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Möhren pflanzen

Möhrenpflanze (Daucus carota subsp. sativus) Blüte

Steckbrief

Pflanzenname
Möhre, Mohrrübe, Karotte, Gelbe Rübe, Wurzel, Rübli
Erntezeitpunkt
Mai Juni Juli August September Oktober November
Botanischer Name
Daucus carota subsp. sativus
Jahreszeitlicher Laubrhythmus
immergrün
Pflanzenfamilie
Doldenblütler
Pflanzengröße
ca. 1,5 m
Herkunft
Europa, Kleinasien
Pflanzzeit
-
Winterhärte
nicht winterhart
Aussaatzeit
Februar März April Mai Juni Juli
Pflanzentyp
Gemüsepflanzen Heilpflanzen Nutzpflanzen zweijährige Pflanzen
Gartenstil
Apothekergarten Balkongarten Bauerngarten Cottage-Garten Garten für Anfänger Gemüsegarten moderner Garten Naturgarten Nutzgarten Selbstversorger-Garten
Pflege
wässern, jäten, Schutznetz gegen Schädlinge, Fruchtfolge beachten
Pflegeaufwand
einfach
Blütezeit
Juni Juli August
Vermehrung
Aussaat
Blütenfarbe
weiß
Bodenbeschaffenheit
durchlässig humos lehmig locker mäßig feucht nährstoffarm sandig
Blattform
doppelt bis dreifach gefiedert an langen Stängeln
Lichtbedingungen
sonnig
Essbare Früchte
-
Schädlinge/Krankheiten
Alternaria Möhrenfliege
giftig
-
unter Naturschutz
-
In diesem Artikel
Wo kann man Möhren pflanzen und anbauen?
Anbau von Möhren: Wie unterscheiden sich die Sorten?
Möhren pflanzen: Was gilt es zu beachten?
So können Sie ganz leicht im Garten Möhren pflanzen
Möhren ernten, lagern und verwenden
Möhren pflanzen und Möhrenfliegen
Gemüseschutznetz als Bodyguard

Sie wollen im eigenen Garten Möhren pflanzen? Gute Idee! Möhren stehen als Wurzelgemüse ganz weit oben auf der Gemüse-Hitliste – auf Platz zwei, knapp hinter den Tomaten. Sie sind lecker, gesund und leicht anzubauen. Botanisch betrachtet sind sie Doldenblütler und damit mit Petersilie und Sellerie verwandt. Botaniker kennen die Pflanzen als Daucus carota subsp. Sativus. Umgangssprachlich heißen Möhren je nach Region auch Gelbe Rübe, Mohrrübe, Karotte, Wurzel oder Rübli. Für den Gärtner ist die Form dagegen entscheidend, ob die Wurzeln Möhre oder Karotte heißen. Möhren sind die langen, schmalen Sorten, Karotten haben runde und kurze Speicherwurzeln.

Alle Möhren sind zweijährig, werden aber einjährig angebaut. Im ersten Jahr bilden sich die Blätter und die dicken Speicherwurzeln. Die über einen Meter hohen Blütenstände entstehen erst im zweiten Jahr. Heutige Gartenmöhren sind Zuchtformen wilder Möhren aus Europa, Kleinasien und dem Mittelmeerraum und reich an Vitaminen und Mineralstoffen.

Wo kann man Möhren pflanzen und anbauen?

Ob im Garten oder auf dem Balkon: Möhren kauft man als Saatgut und sät es direkt ins sonnige Beet. Aber auch ein Hochbeet, Pflanzkübel und sogar Balkonkästen sind als Standort bestens geeignet. Die Pflanzgefäße müssen nicht mal besonders groß, aber mindestens 20 Zentimeter tief und mit Kübelerde gefüllt sein.

Im Beet ist ein lockerer, tiefgründiger, humoser und durchlässiger Boden wichtig. In sehr steinigen Böden drehen und winden sich Möhren um die Hindernisse. Das behindert das Wachstum,  sodass die Möhren zu deformierten Gebilden werden. 

Anbau von Möhren: Wie unterscheiden sich die Sorten?

Ob lang, kurz oder rund, ob orange, gelb oder violett: Möhrensorten unterscheiden sich deutlich in Farbe und Form, wobei sich runde Möhren besonders für kleine Pflanzgefäße eignen. Auch für steinige oder sehr lehmige Böden eignen sich runde Sorten, da sie nicht tief in die Erde reichen. Reich an wertvollen Vitaminen und Mineralstoffen sind sie jedoch alle. Vor der Vollreife geerntete Möhren sind generell süßer und zarter, lassen sich dann aber nicht lagern.

Für den Garten sind gerade die unterschiedlichen Reifezeiten der Möhren wichtig: Es gibt frühe Sorten, Sommersorten oder Herbstmöhren, die man auch einlagern kann.

  • Frühe Sorten wie 'Pariser Markt' oder 'Gonsenheimer Treib' sät man von Ende Februar bis Ende März unter Vlies aus, sobald der Boden schnee- und frostfrei ist. Die Möhren sind etwa 2-3 Monate später reif.            
  • Für die Ernte im Sommer sät man Sorten wie die 'Juwarot' oder 'Nantaise 2' von Ende März bis Juni aus. Die Möhren brauchen 3-4 Monate bis sie reif sind.
  • Späte Sorten wie 'Nutri Red' oder 'Lange Stumpfe' sind nach 5 bis 6 Monaten reif, man sät sie von April bis Mai aus. Diese Möhren eignen sich auch gut zum Einlagern und haben bis zum Herbst ihre volle Größe erreicht.
  • Wer besonders gefärbte Möhren ernten will, sät die violette 'Purple Haze' oder die knallgelbe 'Yellowstone'.
  • Die Sorte 'Flyaway' ist besonders für möhrenfliegengeplagte Gärtner geeignet, da die Schädlinge von dieser Sorte nicht so magisch angezogen werden wie von anderen Möhren.

Extra-Tipp: Wer kontinuierlich ernten will, sät im Abstand von vier Wochen immer eine neue Möhrengeneration aus. So wird die Gartenarbeit reich entlohnt. 

Möhrenpflanze (Daucus carota subsp. sativus) violett, gelb, orange

Vielfältig: Möhrensorten unterscheiden sich in Form und Farbe. Viele Vitamin- und Mineralstoffe haben alle.

Möhren pflanzen: Was gilt es zu beachten?

Möhren werden direkt ins Beet ausgesät und zwar in Reihen mit 25 bis 40 Zentimeter Abstand zueinander. Genaue Angaben stehen auf den Samentütchen. Die Erde im Saatbeet muss locker und feinkrümelig sein. Drücken Sie mit dem Rücken einer Harke – am besten einer Holzharke – flache Saatrillen in die Erde und harken diese nach dem Säen wieder leicht zu. Wer das Beet umgegraben hat, wartet zwei Wochen, bis sich die extrem lockere Erde wieder gesetzt hat.

Möhren lassen sich mit dem Keimen Zeit – viel Zeit. Drei Wochen sind keine Seltenheit. Da man bis dahin den exakten Verlauf der Saatreihen meist nicht mehr weiß, aber schon Unkraut jäten muss, markieren Sie die Reihen bei Aussaat mit Radieschensamen: Mischen Sie die Schnellkeimer einfach mit der Möhrensaat und schon haben Sie eine natürliche Reihenmarkierung. Denn bis die Möhren größer werden und mehr Platz brauchen, sind die Radieschen längst abgeerntet. Das klappt übrigens auch mit Dill

So können Sie ganz leicht im Garten Möhren pflanzen

  • Möhren brauchen als Nährstoffe wenig Stickstoff, aber dafür recht viel Kalium. Ein bis zwei Schaufeln mit reifem, also abgelagertem Kompost pro Quadratmeter im Herbst sowie etwas Kaliumdünger (Patentkali) im Saatbeet reichen. Auf keinen Fall frischen Kompost oder Stallmist nehmen, das lockt Möhrenfliegen an. Bei Sandböden geben Sie den wachsenden Möhren noch Brennnesseljauche als Nachschlag.
  • Nicht zu dicht säen, sonst erntet man Minimöhren. Zur optimalen Entwicklung brauchen Möhren im Beet 3-5 cm Abstand zur Nachbarmöhre.
  • Gleichmäßig Gießen, aber nicht zu viel auf einmal. Sonst wächst nur der Blattschopf, aber nicht die Wurzel. Möhren sind in der Wachstumsphase durstig, reduzieren ihren Wasserbedarf aber mit größer werdenden Wurzeln. Nie zu viel auf einmal wässern, auch nicht nach tagelanger Trockenheit, das lässt die Möhren aufplatzen. Gießen Sie lieber nur alle drei bis vier Tage und hacken dafür häufiger zwischen den Reihen, das hält den Boden ebenfalls feucht.
  • Beachten Sie die Mischkultur und wechseln Sie jährlich die Anbaufläche. Möhren sollten erst nach drei bis vier Jahren wieder auf der gleichen Fläche wachsen, weil sie in den Boden Mikrostoffe absondern. Gegenüber diesen eigenen Stoffen sind sie jedoch selbst auch empfindlich und wachsen dann schlechter. Möhren können sich nicht gut gegen Unkraut durchsetzen, weshalb Sie regelmäßig jäten müssen. Ideal sind daher Vorkulturen wie Kartoffeln, die kaum Unkraut durchlassen und den Möhren kein unkrautbeladenes Beet hinterlassen.

Noch mehr Tipps: Wer zu dicht gesät hat, muss die Sämlinge entsprechend ausdünnen. Am besten abends, da der Duft verletzter Pflanzen sonst Möhrenfliegen anlockt. Ausgezogene Sämlinge lassen sich nicht mehr verpflanzen. Damit Sie gar nicht erst ausdünnen müssen und die Pflanzen sich gut entwickeln, strecken Sie die sehr feinen Möhrensamen mit Sand oder Zucker, sodass die Reihen nicht zu dicht werden. Noch einfacher geht es mit Saatbändern, bei denen die Samen gleich im exakten Abstand in einem Gewebeband eingebettet sind. 

Möhren ernten, lagern und verwenden

Möhren sind nicht nur lecker und vielseitig in der Küche verwendbar, sondern auch gesund. Eine Möhre versorgt uns mit Ballaststoffen, Betacarotin, Eisen, Kalium, Vitamin B, C und E. Die Liste der Inhaltsstoffe liest sich wie das "Who's who" der gesunden Ernährung. Der Farbgeber der typischen Orangetöne, das Betacarotin, wird im Körper zu Vitamin A umgebaut, das man für das Hell-Dunkel-Sehen braucht. Es stimmt also, dass Möhren gut für das Sehen sind.

Je nach Aussaattermin und Sorte erntet man zwischen Juni und November. Frühe Möhren sind zarter und süßer und man kann sie gleich vom Beet naschen. Bleiben sie länger im Boden, wird der Geschmack intensiver, es steigt aber auch die Gefahr des Platzens.

Bei lockerem Sandboden ziehen Sie die Möhren einfach unter leichtem Ruckeln aus dem Boden, sonst geht es mit einer Grabegabel am besten. Spätestens, wenn sich die Blattspitzen gelb oder rötlich verfärben, ist es so weit. Bleiben Möhren zu lange im Boden, platzen sie gerne mal.

Lagersorten halten sich in feuchtem Sand im kalten Keller wochenlang und in einer mäuse- und frostsicheren Erdmiete überwintern sie sogar im Garten. Lagern Sie nur unbeschädigte Möhren und entfernen den Blattschopf, damit die Wurzeln nicht vertrocknen.

Möhrenpflanze (Daucus carota subsp. sativus) Gemüse

Werden Möhren zu eng nebeneinader gepflanzt, kann sich die Knolle nicht genügend ausbreiten. Achten Sie deswegen auf einen Abstand von 3 - 5 Zentimetern.

 

Möhren pflanzen und Möhrenfliegen

Leider haben es auch Schädlinge auf Möhren abgesehen, allen voran die Möhrenfliege, die den größten Ärger macht und einem den Möhrenanbau richtig vermiesen kann: Ab Mai legen die Tiere ihre Eier in kleine Erdspalten in Möhrennähe. Die im Juni schlüpfenden Maden steuern sofort danach die noch kleinen Möhren an und fressen sich von unten nach oben durch die Wurzel. Ab Mitte August schlüpft eine zweite Fliegengeneration und stürzt sich auf die späten Sorten.

Gemüseschutznetz als Bodyguard

Der sicherste Schutz ist ebenso einfach wie wirkungsvoll – sperren Sie die Fliegen einfach mit einem engmaschigen Gemüsenetz aus, das Sie ab Anfang Mai über das Beet spannen. Dabei müssen auch die Ränder dicht abschließen. Wechseln Sie vorbeugend jedes Jahr die Anbaufläche, damit im Boden überwinternde Möhrenfliegen nicht schon unter dem Netz schlüpfen. Auch Sellerie oder Petersilie sollten vorher nicht vor den Möhren gestanden haben.

Wer kein Schutznetz hat oder es nicht im Beet haben will, hat folgende Möglichkeiten:

  • Das Beet ab einem möglichst windigen Platz anlegen. So können die Fliegen die Möhren erst gar nicht erreichen.
  • Mischkultur mit Zwiebeln, wobei Möhrenfliege und Zwiebelfliege gegenseitig gehemmt werden.
  • Möhrenreihen mit großem Abstand zueinander aussäen.
  • Zurückbleibende Löcher nach dem Ausdünnen einer Saatreihe schließen.
  • Vormittags vereinzeln, da die Möhrenfliegen nachmittags fliegen.
  • Robuste Sorten wie 'Flyaway' auswählen.
  • Das Beet restlos abernten und dann mit einer Hacke lockern, sodass Fliegenpuppen an die Oberfläche kommen und von Vögeln gefressen werden.
  • Anbaufläche jährlich wechseln.

Wenn die Möhrenfliege dauerhaft Probleme macht, säen Sie die Möhren einfach später aus und umgehen den gefährlichen Juni. Dann sind die Fliegen schon geflogen, bevor die Pflanzen für sie interessant werden. 

Möhrenpflanze (Daucus carota subsp. sativus) Blüte

SCHÖNER WOHNEN-Tipp zu Möhren

Gekocht, roh, gedünstet oder als Saft und Smoohtie – Möhren lassen sich auf vielfältige Weise nutzen. Runde Möhren isst man ungeschält, die länglichen schält man dagegen. Frische Möhren lassen sich nicht biegen, sondern zerbrechen mit einem satten Knackgeräusch. Wabbelige Möhren werden übrigens im Wasserband wieder knackig. Nur wenn sich Anzeichen von Schimmel zeigen, sollten Sie das Gemüse kompromisslos wegwerfen! 

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