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Zimmerfarne: Die schönsten Arten & Tipps zur Pflege

Zimemrfarne in Töpfen und gläsernen Blumenampeln vor einem hellen weiß gestrichenen Fenster
In der Regel bevorzugen Farne einen hellen Standort mit Zimmertemperaturen zwischen 16 und 22°C.
© Pflanzenfreude.de
Von zart kräuselnd bis überhängend zottelig: Durch ihr besonderes Blattwerk verleihen Zimmerfarne Räumen Struktur und Lebendigkeit. Warum die Exoten im Trend liegen und worauf Sie bei der Pflege achten sollten.

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Dank ihrer kunstvoll geformten Blätter, ihres umspielenden Wesens und ihrer luftig-lockeren Struktur sind Zimmerfarne ein echter Blickfang. Die exotischen Zimmerpflanzen schmücken Wohn- und Badezimmer mit Leichtigkeit – doch nicht nur das: Mit ihren dekorativen Wedeln filtern sie Formaldehyd aus der Luft und sorgen für ein besseres Raumklima. Wir verraten Ihnen, wie Sie im Dschungel aus Schwertfarn, Tüpfelfarn & Co. die richtige Art für sich auswählen und geben Tipps zu Pflege und Standort.

Schwertfarn

Ursprünglich aus den tropischen Regionen Afrikas, Amerikas und Asiens stammend zählen die rund 30 Arten der Schwertfarngewächse (Nephrolepidaceae) zu den beliebtesten Vertretern der Zimmerfarne. Besonders der Aufrechte Schwertfarn (Nephrolepis exaltata) ist erwähnenswert, der als imposanter Solist in Hängeampeln oder auf kleinen Tischen gut zur Geltung kommt. Seine gefiederten, hellgrünen Blätter können bis zu 150 Zentimeter lang werden, die Wedel sind – je nach Sorte – entweder aufrecht wachsend oder leicht überhängend, kraus, gewellt oder gedreht. Auch der Schnurblätterige Schwertfarn (bot. Nephrolepis cordifolia) ist mit seinen glatteren Blattfiedern sehr verbreitet und wirkt durch die kleinen, perfekt geformten Blätter besonders elegant.

Schwertfarn auf einem Serviertisch in schwarzen Töpfen mit Garnspulen vor einer Steinwand
Der Schwertfarn zählt zu den pflegeleichten Zimmerfarnen und ist so auch für Anfänger:innen geeignet. Er verträgt mehr direkte Sonne als die meisten anderen Arten.
© Pflanzenfreude.de

Geweihfarn

Der imposante Name passt zum markanten Aussehen des Zweigabeligen Geweihfarnes (Platycerium bifurcatum): Seine enormen, grau-grünen Wedel verzweigen sich an der Spitze zu einer Art Hirschgeweihform und können bis zu einem Meter lang werden. Dank seiner wachsartigen Oberfläche kann dieser Zimmerfarn auch beheizte Räume mit trockener Luft gut aushalten. Durch seinen überhängenden Charakter passt er prima in eine Blumenampel oder dekorativ drapiert auf ein Regal. Stellen Sie ihn einmal die Woche für 10 bis 15 Minuten in etwas lauwarmes Wasser und vermeiden Sie es, seine Wedel mit Wasser zu bestäuben. Als Standort eignet sich ein halbschattiger, heller Platz ohne direkte Sonneneinstrahlung. Eine ganzjährige Raumtemperatur von 20°C ist ideal für den Geweihfarn.

Geweihfarn in einem Topf vor Holzmöbeln und einem hellen Frontfenster
Orchideenerde ist das ideale Substrat für den Geweihfarn.
© Pflanzenfreude.de

Frauenhaarfarn

Klein, zierlich, dekorativ: Der Frauenhaarfarn (Adiantum raddianum) ist ein äußerst charmanter Zimmergenosse, dessen unzählige, haarfeine Fiederblättchen Luftigkeit und gute Laune versprühen. Die zunächst aufrecht, später überhängend wachsenden Wedel werden bis zu 50 Zentimeter lang. Wie viele andere Farne auch, fühlt sich der Frauenhaarfarn in Badezimmern mit hoher Luftfeuchtigkeit am wohlsten. An diesem Standort können Sie auch eine besondere Eigenschaft dieser Art beobachten: Trotz zarter Blattfiedern perlt das Wasser einfach an ihnen ab. Tipp: Diese Gattung hält viele verschiedene Arten und Sorten bereit, die sich als Zimmerpflanzen eignen, z.B. den Adiantum reniforme mit seinen aufrechten, lockeren Wedeln und kantigen Stielen. Oder den dicht wachsenden Adiantum raddianum.

Frauenhaarfarn - Pflanzenlexikon
In einem Topf mit saurer Erde am besten aufgehoben: der Frauenhaarfarn.
© AdobeStock / wnarong

Goldtüpfelfarn

Der Goldtüpfelfarn (Phlebodium aureum) stammt aus den tropischen und subtropischen Regionen Amerikas. Seinen Namen verdankt er den goldfarbenen Sporenlagern, die sich auf der Unterseite seiner Blätter befinden. Im Gegensatz zu vielen anderen Farnarten ist der Goldtüpfelfarn relativ lichthungrig und freut sich über einen hellen Standort bei normalen Zimmertemperaturen. Auch dieser Farn liebt aufgrund seiner Herkunft eine hohe Luftfeuchtigkeit. Ein Mix aus Blumen- und Orchideenerde ist für ihn das geeignete Substrat.

Goldtüpfelfarn (Phlebodium aureum) in einem Terrakotta-Topf auf einem Bastmöbelstück vor einer weißen Wand
Goldtüpfelfarn (Phlebodium aureum) im Topf.
© Adobe Stock / 1L26

 

Sichelfarn

Die großen, glänzenden Blätter, die an Stechplamen erinnern, sind ein typisches Erkennungsmerkmal für den Sichelfarn (Cyrtomium falcatum), weshalb er auch Stechpalmenfarn oder Ilexfarn genannt wird. Mit einer Wuchshöhe von 30 Zentimetern bleibt diese Art verhältnismäßig klein. Kühle Temperaturen um 18°C und ein halbschattiger Standort sind ihm am liebsten. Auf zu viele Nährstoffe reagiert dieser Farn empfindlich, ebenso wie auf Staunässe. Tipp: Verwenden Sie für den Sichelfarn ein saures Substrat mit einem pH-Wert zwischen 4 und 6.

Eng beieinander wachsende Sichelfarne in frischem Hellgrün in der Topshot-Perspektive
Durch Teilung der älteren Rhizome können Sie Ihren Sichelfarn leicht vermehren.
© Adobe Stock / Gert-Jan van Vliet

Nestfarn

Der tropische Nestfarn (Asplenium nidus) hat einen eigenwilligen Blattschopf und wächst in seiner Heimat epiphytisch, also aufsitzend auf Bäumen, ohne dabei direkten Kontakt zur Erde zu haben. Durch die trichterförmig angeordneten Wedel kann die Pflanze in den Wipfeln der Bäume einfach Nährstoffe und Wasser aufnehmen, weshalb Sie ihm auch zur Bewässerung – anders als bei anderen Farnen – direkt in seinen Blatttrichter gießen. Obwohl diese Farnart nicht ganz einfach in der Pflege ist, kommt der Nestfarn auch sehr gut mit wenig Licht zurecht. Dunkle Standorte mit Mindesttemperaturen von 18°C sowie einer hohen Luftfeuchtigkeit sind ideal. Die Erde (50% Blumenerde, 50% Sand) sollte stets feucht gehalten werden, am besten mit kalkarmem Wasser.

Nestfarn (Asplenium nidus) in Nahaufnahme
Der Nestfarn (Asplenium nidus) eignet sich auch für dunkle Räume.
© Adobe Stock / Sheila Shu Cheung

Saumfarn

Der Saumfarn (Pteris cretica), auch Flügelfarn genannt, ist in den warmen, luftfeuchten Regionen aller Kontinente vertreten. In Europa findet man ihn vorwiegend in Spanien und Griechenland als wild wachsende Pflanze. Wer sich für einen Saumfarn entscheidet, hat unter Umständen einen langen Begleiter an seiner Seite: Diese Pflanze wächst zwar nicht allzu schnell, kann sich aber bei guter Pflege rasch buschig entwickeln und sehr alt werden. Bieten Sie diesem Farn einen hellen Standort ohne direkte Sonne, gerne mit hoher Luftfeuchtigkeit und Temperaturen um die 20°C.

Saumfarn (Pteris cretica) in Nahaufnahme
Der Name "Flügelfarn" bezieht sich, ebenso wie der botanische Name, auf seine Blattform – "pteron" ist das griechische Wort für "Flügel".
© Adobe Stock / Sirin

Standort: Hier fühlen sich Zimmerfarne besonders wohl

In ihrer natürlichen Umgebung wachsen Farne oft an Flussufern, auf Baumstämmen, bemoosten Steinen oder in Regenwäldern. Als Zimmerfarne sind sie am besten an einem hellen bis halbschattigen Standort ohne direkte Sonne aufgehoben, der keine Zugluft, dafür aber eine hohe Luftfeuchtigkeit bietet. Temperaturschwankungen sind nicht wünschenswert, auch auf trockene Heizungsluft reagieren die meisten Farne sehr empfindlich. Achten Sie deshalb auf eine kontinuierliche Raumtemperatur zwischen 16 und 22°C.

Verschiedene Wedel von Zimmerfarnen auf einer grauen Steinplatte
Die kunstvoll gekräuselten Wedel der Zimmerfarne verleihen dem Raum mehr Textur und Lebendigkeit.
© Blumenbüro Holland

Wer seinen Farn nicht ins Badezimmer stellen möchte, sollte seine Blätter regelmäßig mit feinem Wassernebel einsprühen. Verwenden Sie am besten kalkfreies Wasser. So vermeiden Sie unschöne Flecken auf den Wedeln. Aber Achtung:Nicht jede Art mag mit Wasser besprüht werden, so etwa der Geweihfarn. Diese Sorten können Sie in der Nähe von kleinen Brunnen oder Wasserschalen aufstellen.

Zimmerfarn-Pflege: Farne richtig gießen und düngen

Eine hochwertige, nährstoffarme Blumenerde reicht für viele Farne völlig aus. Bei empfindlicheren Arten sollten Sie zu Anzuchterde mit Sandanteilen oder Orchideenerde greifen. Achten Sie darauf, dass die Erde locker und feucht gehalten wird. Staunässe ist jedoch dringend zu vermeiden – vorbeugend hilft das Beimischen von Blähton ins Substrat. Gießen Sie Ihre Farne regelmäßig mit lauwarmem, kalkarmem Wasser. Auch Regenwasser ist geeignet – über Tauchgänge ab und an freut sich Ihre Zimmerpflanze. Stellen Sie hierfür die Wurzelballen für ein paar Minuten in einen Eimer.

Eine Zugabe von Nährstoffen ist in der Regel selten nötig. Eine Versorgung mit Flüssigdünger alle zwei Wochen reicht völlig aus. Im Winter brauchen die Pflanzen nicht gedüngt werden. Braune und trockene Blätter sollten Sie regelmäßig entfernen. Ein Rückschnitt der Triebe hin und wieder fördert den Wuchs und hält den Zimmerfarn in Form.

Giftigkeit von Zimmerfarnen

Die meisten Zimmerfarne sind für Mensch und Hund ausnahmslos giftig und sollten deshalb unbedingt an einem erhöhten Standort aufgestellt werden. Die bloße Berührung der Blätter führt nicht zu Vergiftungssymptomen, aber der Verzehr der Wedel kann schon bei geringen Mengen Erbrechen, Durchfall und Übelkeit hervorrufen.


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