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Flieder

Fliederblüte

Steckbrief

Pflanzenname
Flieder
Erntezeitpunkt
-
Botanischer Name
Syringa vulgaris
Jahreszeitlicher Laubrhythmus
laubabwerfend
Pflanzenfamilie
Ölbaumgewächse
Pflanzengröße
ca. 7 m
Herkunft
Asien, Südosteuropa
Pflanzzeit
September Oktober November
Winterhärte
winterhart
Aussaatzeit
September Oktober November
Pflanzentyp
asiatische Pflanzen Bäume Bienenweidepflanzen Duftpflanzen Frühblüher Gartenpflanzen Heckenpflanzen Kübelpflanzen mehrjährige Pflanzen Schnittblumen Sichtschutzpflanzen Sträucher Terrassenpflanzen Zierstrauch
Gartenstil
Bauerngarten Chinesischer Garten Cottage-Garten Dachgarten Englischer Garten romantischer Garten
Pflege
düngen, schneiden, auf Schädlinge achten
Pflegeaufwand
einfach
Blütezeit
Mai Juni
Vermehrung
Absenker, Wurzelausläufer
Blütenfarbe
pink rosa violett weiß
Bodenbeschaffenheit
durchlässig humos kalkhaltig lehmig mäßig feucht nährstoffreich
Blattform
herzförmig
Lichtbedingungen
sonnig
Essbare Früchte
-
Schädlinge/Krankheiten
-
giftig
ja
unter Naturschutz
-
In diesem Artikel
Flieder pflanzen
Flieder schneiden: Wann sollte man Flieder zurückschneiden?
Flieder pflegen: Fliederbaum oder Fliederbusch?
Flieder vermehren: Wurzelausläufer und Absenker
Ist Flieder giftig?
Flieder-Sorten und Flieder-Arten
Fliederstrauß: So hält sich Flieder lange in der Vase

"Wenn der weiße Flieder wieder blüht" ist nicht nur ein berühmter deutscher Heimatfilmklassiker mit Romy Schneider, sondern auch der Moment im Frühjahr, wenn sich die Knospen des Flieders öffnen und sie ihren parfümartigen, charakteristischen Duft im Garten verströmen. Ihre im Wind wogenden Blütendolden läuten den Monat Mai und den Start ins Gartenjahr ein. Es gibt aber nicht nur den weißen Flieder, die typische Fliederfarbe ist Lila. Flieder heißt im Englischen aus diesem Grund auch lilac. Aber nicht nur am Baum, auch in der Vase verbreitet der Flieder große Freude.

Flieder pflanzen

Flieder (Syringa vulgaris) in Ihren Garten zu pflanzen ist ganz einfach:

  1. Heben Sie im Boden ein doppelt so großes Pflanzloch wie die Erdballengröße des Flieders aus.
  2. Je nachdem, wie nährstoffreich Ihr Gartenboden beschaffen ist, reichern Sie die ausgehobene Erde vor der Pflanzung mit zwei bis vier Schaufeln gut verrottetem Kompost an.
  3. Anschließend muss der Wurzelballen leicht aufgelockert werden. Entfernen Sie dazu etwas von der Containererde und zupfen Sie die vom Pflanztopf festgedrückten Wurzeln vorsichtig auseinander. Das erleichtert dem Flieder das Anwachsen.
  4. Dann setzen Sie den Flieder ins Pflanzloch, sodass der Wurzelballen ungefähr mit dem Erdniveau abschließt.
  5. Schaufeln Sie die vorbereitete nährstoffreiche Erde ins Pflanzloch und formen Sie einen Gießring um den Stamm oder die Stämmchen.

Meist dauert es mehrere Jahre, bis der Flieder richtig üppig blüht. Von da an werden Sie aber auch jahrzehntelang Freude an dem außergewöhnlichen Blütengehölz haben.

Flieder schneiden: Wann sollte man Flieder zurückschneiden?

Flieder bildet seine Blüten bereits im Sommer aus. Das bedingt einen Rückschnitt direkt nach der Blütezeit. Die Pflege- und Auslichtungsschnitte sollten beim Flieder daher sofort durchgeführt werden, sobald die Blüten braun sind. Sich überkreuzende Äste dabei einkürzen, brüchige oder gar kranke Zweige werden komplett ausgeschnitten. Ist der Durchmesser der Astschnittstelle größer als vier Zentimeter, sollten Sie die Wunde mit Baumwundharz verschließen, um möglichen Krankheitserregern keine Eintrittspforte zu bieten. Als Schnittmaßnahme kürzen Sie außerdem lange, sparrige Äste ein, damit der Flieder viele Blütenknospen ausbildet.

Fliederbüsche im Garten

Flieder blüht weiß, violett, rosa oder rosé.

Flieder pflegen: Fliederbaum oder Fliederbusch?

Der Flieder gehört botanisch zu den Sträuchern, er wächst also mehr wie ein Busch als ein Baum. Je nachdem wie Sie in ihn schneiden, können Sie den Flieder auch zu einem Baum erziehen. Es wird dabei kein Baum mit einem durchgehenden Leittrieb entstehen, dafür aber mit einer Krone und mehreren kräftigen Stämmchen. Für kleine Gärten ist übrigens solch ein Baumerziehungsschnitt des Flieders sehr sinnvoll, da der Flieder als Baum weniger Platz einnimmt als in Strauchform. Um eine Baumkrone zu erzielen, werden maximal vier Leittriebe stehen gelassen und alle Wurzelausläufer ringsherum entfernt. Als Dünger für Ihren Flieder können Sie einmal pro Jahr Kompost auf dem Wurzelbereich verteilen. So erhält er ausreichend Nährstoffe.

Flieder vermehren: Wurzelausläufer und Absenker

Flieder bildet am Baumstamm Wurzelausläufer. Diese können im Frühjahr oder Herbst ausgegraben und mit einem beherzten Spatenstich abgetrennt werden. Dafür sollten diese etwa 30 bis 50 Zentimeter groß sein. Pflanzen Sie die Ausläufer direkt wieder an einen für Flieder geeigneten Standort. Das heißt, der Platz für den neuen Flieder sollte sonnig und nährstoffreich sein.

Im Frühjahr können Sie vom Fliederbusch auch Absenker herstellen. Dazu werden dünne, im Durchmesser etwa ein Zentimeter große Zweige auf die Erde gebogen, mit Erde überhäufelt und gegen das Wiederaufrichten mit einem Stein fixiert. Nach einem Jahr wird der Absenker von Mutterpflanze abgeschnitten, ausgegraben und an einem neuen Ort eingepflanzt.

Ist Flieder giftig?

Auch wenn Flieder so lieblich aussieht, sollten empfindlicher Menschen bei Arbeiten am Flieder lieber Handschuhe tragen. Alle Pflanzenteile von Flieder sind schwachgiftig.

Flieder-Sorten und Flieder-Arten

Ob als Wildflieder oder speziell gezüchtete Sorten von Edelflieder – Flieder gibt es in vielzähligen Formen und Farben.

Fliederarten für den Garten:

  • Gemeiner Flieder, Wildflieder (Syringa vulgaris): Großstrauch, lilablühend, wird bis zu 6 m hoch, stark duftend.
  • Zwerg-Duftflieder, Zwergflieder (Syringa meyeri): zart-rosa, wird maximal 150 cm groß, reichblühend, Nachblüte im September.
  • Bogenflieder (Syringa reflexa): rosa-pink, trichterförmiger Wuchs, schnell wachsend, wird bis zu 4 m hoch.
  • Ungarischer Flieder (Syringa josikaea): zart-rosa weiß. Halbschatten vertragend, schnell wachsend, wird bis zu 4 m hoch.
  • Chinesischer Flieder (Syringa chinensis): toleriert Trockenheit, breitbuschig wachsend, dichte Blütenrispen, intensiver Duft, lila-pink, wird bis zu 4 m hoch.
  • Koreanischer Flieder (Syringa patula): violett-rosa, duftend, wird bis zu 2 m hoch, reichblühend.
  • Kanadischer Flieder (Syringa prestoniae): spätblühend, wird 3-4 m hoch, breitbuschig wachsend,  

Extra-Info: Sommerflieder ist keine Fliederart, sondern eine eigenständige Gattung, die Buddleja. Aufgrund der ähnlichen Blütendolden führt sie lediglich den Namen.

Beliebte Sorten:

  • Syringa 'Declaration': große, duftende Rispen, rötlich-violett.
  • Syringa 'Madame Florent Stepman': weißblühend, schöner Duft.
  • Syringa 'Yankee Doodle': üppig blühend, lila.
  • Syrina 'Andenken an Ludwig Späth': duftend, Insektennährgehölz
  • Syringa vulgaris 'Mme Lemoine': weiß, duftend, ideal für Kübel, rispenförmige Blüten
Weißer Flieder

Sehr elegant wirkt der weiße Flieder – übrigens nicht nur am Strauch, sondern auch in der Vase. Lesen Sie in unseren Tipps, wie sich die Zweige am längsten frisch halten.

Fliederstrauß: So hält sich Flieder lange in der Vase

  1. Wählen Sie für den Schnitt die Blütendolden aus, die zur Hälfte oder zu einem Dreiviertel geöffnet sind. Das garantiert eine längere Haltbarkeit in der Vase als bei jenen, die bereits vollständig geöffnete Blüten aufweisen.
  2. Schneiden Sie Ihren Flieder, wenn es nicht zu heiß ist. Meistens bietet sich der frühe Morgen an.
  3. Stellen Sie die geschnittenen Fliederzweige unmittelbar nach dem Schnitt – am besten noch neben dem Strauch ­– in einen Eimer kaltes Wasser.
  4. Entfernen Sie den Großteil der Laubblätter, um die Verdunstung zu minimieren.
  5. Schneiden Sie den Stiel am unteren Ende 5–10 cm ein. Je nachdem wie dick der Zweig ist, schneiden Sie einmal der Länge nach und zwei Mal, sodass ein Kreuz entsteht.
  6. Biegen Sie die Stielenden auseinander und stellen Sie die Zweige zurück in kühles Wasser.
  7. Um den Fliederzweigen genug Zeit zu geben, effizient Wasser aufzusagen, stellen Sie die Zweige zunächst kühl und dunkel, bevor sie beginnen, das Fliederbouquet zu binden.
Fliederblüte

Schöner Wohnen-Tipp zu Flieder

Im Hoch- und Spätsommer kommt es am Fliederbusch oftmals zu einem interessanten Phänomen. Rings um die Äste finden sich plötzlich Ringe aus abgeknabberter Rinde; die Späne ist meist unter dem Busch zu finden. Doch welches Tier hat diesen Schaden verursacht und beeinträchtigt dieser die Vitalität des Flieders? Die Antworten darauf sind erstaunlich: Es sind Hornissen, die sich im August und September vom süßen, kohlenhydrathaltigen Saft des Flieders ernähren, indem sie die Rindenhaut abbeißen, um an die Leitbahnen des Strauches zu gelangen. Grundsätzlich ist die Verwundung für den Strauch verkraftbar. Nach einem Jahr ist sie meist wieder überwachsen. Bei größeren Ringeln stirbt gelegentlich der obere Astteil ab. Aber das ist ebenfalls für den Strauch verkraftbar.

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