimmer. Mittels eines kleinen Computers lässt sich die Wassertemperatur auf den Grad genau steuern oder ein Alarm auslösen. Manche Haushalte verfügen sogar über eine Fernbedienung, mit der sich die Badeszenarien auf Knopfdruck auch von der Küche aus steuern lassen.

Die Nasszelle eines echten japanischen Badezimmers, in dem eine Frau gerade die Badewanne putzt
Japanische Badezimmer in westlichen Ländern adaptieren eher kulturelle Merkmale. Dieses Foto zeigt den Blick in ein japanisches Badezimmer – konkret: die Nasszelle –, wie es tatsächlich aussieht.
© Adobe Stock / Kazoka303030

Japanisches WC              

Apropos moderne Technik: Japanische Toiletten suchen wirklich ihresgleichen. Neben sich automatisch öffnenden und auch wieder herunterklappenden Klodeckeln sowie beheizten Klobrillen warten die WCs in aller Regel auch mit einer Duschvorrichtung für den, nun ja, Allerwertesten auf. Die Reinigung ist nicht nur sanft für die Haut, sie ist im Vergleich zu Toilettenpapier auch deutlich hygienischer und zudem auch noch alters- und behindertengerecht. Kein Wunder also, dass auch hierzulande immer mehr Hersteller auf die Vorteile von Dusch-WCs (auch Washlets genannt) setzen und unterschiedlichste Modelle auf den Markt bringen.

Wasser sparen im japanischen Bad

Neben all den Besonderheiten und Vorteilen, die wir bereits aufgezählt haben, gibt es noch etwas, das uns richtig gut in japanischen Badezimmern gefällt. Als da wäre: der Spülkasten mit Waschbecken. Richtig gelesen. Manche Spülkästen sind, um Wasser zu sparen, zusätzlich mit einem Waschbecken ausgestattet. Wäscht man sich die Hände, läuft das verwendete Wasser direkt in den Spülkasten und wird dort für den nächsten Spülgang genutzt. Wie genial ist das bitte? Außerdem lässt sich das Badewasser über einen Schlauch in die Waschmaschine leiten und so die Wäsche mit dem – wohlgemerkt: sauberen – Badewasser waschen. Anschließend kann die Wäsche im Nassbereich schnell über eine wahlweise heizende oder kühlende Klimaanlage getrocknet werden.

Großes, luxuriöses Badezimmer in Anthrazit mit viel Holz im Japandi-Stil
Japandi liebt klare Linien, die den Blick auf das Wesentliche lenken. Damit es nicht zu nüchtern wird, umschmeicheln edle Materialien und natürliche Oberflächen die Sinne.
© Villeroy & Boch

Japanische Badezimmer in westlichen Kreisen

Nachdem wir nun wissen, was japanische Badezimmer ausmacht und wie sie strukturiert sind, fällt auf: Vermeintlich "japanische Badezimmer" in westlichen Ländern haben streng genommen kaum etwas mit den Originalen zu tun. Vielmehr werden hier kulturelle Merkmale genommen und sie im Badezimmer adaptiert: ein Waschbecken in runder Form, schlichte Armaturen, aufs Wesentliche reduzierte Accessoires, Dusch-WCs und vielleicht noch eine Badewanne aus Holz – so kommt auch in westlichen Badezimmern garantiert asiatisches Flair auf. Auch die neue Badserie "Loop & Friends" von Villeroy & Boch (siehe Foto) vereint westliche Behaglichkeit und fernöstlichen Zen-Minimalismus im Japandi-Stil. "Die Zutaten: klare Linien, natürliche Materialien, warme Holztöne – und die Farbe Schwarz", so der Traditionshersteller.

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