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Gummibaum pflegen und vermehren

Gummibaum
© Adobe Stock / Double brain

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Der Gummibaum gehört zu den Comeback-Pflanzen des Jahrzehnts. Besonders beliebt war die Zimmerpflanze schon im vergangenen Jahrhundert, als deutsche Wohnzimmer noch im Wirtschaftsaufschwung-Stil und mit Nierentischen eingerichtet waren. Die Rückkehr des Gummibaums ist aber durchaus berechtigt. Er gehört mit seinen großen, glänzenden Blättern nämlich nicht nur zu den sehr attraktiven Zimmerpflanzen, sondern ist zudem auch sehr unkompliziert.

Ursprünglich stammt er aus den Subtropen, wo er sich auf anderen Urwaldbäumen epiphytisch ansiedelt. Im hellen Halbschatten fühlt er sich daher am wohlsten. Dann bildet er auch Luftwurzeln aus, die sich um andere Bäume wickeln und sie zum Teil erwürgen. Aus diesem Grund lautet der Zweitname des Gummibaums auch Würgerfeige. Feige deshalb, weil der Gummibaum ein Ficus ist, also ein Feigengewächs. Bildet Ihr Gummibaum zu Hause ebenfalls Luftwurzeln, können Sie sich freuen. Das bedeutet nämlich, dass er optimal versorgt ist.

Standort und Substrat für den Gummibaum

Stellen Sie Ihren Gummibaum an einen hellen bis halbschattigen Standort. Nur so bildet er eine dichte, verzweigte Krone. Außerdem gilt: Je bunter die Blätter des Ficus, desto höher ist der Lichtbedarf. Trotzdem sollten Sie starke Sonneneinstrahlung (z.B. durch Mittagssonne) vermeiden, damit seine Blätter nicht zu Schaden kommen und verbrennen. Steht Ihre Pflanze zu schattig, merken Sie dies am kümmerlichen Wuchs und an farblosen Blättern.

Ein weiterer wichtiger Faktor für den optimalen Standort ist die richtige Temperatur. Der Ficus elastica liebt es warm, deshalb sollten Sie darauf achten, dass die Zimmertemperatur nie unter 18 Grad Celsius fällt und keine Zugluft entsteht. Im Winter können die Pflanzen durchaus mal etwas kühler stehen, allerdings quittiert Ihnen der Ficus eine zu starke Temperaturschwankung mit Blattfall. Tipp: Das Schlafzimmer ist ein idealer Standort für den Gummibaum. Hier wird oft mehr gelüftet als in anderen Zimmern und die Temperatur ist im Winter meist etwas niedriger.

Bei der Wahl des Substrates ist der Gummibaum nicht sehr anspruchsvoll. Es eignet sich herkömmliche Grünpflanzenerde oder auch sandige Erde mit hohem Kokosfaser-Anteil.

Gummibaum in einem weiß-gelb dekorierten Schlafzimmer
Der Gummibaum (Ficus elastica) ist eine sehr pflegeleichte Zimmerpflanze.
© Adobe Stock / bulashenko

Gummibaum gießen und düngen

Obwohl der Gummibaum aus feucht-tropischen Regionen stammt, ist sein Wasserbedarf eher gering. Im Winter benötigt er sogar noch weniger Wasser. Staunässe mögen seine Wurzeln gar nicht, weshalb Sie ihn am besten erst dann gießen oder in Wasser tauchen, wenn die obere Erdschicht getrocknet ist. Bewährt hat sich das Eintauchen des Wurzelballens in einen Eimer mit Wasser. Sobald keine Luftbläschen mehr aufsteigen, hat das Substrat genug Wasser aufgenommen und kann herausgenommen werden. So vermeiden Sie Wurzelfäule, die im schlimmsten Fall zum Absterben der gesamten Pflanze führen kann. Tipp für die Gießkanne: Töpfe mit Abzugslöchern vermeiden, dass sich im Substrat zu viel Wasser sammeln kann.

Im Frühjahr und Sommer kann der Ficus alle zwei Wochen mit Grünpflanzendünger versorgt werden. Nach jeweils zwei Jahren braucht der Gummibaum einen zwei Finger größeren Topf. Beim Umtopfen sollte der Ballen komplett durchwurzelt sein.

Blatt-Pflege beim Gummibaum

Mit der Zeit lagert sich auf den großen, glänzenden Blättern der Pflanze Staub an. Dadurch wird die Lichtaufnahme des Ficus elastica reduziert: Er wächst schlechter und ist krankheitsanfälliger. Um dies zu vermeiden, sollten Sie die Blätter regelmäßig mit einem weichen Tuch abwischen. Bei kleinen, handlichen Pflanzen können Sie den Ficus unter der Dusche abbrausen. Hierfür stecken Sie den Wurzelballen zuerst in einen Folienbeutel, damit die Erde nicht durchnässt wird. Tipp: Im Winter können Sie den Gummibaum durch Einsprühen mit kalkarmem Wasser vor zu trockener Heizungsluft bewahren.

Gummibaum
Brausen Sie Ihren Gummibaum regelmäßig ab, dann glänzen die Blätter und die Pflanze bleibt vital.
© Adobe Stock / luciezr

Ihr Gummibaum verliert Blätter?

Dies kann verschiedene Gründe haben:

• Er steht zu feucht.

• Er bekommt zu wenig Licht.

• Ihre Pflanze hat Schädlinge wie Woll- oder Schildläuse.

• Selbst wenn Ihr Gummibaum jahrelang nicht umgetopft wurde, kann dies die Ursache sein.

• Auch wenn der Gummibaum über lange Zeit nicht abgestaubt wurde, kann er gelbe Blätter bekommen und sie anschließend verlieren.

Gummibaum schneiden

Eigentlich muss der Gummibaum nicht geschnitten werden. Nimmt er jedoch zu große Ausmaße an, können Sie die Triebe nach Bedarf kürzen. Beim Anschneiden tritt ein milchiger, klebriger Saft aus den Leitbahnen des Gummibaums, der Flecken hinterlassen kann. Diese lassen sich schlecht entfernen. Legen Sie deshalb beim Kürzen einen Fußbodenschutz unter den Baum und verwenden Sie Handschuhe.

Die Pflanze sollte auch dann geschnitten werden, wenn Sie einen buschigen oder kompakten Wuchs bevorzugen. Dazu bietet sich ein Rückschnitt an, den Sie bestenfalls gegen Ende des Winters vornehmen. Setzen Sie den Schnitt über einem Blatt an und entfernen Sie abgestorbene oder störende Triebe direkt am Ansatz.

Ist der Gummibaum giftig?

Alle Feigen-Arten, auch der Ficus elastica, sind für Haustiere giftig. Insgesamt wird der Gummibaum jedoch als nur schwach giftig eingestuft.

Gummibaum vermehren

Einen Gummibaum können Sie auf unterschiedliche Weise durch Ableger (näher: Kopf- und Knotenstecklinge) oder das sogenannte Abmoosen vermehren. Der ideale Zeitpunkt für die Vermehrung von Zimmerpflanzen ist das Frühjahr, denn da gewinnen die Pflanzen durch die zunehmende Sonnenintensität an Kraft. Tipp: Verbinden Sie die Vermehrung des Gummibaumes direkt auch mit dem nächsten Umtopfen in neues Substrat. Das sorgt für ideale Wachstumsbedingungen.

Gummibaum vermehren durch Kopfstecklinge
Diese Vermehrungsmethode ist besonders einfach. Hierfür schneiden Sie knapp unterhalb einer Blattansatzstelle eine gesunde Triebspitze von ca. 5 bis 10 Zentimetern Länge ab. Verwenden Sie hierfür ein scharfes Messer, mit dem Sie einen schrägen Schnitt vornehmen. Anschließend entfernen Sie alle unteren Blätter (das oberste Blatt bleibt), entfernen ggf. austretenden Milchsaft mit einem Tuch und stellen den Steckling zum Bewurzeln in ein schmales Glas mit warmem Wasser oder in einen Topf mit frischer Anzuchterde. Platzieren Sie den Steckling an einen hellen, warmen Ort ohne direkte Sonne und besprühen Sie ihn regelmäßig mit kalkfreiem Wasser. Innerhalb der nächsten ein bis zwei Monate sollten Ihre Stecklinge genügend Wurzeln gebildet haben. Tipp: Bei der Bewurzelung im Glas sollten Sie das Wasser alle zwei Tage erneuern.

Gummibaum vermehren durch Knotenstecklinge
Insbesondere wenn Sie eine großblättrige Ficus-Art besitzen, bietet sich die Vermehrung durch Knotenstecklinge (auch Augenstecklinge genannt) an. Hierbei handelt es sich um 2 bis 3 Zentimeter lange, verholzte Sprosse mit einem Blatt und einem gut ausgebildeten Auge (= ruhende Knospe). Das Sprossenstück setzen Sie in einen Topf mit Anzuchterde und platzieren den Steckling an einem hellen, warmen Standort ohne direkte Sonne.

Gummibaum vermehren durch Abmoosen
Eine weitere Vermehrungsmethode für großblättrige Gummibäume ist das sogenannte Abmoosen, bei dem Sie aus einer sehr großen Pflanze zwei kleinere gewinnen. Beim Abmoosen schneiden Sie den Stamm waagerecht unterhalb des dritten oder vierten Blattansatzes ein. Achten Sie hierbei darauf, einen schräg nach oben gesetzten Schnitt vorzunehmen, der maximal bis zur Mitte des Stammes führt. Klemmen Sie anschließend einen kleinen Keil oder z.B. ein Streichholz in die Einkerbung, damit die Schnittstelle nicht wieder zuwachsen kann. Als nächstes umhüllen Sie die Schnittstelle mit nassem Moos und wickeln Sie sie mit Frischhaltefolie ein oder binden Sie sie unterhalb der Schnittstelle fest. Nach sechs Wochen sollten sich Wurzeln gebildet haben. Jetzt können Sie das bewurzelte obere Stück abnehmen und in humusreiche Erde pflanzen.

Krankheiten und Schädlinge beim Gummibaum

Der Gummibaum gilt als pflegeleichte Zimmerpflanze und ist in der Regel robust gegen Krankheiten und Schädlinge. Es schadet jedoch nicht, wenn Sie Ihren Gummibaum regelmäßig auf Woll- und Schildläuse kontrollieren. Sie erkennen einen Befall daran, dass die Blätter vertrocknen und sich gelb färben. In einem solchen Fall isolieren Sie die Pflanze und entfernen die Schädlinge mit einem Tuch, durch Abspritzen mit einem scharfen Wasserstrahl oder mithilfe von Neemöl. Sollte Ihr Gummibaum von Trauermücken heimgesucht werden, hilft ebenfalls Neemöl und das Aufstellen von Gelbstickern.

Gummibaum in Nahaufnahme mit mehrfarbigen Blättern
© Adobe Stock / bozhena_melnyk

SCHÖNER WOHNEN-Tipp zum Gummibaum

Nicht nur mit den klassischen, dunkelgrün-glänzenden Blättern gibt es den Gummibaum, sondern mittlerweile auch mit panaschierten Blättern. Panaschiert bedeutet, dass die Blätter mehrfarbig und gefleckt ausgebildet sind. Dieser Ficus elastica var. variegata besitzt eine spannende Farbzusammenstellung aus dunkelgrünen und hellgrünen Blättern mit weißer unregelmäßiger Umrandung. Fast ein bisschen wie ein Camouflage-Muster wirkt die Farbkomposition, in jedem Fall aber ungewöhnlich und attraktiv.


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