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Unkraut entfernen – Tipps und Tricks

Unkraut entfernen mit der Handhacke
Mit einer herkömmlichen Handhacke lässt sich Unkraut meist unkompliziert entfernen.
© Adobe Stock
Unkraut wächst meist genau dort, wo eigentlich Zier- und Nutzpflanzen im Garten gedeihen sollten – nur schneller, höher, weiter. Wie Sie das Unkraut entfernen, ob durch Jäten, mit Salz, Essig oder Herbizide: Wir sagen, wie Sie Giersch und Löwenzahn doch loswerden.

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Unkraut entfernen - warum eigentlich?

Unkräut wächst normalerweise deutlich schneller als Zierpflanzen, Gemüse oder Obst wie beispielsweise Erdbeeren und raubt dem erwünschten Grün im Garten Licht, Närstoffe und Platz. Daher zählt hacken und jäten gerade im Frühjahr, aber auch während der Saison immer wieder zu den wichtigsten Aufgaben. Und: Wenn sich Unkraut aussamt, können die Samen teilweise über Jahrzehnte im Boden überdauern - und gleich im nächsten Frühjahr sprießen, so dass sich der Unkrautdruck im Garten stetig erhöht.

Mädchen mit Wildblumen-Strauss
Viele Un- oder Beikräuter, wie sie auch genannt werden, sind Bienenweiden mit ökologisch hohem Wert.
© Adobe Stock / Eleonore H

Aber: Das so genannte Unkraut ist nicht immer nur unschön, kraft- und zeitraubend. Weißklee und Gänseblümchen blühen beispielsweise herrlich und sind wichtige Bienenweiden, Brennnesseln bieten Raupen beinahe aller Schmetterlingsarten eine Kinderstube. Also: Unkraut entfernen, ja bitte. Aber mit Augenmaß.

Unkraut entfernen mit Unkrautvernichter - darf man das?

Die Giftspritze, um Unkraut zu entfernen? Unkrautvernichter, beispielsweise glyphosathaltige Mittel, sind keine umweltverträgliche Lösung. Zum einen: Die Anwendung des ebenso bekannten wie verpönten Mittels ist in Deutschland im Garten und auf versiegelten Flächen verboten und wird mit empfindlichen Geldbußen bestraft. Außerdem hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Glyphosat als wahrscheinlich krebserregend eingestuft. Also im Interesse der Umwelt, des Geldbeutels und nicht zuletzt der Gesundheit - Finger weg!

Gut zu wissen: Unkraut oder Beikraut?

Manchmal schummelt sich ein ungeladener Gast ins Beet – und fällt erstmal gar nicht auf, weil er so schön blüht. Unkräuter mischen sich halt gerne zwischen Blumen und Gemüse.

Das Problem: Sie machen den eigentlichen Beet-Bewohnern das Leben schon mal schwer, denn um Nährstoffe, Wasser und Platz wird unter- und überirdisch mit harten Bandagen gekämpft.

Trotzdem erweisen sich die hübschen Unbekannten manchmal als ganz nützlich und haben durchaus viele Vorteile: Durch ihre Durchwurzelung lockern die Pflanzen die Erde auf, sorgen für ein chemisches und biologisches Gleichgewicht und verhindern Erosion. Die Bodenfeuchte wird gehalten, und auch für die biologische Schädlingsbekämpfung sind sie ungemein wichtig.

Den Namen Unkraut haben sie also gar nicht verdient. Viele verwenden daher lieber den Begriff Beikraut.

Als umweltfreundlicher gilt Pelargonsäure. Sie wird immer wieder als Alternative zu Glyphosat genannt. Das Mittel kommt - in niedrigen Dosen - natürlicherweise in den Blättern von Pelargonien vor (daher der Name) und gilt gemeinhin als bienenfreundlich. Hoch dosiert greift Pelargonsäure die Zellen von unerwünschten Pflanzen an und lässt sie innerhalb weniger Stunden absterben. Allerdings: Großflächig aufgebracht unterscheidet Pelargonsäure nicht zwischen Unkraut und Zier- oder Nutzpflanze. Es vernichtet einfach alle Pflanzen, Unkraut oder nicht. Außerdem bleiben die Wurzeln des Unkrauts im Boden intakt. Ums Unkraut stechen oder jäten kommt man nicht herum.

Mensch mit nackten Beinen und Gummistiefeln lockert Erde mit Gabel auf
Soll Unkraut nachhaltig entfernt werden, führt kein Weg am Jäten vorbei.
© Compo

Unkraut entfernen durch Jäten – zeitraubend, aber unumgänglich

Es hilft nichts: Wer seine Beete nicht abdecken (mehr im nächsten Absatz), aber Unkraut lowerden möchte, muss regelmäßig jäten. Die wichtigsten Werkzeuge dabei sind ein simpler Grubber oder eine handliche Hacke oder Harke. Achtung bei so genanntem Wurzelunkraut. Achten Sie möglichst darauf, alle Wurzelteile zu erwischen, da die Pflanzen auch aus kleinen Wurzelresten neu austreiben. Als Schreck jedes Hobbygärtners kommt sein an dieser Stelle der allzu widerstandfähige, beinahe nicht totzukriegende Giersch ins Spiel. Wie sie ihn entfernen - oder auch nicht – erklären wir in der Folge.

Unkraut entfernen – Tipps und Tricks
SCHÖNER WOHNEN

Wer ungern jätet, lockert zuerst die Erde mit einer Grabegabel auf und entfernt mit Hilfe eines Unkrautstechers nur die Teile, die durch die Zinken des Werkzeugs an die Oberfläche transportiert wurden. Den Rest kann man mit einem Kultivator oder einer sehr schmalen Harke unterheben.

Unkraut beämpfen mit Rindenmulch
Rindenmulch verringert nicht nur die Verdunstung von Gießwasser im Sommer, sondern hindert auch Unkraut am Wachsen.
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Unkraut ersticken durch Mulch

Rindenmulch, Pinienrinde, Stroh oder Rasenschnitt - Mulchen schützen das Beet nicht nur vor Austrocknung (und spart dadurch im Sommer Zeit und Geld, da weniger gegossen werden muss) sondern reduziert den Unkrautwuchs, denn unerwünschten Pflanzen fehlt unter der mindestens fünf Zentimeter dicken Mulchschicht Luft und Sonne. Achtung: Vor dem Mulchen unbedingt einen Langzeitdünger, etwa in Form von Hornspänen, auf die Beete ausbringen.

Zeitsparend gärtnern mit Unkrautvlies oder Unkrautfolie

Wenn Unkraut wie Quecke, Schachtelhalm und der bereits erwähnte Giersch Ihnen den Spaß am Gärtnern verleiden oder Sie sich einfach nach aufgeräumten Beeten sehnen, ist eventuell eine Unkrautbekämpfung per Unkrautvlies oder Unkrautfolie das Mittel Ihrer Wahl. Ebenso wie beim Mulchen wird das Substrat im Beet hier abgedeckt und unerwünschten Pflanzen damit die Lebensgrundlage - Sonne - entzogen.

Unkrautfolie oder - vlies ist im Gegensatz zur herkömmlicher Folie aus dem Baumarkt luft- und wasserdurchlässig. Das ist unerlässlich, damit Regen- und Gießwasser versickern kann und der lebensnotwendige Gasaustausch im Boden stattfinden kann.

Gemacht sind Unkrautvliese und Folien dieser Art aus Kunststofffasern, die eine filzartige Webstruktur bilden. Zu haben sind Unkrautfolien und -vliese in unterschiedlichen Stärken - je nach Beanspruchung und Bodenbeschaffenheit. Und so geht's: Betreten Sie die abgedeckte Flächen im Beet - befinden sich dort Splitt oder spitze Steine in der Erde oder in direkter Nachbarschaft des Beets, lieber stärkere Vliese wählen (ca. 150 Gramm pro Quadratmeter). Wird die Folie wenig bis gar nicht beansprucht, sind geringere Materialqualitäten (ab ca. 50 Gramm) ausreichend.

Taglilien-Feld
Mehr Platz und Nährstoffe für Stauden und Gemüse: Unkrautfolien und -vliese halten Beikräuter in Schach.
© Mascha Lohe

Wichtig: Unkrautvlies muss fachmännisch verlegt werden. Lassen Sie sich am besten im Gartenfachhandel, beim Kauf von Unkrautfolie oder - vlies beraten. Möchten Sie beispielsweise größere Bereiche im Garten abdecken, so wird man Ihnen wahrscheinlich Rollvliese empfehlen. Für kleine Beete sind bereits zugeschnittene Vliese erhältlich. So oder so, stets muss die abzudeckende Erde im Beet gründlich vorbereitet werden. Wurzelunkraut möglichst gänzlich entfernen, mit Langzeitdünger versorgen und bei Bedarf mit Sand oder Humus verbessern. Unkrautfolie faltenfrei aufbringen und an den Ecken fixieren. Ist das Beet abgedeckt, werden die neuen Pflanzen mit ausreichend Abstand auf dem Vlies verteilt. Schneiden Sie an jeder Stelle, wo eine Pflanze ihren neuen Standort finden soll, einen Schlitz ins Unkautvlies und pflanzen Sie diese nach deren individuellen Vorgaben ein.

Achtung: Um nun nicht täglich aufs Unkrautvlies zu schauen empfiehlt es sich, auch die Spezialfolie mit einer Mulchschicht zu bedecken. Einige wenige Zentimter Rindenmulch ist hier zumeist das Mittel der Wahl gegen den Blick auf eher unansehnliche Vlies - und ein weiterer Schutz gegen unerwünschtes Unkraut. Dazu schützt die Mulchschicht das Unkrautvlies vor UV-Strahlung. Denn ein Unkrautvlies, das der Sonnen schutzlos ausgeliefert ist wird porös und damit nach kurzer Zeit undicht, so dass Unkraut wieder unaufhaltsam ans Licht streben kann.

Unkraut aus Pflasterfugen entfernen
Wirksam aber CO2-intensiv: Unkraut entfernen mit dem Fugenbrenner.
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Unkraut aus Pflasterfugen entfernen - Fugenbrenner, Drahtbürste und Hochdruckreiniger

Es gehört zu den Frühsommer-Ritualen: Sobald die ersten Sonnenstrahlen die Pflastersteine im Hof, auf dem Gehweg und auf der Terrasse wärmen, sprießen Löwenzahn und seine Freunde aus den Fugen ans Licht. Interessanterweise auch dann, wenn man sich eigentlich durch unkrautvernichtendes Fugenmaterial auf der sicheren Seite wähnte.

Dass chemische Unkrautvernichtungsmittel weder fürs Gewissen noch für die Gesundheit oder den Geldbeutel das Mittel der Wahl sein sollte, haben wir weiter oben bereits behandelt. Auch eine Unkrautvernichtung per Salz oder Essig ist ebenso schädlich wie per Pflanzenschutzgesetz verboten. Eine bessere und vor allem gesetzlich unbedenkliche Lösung ist das Abbrennen unerwünschter Halme per Gasbrenner. Praktisch: Die Methode ist sehr wirksam, da beim Ausbrennen nicht nur das Unkraut selbst, sondern auch dessen Samen vernichtet werden. Allerdings stinkt der Brenner, seine Anwendung ist nicht ganz ungefährlich und dazu sehr CO2-intensiv.

Umweltgerecht und von der Wurzel an entfernt man Unkraut bestensfalls mit einem Fugenkratzer, einer Drahtbürste – oder einem einfachen Küchenmesser.
Umweltgerecht und von der Wurzel an entfernt man Unkraut bestensfalls mit einem Fugenkratzer, einer Drahtbürste – oder einem einfachen Küchenmesser.
© Fiskars

Die umweltgerechteste Methode, Moos oder Gras aus Fugen zu entfernen ist schlicht und einfach reine Handarbeit. Hilfreich dabei: Ein altes Küchenmesser und eine Drahtbürste. Unterschiedliche Gartenequipmenthersteller haben sich allerlei verschiedene Gerätschaften ausgedacht, die mal mehr, mal weniger Wurzelwerk entfernen. Doch auch unter Einbeziehung all dieser Helferlein ist klar - manuelle Unkrautentfernung aus Pflasterfugen ist eine anstrengende und mühsame Arbeit, die hockend ausgeführt wird und regelmäßig wiederholt werden muss.

Eine weitere Möglichkeit, Unkraut aus Pflasterfugen zu entfernen verspricht der Hochdruckreiniger. Wer möchte, besorgt sich eine spezielle Bürste für Pflasterflächen. Doch auch der herkömmliche Reinigeraufsatz sollte den Unkrautentferner-Job zuverlässig erledigen. Tipp: Wer den teueren Anschaffungspreis des Hochdruckreinigers scheut, kann sich stundenweise ein Leihgerät für kleines Geld im örtlichen im Baumarkt besorgen.

Unkraut entfernen per Hochdruckreiniger ist Ihnen zu spritzintensiv und schlammig? Greifen Sie trotzdem zu Wasser - allerdings zu kochendem. Einzelne Unkrautherde im Pflaster lassen sich schnell und sauber mit kochendem Wasser vernichten. Einfach über alle Teile der unerwünschten Pflanze gießen und Stunden bis Tage später tote Halme und Blätter aus den Fugen zupfen. Fertig!

Unkraut im Rasen entfernen

Wie sieht der perfekte Rasen aus? Eine samtiger, grüner Teppich, regelmäßig kurzgeschoren auf wenige Zentimeter? Die nur leicht gebändigte, aber stets stadtkompatible Wildblumenwiese? Oder ganz egal - hauptsache irgendwie grün? Zu welchem "Rasen-Club" zählen Sie sich? Ihre Antwort wird garantiert entscheiden, wie Sie es mit dem Unkraut im Rasen halten. Denn wer weniger Weißklee und Ehrenpreis auf der Rasenfläche sehen möchte, muss früher oder später aktiv werden.

Rasenpflege: rasenmähen mit einem Rasenmäher
Wer Unkraut im Rasen in Schach halten möchte, komt nicht um regelmäßiges Vertikutieren, Mähen und Düngen herum.
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Hauptgrund für Rasenunkraut ist eine Mangel an Nährstoffen. Rasengrün hat einen verhältnismäßig hohen Nährstoffhunger. Wird nicht regelmäßig standortgerecht gedüngt, entstehen Lücken im Rasen, die alsbald von weit weniger anspruchsvollen Unkräutern besetzt werden. Durch regelmäßiges Vertikutieren (bei stark verkrautetem Rasen anfangs im Frühjahr und im Spätsommer mit anschließender Nachsaat) machen Sie Rasenunkräutern wie Klee, Ehrenpreis und Gundermann langfristig den Garaus. Für Rasenunkräuter mit Pfahlwurzeln (Löwenzahn) gibt es Unkrautstecher im Fachhandel. Tipp zum Schluss: Wer langfristig einen möglichst unkrautfreien Rasen genießen möchte, sollte nicht nur regelmäßig düngen, in Trockenperioden wässern und vertikutieren, sondern auch nicht zu kurz mähen. Bleiben nach dem Mähen stets vier bis fünf Zentimeter Gras stehen, so ist der Rasenuntergrund in der Regel ausreichend beschattet, so dass Unkraut gar nicht erst keimt.

Unkraut im Rasen entfernen
Weg mit dem Löwenzahn: Ihn entfernt man am besten mit einem Unkrautstecher.
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Dagegenhalten - Stauden und gezieltes Säen statt Unkraut vernichten

Mulchen und ständiges Jäten oder Fugenkratzen geht Ihnen gegen den Gärtner-Strich? Einen ähnlichen Effekt wie Rindenmulch oder Pinienrinde hat eine dichte Bepflanzung mit möglichst dicht und schnell wuchernden Bodendeckern. Je nach Standort bieten sich Funkien, Bergenien oder Frauenmantel an. Die Staudengewächse füllen große Flächen im Beet verhältnismäßig schnell, so dass Unkraut nicht ausreichend Licht bleibt, um zu wachsen.

Weicher Frauenmantel als Bodendecker
Stauden mit dichtem Wuchs, hier Frauenmantel, hält Unkraut fast so gut zurück wie Mulchen oder regelmäßiges Jäten.
© Dagmar Morath

Die Alternative: Unkraut einfach aufessen

Sie sind nicht besonders zahlreich, doch es gibt sie: Unkräuter, die tatsächlich nicht vergehen. Gewöhnlicher Giersch zählt hierzu. Hobby-Gärtner verzweifeln an der Widerstandkraft des Doldenblütlers, der Ausreißen, Abbrennen und Ausgraben mühelos zu überstehen scheint. Warum also nicht nutzen, was man ohnehin nicht los wird? Ein kurzer Blick ins Internet beispielsweise, ergibt zahlreiche kreative Ideen, was dem unvermeidlichen Giersch zu tun ist. Unter anderem: aufessen!

Gierscheintopf mit Curry

  • 2 Esslöffel Rapsöl
  • 1 Zwiebel, gewürfelt
  • 8 Hände voll Girschblätter
  • 4 festkochende Kartoffeln, in dünne Scheiben geschnitten
  • 1/2 Liter Wasser
  • 4 Teelöffel
  • Curry
  • 1 Knoblauchzehe, zerdrückt
  • Salz, Pfeffer
  • 1 Esslöffel Petersilie, feingehackt

Die Zwiebel im Öl glasig dünsten, die Girschblätter waschen, grobe Stengel entfernen und grob gehackt mitdünsten, nach ca. 5 Minuten Kartoffeln zugeben und mit Wasser auffüllen. Eintopf mit Curry, Salz, Pfeffer und Knoblauch würzen und weitere 30 Minuten garen. Petersilie kurz vor dem Anrichten zugeben. Guten Appetit!

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