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Petunie

Petunien
© Adobe Stock / saurav005

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Petunien (Petunia) gehören zu den klassischen Sommerblumen. Besonders beliebt sind ihre Sorten bei Balkonbesitzern, weil sie wie Geranien (Pelargonien) selbst in kleinen Blumenkästen maximale Blütenfülle bieten. Außerdem vertragen ihre großen Blüten sowohl volle Sonne und Hitze als auch einen Starkregen. Übrigens: Es gibt eine Blumen-Gattung, die den Petunien stark ähnelt. Sie heißt Calibrachoa. Sie hat kleinere Blüten, verzweigt stärker und duftet nicht. Die beiden Pflanzen lassen sich leicht verwechseln, ein markanter Unterscheidungspunkt ist jedoch der Geruch. Petunien haben im Gegensatz zur Calibrachoa einen charakteristischen Duft. Hübsch und blühfreudig sind sie aber beide!

Petunien-Pflege: So geht es richtig

Wenn Sie ein Optimum bei der Petunienblüte erreichen möchten, müssen die Pflanzen einmal die Woche gedüngt werden. Insbesondere dann, wenn die Blumen im Gefäß gehalten werden. Petunien sind Starkzehrer, das bedeutet, dass sie einen hohen Nährstoffbedarf haben. Verwenden Sie am besten einen flüssigen Volldünger, den Sie mit ins Wasser geben. Ein solcher Dünger hat ein ausgeglichenes Verhältnis aus den wichtigsten Nährstoffen Stickstoff, Phosphor und Kalium. Verwelkte Blüten werden zum Pflegen einfach ausgeknipst, damit sich wieder neue Knospen bilden können. Die letzte Düngung des Substrats kann im September vorgenommen werden.

Standort: Petunien pflanzen

Für einen guten Wuchs benötigen Petunien einen geschützten, sonnigen bis halbschattigen Standort. Der Boden oder die Topferde im Kübel müssen nährstoffreich sein. Vermeiden Sie außerdem Staunässe in den Pflanzgefäßen, da die Wurzeln ansonsten anfangen zu faulen oder sich Krankheiten wie Mehltau entwickeln können.

Petunien im Kübel
Schöne Pflanzmöglichkeiten: Petunia 'Miss Marvelous' kombiniert mit Eisenkraut (Verbena), den rotlaubigen Blättern der Süßkartoffel (Ipomoea) und Silberblatt bzw. Weißfilzigem Greiskraut (Jacobaea maritima).
© Schöner Wohnen / Vanessa Schmitt

Petunien-Samen: So vermehren Sie Petunien

Petunien lassen sich über Samen vermehren. Wenn Sie die braunen Blütenblätter nicht ausknipsen, werden sich bei der Petunie Samenstände bilden. Aber Achtung: Viele der im Handel erhältlichen Petunien sind sogenannte F1-Hybriden. Sie sind das Ergebnis einer Kreuzung von zwei verschiedenen Petunienarten. Das kann dazu führen, dass bei manchen Nachkommen keine Samen ausgebildet werden oder nur unfruchtbare. Oder die Petunien-Hybride bildet Samen aus, die dann aber keinerlei Ähnlichkeit mit der Mutterpflanze aufweisen. In jedem Falle, ob reine oder hybridisierte Art, ist es einen Versuch wert, die Petunie über Samen zu vermehren und sich auf das Ergebnis zu freuen:

  1. Nach der Blüte bilden sich Samenkapseln an der Petunie.
  2. Die Samen brauchen nun einige Wochen, bis sie reif sind. Testen Sie bei der Petunie 1-2 Kapseln, ob die Samen bereits schwarz und lose sind. Dann sind sie reif.
  3. Bewahren Sie die Samen trocken bis zum nächsten Frühjahr auf.
  4. Zum Anfang des darauffolgenden Jahres können Sie die Samen auf der Fensterbank oder im geschützten Gewächshausaussäen.
  5. Petuniensamen sind Lichtkeimer, also bitte keine Erde über die Samen säen.
  6. Zur schnelleren Keimung können Sie die Samen mit einer durchsichtigen Haube abdecken, damit ein Mikroklima entsteht.
  7. Die Keimdauer beträgt 10–20 Tage bei 18–24 °C.
  8. Sobald sich an den Jungpflanzen 3-4 Laubblätter gebildet haben, können die Petunienpflanzen in eigene Töpfe ausgepflanzt werden.
  9. Bringen Sie die Pflanzen erst ins Freiland, sobald keine Frostgefahr mehr herrscht. Bis dahin müssen Sie frostfrei und hell stehen.
  10. Zur endgültigen Pflanzung, wenn die Petunien als Bodendecker ins Beet oder den Steingarten gepflanzt werden sollten, halten Sie am besten einen Pflanzabstand von 30 x 40 cm ein, damit die Petunien genügend Platz zum Ausbreiten haben.

Petunien vermehren per Steckling

Haben Sie eine schöne Petunie auf Ihrem Balkon oder der Terrasse stehen? Dann machen Sie doch mehrere aus ihnen! Zu Beginn des Sommers lassen sich von der Petunie ganz einfach Stecklinge abnehmen und zu großen eigenständigen Pflanzen heranziehen.

So gehen Sie am besten dabei vor:

  1. Schneiden Sie mit einem scharfen Messer Kopfstecklinge von der Mutterpflanze ab. Das sind frisch beblätterte Triebspitzen, die ca. 5 cm lang sind.
  2. Die untersten Blätter werden entfernt, damit der Steckling ausreichend Energie in die Wurzelbildung stecken kann und um Schimmelbildung in der Erde zu vermeiden.
  3. Decken Sie die Stecklinge mit einer durchsichtigen Haube ab.
  4. Stellen Sie sie warm und ohne direkte Sonneneinstrahlung.
  5. Nun warten Sie, bis sich das erste neue Laubblatt am jeweiligen Steckling gebildet hat, dann können Sie Ihre neuen Terrassen- oder Balkonblumen auspflanzen.

Vielfälige Blütenfarben bei Hänge-Petunien

Ob im Balkonkasten, in der Ampel oder als Bodendecker: Hängepetunien (Petunia x atkinsiana) erfreuen uns mit ihren hängenden Trieben fast das ganze Jahr über. Von Mai bis zum ersten Frost erneuern sie unermüdlich ihre Knospen und öffnen ihre samtigen Trompetenblüten in den schönsten Farben von Weiß, über Gelb, allen Rottönen bis fast zu einem Schwarz. Es gibt sogar gefüllte Hängepetunien wie die 'Double Duo Pink', deren Blüten schon fast an Rosen erinnern. Die einjährigen Petunien-Schönheiten gibt es entweder im Gartencenter mit üppigem Blütenbehang zu kaufen oder Sie säen Ihre Hängepetunien selbst aus. Die Aussaat beginnt bereits früh im Jahr.

Petunien
Geradezu kaskadenartig fließen die Hängepetunien von der Bretterwand – getopft in Pflanzkästen und -säckchen.
© Adobe Stock / Ruckszio

Sind Petunien giftig?

Ja, Petunien sind giftig, da sie zu den Nachtschattengewächsen (Solanaceae) gehören. Alle Nachtschattengewächse enthalten das Gift Solanin. Zu den Solanaceae gehören auch die Kartoffeln und Tomaten, deren grüne Bestandteile ebenfalls giftig sind. Der Verzehr von Petunien kann sowohl bei Menschen als auch bei Haustieren Vergiftungserscheinungen hervorrufen.

SCHÖNER WOHNEN–Tipp zu Petunien

Ursprünglich stammen die Petunia-Arten wie Petunia bonjardinensis oder die Elternart der Garten-Petunie (Petunia integrifolia subsp. Integrifolia) aus Brasilien. Dort wächst die Petunie nicht als einjährige Pflanze, sondern als Staude. Wenn Sie auch einmal versuchen möchten, die Petunie mehrjährig zu halten, dann müssen Sie sie vor dem Winter und am besten noch vor der Samenbildung zurückschneiden. Sobald der Frost naht, stellen Sie Ihre Petunie zum Überwintern geschützt und hell auf. Da es sich um eine Kalthauspflanze handelt, kann die Temperatur ruhig unter zehn Grad Celsius sinken. Gießen Sie nur gelegentlich und kontrollieren Sie die Petunie regelmäßig auf Schädlinge.

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