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Eine schnellwachsende Hecke für den Garten

Buchsbaumhecke vor blauem Himmel mit leichten Wolken
Bei guter Pflege und dem richtigen Standort klappt's mit der schnellwachsenden Wunderhecke.
© AdobeStock / by-studio
Gibt es sie wirklich, die schnellwachsende und schnittverträgliche Wunderhecke, die gleichzeitig optimalen Sichtschutz bietet? Oh ja! Diese Heckenarten sind erste Wahl.

Artikelinhalt

Vorteile einer schnellwachsenden Hecke

  • preiswerte Alternative zu Sichtschutzwänden aus Holz oder anderen Baustoffen
  • langlebig und leicht anzulegen
  • attraktiver, natürlicher Sichtschutz
  • nachhaltiger als Sichtschutzwände, da sie Nistmöglichkeiten und Lebensraum für Vögel und Kleintiere bieten
  • bis auf regelmäßige Formschnitte recht pflegeleicht

Schnellwachsende Hecken: Das ist bei der Auswahl zu beachten

Wie schnell und hoch eine Hecke wächst, ist stark von der jeweiligen Art abhängig. Während zum Beispiel die Eibe (Taxus) pro Jahr maximal 15 Zentimeter zulegt, ist der jährliche Zuwachs von sommergrünen Laubgehölzen wie der Hainbuche (Carpinus betulus) deutlich höher. So können auch Rotbuchen (Fagus sylvatica) und Feldahorn (Acer campestre) unter den richtigen Bedingungen zwischen 40 und 50 Zentimeter pro Jahr wachsen.

Soll die Wahl auf eine halbimmergrüne oder immergrüne Hecke fallen, ist der heimische Liguster (Ligustrum) eine gute Entscheidung. Auch der Lebensbaum (Thuja) und bestimmte Kirschlorbeer-Sorten (Prunus laurocerasus) wie „Herbergii“ gehören zu den schnell wachsenden Hecken – dabei zeigen die Wildarten dieser Pflanzen das imposanteste Wachstum. Jedoch sind sie aus ökologischer Sicht wenig sinnvoll, da sie heimischen Insekten und Vögeln keine Nahrung bieten.

Hecke schneiden: zum Vogelschutz auf Nester achten
Sichtschutzhecken bieten Vögeln wichtigen Lebensraum und Nistmöglichkeiten.
© Adobe Stock: fuxart

Besonders blickdicht wird Ihre Hecke mit der Leyland-Zypresse (x Cupressocyparis leylandii), die jährlich bis zu einem Meter an Wuchshöhe zulegen kann. Ein exotischer Vertreter mit blickdichtem Blattwerk ist Bambus, z.B. der Schirmbambus (Fargesia) oder der Breitblattbambus (Pseudosasa japonica). Beide können binnen weniger Wochen ihre Endhöhe erreichen. Da es sich bei Bambus um eine invasive Pflanze handelt, die sich – je nach Art – rasant stark ausbreiten kann, sollte er mit stabilen Rhizomsperren eingepflanzt werden.

Bedenken Sie bei Ihrer Auswahl der richtigen Heckenart unbedingt auch den Schnittaufwand. Je schneller eine Hecke wächst, desto öfter muss ein Rückschnitt erfolgen. In der Regel benötigen Arten wie der Feldahorn (Acer campestre) und die Hainbuche (Carpinus betulus) zwei Formschnitte pro Jahr, während bei Stechpalme (Ilex) und Eibe (Taxus) ein Schnitt ausreicht.

Eine schnellwachsende Hecke für den Garten
SCHÖNER WOHNEN

Die besten schnellwachsenden Heckenarten

Hecken sind ein beliebter Sichtschutz im Garten. Damit sie genauso effektiv vor ungewollten Blicken schützen wie eine Holzwand, sollten Sie auf diese schnellwachsenden Heckenarten setzen.

Feldahorn (Acer campestre)

Der robuste Feldahorn wächst unter günstigen Bedingungen rund 40 bis 50 Zentimeter pro Jahr und kann bis zu 15 Meter hoch werden – als Hecke lässt er sich aber auch dauerhaft auf zwei bis vier Meter stutzen. Pluspunkte verdient das heimische Gehölz durch sein pflegeleichtes Gemüt. Auch Insekten und Vögel fühlen sich unter seinen Fittichen wohl.
Standort: sonnig mit kalkhaltigem Boden

Grüne und teils rote Blätter vom Feldahorn (Acer campestre) in Nahaufnahme
Der Feldahorn (Acer campestre) überzeugt mit einem schönen Blattwerk.
© AdobeStock / progarten

Hainbuche (Carpinus betulus)

Aufgrund ihrer Wuchsfreude hat die sommergrüne Hainbuche bei Gärtner:innen eine lange Tradition. Binnen kurzer Zeit fungiert sie bereits als dichter Sichtschutz und bietet Vögeln einen sicheren Rückszugsort. Als heimische Art bietet sie auch Insekten ein üppiges Nahrungsangebot. Pro Jahr legt sie bis zu 50 Zentimeter zu, bei einer maximalen Wuchshöhe von 10 bis 20 Metern. Ein- bis zweimal jährlich sollten Sie die Hainbuche zurückschneiden.
Standort: sonnig bis halbschattig mit nährstoffreichem Boden

Pflanzenlexikon: Hainbuche als Hecke am Einfamilienhaus
Wuchsfreudiger Klassiker im Garten: die Hainbuche (Carpinus betulus)
© Adobe Stock / Joachim Heller

Kirschlorbeer 'Herbergii' (Prunus laurocerasus)

Schnell wachsend, immergrün, dicht, kräftig und aufrecht im Wuchs – der Kirschlorbeer weiß, wie er uns um sein Stämmchen wickelt. Selbst schwierige Standorte sind für diesen Strauch kein Problem – er wächst trotzdem zuverlässig bis zu 350 Zentimetern hoch und legt dabei 40 bis 60 Zentimeter pro Jahr zu. Beachten Sie aber, dass es sich beim Kirschlorbeer um eine invasive Heckenpflanze handelt, die für die hiesige Flora und Fauna keinen Mehrwert bietet.
Standort: sonnig bis schattig mit feuchtem, nährstoffreichem Boden

Kirschlorbeer Hecke (Prunus laurocerasus)
Der Kirschlorbeer hat einen jährlichen Zuwachs von bis zu 60 Zentimetern.
© SCHÖNER WOHNEN / Katharina Eidam

Lebensbaum (Thuja)

Ob lehmiger oder sandiger Boden, Dürreperiode oder Dauerregen – der schnell wachsende Lebensbaum ist in Sachen Standort nicht wählerisch. Als immergrünes Gehölz bietet er das ganze Jahr über Sichtschutz mit einem durchschnittlichen Wachstum von 10 bis 15 Zentimetern. Dabei bleibt er schön kompakt im Wuchs. Die Sorten "Smaragd" und "Golden Smaragd" wachsen bis zu fünf Meter in die Höhe.
Standort: vollsonnig mit feuchtem, kalkhaltigem Boden

Lebensbaum oder Thuja (Thuja occidentalis)
Thujahecken sind blickdicht und immergrün.
© Colourbox

Leyland-Zypresse (x Cupressocyparis leylandii)

Dieser immergrüne, äußerst wüchsige Baum kann freistehend Höhen bis zu 30 Metern erreichen. Dabei hat der Nadelbaum einen jährlichen Zuwachs von ca. einem Meter. Auch deshalb empfiehlt es sich, die Leyland-Zypresse dreimal pro Jahr zu schneiden.
Standort: halbschattig bis sonnig mit nährstoffreichem, durchlässigem Boden

Leyland-Zypresse (x Cupressocyparis leylandii)
Trapezförmig wachsende Leyland-Zypressen (x Cupressocyparis leylandii)
© AdobeStock / Jacquie Klose

Liguster (Ligustrum vulgare)

Dieser heimische und schnell wachsende Strauch benötigt abgesehen von einem regelmäßigen Formschnitt kaum Pflege. Kein Wunder, dass der Liguster mit seinen glatten, sattgrünen Blättern, den duftenden Blüten und den schwarzen Herbstfrüchten ein gern gesehener Gartengast ist. Da diese Heckenpflanze äußerst robust ist, kommt sie mit vielen Standorten klar. Die maximale Wuchshöhe einer Ligusterhecke beträgt etwa 1,5 bis 4 Meter bei einem jährlichen Zuwachs von bis zu 40 Zentimetern.
Standort: sonnig bis halbschattig mit trockenem bis mäßigfeuchtem Lehm- oder Sandboden

Liguster-Hecke
Immer wieder gerne gesehen: die Ligusterhecke.
© Schöner Wohnen / Vanessa Schmitt

Rotbuche (Fagus sylvatica)

Robust, schnell wachsend und heimisch – die Rotbuche bringt alles mit, was man sich für eine Hecke wünschen kann. Mit ihrem rotstichigen Holz ist die Rotbuche ein wahrer Hingucker im Garten. Sie wächst bis zu 30 Meter hoch, dabei legt sie ca. 20 bis 50 Zentimeter pro Jahr zu. Da die Blätter dieser Heckenpflanze erst im Frühjahr fallen, profitieren Sie selbst im Winter von einem dichten Sichtschutz, der auch von Vögeln gerne in Anspruch genommen wird.
Standort: vorwiegend sonnig mit nährstoffreichem, feuchtem Boden

Buche (Fagus sylvatica L. und Fagus spec.) als Sichtschutz im Kübel
Die Rotbuche zählt zu den heimischen Sichtschutz- und Heckenpflanzen.
© Schöner Wohnen / Vanessa Schmitt

Rotlaubige Glanzmispel (Photinia x fraseri)

Im Jahr legt die immergrüne Rotlaubige Glanzmispel gerne bis zu 40 Zentimeter zu. Dabei wächst der kleine Strauch schön aufrecht und ausladend buschig, was sie zu einer hervorragenden Heckenpflanze qualifiziert. Insgesamt kann sie eine Höhe von bis zu drei Metern erreichen. Besonders schön sind ihre bronzeroten Blattaustriebe, die schöne Akzente im Garten setzen. Im Herbst bildet die Rotlaubige Glanzmispel kleine rote Früchte, die auch von Vögeln gerne vertilgt werden. Tipp: Ein Schnitt nach der Blüte im Frühling genügt als Pflegemaßnahme.
Standort: sonnig bis halbschattig mit nährstoffreichem, durchlässigem Boden

Hecke aus rotlaubiger Glanzmispel (Photinia x fraseri) im Hintergrund hochwachsende Bäume
Hecke mit Farbenspiel: Rotlaubige Glanzmispel (Photinia x fraseri)
© AdobeStock / saratm

Schirmbambus (Fargesia murielae)

Ursprünglich aus den lichten Wäldern Zentralasiens stammend erfreuen sich Bambusgewächse auch in Europa immer größerer Beliebtheit. Ihre immergrünen Blätter schirmen ganzjährig dicht ab, ohne dabei zu massiv zu wirken. Ein Vorteil des frostharten Schirmbambus ist, dass er keine langen Ausläufer ausbildet und kompakt im Wuchs bleibt. Dabei erreicht er Höhen von bis zu drei Metern bei einem jährlichen Zuwachs von 40 bis 50 Zentimetern. Ein regelmäßiger Schnitt ist beim Bambus nicht erforderlich – wer mag, kann ihm im Spätherbst einen Formschnitt verpassen.
Standort: sonnig bis halbschattig mit sandigem, gut durchlässigem Boden

Bambus (Fargesia, Phyllostachys, Pseudosasa, Pleioblastus, Chusquea, Pseudosasa, Sasa, Indokalamus)
Geeigneter Sichtschutz auf der Terrasse: Bambus als Kübelbepflanzung.
© Adobe / doji1989

Schnellwachsende Hecken: Pflanzzeit & Pflege

Sommergrüne Heckenpflanzen werden am besten im Herbst gepflanzt. Zwar lässt sich eine Hecke auch noch im Winter anlegen, allerdings gilt grundsätzlich: Je früher die Heckenpflanzen vor dem Austrieb in die Erde kommen, desto mehr Zeit bleibt ihnen für die Wurzelbildung. Das wiederum sorgt im ersten Jahr für einen starken Wuchs. Immergrüne Arten wie beispielsweise die Leyland-Zypresse oder den Kirschlorbeer pflanzen Sie erst, wenn Sie mit keinen Dauerfrösten mehr rechnen müssen, denn schlecht eingewurzelte Heckenpflanzen sind anfälliger für Frostschäden. Die ideale Pflanzzeit für immergrüne Arten ist in aller Regel der Februar, nur für die Eibe und die Rotlaubige Glanzmispel ist das Frühjahr der bessere Termin. Ist das Frühjahr bereits etwas fortgeschritten, kommt die ideale Pflanzzeit für den Bambus, damit er sich im Garten noch vor dem Winter gut ansiedeln kann.

Männerarme mit Gartenhandschuhen beim Einpflanzen von kleinen Heckenpflanzen in einer Reihe
Der richtige Zeitpunkt für die Pflanzung ist entscheidend über das spätere Wachstum der Heckenpflanzen.
© AdobeStock / LianeM

Nachdem Sie die Hecke gepflanzt und ausreichend angegossen haben, düngen Sie sie, um das Wachstum Ihrer Heckenpflanzen zu beschleunigen. Hierfür eignet sich reifer Kompost (ca. drei Liter pro Meter) mit einer Handvoll Hornmehl für den Wurzelbereich. Tipp: Sorgen Sie für eine regelmäßige Wasserversorgung, dies ist besonders bei längerer Trockenheit in den ersten beiden Jahren wichtig.

Gartenarbeit: Hecke schneiden
Bereits nach der Pflanzung sollten Sie Ihre Hecke das erste Mal zurückschneiden.
© Adobe Stock: Pixavril

Nach der Pflanzung: Hecke schneiden

Es mag perplex klingen, aber ein Rückschnitt Ihrer Hecke (Bambushecken ausgenommen) sollte bereits direkt nach der Pflanzung erfolgen. Hierbei entfernen Sie alle längeren unverzweigten Triebe und stutzen den Mitteltrieb. So bringen Sie den Wachstum Ihrer Heckenpflanzen in Schwung und sorgen von Anfang an für eine blickdichte Krone. Am besten nehmen Sie diesen sogenannten Pflanzschnitt so früh wie möglich vor, damit die übrigen Triebknospen der Pflanzen bis zum Frühjahr aktiviert werden und direkt zu Saisonbeginn austreiben.

Statt Hecken: Kletterpflanzen als Sichtschutz

Wenn der Platz für eine Hecke im Garten fehlt, sind Rankwände mit Kletterpflanzen eine tolle Option: Sie wachsen schnell und dicht und bieten so selbst auf kleinem Raum binnen kurzer Zeit einen effektiven Sichtschutz. Hier haben Sie die Wahl zwischen ein- und mehrjährigen Kletterpflanzen.

Einjährige Kletterpflanzen
Wenn Sie die Pflanzen bereits Ende Februar aussäen und an einem hellen Fensterplatz aufziehen, blühen die fleißigen Kletterer bereits im Sommer und erreichen bei optimalen Standortbedingungen auch Wuchshöhen bis zu drei Meter. Setzen Sie sie im Abstand von 30 bis 50 Zentimetern in den Garten und achten Sie auf einen sonnigen, windgeschützten Platz. Unter den einjährigen Kletterpflanzen überzeugen unter anderem die Prunkwinde (Ipomoea), die Glockenrebe (Cobaea scandens) und die Maurandie (Maurandya) mit guten Ergebnissen. Verwenden Sie großflächige Kletterhilfen wie Rankelemente oder Drahtzäune, um den Pflanzen das bestmögliche Wachstum zu ermöglichen.

Buchsbaum-Alternative Efeu (Hedera helix)
Efeu (Hedera helix) als einfache Sichtschutz-Hecke.
© Schöner Wohnen/ Vanessa Schmitt

Mehrjährige Kletterpflanzen
Wer nicht jedes Jahr wieder bei Null beginnen möchte, kann sich direkt mit mehrjährigen Kletterern eindecken. Immergrüne Pflanzen wie der Efeu (Hedera helix), das Immergrüne Geißblatt (Lonicera caprifolium) und die Kletter-Spindel (Euonymus fortunei) sorgen das ganze Jahr über für Privatsphäre. Alle drei schätzen einen halbschattigen bis sonnigen Standort. Ein Formschnitt pro Jahr genügt, kahle Triebe können zudem ausgelichtet werden.


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