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Ob klein, ob groß – das Löwenmäulchen (Antirrhinum majus) ist ein fleißiger Frühsommerblüher. Außerdem gibt es die Pflanzen in fast jeder Farbvariante von Rosa, über Rot, Orange, bis zu Gelb und Lila. Eigentlich ist Antirrhinum majus eine ausdauernde Staudenart, die erhältlichen Sorten leben bei uns aber alle oft nur einjährig. Auch wenn das Löwenmaul uns nur für eine Saison beglückt, so bringt sie dafür permanent üppige Blütenripsen hervor und einige duften sogar zart nach Zitrone!
Das Löwenmäulchen ist eine richtige kleine Blütenfabrik: Je öfter Sie Blütenstiele herausschneiden, desto mehr Blüten treibt es aus! Und nicht nur im Beet ist sie ein Prachtexemplar, auch in der Vase macht sie mit ihren bis zu 80 Zentimetern hohen Stielen mächtig Eindruck. Zu pflanzen brauchen Sie dafür nur die richtigen Sorten wie beispielsweise 'Madame Butterfly Mix', die langstielig wächst. Im Kasten auf dem Balkon sollten die Blühpflanzen eher klein bleiben, damit sie bei Sturm nicht umknicken können. Sie können dafür zum Beispiel kleine Sorten wie Antirrhinum 'Twinny' mit einer Wuchshöhe von 20 Zentimetern kaufen.
Der richtige Standort für Löwenmäulchen
Das Löwenmaul ist nicht sehr anspruchsvoll an den Standort, ein spezielles Substrat wird nicht benötigt. Es sind die klassischen Bedingungen, die viele Pflanzen bevorzugen: Sonnig sollte es sein, außerdem bevorzugt das Löwenmaul einen humosen, lockeren, stets frischen Boden und Platz. Staunässe sollten unbedingt vermieden werden. Achten Sie daher beim Gießen darauf, dass das überschüssige Wasser am Standort gut abfließt. Im Laufe des Jahres ist außerdem ein Stützgerüst zum Anbinden sinnvoll, da ein kräftiger Regenguss das Laub und die Blüten schwer macht und dadurch die Pracht schnell umknicken kann.
Löwenmäulchen pflanzen und vermehren
Klassischerweise werden Löwenmäulchen nicht gepflanzt, sondern ausgesät. Aber selbstverständlich können Sie auch vorgezogene Löwenmäuler in der Gärtnerei kaufen. Das erspart einiges an Arbeit, denn man kann die blühenden Pflanzen direkt ins sonnige Beet oder in den Topf setzen. Bei der Aussaat ist mehr Zeit zu investieren und sind etliche Arbeitsschritte zu leisten. Als Lohn hat man dafür jedoch die freie Auswahl. So gibt es Sorten wie 'Twinny Appleblossom' oder 'Lucky Lips', die zum Teil sogar zweifarbig blühen.
Für die Aussaat gehen Sie am besten folgendermaßen vor:
- Säen Sie die Löwenmäulchensamen in Anzuchterde.
- Achtung: Sie sind sehr fein und nicht größer als ein Sandkorn. Arbeiten Sie am besten in einem windgeschützten Bereich.
- Feuchten Sie die Erde vor der Aussaat an.
- Pro Anzuchttöpfchen sollten Sie nicht mehr als zwei Samen einsäen, auch wenn die Verlockung bei der geringen Größe der Samenkörner groß ist. Wenn Sie sich jedoch beschränken, müssen Sie nicht so schnell vereinzeln (pikieren).
- Decken Sie die Anzuchttöpfchen nach der Aussaat mit Folie oder einem Deckel ab, so entsteht ein positives Mikroklima.
- Die Keimung dauert ca. 1-3 Wochen bei 20 °C, dann erscheinen die ersten Minisämlinge.
- Nun heißt es warten, bis die Pflanzen 10 bis 15 cm groß sind.
- Sobald es im Garten dauerhaft frostfrei ist, können Sie die Jungpflanzen ins Beet pflanzen.
Extra-Tipp: Wenn Sie die Aussaat monatlich bis Juni wiederholen, haben Sie bis zum September ein Blütenmeer von Löwenmäulchen im Garten.

Löwenmäulchen pflegen und schneiden
Der beste Pflegetipp ist wahrscheinlich, die Triebspitzen zu entfernen. Was bedeutet das? Wenn Sie die Löwenmäulchen selbst aussäen, sollten Sie die Jungpflanzen entspitzen, sobald sie fünf Laubblattpaare ausgebildet haben. Entspitzen heißt, dass Sie die Pflanzenspitze in ungefähr fünf bis zehn Zentimeter Länge abschneiden. Das verzögert zwar den Blütenstart, fördert aber enorm die Verzweigung und somit die Ausbildung mehrerer Blütenkerzen. In der Blühphase sollten Sie regelmäßig – zweimal pro Monat – düngen. Als Dünger bieten sich Kompost oder Hornspäne an.
Schädlinge am Löwenmäulchen
Mit dem Löwenmäulchen haben Sie einen zuverlässigen Partner im Beet, dem nichts so schnell etwas anhaben kann. Schnecken machen einen Bogen um Antirrhinum und Pilze treten nicht in Erscheinung. Einzig der Löwenmäulchenrost (Puccinia antirrhini) kann der einjährigen Pflanze Schaden zufügen. Da die Bekämpfung von Rostpilzen schwierig ist, ist Vorbeugung die beste Maßnahme. Pflanzen Sie die Löwenmäulchen nicht zu dicht, dann wird der Bestand gut durchlüftet und die Gefahr von Rostpilzen reduziert sich. Sobald Sie von Rost befallene Blätter sehen, entfernen Sie diese umgehen!

Blütezeit: Wann blüht das Löwenmäulchen?
Wenn Sie im März mit der Aussaat beginnen, dann können Sie ab Juni mit der ersten Blüte von Antirrhinum im Garten oder Kübel rechnen.
Sind Löwenmäulchen winterhart?
Auch wenn das Große Löwenmäulchen ursprünglich mehrjährig ist, lässt es sich leider nicht mehr als Staude halten. Seine Züchtungen sind nicht winterhart. Es stirbt ab, sobald die Temperaturen unter null Grad Celsius fallen.
Sind Löwenmäulchen giftig?
Viele vermuten fälschlicherweise, dass das Löwenmäulchen giftig sei. Das liegt wohl daran, dass das Löwenmäulchen, genau wie der hochgiftige Fingerhut, zur gleichen Pflanzenfamilie der Wegerichgewächse gehört. Aber auch der Ehrenpreis und der Spitzwegerich gehören zu dieser Familie und die sind wie das Löwenmäulchen nicht giftig.
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