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Holunder

Holunderfrüchte Sambucus
© Adobe Stock / M. Schuppich

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Holunder (Sambucus nigra) ist ein Alleskönner! Der sommergrüne Strauch ist schnellwachsend und verschließt zügig Lücken im Garten. Ab Mai trägt der Holunderstrauch ein üppiges Blütenkleid und seine Blütenteller bieten Insekten ein reiches Pollenbüffet. Auch wir können aus seinem Blüten- und Beerenreichtum schöpfen. Die Holunderblüten lassen sich recht einfach und schnell in einen leckeren Holunderblütensirup verarbeiten. Ab August wandeln sich die Blüten in Holunderbeeren um, die sowohl Tier als auch Mensch wohl munden, zum Beispiel als Holundermarmelade oder Holundersaft. Wer mag, kann sogar die Zweige nutzen und zwar für Wildbienen, die das Holunderholz mit den markhaltigen Stängeln gern zum Nisten nutzen. Die Zweige werden dazu geschnitten, gebündelt und regensicher in einer waagerechten Position für die Insekten bereitgestellt.

Holunder pflanzen

Holunder wächst fast überall. Wichtig für den Standort ist, dass sein Wurzelwerk nicht zu viel Konkurrenz hat, da er ein Flachwurzler ist. Setzen Sie den Holunder daher nur so tief, wie er im Pflanzcontainer stand. Grundsätzlich braucht der Strauch einen lehmig-sandig, lockeren, humosen Boden und ein mäßig-feuchtes Erdreich.

Holunder pflegen

Nachdem die Fröste vorbei sind, können Sie im frühen Jahr gut verrotteten Kompost um den Stamm des Holunders verteilen. Einarbeiten sollten Sie den Kompost jedoch nicht, da der Holunder seine Wurzeln flach unter der Erdoberfläche hat.

Holunder vermehren

Holunder lässt sich sehr einfach vermehren und vieles ist möglich: Stecklinge, Steckholz, Risslinge, Absenker, Wurzelausläufer sowie Teilung.
Der Holunderstrauch bildet als Großstrauch viele Triebe, die dem weitverzweigenden Wurzelwerk entspringen. Sie können einfach mit einem scharfen Spaten abgestochen und wieder eingepflanzt werden. Nehmen Sie die Vermehrungsmaßnahme am besten vor, wenn es nicht zu heiß ist, also im Frühling oder Herbst.

Kürzen Sie vor dem Wiedereinpflanzen den Trieb oberhalb um 20 Zentimeter ein, damit der bewurzelte Trieb die Energie nicht für die Transpiration aufwendet, sondern zum Anwachsen. Auch im Winter kann man blattlose Steckhölzer schneiden und in die frostfreie Erde stecken. Sobald die vermehrten Holundertriebe neues Blattwerk ausgebildet haben, sollten sie entspitzt werden. Das heißt, dass Sie den obersten Trieb abkneifen oder abschneiden. Die Pflanze treibt an der Stelle vermehrt aus, so kann sich der Holunder gut verzweigen.

Holunderblüten Sambucus
Der Holunder blüht von Mai bis in den Juli. Seine weißen Blüten sehen nicht nur wunderschön aus und duften, sie lassen sich auch zu Holundersirup verarbeiten.
© Adobe Stock / dadalia

Holunder schneiden

Im ersten Jahr wird der Holunder noch nicht geschnitten, da er zunächst erst einmal lange Triebe ausbilden soll, die später verzweigen und Blüten ansetzen. Im zweiten Jahr können Sie diese Triebe dann je nach Länge um ein Drittel oder die Hälfte einkürzen, damit sich Ihr Holunderstrauch gut verzweigt. Es besteht auch die Möglichkeit, den Erziehungsschnitt so durchzuführen, dass Sie ein Holunder-Bäumchen formen.

Holunderbaum-Erziehungsschnitt

Um einen Holunderbusch in einen kleinen Holunderbaum umzugestalten, empfehlen sich folgende Pflegemaßnahmen:

  • Wählen Sie von Ihrem Holunderstrauch einen mittleren, gerade wachsenden kräftigen Trieb aus und binden ihn an einen Stab.
  • Entfernen Sie die Seitenzweige an diesem neuen Haupttrieb.
  • Schneiden Sie alle umliegenden Triebe knapp über dem Erdreich ab.
  • Nun wird noch die Triebspitze ein wenig eingekürzt, um den zukünftigen Holunderbaum zum Verzweigen anzuregen. Das führt zu einer besseren Kronenbildung.
unreife Holunderfrüchte
Noch sind die Holunderbeeren grün, im August werden sie schwarz, saftig und bereit zur Ernte sein. Aber Vorsicht: Unreif sind sie besonders giftig, im reifen Zustand müssen sie ebenfalls abgekocht werden, um genießbar zu sein.
© Schöner Wohnen / Vanessa Schmitt

Fliederbeeren: Sind Holunderbeeren giftig?

Fliederbeeren gehören nicht zum Flieder, sondern sind ein norddeutscher Begriff für Holunderbeeren. Die Früchte sind reich an Vitamin C und sind dank noch weiterer Inhaltsstoffe seit Jahrhunderten ein beliebtes Obst, auch zur Heilung von kleinen Erkrankungen wie Erkältungen oder Fieber. Es ist aber kein Beerenobst im herkömmlichen Sinne: Es darf nicht roh verzehrt werden! Im unreifen Zustand sind sowohl die Beeren als auch die Blätter und die Rinde giftig. Im reifen Zustand sind hauptsächlich die Samen giftig: Sie enthalten unter anderem cyanogene Glycoside. Bei der Verarbeitung zu Marmelade oder Saft müssen die schwarzen Beeren mindestens 20 Minuten bei 80 Grad Celsius gekocht werden. Sie können zusätzlich noch die Samen aussieben, um weiter das Gift zu reduzieren.

SCHÖNER WOHNEN-Tipp zum Holunder

Am bekanntesten ist der Schwarze Holunder (Sambucus nigra) mit seinen weißen Blüten. Sie erscheinen, sobald es im Frühling warm wird. Eine außergewöhnliche Alternative zu den typischerweise weißen Blütendolden ist die Sorte 'Thundercloud'. Sie trägt rosa Blüten, die nach Zitrone duften. Eine weitere Attraktion der Holundersorte ist ihre dunkelrote Belaubung. Wie alle Holunder bevorzugt diese Sorte einen sonnigen bis halbschattigen Standort.

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