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Rhabarber pflanzen

Rhabarber (Rheum rhabarbarum)

Steckbrief

Pflanzenname
Rhabarber, Gemüse-Rhabarber, Gewöhnlicher Rhabarber
Erntezeitpunkt
April Mai Juni
Botanischer Name
Rheum rhabarbarum
Jahreszeitlicher Laubrhythmus
laubabwerfend
Pflanzenfamilie
Knöterichgewächse‎
Pflanzengröße
ca. 1,5 m
Herkunft
Asien
Pflanzzeit
März April
Winterhärte
winterhart
Aussaatzeit
-
Pflanzentyp
asiatische Pflanzen Beetpflanzen Bienenweidepflanzen Blattschmuckpflanzen Gartenpflanzen Gemüsepflanzen Heilpflanzen mehrjährige Pflanzen Nutzpflanzen Schnittblumen Sommerblumen Stauden winterharte Pflanzen winterharte Stauden
Gartenstil
Bauerngarten Blumengarten Chinesischer Garten Cottage-Garten Englischer Garten Garten für Anfänger Gemüsegarten moderner Garten Naturgarten Nutzgarten Obstgarten pflegeleichter Garten romantischer Garten Selbstversorger-Garten Staudengarten
Pflege
düngen, wässern, große Pflanzen teilen
Pflegeaufwand
einfach
Blütezeit
Juni Juli August
Vermehrung
Wurzelschnittlinge, Teilung
Blütenfarbe
gelb grün rosa weiß
Bodenbeschaffenheit
feucht humos locker mäßig feucht nährstoffreich
Blattform
nierenförmig
Lichtbedingungen
halbschattig
Essbare Früchte
-
Schädlinge/Krankheiten
Pilzerkrankungen
giftig
-
unter Naturschutz
-
In diesem Artikel
Rhabarber im Garten
Rhabarber pflanzen
Rhabarber: Vielfalt der Sorten
Rhabarber düngen
Rhabarber ernten
Rhabarber pflegen
Rhabarber vermehren
Ist Rhabarber giftig?
Rhabarber einfrieren

Fruchtig-sauer und köstlich im Geschmack – Rhabarber (Rheum rhabarbarum) ist das typische Frühlingsgemüse. Genau, richtig gelesen: Rhabarber ist ein Gemüse und kein Obst, auch wenn seine Stangen gern für fruchtige Rezepte wie Kuchen, Kompott, Deserts oder auch Rhabarbersirup benutzt wird. Denn geerntet werden die Stängel und keine Früchte, somit zählt Rhabarber zu den sogenannten Stängelgemüsen. Verwandt ist Rheum rhabarbarum mit dem Sauerampfer (Rumex sanguineus). Sie gehören beide zu den Knöterichgewächsen und ihre Blätter sehen sich zum Verwechseln ähnlich. Auch der Sauerampfer ist als Wildkraut essbar! 

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Rhabarber im Garten

Mit seinen rotgrünen Rhabarberstangen und seinen bis zu 30 Zentimeter großen Blättern ist der Rhabarber als Staude ein auffälliges Gewächs. Gerade in Bauerngärten in Kombination mit Blumen wie Rosen oder Tulpen kommen die Blätter aufgrund ihrer Größe und den Blüten – wenn man sie denn stehen lässt – besonders gut zur Geltung und bieten sich außerdem als Unterpflanzung von Obstbäumen an.

Ursprünglich stammt der Rhabarber aus Asien und war gar nicht in Europa heimisch, was ihm letztendlich auch seinen Namen einbrachte. Rheum rhabarbarum – so der botanische Name – bedeutet so viel wie "fremde Wurzel". Mit der Zeit wurde in Deutschland daraus Rhabarber, in Frankreich "rhubarbe" und im Englischen "rhubarb". 

Rhabarber pflanzen

Sie möchten gern selbstgezogenen Rhabarber essen? Das ist gar nicht so schwierig! Der ideale Standort im Garten ist halbschattig mit einem stets leicht feuchten Boden. Für die Pflanzung setzen Sie mehrere Zentimeter große Wurzelstücke mit Knospen mit einem Abstand von etwa einem bis anderthalb Meter zu anderen Pflanzen und wenige Zentimeter tief in den Boden. Die Pflanzen werden groß und wachsen ausladend und das über viele Jahre! Im Winter ziehen sie sich ein, die Wurzeln vermehren sich jedoch während der Wachstumsperiode und treiben im Frühjahr großflächig aus. Bitte ernten Sie jedoch noch nicht gleich im ersten Jahr von ihrer neuen Rhabarberpflanze. Die Pflanze muss erst einwachsen und sich an den Standort gewöhnen. Im zweiten Jahr dürfen Sie dann jedoch schon mal von ihrem Rhabarber probieren und im dritten Jahr ihn richtig ernten.

Rhabarber (Rheum rhabarbarum) mit Pfahlwurzel

Eine ausgegrabene Rhabarberpflanze mit Pfahlwurzel und frischem Blattaustrieb.

Rhabarber: Vielfalt der Sorten

Es gibt nicht nur den einen Rhabarber! Wie bei Äpfeln variiert das Stängelgemüse je nach Sorte: Mal schmeckt der Rhabarber besonders fruchtig, kann er früher geerntet werden und sieht er auch mal ganz anders aus. Als Faustformel gilt dabei: Rote Sorten sind milder, grüne Varianten sind ertragreicher. Gängige Sorten sind:

  • 'Frambozen Rood': späte Sorte, die rote Stängel und grünes Fleisch besitzt. Wird aufgrund ihres Aromas auch als Himbeer- oder Erdbeer-Rhabarber bezeichnet.
  • 'Goliath' hat grüne Stiele und rotes Fleisch. Die Stiele werden bis zu 100 cm lang.
  • 'Holsteiner Blut': altbewährte Sorte mit roten Stielen. Hat ein mildes Aroma.
  • 'Timperley Early Staude': Gilt als frühester Rhabarber, der geerntet werden kann. Darum sind seine roten Stiele mit grünem Fleisch auch noch so zart, dass er nicht geschält wird.
  • 'The Sutton': halb rot, halb grün, mild im Geschmack.

Rhabarber düngen

Um Ihrem Rhabarber etwas Gutes zu tun, sollten Sie Ihn im Frühjahr düngen. Dazu eignet sich reife Komposterde oder Hornmehl. Die Düngegabe können Sie sich übrigens sparen, wenn sie die Pflanze gleich in direkter Nähe zum Kompost setzen. Die Erde ist für den Rhabarber dann stets mit ausreichend Nährstoffen versorgt, was eine reiche Ernte garantiert.

Rhabarber ernten

Die Erntezeit für Rhabarber beginnt im April und endet schon wieder Ende Juni. Als Orientierung dient der Johannistag am 24. Juni als letzter Tag der Ernte. Später wird nicht mehr geerntet, weil die Stängel dann zu hart werden und sich zu viel Oxalsäure angereichert haben. Zum Abernten Ihres Rhabarbers drehen Sie am besten die einzelnen Stiele um die eigene Achse und reißen sie dann mit einem kräftigen Ruck ab. Ernten Sie jedoch nie die gesamte Pflanze. Ein Drittel der Blätter muss immer zum Erhalt der Pflanze stehenbleiben, so sammelt sie wieder Kraft für das nächste Jahr. 

Rhabarber pflegen

Wer Rhabarber im eigenen Garten anbaut, sollte nicht nur bis zur Ernte denken. Gerade danach braucht die Pflanze unsere Aufmerksamkeit, da mit dem massiven Verlust von Blattmasse die Ernte für sie purer Stress war. Arbeiten Sie für die Erholung rund um die Pflanze im Juni / Juli reifen Kompost in den Boden ein. Das gibt dem Rhabarber notwendige Nährstoffe zurück und stärkt ihn. Vergessen Sie auch nicht, ihn zu wässern. Gerade in den heißen Sommermonaten benötigt er aufgrund seiner großen Blätter ausreichend Flüssigkeit. Bei guter Pflege kann eine Rhabarberpflanze acht bis 15 Jahre im Garten wachsen und gedeihen. 

Rhabarber vermehren

Wird der Rhabarber mit der Zeit zu groß, sollten Sie ihn im zeitigen Frühling teilen. Und keine Sorge, dass hält die Pflanze vital und kräftig. Gleichzeitig können Sie dadurch auch noch Ihren Rhabarber ganz einfach vermehren.

  • Graben Sie den Rhabarber aus.
  • Teilen Sie nun mit einem Spaten das freigelegte Wurzelwerk. Das kann auch mehrfach geschehen.
  • Achten Sie darauf, dass sich pro Wurzelstück mindestens vier bis fünf der roten Triebknospen befinden.
  • Nun können Sie die neuen Rhabarberwurzeln wieder an einem geeigneten Standort im Garten einpflanzen. 

Ist Rhabarber giftig?

Dazu gibt es leider ein Jein. Natürlich ist Rhabarber gesund, da er viele Vitamine und Mineralstoffe wie Vitamin C, Kalium, Calcium und Phosphor enthält. Außerdem enthält er kaum Fruchtzucker, was ihn zu einer guten Obstalternative für alle mit Fructose-Intoleranz macht. Jedoch enthält Rhabarber auch Oxalsäure – insbesondere in den Blättern, die daher als giftig gelten. Aber auch in seinen Stängel kommt Oxalsäure vor, was ihm unter anderem seinen säuerlichen Geschmack verleiht und zu dem stumpfen Gefühl auf den Zähnen führt. Das liegt daran, dass die Oxalsäure das Calcium im Körper chemisch bindet. Trinken oder essen Sie deshalb zum Rhabarber am besten als Ausgleich immer ein Milchprodukt dazu.

Bis zum Johannistag (24. Juni) geerntet, ist im Rhabarber die Konzentration der Oxalsäure für gesunde Menschen jedoch unbedenklich. Danach steigt sie an und darum sollte Rhabarber nach diesem Datum auch nicht mehr geerntet oder gegessen werden. Übrigens: Um den Oxalsäuregehalt zu senken, hilft es, Rhabarber zu schälen und zu kochen. Empfindliche Menschen oder mit Gicht sollten Rhabarber jedoch gleich ganz meiden. 

Rhabarber einfrieren

Sie möchten Ihren Rhabarber nicht nur in der klassischen Erntezeit genießen? Kein Problem. Sie können ganz leicht Rhabarber einfrieren. Schälen Sie ihn einfach und bereiten Sie ihn küchenfertig zu, dann einfach in einen Gefrierbeutel geben und in den Eissschrank legen. Alternativ dazu können Sie natürlich auch schon zubereitetes Rhabarberkompott portionsweise einfrieren. Beides hält sich gefroren bis zu einem Jahr. 

Rhabarber (Rheum rhabarbarum)

SCHÖNER WOHNEN-Tipp zu Rhabarber

Wussten Sie eigentlich, dass Rhabarber blüht? Wer reich ernten möchte, sollte die Blüte beziehungsweise schon die Blütenansätze immer von Hand entfernen und sie wie die Stiele herausdrehen. Dann steckt die Pflanze alle Kraft ins Wachstum ihrer Stängel. Nach der Ernte können Sie jedoch die Blüten wachsen lassen. Ein weiß-grünlicher Blütenstand ziert dann den Rhabarber im Beet. Entfernte Blüten müssen übrigens nicht auf den Kompost, sie können auch gegessen werden und wirken auch als außergewöhnliche Schnittblume in der Vase

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