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Sauerkirschbaum, Sauerkirsche

Sauerkirsche, Sauerkirschbaum (Prunus cerasus) Blüte

Steckbrief

Pflanzenname
Sauerkirschbaum, Sauerkirsche
Erntezeitpunkt
Juni Juli
Botanischer Name
Prunus cerasus
Jahreszeitlicher Laubrhythmus
laubabwerfend
Pflanzenfamilie
Rosengewächse
Pflanzengröße
von 1 m bis 10 m
Herkunft
Südosteuropa, Westasien
Pflanzzeit
September Oktober
Winterhärte
winterhart
Aussaatzeit
-
Pflanzentyp
Bäume Gartenpflanzen mehrjährige Pflanzen Nutzpflanzen Obstpflanze winterharte Pflanzen
Gartenstil
Bauerngarten Cottage-Garten Nutzgarten Obstgarten pflegeleichter Garten Selbstversorger-Garten
Pflege
schneiden, mulchen, Weißanstrich
Pflegeaufwand
einfach
Blütezeit
April Mai
Vermehrung
Veredelung
Blütenfarbe
rosa weiß
Bodenbeschaffenheit
durchlässig humos lehmig sandig
Blattform
elliptisch, Blattrand gezähnt
Lichtbedingungen
sonnig
Essbare Früchte
ja
Schädlinge/Krankheiten
Blattläuse Frostspanner Monilia
giftig
-
unter Naturschutz
-
In diesem Artikel
Welchen Standort benötigt die Sauerkirsche?
Sauerkirsche kaufen: Was gilt es zu beachten?
Welche Sauerkirschenarten gibt es?
Sauerkirschenbaum pflanzen
Sauerkirsche schneiden
Weitere Pflege der Sauerkirschbäume

Der Sauerkirschbaum (Prunus cerasus) ist seit einigen Jahren wieder sehr beliebt unter Hobbygärtnern. Kein Wunder, ist er doch pflegeleicht, bietet hohe Erträge und ist mit einem ausgewogenen Wuchs der Krone, weißen Blüten und ausladenden Ästen ein graziler Hingucker in Gärten! Die Sauerkirsche kann je nach Veredelungsart bis zu zehn Meter hoch werden und wird damit zu einem optimalen Schattenspender im Garten. Ihr großer Vorteil gegenüber der Süßkirsche: Da Sauerkirschbäume später blühen, sind sie auch weniger frostgefährdet als die Süßkirsche.

Die Früchte der Sauerkirsche sind äußerst robust und platzen, im Gegensatz zu denen der Süßkirsche, nicht so leicht auf, wenn es mal stärker regnet. Von einer Sauerkirsche können Sie reichlich Früchte ernten, die sich einkochen, entsaften oder zu Sauerkirschgelee verarbeiten lassen! 

Welchen Standort benötigt die Sauerkirsche?

Die Sauerkirsche liebt es vollsonnig und steht gerne etwas windgeschützt. Ein Platz in der Nähe des Hauses ist daher als Standort gut geeignet. Bei einem zu schattigen Standort bleiben die Früchte klein und extrem sauer. Bedenken Sie beim Einpflanzen, dass die Sauerkirsche sehr ausladend werden kann. Ebenfalls nicht zu unterschätzen ist das unterirdische Wurzelwerk. Eine Entfernung von zwei bis sechs Metern vom Kirschbaum zu Gebäuden oder Mauern ist daher ratsam.

Bei den Bodenansprüchen ist die Sauerkirsche mit einem humosen, nährstoffreichen und lockeren Boden zufrieden. Sie wächst sogar auf sandigen Böden! Sauerkirschen sind – je nach Veredlungsunterlage – als Baum, Strauch oder Busch erhältlich und werden zwischen ein und zehn Metern groß. So findet sich für jede Gartengröße die richtige Sauerkirsche!

Sauerkirsche kaufen: Was gilt es zu beachten?

Fast alle Sorten sind mittlerweile selbstbefruchtend (selbstfruchtbar). Das bedeutet, dass kein zweiter Sauerkirschenbaum für die spätere Ausbildung der Früchte nötig ist. Haben Sie allerdings ausreichend Platz im Garten und Verwendung für die Kirschen, dann ist ein zweiter Baum keinesfalls von Nachteil. Auch bei selbstbefruchtenden Sorten lässt sich der Ertrag durch einen weiteren Baum steigern. Greifen Sie beim Kauf außerdem auf Sorten zurück, die möglichst resistent gegen Krankheiten sind. Hierzu zählt zum Beispiel die Sorte 'Meteor'. 

Sauerkirsche, Sauerkirschbaum (Prunus cerasus) Frucht

Frisch gepflückt können Sauerkirschen direkt verzehrt werden. Eingekocht schmecken sie aber noch besser.

Welche Sauerkirschenarten gibt es?

Sauerkirschen werden in drei verschiedenen Arten unterschieden:

  • Glaskirschen sind am frühesten erntereif. Bekannteste Sorten 'Königliche Amarelle', 'Diemitzer Amarelle' und 'Ludwigs Frühe'.
  • Süßweichseln: nicht ganz so sauer im Geschmack. Hierzu gehören die Sorten 'Rote Maikirsche', 'Rote Muskateller' und 'Süße Frühweichsel'.
  • Schattenmorellen: bekannteste Sauerkirschenart mit Sortenvertreter wie 'Beutelspacher Rexelle', 'Heimanns Rubin' oder 'Morellenfeuer'.

Sauerkirschenbaum pflanzen

Ist die richtige Sorte und der geeignete Standort gefunden, kann es mit dem Pflanzen der Sauerkirschbäume losgehen! Die Saison wurzelnackter Sauerkirschen ist von Oktober bis April. Diejenigen im Container können auch im Frühjahr gepflanzt werden.

  • Wässern Sie die Wurzeln vor der Pflanzung gut.
  • Heben Sie ein Pflanzloch aus, das doppelt so breit und doppelt so tief wie der Wurzelballen ist.  
  • Geben Sie eine etwa 5 cm hohe Schicht aus feinen Kieselsteinen ins Pflanzloch. Sie verhindert, dass Staunässe entsteht und die Wurzeln zu faulen beginnen.
  • Den ausgehobenen Boden in einer Schubkarre mit ein wenig Kompost vermischen, so wird er locker und durchlässig.
  • Anschließend das Pflanzloch damit befüllen.
  • Die aufgefüllte Erde gut mit den Füßen festtreten, sodass ein optimaler Bodenschluss entsteht.
  • Bei einer geringen Größe der Sauerkirsche können Sie noch einen Baumpfahl als Stütze anbringen.
  • Die Veredelungsstelle der Sauerkirsche muss oberhalb der Wurzel gut eine Handbreit über der Erde liegen. Zusatzinfo: Es gibt wurzelechte Sauerkirschen und veredelte Sorten. Sind die Sauerkirschen veredelt, dann meist auf Süßkirschen-Unterlagen, damit sie größer wachsen.
  • Zum Schluss der Pflanzung wird kräftig gewässert. Im ersten Jahr muss die Sauerkirsche immer wieder gegossen werden, danach kann sie sich selbst mit Wasser versorgen. 

Sauerkirsche schneiden

Der regelmäßige Schnitt der Zweige ist auch schon die größte Pflegemaßnahme bei der Sauerkirsche. Beim Rückschnitt ihrer Obstbäume sind sich Gartenbesitzer jedoch oft unsicher und trauen sich nicht so recht an die Schere. Unser Tipp ist daher der Besuch eines Obstbaum-Schnittkurses beim örtlichen Obst- und Gartenbauverein. Diese sind preiswert und äußerst hilfreich.
Anders als Süßkirschen tragen Sauerkirschen meist am einjährigen Holz, manchmal auch am vorjährigen. Geschnitten wird gleich nach der Ernte im August oder September. Das regt den Austrieb und die Bildung neuer Knospen an.

Um die richtigen Schnittmaßnahmen zu ergreifen, muss man die Sorte kennen: Sorten wie 'Morellenfeuer' und 'Gerema' tragen am einjährigen Holz Früchte. Sie bilden über die Jahre hinweg lange peitschenartige Triebe, die zum Verkahlen neigen. Hier werden nur die mehr als drei Jahre alten Fruchttriebe auf einen jüngeren, ein- bis zweijährigen Trieb eingekürzt. Kürzen Sie die überlangen Seitentriebe um mindestens zwei Drittel. Der Schnitt erfolgt immer am Ansatz eines Neutriebs.

Sorten wie 'Heimannns Rubinweichsel', 'Karneol' und 'Safir' verzweigen sich kaum und wachsen aufrecht. Selbst am mehrjährigen Holz tragen diese Sorten noch reichlich Früchte und neigen nicht zum Verkahlen. Diese Sorten schneidet man ähnlich wie Süßkirschen. Nach der Ernte werden nur schwache, sich kreuzende und nach innen wachsende Triebe entfernt. So wird ein gesunder luftiger Kronenaufbau gewährleistet.

Weitere Pflege der Sauerkirschbäume

Jährliches Mulchen mit Kompost sorgt für einen stets zuverlässigen Ertrag. Am besten macht man das im Frühjahr. Falls Sie eine hochstämmige Sorte gepflanzt haben, sollte diese vor dem Winter mit einem Weiß- bzw. Kalkanstrich geschützt werden. Im Handel finden Sie hierfür spezielle Präparate. Die weiße Schutzschicht reflektiert das Sonnenlicht und verhindert ein zu starkes Aufheizen der Rinde. Ohne diesen Anstrich entstehen an kalten, aber sehr sonnigen Tagen Risse, und der Baum wird dadurch anfällig für Krankheiten. 

Sauerkirsche, Sauerkirschbaum (Prunus cerasus) Blüte

SCHÖNER WOHNEN-Tipp zur Sauerkirsche

Natürlich können Sie die sauren Früchte direkt frisch verzehren, doch noch besser sind Sauerkirschen zum Einkochen geeignet.

Das benötigen Sie:

  • 1 Kilogramm Sauerkirschen
  • 1 Liter Wasser
  • 350g Zucker
  • 4 – 5 Einweckgläser à 500 ml
  • Eine Prise Zimt

1. Die Kirschen entsteinen und die Einmachgläser mit heißem Wasser ausspülen. Deckel dabei nicht vergessen. In die abgetrockneten Gläser nun die entsteinten Kirschen füllen.

2. Das Wasser zum Kochen bringen und den Zucker hinzugeben. Sobald er sich aufgelöst hat, den Sirup in die Einmachgläser zu den Kirschen geben bis diese bedeckt sind.

3. Gläser in einen großen Topf stellen und zu ¾ mit Wasser füllen. Topfdeckel darauf und für 30 Minuten köcheln lassen. Anschließend abkühlen lassen und Gläser aus dem Topf nehmen.

Die eingekochten Sauerkirschen schmecken besonders lecker zu Grießbrei oder Vanilleeis. 

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