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Tomatenpflanzen, Tomate

Tomate, Tomatenpflanze (Solanum lycopersicum)

Steckbrief

Pflanzenname
Tomatenpflanzen, Tomate
Erntezeitpunkt
August September Oktober November
Botanischer Name
Solanum lycopersicum
Jahreszeitlicher Laubrhythmus
laubabwerfend
Pflanzenfamilie
Nachtschattengewächse
Pflanzengröße
von 30 cm bis 4 m
Herkunft
Südamerika
Pflanzzeit
Mai Juni Juli
Winterhärte
nicht winterhart
Aussaatzeit
Februar März April
Pflanzentyp
Bienenweidepflanzen einjährige Pflanzen Gartenpflanzen Gemüsepflanzen Nutzpflanzen
Gartenstil
Balkongarten Bauerngarten Cottage-Garten Dachgarten Gemüsegarten Nutzgarten Selbstversorger-Garten
Pflege
düngen, ausgeizen, aufbinden, vor Regen schützen
Pflegeaufwand
intensiv
Blütezeit
Mai Juni Juli August
Vermehrung
Samen
Blütenfarbe
gelb
Bodenbeschaffenheit
durchlässig feucht humos kalkhaltig locker mäßig feucht nährstoffreich
Blattform
oval, gezackt
Lichtbedingungen
sonnig
Essbare Früchte
ja
Schädlinge/Krankheiten
Alternaria Echter Mehltau Minierfliegen Nematoden Phytopthora Pilzerkrankungen Spinnmilben Weiße Fliege
giftig
-
unter Naturschutz
-
In diesem Artikel
Tomatenpflanzen ziehen: Tomaten aussäen und Tomaten pflanzen
Tomatenpflanzen pflegen
Tomatenpflanzen ausgeizen
Tomatenpflanzen schneiden
Grüne Tomaten: Tomaten nachreifen lassen
Tomatenpflanzen überwintern
Tomatenpflanzen-Krankheiten: Tomatenpflanze hat gelbe Blätter
Nährwerte von Tomaten

Tomaten – Obst oder Gemüse? Rein geschmacklich würden die meisten die Tomate wohl in die Kategorie Gemüse einordnen, so herzhaft wie sie schmeckt. Klassischerweise besteht Gemüse aber aus Blättern, Stielen oder Speicherorganen wie Wurzeln oder Zwiebeln. Botanisch könnte man meinen, dass es sich bei Tomaten um Obst handele, da sich die Frucht ganz klassisch aus der Blüte entwickelt und Samen ausbildet. Obst wächst generell aber an Bäumen und Sträuchern, die mehrjährig sind. Das sind Tomatenpflanzen bei uns jedoch nicht. So bleibt nur eine logische Schlussfolgerung: die Tomate ist ein Fruchtgemüse!

Sie stammt übrigens ursprünglich aus Südamerika. Schon vor über 2.000 Jahren soll die Tomate ein von den südamerikanischen Ureinwohnern geschätztes Nahrungsmittel gewesen sein, denn diese ahnten es sicherlich: Die Tomate ist sehr vitaminreich. Sie besitzt eine relativ hohe Menge an Vitamin B1 und Lycopin, das rote Pigment der Tomate. Der typische Tomatenduft stammt übrigens nicht von der Frucht, sondern entweicht aus den behaarten Stielen der Strauchgewächse!

Blumenzwiebeln und Knollen
Es wird Frühling! Auch wenn es vielleicht noch kühl sein mag, mit den ersten Gartenarbeiten kann und sollte nun gestartet werden. Also legen Sie jetzt los mit der Aussaat und dem Setzen der ersten Zwiebeln, dann ist das blühende Beet nicht mehr weit!

Tomatenpflanzen ziehen: Tomaten aussäen und Tomaten pflanzen

Ende Februar können Sie mit der Aussaat der Tomatensamen auf der Fensterbank oder im Gewächshaus starten. Dazu können Sie entweder Samentüten aus dem Handel verwenden oder sogar die Samen aus Ihren gekauften Tomaten benutzen. Dabei besteht jedoch nicht die Garantie, dass die gleichen Früchte wie bei der Ursprungstomate entstehen, da es sich oft um Hybridpflanzen handelt. Das sind gekreuzte Arten unterschiedlicher Tomateneltern. Die Tochterpflanzen können daher andere Eigenschaften hervorbringen: Eventuell sind diese Pflanzen nicht so krankheitsresistent, vielleicht schmecken sie aber auch besonders gut – in jedem Fall ein spannendes Experiment für den Heimbereich. Kommerziell dürfen geschützte Sorten jedoch nicht vermehrt werden.

Bis maximal Ende April empfiehlt sich eine Aussaat von Tomaten. Wollen Sie später noch Tomaten ziehen, sollten Sie Jungpflanzen kaufen, damit genügend Blüten gebildet werden können und die Ernte auch reichhaltig ausfällt. Für die Tomaten-Aussaat verwenden Sie am besten Anzuchterde. Diese ist weitestgehend keimfrei, sodass eventuellen Auflaufkrankheiten (Pilzerkrankungen während der Keimphase) vorgebeugt wird. Die optimale Keimtemperatur liegt bei 18 bis 22 Grad Celsius:  

  • Feuchten Sie das Substrat an.
  • Streuen Sie die Tomatensamen aus.
  • Sieben Sie eine Schicht Erde über die Samen und drücken Sie sie fest, da Tomaten Dunkelkeimer sind.
  • Erde regelmäßig feucht halten, aber Staunässe vermeiden.
  • Achtung, wenn Sie die Jungpflanzen rausstellen: Die Tomate südamerikanischer Herkunft verträgt keine Temperaturen unter 5 °C.
Tomatenhaus mit erntereifen Früchten

Ein spezielles Pflanzengewächshaus schützt empfindliche Tomatenpflanzen vor Wind und Regen.

Tomatenpflanzen pflegen

Es gibt Tomaten mit einem sogenannten determinierten und einem indeterminierten Wuchs. Die ersteren sind beispielsweise Buschtomaten wie die Sorte 'Vilma', die eher in die Breite als in die Höhe wächst und auch irgendwann ihr Höhenwachstum einstellt. Die Tomatenpflanzen mit unbegrenztem Wachstum (indeterminiert) wachsen zwar nicht bis in den Himmel, können jedoch bis zu vier Meter hochwerden, wenn der Hauptstrang der Tomatenpflanze an eine entsprechende Kletterhilfe (Tomatenspirale) angebunden wird. Bekannt ist hier die Sorte 'De Bereao'. Bieten Sie daher Ihren Tomatenpflanze stets eine Ranghilfe oder zumindest einen Haltestab aus Bambus an.

Tomatenpflanzen ausgeizen

Des Weiteren müssen Sie zur Pflege Ihre Tomaten ausgeizen. Das bedeutet, dass Sie die kleinen Triebe, die in den Blattachseln zwischen Hauptstamm und Seitentrieben wachsen, rausknipsen, damit die gesamte Energie in die Ausbildung der Blüten und schließlich Früchte gesteckt wird. Das gilt jedoch nur für Stabtomaten und nicht für Busch/Strauchtomaten, denn die sollen ihrem Namen entsprechend buschig wachsen.

Egal, für welche Wuchsart Sie sich letztendlich entschieden haben: Achten Sie beim Ausgeizen darauf, dass die Bruchstellen kein Wasser abbekommen und schnell abtrocknen. Tomatenpflanzen sind nämlich sehr anfällig für Pilzerreger, die die Bruchstellen mit Hilfe von Wasser als Eintrittspforte nutzen könnten. Fürs Ausgeizen greifen Sie mit Daumen und Zeigefinger den Geiztrieb und biegen ihn so stark seitlich, dass er abbricht. Mit einer Schere oder einem Messer brauchen Sie hierbei nicht arbeiten.

Tomaten, Tomatenpflanze 'Golden Currant'

Die Wildtomate 'Golden Currant' ist eine beliebte Sorte.

Tomatenpflanzen schneiden

Ihre Tomatenpflanze wächst und wächst jeden Tag mehr in die Höhe und hat langsam ein unhandliches Maß überschritten? Dann können Sie die Spitze des Haupttriebs ruhig kappen. Große Tomaten werden Sie sowieso eher im unteren Bereich ernten. Auch können Sie die unteren Blätter an Ihrer Tomatenpflanze abschneiden, da der Großteil der Photosynthese mit dem oberen Blattwerk erfolgt. Positiver Nebeneffekt: Die Blätter und Tomaten erhalten mehr Sonne und die Gefahr von Schimmelerkrankungen nimmt zusätzlich ab.

Grüne Tomaten: Tomaten nachreifen lassen

Wenn der Herbst es nicht schafft, Ihre Tomaten ausreifen zu lassen, weil die Sonne einfach nicht ausreichend scheint, dann pflücken Sie die Tomaten zum Nachreifen! Sie sollten jedoch auf keinen Fall die grünen oder halbgrünen Tomaten verzehren, weil sie in diesem Zustand den Bitterstoff Solanin in sich tragen, der giftig ist und zu Übelkeit und Erbrechen führen kann. Sind die Tomaten noch komplett grün und hart, wird ein Nachreifen leider nicht funktionieren. Sind die Tomaten jedoch schon leicht rötlich gefärbt, können Sie sie auf der Fensterbank bei Zimmertemperatur ganz leicht nachreifen lassen. Eine Schale mit Bananen oder Äpfeln in unmittelbarer Nachbarschaft beschleunigt den Reifeprozess, da diese das Reifegas Ethylen verströmen.

Tomatenpflanzen überwintern

In Regionen, in denen es wärmer ist, wachsen Tomatenpflanzen oft mehrjährig und tragen dann auch jedes Jahr neue Früchte. Bei uns gelingt das leider nicht. Selbst Tomatenpflanzen, die durch Züchtung kleinwachsend sind und somit theoretisch für ein Überwintern sinnvoll erscheinen würden, überstehen die Zeit im Haus nicht. Es ist schlicht zu dunkel und kühl bei uns. Außerdem sind die Pflanzen in der Zeit auch sehr anfällig für Krankheiten.

Tomatenpflanzen-Krankheiten: Tomatenpflanze hat gelbe Blätter

Tomaten werden recht häufig von Krankheiten und Schädlingen befallen. Dazu gehören vor allem Pilzerkrankungen wie die häufig vorkommende Braun- und Krautfäule (Phytophthora), Alternaria und Echter Mehltau. Aber auch der Tomatenmosaikvirus, Spinnmilben, Minierfliegen und auch die Weiße Fliege befallen die Pflanze. Der beste Schutz, um Tomatenkrankheiten und -schädlingen vorzubeugen, ist ein trockener Standort. Stellen Sie die Tomatenpflanzen unter ein Dach, sodass sie keinen Regen auf die Blätter bekommen, denn das macht sie anfällig. Gießen Sie daher auch immer nur am Stammansatz. Suchen Sie Ihren Pflanzen außerdem ein sonniges und windgeschütztes Plätzchen.

Grundsätzlich lässt sich die Tomate überall pflanzen: im Hochbeet, im Gartenbeet, auf dem Balkon oder auf der Terrasse. Oft wachsen Tomaten im Kübel mit frischer Erde sogar noch besser, da man hier keine schädlichen Wurzelnematoden wie in der Gartenerde befürchten muss. Die Erde muss dabei humos, nährstoffreich und locker sein. Halten Sie die Erde regelmäßig feucht und düngen Sie zweiwöchentlich mit Tomatenflüssigdünger, der die richtige Konzentration an Stickstoff, Kalium und Spurenelementen enthält. Und damit kommen wir gleich zum nächsten möglichen Problem beim Tomatenanbau: Nicht alle Blatt- und Fruchtschäden bei Tomaten sind krankheitsbedingt.

Manchmal ist es auch ein Nährstoffmangel, der der Pflanze zu schaffen macht. Beispielsweise werden bei Calcium-Mangel die Blätter der Tomate nekrotisch (braun und trocken) und die Tomatenfrucht bekommt braune Stellen, die verkorken können. Auch die Blütenendfäule, die entweder die Blüten faulen lässt oder zu braunen Ansatzstellen an der Frucht führt, entsteht aufgrund von Nährstoffmangel. Um dem vorzubeugen, sollten Sie Tomaten regelmäßig mit Mikronährstoffdünger düngen. Ebenso sollte die Erde stets feucht gehalten werden.

Nährwerte von Tomaten

Aufgrund ihres hohen Wassergehaltes und den geringen Kalorien sind Tomaten ein gutes Diätgemüse. Jedoch dürfen Sie gern ein wenig Öl über die Tomaten zum Essen geben, dann kann der Körper die in der Tomate enthaltenen Carotinoide in Vitamin A umwandeln! Des Weiteren enthalten Tomaten viel Vitamin B1, B2 und B3 und sind wichtig für die Funktion des Stoffwechsels und Nervensystems des Menschen.

Tomate, Tomatenpflanze (Solanum lycopersicum)

SCHÖNER WOHNEN-Tipp zur Tomatenpflanze

Greifen Sie ruhig mal zu einer Samentüte mit Tomatensamen und machen Sie sich ans Werk! Die Vielfalt der Sorten ist riesig! Die Mühe der Aufzucht wird sich lohnen, denn der Geschmack ausgereifter Tomaten ist ein ganz anderer, als der von Tomaten aus kommerziellem Anbau im Gewächshaus. Das liegt nicht nur daran, dass Sie bei sich im Garten die Tomaten bei Vollreife ernten können, sondern Ihre Tomaten auch einem natürlichen Klima ausgesetzt sind. Das bedeutet, dass Wind, UV-Strahlung und auch Insekten Ihre selbstgezogenen Tomaten zur Ausbildung von wertvollen Inhaltstoffen wie zum Beispiel Anthocyanen und Flavonoiden veranlassen. Sie sind ein Schutzmechanismus der Pflanze, der dem Menschen beim Verzehr sehr zugute kommt.

Das ist im Übrigen auch der Grund, warum Ketchup und Tomatenmark voller guter Inhaltsstoffe ist, wenn man die zuckerreduzierte Variante wählt. Diese Tomatenprodukte werden nämlich aus Freilandtomaten hergestellt. Extra-Tipp: Verwenden Sie auch mal die alten Tomatensorten! Diese weisen häufig besonders schöne und seltene Fruchthautfärbungen und Geschmacksrichtungen auf. Es gibt mittlerweile viele Vereine zur Erhaltung alter Nutzpflanzen, die Samen versenden.

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