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Apfelbaum

Pflanzenlexikon: Apfelbaum im Garten
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Kaum ein Hausgarten, der ohne Apfelbaum (Malus domestica) auskommt. Erstens erfreut der Apfelbaum im Frühjahr mit seiner weiß-rosa Blüte, die fast schon sinnbildlich die warme Jahreszeit einläutet. Zweitens hat er auch noch einen praktischen Nutzen, wenn sich ab dem Spätsommer die reifen Äpfel ernten lassen. Ob frisch vom Baum gepflückt und gleich gegessen oder zu Kuchen, Mus und Gelee verarbeitet – stets überzeugen seine Früchte mit süß-säuerlichem Geschmack. Und reich an Vitaminen und Nährstoffen sind Äpfel außerdem.

Apfelbaum pflanzen

Ob Sie nun sich einen Apfelbaum selbst kaufen oder geschenkt bekommen, bald darauf stellt sich die Frage nach dem richtigen Standort. Glücklicherweise ist sie relativ leicht zu beantworten. Denn: Je sonniger Sie den Apfelbaum einpflanzen, desto besser ist das für die Ernte. Mit anderen Worten: Der Platz für Ihren Apfelbaum sollte nicht von Gebäuden oder anderen Bäumen verschattet sein. Eine Hecke in der Nähe, die im Herbst und Winter vor kalten Winden schützt, ist dennoch sinnvoll. Die Erde sollte eher nährstoffarm sein. Eine Mischung aus Humus und normaler Gartenerde ist beim Einpflanzen ideal. Auch vertragen viele Sorten lehmigen Boden. Was ein Vorteil ist, da solch ein Boden die Feuchtigkeit für lange Zeit speichert.

Pflanzenlexikon: Apfelbaum mit Blüten
Einen sonnigen Standort belohnt der Apfelbaum mit guter Blüte und reicher Ernte.
© Schöner Wohnen / Vanessa Schmitt
  • Achten Sie beim Pflanzen darauf, dass die verdickte Veredlungstelle gut zehn Zentimeter über dem Boden liegt.
  • Damit die Erde gut die Lücken zwischen den Wurzeln füllt, sollten Sie außerdem beim Einfüllen in das Pflanzloch leicht am Stamm rütteln.
  • Danach die Erde vorsichtig festdrücken und gut angießen.
  • Für mehr Stabilität in den ersten Jahren setzen Sie in die Nähe des Stammes einen Pfahl in den Boden und binden an ihm den Apfelbaum mit einem gedrehten Kokosstrick fest.

Wann einen Apfelbaum pflanzen?

Die beste Zeit, um einen Apfelbaum einzupflanzen, ist im Herbst. So kann sich der Baum bis zum nächsten Frühjahr am neuen Standort gut verwurzeln. Achten Sie auf jeden Fall darauf, dass für eine reiche Ernte noch ein weiterer Apfelbaum von der richtigen Befruchtersorte in der Nähe steht. Wenn es nicht der Fall ist, sollten Sie überlegen, gleich zwei Bäume zu pflanzen.

Welche Sorte ein idealer Befruchter für Ihren Apfelbaum ist, können Sie zumeist direkt am Pflanzenetikett erkennen oder Sie fragen einen Mitarbeiter des Pflanzenmarktes oder der Baumschule, wo Sie Ihren Baum kaufen. Alternativ können Sie auch zu einem Baum greifen, der mit zwei und mehr Apfelsorten veredelt wurde. Solche Bäume nennt man Familienbäume – bei ihnen befruchten sich die Apfelsorten der verschiedenen Äste untereinander selbst.

Apfelbaum pflegen: richtig düngen und wässern

Schon bei der Pflanzung können Sie vorsichtig Ihren Apfelbaum düngen. Bestens eignet sich reifer Kompost dazu, den Sie mit zur Erde geben. In den Folgejahren sind organische Dünger wie Hornspäne gut dazu geeignet, um mit ihnen einmal jährlich den Baum zu düngen. Neben der jährlichen Nährstoffzufuhr sollten Sie Ihren Apfelbaum in sehr heißen Sommermonaten immer mal wieder gießen.

Wenn Sie Ihren Apfelbaum in einem Kübel oder im Topf ziehen, sind zusätzliche Wassergaben besonders wichtig. Achten Sie aus diesem Grund auch darauf, dass das Pflanzgefäß eine Mindestgröße von mehr als 30 Liter hat, damit die Erde nicht vorschnell austrocknet. Haben Sie auch jährlich einen Blick darauf, wie stark die Topferde durchwurzelt ist und pflanzen Sie gegebenenfalls rechtzeitig um.

Pflanzenlexikon: Apfelbaum schneiden
Nicht nach innen, nicht steil nach oben - für Gartenlaien ist nicht ganz so leicht, wie die Äste am Apfelbaum wachsen dürfen und welche zu schneiden sind.
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Apfelbaum schneiden

Eine wichtige Pflegemaßnahme beim Apfelbaum ist sein Schnitt. Und das ist leider auch eine kleine Wissenschaft für sich. Die erste Frage ist auch gleich: Wann den Apfelbaum schneiden? Neben einem Winterschnitt von November bis März ist beim Apfelbaum oft noch ein Sommerschnitt im Juli oder August notwendig. Während der Schnitt im Herbst und Winter für eine gesunde kräftige Entwicklung des Baumes sorgt, geht es beim Sommerschnitt eher darum, Licht in die Krone zu bekommen, damit die Früchte reifen. Auch bei übermäßigem Fruchtansatz kann mit einem Sommerschnitt sinnvoll ausgedünnt werden.

Den Apfelbaum richtig schneiden:

  • Entfernen Sie in Obstbäumen grundsätzliche tote und kranke Äste.
  • Als nächstes schneiden Sie alle Äste, die nach innen wachsen, sich kreuzen und zu dicht stehen.
  • Senkrecht hochwachsende Triebe ebenfalls abschneiden. Und keine Sorge: Sie können dabei den Apfelbaum nicht verschneiden und auch keine Erträge gefährden. Bei den in die Höhe wachsenden Äste handelt es sich um sogenannte Wasserschosser/ Wassertriebe, die keine Früchte tragen und nur die Krone verdichten.

Apfelbaum vermehren mit Sämlingen

Anstatt sich einen Apfelbaum zu kaufen, können Sie einen Apfelbaum aus einem Kern selber ziehen.

  • Entnehmen Sie dazu einem Apfel die Kerne. Verwenden Sie möglichst eine heimische Sorte.
  • Säubern Sie die Kerne unter Wasser.
  • Anschließend geben Sie die Kerne zwischen zwei angefeuchtete Blätter Küchenpapier und legen Sie diese in den Kühlschrank für zwei Wochen.
  • Mit diesem sogenannten Stratifizieren – indem Sie den Kernen mit der Kühlschrankkälte einen Winter vorspielen – werden die Kerne erst keimfähig.
  • Danach können Sie die Kerne in kleine Anzuchtschalen mit lockerer Erde setzen. Innerhalb weniger Wochen sollten sie keimen.

Alternativ lässt sich ein Apfelbaum veredeln. Dazu wird ein einjähriger Trieb auf eine entsprechende Veredelungsunterlage aufgepfropft. Nach kurzer Zeit wachsen sie zusammen und bilden einen neuen Apfelbaum. Diese Technik ist jedoch eher etwas für den erfahrenen Gärtner.

Pflanzenlexikon: Apfelbaum mit Früchten
Auch wenn der Apfelbaum oft als unkompliziert gilt. Für eine gute Ernte benötigt er eine intensive Pflege.
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Apfelbaum: Krankheiten, die ihn befallen können

Manche Apfelsorten, insbesondere die älteren, haben eine relativ hohe Krankheitsanfälligkeit und werden auch immer wieder von Schädlingen heimgesucht.

  • Apfelbaumgespinstmotte: Bei ihr finden Sie aus Fäden gewebte Gespinste an den Blättern und Blüten des Apfelbaums. In ihnen leben mehrere Raupen, die die Blätter des Baums kahlfressen. Hier hilft nur das beherzte Rausschneiden der Gespinste.
  • Blattläuse: Wie andere Gartenpflanzen kann auch der Apfelbaum von Läusen befallen werden. Als erstes Hausmittel können Sie eine milde Seifenlauge spritzen. Das hilft in den meisten Fällen schon. Alternativ gibt es bei sehr starkem Befall zugelassene Pflanzenschutzmittel im Handel.
  • Frostspanner: Die Raupen des Schmetterlings fressen ebenfalls die Blätter des Apfelbaums an. Hilfreiches Mittel sind um den Stamm gelegte Leimringe. An ihnen kleben die Raupen fest und können erst gar nicht in die Baumkrone gelangen. Wenn Sie den Apfelbaum mit einem Pfahl zur Stabilisierung sichern, sollten Sie auch an ihm einen Leimring anbringen.
Pflanzenlexikon: Apfelbaum als Spalierbaum
Als Sichtschutz oder um selbst kleine Gärten zu Nutzgärten zu machen: Apfelbäume eignen sich auch bestens als Spalierobst.
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  • Monilia-Fruchtfäule: Pilzerreger dringen hierbei durch eine Verletzung in die Äpfel ein und breiten sich dort aus. Zum Schluss ist die ganze Frucht faulig braun geworden und zeigt die typischen, weißen Sporenringe auf der Oberfläche. Solche Fruchtmumien bleiben auch über dem Winter im Baum hängen. Als wichtigste Maßnahme sollten Sie stets infizierte Äpfel entfernen, damit sich der Pilz nicht im ganzen Baum ausbreiten kann.
  • Obstbaumkrebs entsteht ebenfalls durch Pilzinfektionen. Der Pilz Neonectria ditissima lässt den befallenen Astbereich absterben, weswegen der Baum die Stelle zu überwuchern versucht. Dadurch entstehen die bekannten Geschwülste. Befallene Äste müssen Sie entfernen.
  • Rußfleckenkrankheit: Nasse Sommer verursachen oft diese Pilzerkrankung an den Früchten. Es bilden sich dann grün-schwarze Flecken auf der Schale. Sie sehen zwar nicht schön aus, mindern jedoch nicht die Qualität des Apfels und gefährden nicht die Pflanze. Daher besteht kein Handlungsbedarf.

Apfelbaum: Welche Sorten gibt es?

Weltweit gibt es mehrere Apfelsorten. Sorten wie der saftgrüne Granny Smith, Golden Delicious oder Cox Orange kennt nahezu jedes Kind. Für den Garten und unser Klima gibt es jedoch geeignetere Sorten wie:

  • Boskoop (Lagerapfel)
  • Goldparmäne (Winterapfel)
  • Alkmene (Herbstapfel)
  • Retina (Sommerapfel)
  • Rebella (Herbstapfel)
  • Topaz (Lagerapfel)
  • Elstar (Lagerapfel)
  • Berlepsch (Winterapfel)

Als Apfelbaum sind sie als Hochstamm oder für kleinere Grünflächen als Halbstamm erhältlich, der nur vier bis sechs Meter hochwächst und daher die Ernte und Pflege erleichtert. Wer kaum Platz zur Verfügung hat und sich dennoch einen Apfelbaum wünscht, sollte nach Spalier- und Säulenbäumen Ausschau halten. Sie benötigen kaum Raum im Garten oder im Topf auf der Terrasse.

SCHÖNER WOHNEN-Tipp zum Apfelbaum

Sie wollen vielleicht einen ganz besonderen Apfelbaum in Ihrem Garten pflanzen, dessen Früchte es nicht auf jedem Wochenmarkt gibt? Dann greifen Sie doch zu alten Kultursorten, die immer häufiger Liebhaber finden. Freuen Sie sich auf wohlschmeckende und namentlich klangvolle Sorten wie 'Finkenwerder Herbstprinz', 'Altländer Pfannkuchenapfel' oder 'Ananasrenette'.

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