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Schattengarten: Tipps zum Planen und Pflanzen

Trmpetenbaum und Hortensien im Schattengarten
Damit der Trompetenbaum (Catalpa bignonioides) luftigen Streuschatten spendet, muss er regelmäßig zurückgeschnitten werden. Im Schattenbeet darunter sorgen dunkellaubige Hortensien im Sommer für Farbakzente.
© Sabine Bungert
Das Leben ist kein Wunschkonzert, der Garten hingegen schon – sogar wenn er weitgehend im Schatten liegt. Denn mit guter Planung kann auch ein Problem-Garten mit Nordausrichtung oder schattige Bereiche unter Bäumen und Sträuchern zur echten Oase werden.

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Dürresommer, Stürme im Herbst, kurze Kälteperioden: Das Klima verändert sich und damit auch die Sicht auf einen idealen Ziergarten. Denn wer insbesondere in den Sommermonaten wertvolle Ressourcen wie Gießwasser sparen möchte, tut gut daran, bewusst schattige Bereiche in seine Gartengestaltung einzubeziehen, Bäume und Sträucher als natürliche Schattenspender zu pflanzen und die Gartenetage darunter mit einer ebenso unkomplizierten wie wunderschönen Bepflanzung aus Stauden und Gehölzen zu gestalten. Denn Schatten ist nicht per se ein Problem im Garten. Im Gegenteil...

Funkien sind der ganze Stolz von Reiner und Hanne Blohm.
Funkien sind die perfekten Pflanzen für den Schattengarten. Es gibt sie in unterschiedlichen Grüntönen mit wunderschöner Blattmusterung, und einige Arten bringen zudem atemberaubende Blütenstände mit.
© Sabine Bungert

Es ist kein Zufall, dass Gartengestalter:innen seit Jahrhunderten Haine und romantisch überwuchterte Lauben planen und die schönsten Beispiele der europäischen Gartenkunst immer auch schattige Areale aufwiesen. Die erfrischende Kühle im lichten Schatten eines Gartens tut nicht nur Pflanzen, sondern auch von der Hitze erschöpften Tieren (und Menschen) gut. Der wandernde Sonnenstand erzeugt lebendige Bilder und tanzende Schattenspiele auf Blattschmuck-Pflanzen wie Funkien (Hosta) und Farnen, die Schattenbeete und schattige Standorte lieben und nur dort wachsen. Machen Sie also aus der vermeintlichen Not eine Tugend und legen Sie einen Schattengarten an. Welche Pflanzen im lichten Schatten oder Streuschatten, Halbschatten oder sogar im tiefen Vollschatten gedeihen und welche Tipps und Kniffe es braucht, damit schattenverträgliche Arten wie Japan-Anemone, Hortensie, Waldmeister, Buschwindröschen und Leberblümchen in Ihrem Garten heimisch werden, lesen Sie jetzt.

Halbschatten, Streuschatten, Vollschatten – welcher Schattengarten ist Ihrer?

Grundsätzlich ist der Platz am Fuß höherer Bäume kein einfacher für zahlreiche Pflanzen, denn hier ist es nicht nur verhältnismäßig schattig, auch die Wurzeln des großen Nachbarn lassen kleineren Arten wenig Raum im Boden für die eignenen Ausläufer. Dennoch trotzen einige hochspezialisierte Pflanzen den eigentlich widrigen Umständen oder machen sich diese sogar zunutze. Vollschatten, wie er unter hohen Bäumen (oder im Schlagschatten auf der Nordseite des Hauses) zu finden ist, ist der natürliche Lebensraum von echten Schattenstauden. Diese Ureinwohner:innen des Schattengartens sind alle Funkien-Sorten, aber auch Anemonen-Arten wie Christrose oder Japan-Anemone kommen dort zumeist klar.

Etwas mehr Licht ins Dunkle kommt im lichten Schatten. In diesem Teil des Schattengartens ist im Tageslauf einige Male die Sonne zu Gast. Jedoch immer wieder unterbrochen von längeren Schattenperioden. Auch Bäume und Sträucher mit einer eher lichten Blätterkrone (zum Beispiel Birken oder sehr alte und knorrige Obstbäume) sorgen für lichten Schatten im Garten. Nämlich immer dann, wenn der Wind Äste und Laub in Bewegung bringt und Sonnenstrahlen den Schatten der Krone für eine Weile vertreiben. In diesem Teil des Gartens fühlen sich Pflanzen wie Hortensien, Rhododendron, Blumenhartriegel, Silberkerzen, aber auch zarte Gewächse wie Buschwindröschen und Tränendes Herz, Akelei und einige Storchschnabel-Sorten wohl.

Blüten des Tränenden Herzens
Dramatische Schönheit im Schattengarten: Tränendes Herz (Lamprocapnos spectabilis).
© Colourbox

Halbschattige Standorte liegen tagsüber immer wieder in voller Sonne, bevor kürzere Zeiträume im Schatten Licht und Sonne ablösen. Solche Areale im Schattengarten lassen sich zumeist unkompliziert auch mit echten Sonnenanbeterinnen wie Rosen bepflanzen, da im Hochsommer die Sonnenstunden überwiegen.

Pflanzen für den Schattengarten

Während Prachtstauden in vollsonnigen Lagen des Gartens um Aufmerksamkeit ringen, regieren im Schattengarten die leisen Töne. Farne und Schattengräser lenken den Blick weniger auf knallige Farben und prächtige Blüten, hier dreht sich alles um Blattschmuck, zarte Blattfärbungen und panaschierte Blattzeichnungen, die zwei oder mehr Farben in sich vereinen. Viele Schattengärtner:innen sind so verliebt in die weite Welt der Blattschmuckstauden, dass sie damit beginnen, Funkien und Co. zu sammeln, sie zu züchten und mit Kreuzungen zu experimentieren.

Hortensien und prachtvolle Funkien
Hier trifft saftiges Laub auf filigrane Blütenblätter: Oben strahlen Hortensien in Rosarot, unten betören Funkien subtil mit tiefgrünem Laub.
© Sabine Bungert

Tipp: Wer seinen Schattengarten plant, sollte die ausgewählten Pflanzen schon in der Gärtnerei nebeneinander stellen, um zu sehen, wie sich Farben, Formen und Größen ergänzen. Neben den vielen Farbnuancen sind es auch die Blattformen, die an Blattschmuckpflanzen für den Schattengarten faszinieren. Kombinieren Sie sie nach Belieben. Anregungen könnten sein: Längliche Blätter passen gut zu Arten mit gefiedertem Laub. Große, tellerförmige Blätter lassen sich gut mit stacheligen Varianten kombinieren. Bilden Sie mit höheren Arten einen Rahmen für Pflanzen mit niedriger Gestalt, indem sie erstere im Hintergrund, die kleineren vorn im Schattenbeet pflanzen.

Wichtig: Pflanzen Sie Ihre Schattenstauden und Sträucher unbedingt in den durch die Baumschule oder Gärtnerei angegebenen Abständen. Die meisten Schattenliebhaber:innen unter den Pflanzen sind nicht nur recht wüchsig, sondern überdauern am richtigen Standort auch Jahre und Jahrzehnte. Zu eng gepflanzt machen sich die Pflanzen Nährstoffe streitig und kommen sich mit Ausläufern und Wurzeln in die Quere.

Obst und Gemüse im Schattengarten – geht das?

Klares Ja! Auch Obst und Gemüse lässt sich im Schattengarten ziehen. Man muss sich nur auf die richtigen Sorten konzentrieren. Feldsalat und Spinat gedeihen auch im lichten Schatten. Kräuter wie Pfefferminze, Liebstöckel, Melisse, Petersilie oder Boretsch eignen sich für halbschattige Bereich auf dem Balkon oder im Schattengarten. Obstsorten wie Brombeeren und Rhabarber tolerieren Halbschatten ohne Probleme und tragen ebenso süße Früchte wie in vollsonnigen Lagen.

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