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Bohnenkraut

Pflanzenlexikon: Bohnenkraut mit Blüte
© Adobe Stock / Marnel Tomić

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Das Bohnenkraut gibt es in zwei Varianten – klassisch als einjährige Pflanze (Satureja hortensis) oder als mehrjähriges Bohnenkraut (Satureja montana), das winterhart ist. Ersteres wird Sommerbohnenkraut genannt, während die mehrjährige Pflanze als Winterbohnenkraut oder Bergbohnenkraut angeboten wird. Ganz gleich, für welches Kraut Sie sich entscheiden, zum Würzen von deftigen Eintöpfen und Gerichten mit Bohnen sind beide gleichermaßen geeignet.

Dabei ist das Küchenkraut nicht nur geschmacklich intensiv, es soll sogar gesund sein – da die Wirkung von Bohnenkraut appetitanregend und verdauungsfördernd ist. So wird in der Naturheilkunde dazu geraten, gegen Magenverstimmungen einen Bohnenkraut-Tee zuzubereiten. Sogar Hustensymptome sollen die enthaltenen ätherischen Öle und Bitterstoffe im Schach halten können. Ansonsten begeistert das Küchenkraut auch optisch, wenn zum Ende des Sommers im Kräuterbeet die Bohnenkraut-Blüte in Weiß, Rosa oder einem zarten Violett erscheint.

Standort: Bohnenkraut pflanzen

Natürlich können Sie vorgezogene Pflanzen im Gartencenter oder im Supermarkt kaufen und ab Mai in den Garten pflanzen. Günstiger und mit mehr gärtnerischem Anspruch ist jedoch die Aussaat. Besonders schön dabei: Sie müssen nicht vorziehen, sondern können die Samen des Bohnenkrauts direkt ins Beet aussäen:

  • Die beste Aussaatzeit ist in den Monaten Mai, Juni, Juli.
  • Der Boden sollte leicht kalkhaltig, durchlässig und mäßig feucht sein.
  • Bohnenkraut liebt es warm, daher sollte es ein geschützter, sonniger bis halbschattiger Standort sein.
  • Säen Sie in Reihen mit einem Abstand von mindestens 25 cm aus.
  • Drücken Sie die Samen leicht an, bedecken Sie sie aber nur ganz leicht, da das Bohnenkraut ein Lichtkeimer ist.
  • Halten Sie den Boden nach der Aussaat mäßig feucht.
  • Nach 10-16 Tagen sollten sich die ersten Keimlinge zeigen, die schnell zu kräftigen Pflanzen heranwachsen, die Sie bald beernten können.

Sie haben keinen Garten, möchten aber dennoch Bohnenkraut anpflanzen? Das ist auch im Topf möglich. So können Sie Ihre Terrasse oder Balkon nicht nur begrünen, sondern gleich noch um ein Würzkraut für die Küche erweitern.

Bohnenkraut
Bohnenkraut hat vor der Blüte das stärkste Aroma. Und wer nicht gleich alles verbraucht, kann das Küchenkraut trocknen oder einfrieren.
© Adobe Stock / Inga

Die richtige Pflege für Bohnenkraut

Glücklicherweise ist das Bohnenkraut mehr als genügsam, wenn es am richtigen Standort eingepflanzt ist. Eine Gabe Kompost reicht als Düngung im Frühjahr vollkommen aus.

Bohnenkraut ernten und schneiden

Wie bei vielen anderen Kräutern bietet sich auch beim Bohnenkraut eine Ernte vor der Blüte (Anfang Juli bis Oktober) an. Dann haben die Pflanzen das stärkste Aroma. Sollten Sie nicht gleich alles verbrauchen, können Sie das Bohnenkraut auf verschiedene Arten konservieren. Mehrjähriges Bohnenkraut können Sie natürlich jeweils bei Bedarf ernten, da es in der Wachstumsphase von Frühjahr bis in den Herbst immer wieder neu austreiben wird. Nach der Blüte kann jedoch das Aroma ein wenig milder sein.

  • Zum Ernten sollten Sie ein scharfes Messer oder eine Schere verwenden.
  • Ob Sie dabei einzelne Blätter oder ganze Zweige von der Pflanze nehmen, bleibt dabei Ihnen überlassen.
  • Eine Vollernte ist nur beim einjährigen Bohnenkraut sinnvoll, da es für die mehrjährige Variante ein zu massiver Eingriff wäre.

Noch ein Tipp: Wickeln Sie fürs Kochen mehrere Bohnenkrauttriebe zu einem kleinen Strauß zusammen. So können Sie das Küchenkraut nach dem Kochen leichter entfernen und brauchen nicht nach einzelnen Ästchen im Topf fischen.

Bohnenkraut trocknen und einfrieren

Sie haben Bohnenkraut ausgesät und haben dadurch mit einem Schlag viel zu viel vom Küchenkraut ernten müssen? Dann können Sie das Bohnenkraut zur späteren Verwendung trocken.

  • Bündeln Sie die abgeschnittenen Triebe zu kleinen Sträußen.
  • Hängen Sie diese kopfüber an einen dunklen Ort.
  • Sind sie nach einigen Tage durchgetrocknet, können Sie die Kräuter abnehmen und die kleinen Blätter von den Trieben abreiben (rebeln).
  • Bis zu einem Jahr hält sich das Kraut, wenn es in dunklen Gläsern mit Schraubverschluss aufbewahrt wird.

Alternativ können Sie das Bohnenkraut in Gefrierbeuteln einfrieren. So bleibt es besonders frisch.

Bohnenkraut überwintern

Für alle, die das mehrjährige Bohnenkraut (winterhart) angepflanzt haben, stellt sich nach der Blüte im Herbst schon bald die Frage nach der Überwinterung. Wie bei anderen winterharten Pflanzen im Garten, können Sie das Bohnenkraut durch Nadelreisig vor zu starkem Frost schützen.

  • Lassen Sie beim Ernten alle verholzten Teile der Krautpflanze stehen.
  • Bedecken Sie das Kraut ab November mit Reisig und/oder häufeln Sie bei starkem Frost Laub ringsherum an.
  • Zum Frühjahr entfernen Sie den Winterschutz und schneiden alle verdorrten Triebe ab. Das Bohnenkraut sollte dann wieder kraftvoll austreiben.

Wenn Sie Ihr Bohnenkraut in große Kübel gepflanzt haben, sollten Sie diese mit Noppenfolie und Vlies umwickeln und zum weiteren Schutz an die Hauswand stellen. Bedenken Sie jedoch, dass aufgrund der geringen Erdmenge bei solchen Anpflanzungen immer die Gefahr des Erfrierens besteht.

Bohnenkraut vermehren

Sie schätzen Ihr mehrjähriges Bohnenkraut und wollen es nun vermehren? Dann haben Sie im Frühjahr zwei Möglichkeiten:

1. Bohnenkraut per Steckling vermehren

  • Schneiden die Spitze eines Triebes (ca. 8-10 cm) ab und entfernen Sie die unteren Blätter.
  • Anschließend stellen Sie den Steckling in ein Glas mit Wasser.
  • Nach wenigen Tagen schon sollten sich die ersten Wurzeln zeigen.
  • Sobald das der Fall ist, können Sie den Steckling in ein Beet oder einen Topf einpflanzen.

2. Bohnenkraut per Teilung vermehren

  • Graben Sie Ihr Bergbohnenkraut aus.
  • Mit einem kräftigen Spatenhieb unterteilen Sie das Wurzelwerk.
  • Achten Sie darauf, dass das neue Teilstück nicht kleiner als faustgroß wird.
  • Anschließend pflanzen Sie beide Wurzelstöcke an geeigneten Standorten wieder ein.

SCHÖNER WOHNEN-Tipp zu Bohnenkraut

Wer gern kocht, hat es bestimmt schon mal erlebt, dass eine im Kochbuch aufgezählte Zutat nicht im Haus vorrätig war. Eine gute Alternative zu Bohnenkraut ist Thymian: Sein würziger Geschmack ist beim Kochen ein adäquater Ersatz für Bodenkraut und seine Aromen. Geschmacklich interessant ist übrigens eine Zitronen-Variante des Bohnenkrauts wie die Art Satureja biflora, die sich dank ihrer frischen Noten sowohl für würzige als auch süße Speisen eignen.

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