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Süßkirschenbaum, Süßkirsche

Süßkirsche, Süßkirschenbaum (Prunus avium subsp.) Blüte

Steckbrief

Pflanzenname
Süßkirsche
Erntezeitpunkt
Mai Juni Juli
Botanischer Name
Prunus avium subsp.
Jahreszeitlicher Laubrhythmus
laubabwerfend
Pflanzenfamilie
Rosengewächse
Pflanzengröße
ca. 30 m
Herkunft
Kleinasien, Europa
Pflanzzeit
Oktober November
Winterhärte
winterhart
Aussaatzeit
September Oktober
Pflanzentyp
Bäume Bienenweidepflanzen Heilpflanzen Nutzpflanzen Obstpflanze
Gartenstil
Bauerngarten Cottage-Garten Englischer Garten Garten für Anfänger moderner Garten Naturgarten Nutzgarten Obstgarten romantischer Garten Selbstversorger-Garten
Pflege
Krone im Sommer auslichten, auf Pilzkrankheiten achten
Pflegeaufwand
einfach
Blütezeit
April Mai
Vermehrung
Veredelung, Wildform durch Aussaat
Blütenfarbe
rosa weiß
Bodenbeschaffenheit
durchlässig feucht kalkhaltig lehmig nährstoffreich
Blattform
länglich gestielt, eiförmig oder verkehrt eiförmig, Blattrand gesägt
Lichtbedingungen
halbschattig sonnig
Essbare Früchte
ja
Schädlinge/Krankheiten
Blattläuse Frostspanner Kirschfruchtfliege Monilia Schrotschusskrankheit
giftig
-
unter Naturschutz
-
In diesem Artikel
Standort der Süßkirsche und Wuchsformen
Süßkirschen pflanzen und die richtige Sortenwahl
Süßkirschen schneiden
Schädlinge und Krankheiten
Schädliche Kirschfruchtfliegen
Monilia-Spitzendürre lässt Kirschbäume welken
Blütenschmuck mit Zierkirschen
Süßkirschen für die Küche ernten
Sind Süßkirschen gesund?

Im April und Mai sind Süßkirschenbäume (Prunus avium subsp.) die reinsten Augenweiden und hüllen sich über und über in leuchtend weiß-rosa Blüten. Damit aber noch nicht genug, denn im Sommer begeistern die Bäume mit ihren saftigen, süßen Früchten, die man nur allzu gern direkt vom Baum nascht. Kein Wunder, dass Kinder und Erwachsene der Kirschzeit gleichermaßen ungeduldig entgegenfiebern. Die Süßkirsche stammt von der Vogelkirsche (Prunus avium) ab und ist ein Rosengewächs – auch wenn sie auf den ersten Blick nicht danach aussieht.

Standort der Süßkirsche und Wuchsformen

An ihren Standort haben Süßkirschenbäume kaum Ansprüche, wichtig sind jedoch Sonne und ein durchlässiger, leicht lehmiger Boden. Nur Staunässe und reine Sandböden scheiden aus. Als Wuchsformen gibt es Herzkirschen und Knorpelkirschen: Herzkirschen bekommen rote bis fast schwarze Früchte mit weichem Fruchtfleisch, weshalb die Bäume auch möglichst rasch abgeerntet werden sollten – diese Variante der Süßkirschen können schnell faulen. Dafür platzen Herzkirschen bei Regen nicht so leicht wie die sogenannten Knorpelkirschen, die ein deutlich festeres und helleres, meist gelblich-rötliches Fruchtfleisch haben und deutlich knackiger sind. Neuere Süßkirschenzüchtungen auf schwachwüchsigen Unterlagen ermöglichen auch kleinkronige Süßkirschenbäume für die immer kleiner werdenden Gärten. Die alten, großwüchsigen Kirschsorten für flächige Naturgärten sind auf Vogelkirschen veredelt.

Süßkirschen pflanzen und die richtige Sortenwahl

Die beste Pflanzzeit ist im Herbst, dann ist die Erde noch warm und die Bäume wachsen bis zum Winter noch an. Doch geht es an die Auswahl der Sorten, ist die Entscheidung nicht ganz einfach zu treffen. Sie hängt überwiegend von persönlichen Vorlieben ab: Herzkirsche oder Knorpelkirsche? Wie groß soll der Baum werden? Wann möchten Sie die Kirschen ernten? Sind Befruchtersorten nötig? Welche?

Einige Süßkirschen wie 'Lapins', 'Sweetheart' oder 'Sunburst' sind selbstbefruchtend und brauchen zur Fruchtbildung keine zweite Sorte. Solche Sorten eignen sich besonders für kleine Gärten. Die 'Sunburst' ist allerdings wenig platzfest. Das ist ein Problem vieler Süßkirschen, regnet es zur Reifezeit viel, platzen die Früchte auf.  Andere Sorten brauchen unbedingt eine zweite Befruchtersorte, weshalb man sich in Neubaugebieten am besten beizeiten mit den Nachbarn abspricht und unterschiedliche Sorten pflanzt, damit passende Befruchtersorten in der Nähe sind.

Beliebte Süßkirschen sind:

  • 'Merchant': Reife etwa Mitte Juni, große Früchte. Befruchter: 'Samba', 'Burlat' oder 'Lapis'.
  • 'Sylvia': späte Sorte, kompakter, schlanker Wuchs und hoher Ertrag. Auch als Säulenkirsche erhältlich. Ernte im Juli. Befruchter: 'Regina', 'Kordia ' oder 'Sweetheart'.
  • 'Schneiders späte Knorpelkirsche': groß, saftig und aromatisch. Ernte Mitte Juni bis Juli. Befruchter: 'Grace Star', 'Regina', 'Sylvia'.
  • 'Hedelfinger Riesenkirsche': hoher Ertrag, große Kirschen, schön saftig. Ernte ab Mitte Juli. Befruchter: 'Büttners Rote', 'Schneiders späte Knorpelkirsche' oder 'Kordia'.
  • 'Samba ': sehr frühe Blüte, feste, glänzende Früchte. Ernte im Juli/August. Befruchter: 'Rita', 'Merchant' oder 'Lapins'.
  • 'Regina': Saftig und süß. Ernte Ende Juli/August. Befruchter: 'Sylvia', 'Schneiders späte Knorpelkirsche', 'Sweetheart'.

Tipp: Wenn in Ihrer Umgebung zur Blütezeit eine zweite Sorte fehlt, können Sie einfach einen Wassereimer mit blühenden Zweigen einer passenden Befruchtersorte unter den Baum stellen. Die Zweige bekommen Sie von Bekannten oder oft auch in Baumschulen. Sogar selbstfruchtende Sorten, die eigentlich völlig ohne Fremdpollen auskommen, bekommen meist mehr Früchte, wenn noch eine zweite Kirschsorte mit im Spiel ist.

Süßkirschen schneiden

Auch wenn es zunächst irritierend klingt, ist der richtige Schnittzeitpunkt für die Süßkirsche Ende Juni, wenn die Ernte anfängt. Mit einem regelmäßigen Sommerschnitt bleiben auch wüchsige Süßkirschensorten kleiner. Der Schnitt dient auch dazu, Licht ins Kroneninnere zu bringen, damit alle Kirschen ausreifen können. Jüngere, zwei- bis vierjährige Triebe tragen am besten. Kürzen Sie einzelne, steil nach oben wachsende Triebe auf 5 bis 10 cm ein. Dann bilden sich an diesen Zweigen in den nächsten Jahren die begehrten Buketttriebe – quirlig angeordnete, kurze Seitentriebe.

Alle Zweige, die nach innen wachsen, kommen ganz weg. Dabei sind wenige große Schnitte besser als viele kleine, ein zögerliches Rumschnippeln an vielen Ästen schwächt die Bäume nur. 

Schädlinge und Krankheiten

Süßkirsche, Süßkirschenbaum (Prunus avium subsp.) Frucht

Ab Mai sind Kirschen reif für die Ernte.

Nicht nur Naschkatzen stehen auf Kirschen, leider fliegen auch einige Schädlinge und so mancher Schadpilz auf Süßkirschen. Blattläuse lassen sich meist einfach mit einem scharfen Wasserstrahl von den Trieben spritzen, das geht sogar aus einiger Entfernung mit einem Hochdruckreiniger. Die sogenannte Schrotschusskrankheit wird von einem Pilz verursacht und hinterlässt kleine, kreisrunde Löcher in den Blättern. Spritzen mit Fungiziden ist möglich, meist aber nicht nötig. Damit Pilze gar nicht Fuß erst fassen, ist eine regelmäßig geschnittene und damit luftige Baumkrone besonders wichtig, da Pilzsporen nur bei Feuchtigkeit keimen.

Schädliche Kirschfruchtfliegen

Der wohl lästigste Schädling ist die Kirschfruchtfliege, deren Larven für unappetitlich madige Früchte sorgt. Der Schädling selbst sieht wie eine Mini-Stubenfliege mit braun gebänderten Flügeln aus. Die Tiere überwintern unter dem Baum als Puppen, aus denen Ende Mai die Fliegen schlüpfen und sich 14 Tage später über die jungen, noch gelben Kirschen hermachen. Ein kurzer Stich mit dem Legestachel, schon sind die Fliegeneier im Fruchtfleisch, das den schlüpfenden Larven als Nahrung dient. Befallene Kirschen fallen noch unreif vom Baum. Spritzen kommt nicht infrage, es ist weder ein Mittel zugelassen, noch möchte man die Kirschen mit Gift einnebeln.

War Ihre Süßkirsche im Vorjahr befallen, hängen Sie ab Mitte Mai spezielle Kirschfruchtfliegenfallen in den Baum. Diese Leimtafeln gaukeln den Weibchen mit einem bestimmten Gelbton eine unreife Frucht vor und die Tiere bleiben darauf kleben, bevor sie Eier ablegen können. Damit erwischt man natürlich nicht alle Fliegen. Bedecken Sie den Wurzelraum des Baumes zusätzlich von Mai bis zur Ernte mit einem engmaschigen Gemüsenetz. Solch eines, dass man auch gegen Möhrenfliegen im Gemüsegarten nimmt. Das Netz ist eine nahezu undurchdringliche Sperre für die schlüpfenden Fliegen. Kleine Bäume kann man sogar komplett mit dem Netz umwickeln, bei großen ist das natürlich unpraktikabel. Sammeln Sie vorbeugend sämtliches Fallobst auf und ernten Sie den Baum restlos ab.

Frühe Sorten wie 'Burlat' und 'Celeste' sind übrigens kirschfruchtfliegensicher, die Kirschen werden noch vor der Hauptflugzeit der Fliegen reif – und damit rot. Das macht sie für die Fliegen uninteressant.

Monilia-Spitzendürre lässt Kirschbäume welken

Die häufige Monilia-Spitzendürre entsteht durch einen Pilz und lässt die Triebspitzen kurz nach Blüte verwelken und absterben. Spritzen ist möglich, aber nur bei starkem Befall nötig. Sonst reicht es, die befallenen Triebe 30 cm weit bis ins gesunde Holz zurückzuschneiden. Wenn Sie spritzen, sind drei Behandlungen nötig: Die erste mit dem Öffnen der ersten Blüten, die zweite bei voll geöffneten Blüten und eine letzte zum Ende der Blüte. Natürlich sollten Sie dann in diesem Jahr keine Ihrer Kirschen essen.

Blütenschmuck mit Zierkirschen

Wer generell auf Kirschen, aber nicht auf Kirschblüten verzichten kann, pflanzt die Japanische Zierkirsche (Prunus serrulata) in den Garten. Diese wirkt im Frühjahr mit ihren gefüllten, leuchtend rosaroten Blüten aus der Ferne wie riesige Zuckerwatte, bleiben aber fruchtlos. Auch nicht weiter schlimm, denn dafür verfärben sich die Blätter der Zierkirschen im Herbst orange-rot und gelb – das machen Süßkirschen nicht. Eine weitere wunderschöne Zier-Süßkirsche ist die Prunus avium 'Plena'. Das ist ein mittelhoher, schlanker Baum, der von Ende April bis Anfang Mai zwei bis drei Zentimeter große, weiße Blüten trägt, im Anschluss daran aber nicht fruchtet, weil diese Züchtungsform steril ist. Deshalb eignet sich diese Sorte wunderbar als Park- oder Alleebaum. 

Süßkirschen für die Küche ernten

Wer einen Nutzgarten hat, nascht seine Süßkirschen entweder direkt vom Baum oder verwendet sie möglichst frisch in der Küche als Saft, Smoothie oder als Kirschkuchen. Die Früchte eignen sich aber ebenso gut für Marmeladen. Hat man große Mengen auf einmal geerntet, lassen sich Süßkirschen problemlos einfrieren. Süßkirschen sind reif, wenn sie ihre sortentypische Farbe erreicht haben. Das ist je nach Sorte, aber auch Anbauregion ganz unterschiedlich. Ernten Sie die Süßkirschen samt Stiel und nehmen Sie zur Ernte großer Bäume möglichst eine Stehleiter. Die spröden Äste von Süßkirschen brechen relativ schnell, wenn man eine Leiter daran anlehnt.

Für die Reifezeit hat sich der Begriff der Kirschwoche durchgesetzt, die der Obstkundler Truchseß von Wetzhausen eingeführt hat. Der Beginn der Kirschwochen ist aber nicht an ein Datum gebunden, sondern definiert sich über die Reifezeit der frühen Süßkirsche mit dem treffenden Sortennamen 'Früheste der Mark'. Je nach Region ist das ab Anfang Mai der Fall, wobei der Begriff "Wochen" irreführend ist, da eine Kirschwoche 15 Tage dauert. 

Sind Süßkirschen gesund?

Süßkirschen sind nicht nur lecker, sondern auch reich an Vitaminen und Mineralstoffen. Ein halber Liter Kirschsaft deckt außerdem den gesamten Tagesbedarf an Vitamin C. Ob im Kuchen oder als Saft, den Kirschen werden folgende gesundheitsfördernde Eigenschaften zugeschrieben:

  • Senkung des Harnsäurespiegels
  • entzündungshemmend
  • schlaffördernd
  • Linderung bei Parodontose und Arthritis.

Der Kirschen-Farbstoff Anthocyan sorgt außerdem nicht nur für den verführerischen Farbton reifer Kirschen, sondern soll auch die menschlichen Zellen schützen, indem er sogenannte freie Radikale einfängt. 

Süßkirsche, Süßkirschenbaum (Prunus avium subsp.) Blüte

SCHÖNER WOHNEN-Tipp zur Süßkirsche

Vögel, allen voran Stare, lieben frühe Süßkirschen und stibitzen nicht selten einen Großteil der Ernte. Man kann einem Totalverlust jedoch auf ganz natürliche Weise aus dem Weg gehen: Hängen Sie einfach einen Starenkasten in den Baum! Das ist ein Meisenkasten im XXL-Format und mit größerem Einflugloch. Die Stare, die dann dort einziehen, werden den Kirschbaum als ihr Revier verteidigen und Eindringlinge verscheuchen. Ein paar Kirschen verlieren Sie natürlich auch, aber eine Starenfamilie wird nicht einen Baum komplett abernten. Alternativ können Sie natürlich auch ein großes Netz über den Baum werfen, das die Vögel vom Naschen abhält.

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