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Linde, Lindenbaum

Linde (Tilia spec.) Baum

Steckbrief

Pflanzenname
Linde, Winterlinde, Sommerlinde
Erntezeitpunkt
September Oktober
Botanischer Name
Tilia spec.
Jahreszeitlicher Laubrhythmus
laubabwerfend
Pflanzenfamilie
Malvengewächse
Pflanzengröße
ca. 40 m
Herkunft
Europa, Asien
Pflanzzeit
März April Mai Juni Juli August
Winterhärte
winterhart
Aussaatzeit
-
Pflanzentyp
asiatische Pflanzen Bäume Bienenweidepflanzen Duftpflanzen Gartenpflanzen immergrüne Sträucher mehrjährige Pflanzen Sichtschutzpflanzen winterharte Pflanzen
Gartenstil
Apothekergarten Barockgarten Bauerngarten Cottage-Garten Englischer Garten moderner Garten pflegeleichter Garten Rhododendrongarten romantischer Garten Schattengarten Selbstversorger-Garten Staudengarten Steingarten Sumpfgarten Topfgarten Wassergarten Wildblumengarten Zengarten Zimmer
Pflege
-
Pflegeaufwand
ohne Pflegeaufwand
Blütezeit
Juni Juli
Vermehrung
Samen, Ableger
Blütenfarbe
gelb grün weiß
Bodenbeschaffenheit
durchlässig lehmig locker mäßig feucht nährstoffreich sandig steinig tonhaltig
Blattform
herzförmig, groß, behaart, Blattrand gesägt
Lichtbedingungen
halbschattig sonnig
Essbare Früchte
ja
Schädlinge/Krankheiten
Gallmilbe Spinnmilben
giftig
-
unter Naturschutz
-
In diesem Artikel
Linde pflegen
Linden vermehren und Krankheiten
Linden schneiden
Warum ist Lindenholz beliebt?
Einen Lindenbaum pflanzen
So sieht ein Lindenblatt aus
Lindentee aus Lindenblüten
Lindenblütenhonig
Beliebte Lindenarten

Schon seit Jahrhunderten stehen Linden (Tilia spec.) auf zentralen Plätzen in Dörfern und Städten. Sie waren ein beliebter Treffpunkt für Jung und Alt, man nannte diese Dorflinden auch "Tanzlinden" oder "Gerichtslinden". Denn unter ihrem Blätterdach fanden die unterschiedlichsten Ereignisse statt, wie die tägliche Kommunikation der Dorfbewohner, Streitschlichtungen oder Hochzeiten. Die Linde war ein zentraler Anlaufpunkt für Tauschgeschäfte, Versammlungen und soziale Bindungen. Und auch heute noch gibt es viele dieser alten, großen Exemplare in etlichen Gemeinden.

Linden werden enorm hoch und ausladend, auch als Alleebaum sind Linden daher beliebt. Am bekanntesten ist wohl die über 350 Jahre alte Prachtstraße "Unter den Linden" in Berlin-Mitte, die ihren Namen von den Linden bekam, die diesen Boulevard säumen. Linden können dabei sehr alt werden, bis zu 1.000 Jahre alt! Durch Umwelteinflüsse ist jedoch eher mit einer Lebensdauer von unter 100 Jahren zu rechnen. Wer nun mit einer Linde für seinen Garten liebäugelt, muss jedoch lange warten, bis sie einen echten Dorflinden-Charakter in entsprechender Größe erhält.

Zum Glück sind in Baumschulen auch große Linden erhältlich. Bereits 10 -12 m hohe Linden lassen sich kaufen, selbstverständlich haben diese dann auch ihren Preis, der ungefähr bei einem halben, sehr guten Neuwagen liegt. Die Bienen in Ihrem Garten würden sich jedoch über die Pflanzung einer Linde sehr freuen, sind sie doch aufgrund ihres hohen Nektar- und Pollenangebots eine fantastische Nahrungsquelle. Mit der Zimmerlinde ist die Linde übrigens nur entfernt verwandt. Sie gehört nicht zur Gattung Tilia, sondern zu Sparrmannia, jedoch zur gleichen Familie der Malvengewächse.

Linde pflegen

Eigentlich gibt es keinerlei Pflegeaufwand für die Linde. Sie wächst stetig vor sich hin und muss nicht geschnitten werden, wenn sie am richtigen Standort steht. Das einzige Problem, das Linden verursachen, ist ein zuckriger Saft, der von ihren Blättern heruntertropft. Und genaugenommen ist auch nicht die Linde der wahre Verursacher dieses leidigen Phänomens, wenn man sein Fahrrad oder sein Auto unter einer Linde geparkt hat und Windschutzscheibe und Sattel oder gar die schöne Gartenbank intensiv kleben.

Es sind Blattläuse, deren Ausscheidungen (Honigtau) von den Blättern tropfen. Dagegen lässt sich leider nichts machen, man kann nur davon absehen, seine Habseligkeiten im Sommer während der Lindenblütenzeit darunter abzustellen. Es ist sogar empfehlenswert, weil der klebrige Film nicht nur unangenehm ist, sondern sich darauf mit der Zeit auch Rußtaupilze ansiedeln können, die empfindliche Oberfläche schädigen können.

Linde (Tilia spec.) Ast

Die kleinen kugelförmigen Früchte der Linde sind essbar und zwischen September und Oktober reif.

Linden vermehren und Krankheiten

Theoretisch ist eine Vermehrung von Linden über Samen oder Ableger möglich, in der Praxis ist sie jedoch weitestgehend von Misserfolg gekrönt, weil externe Faktoren wie Nässe und Pilzerregern die Keimfähigkeit und Wurzelausbildung stören. Wer sich eine Linde für den Garten wünscht, sollte diese am besten in einer Baumschule erwerben, dort findet man auch die passende Größe.

Linden schneiden

Linden müssen nicht zwangsläufig beschnitten werden. Da sie aber in den meisten Fällen sehr ausladende Kronen und Höhen erreichen und nicht jeder unbegrenzt Platz in seinem Garten hat, sollten Sie die Linde einmal im Jahr beschneiden.

Und nicht nur ein einfacher Rückschnitt ist möglich:

  • Linden lassen sich auch in Spalierform bringen. Die Spalierform verschafft dem Baum eine breite wie auch schmale Silhouette. Die Äste werden dazu mit einem Holzgerüst waagerecht nach rechts und links geführt.
  • In den Niederlanden werden Linden in Bauerngärten gern in diese Form geleitet und geschnitten – das sieht zum einen attraktiv aus und zoniert dazu den Nutzpflanzen- und Hausgarten. So entstehen spannende Strukturen im Garten und gut geplante Sitzplätze im Schatten.
  • Geschnitten wird die Linde im September/Oktober, lange bevor der Frost kommt, damit der Baum Zeit hat, die Schnittwunden zu schließen. Bei größeren Schnitten sollten Sie die Schnittstellen mit Wundharz verschließen.

Warum ist Lindenholz beliebt?

Lindenholz ist sehr weich und lässt sich deshalb gut verarbeiten. Insbesondere zum Schnitzen von Holzfiguren oder für Drechselarbeiten ist es gut geeignet. Die fertigen Skulpturen oder Möbel aus Lindenholz sollten jedoch nur im Innenbereich aufgestellt werden, da Lindenholz leicht verwittert. Auch für Instrumente zum Beispiel für Ukulelen wird Lindenholz gern verarbeitet.

Einen Lindenbaum pflanzen

Linden sind Pfahl- und in späteren Jahren Herzwurzler. Das bedeutet, dass sie einen tiefgründigen Boden benötigen und eine Unterpflanzung von Zierpflanzen und Sträuchern nicht gut vertragen, beziehungsweise durch ihr stark ausbreitendes und in späteren Jahren sehr kräftiges Wurzelsystem diese Nachbarpflanzen verdrängen. Ebenso wenig sollte um die Linde gepflastert oder asphaltiert werden. Früher oder später werden die Wurzeln den Belag anheben und aufbrechen. Die Erde um die Linde sollte neutral und eine Mischung aus humos, locker, tiefgründig, lehmig und sandig sein – dann gedeiht der Baum am besten.

So sieht ein Lindenblatt aus

Die Lindenblätter sind je nach Art und Kreuzung der Arten ein wenig unterschiedlich und in manchen Fällen gar nicht so einfach zu unterscheiden. Ein Merkmal eint sie jedoch allesamt, dass sie herzförmig sind und einen zarten Flaum aufweisen. Die Blattkanten sind gesägt.

Linde (Tilia spec.) Blätter

Für klebrige Autoscheiben oder Fahrradsättel sind Blattläuse verantwortlich: Ihre Ausscheidungen tropfen als zuckriger Saft von den Lindenblättern.

Lindentee aus Lindenblüten

Aus den Blüten der Sommer- und Winterlinde lässt sich ein Tee gegen Husten zubereiten. Dieser Heiltee kann Hustenreiz lindern. Dazu müssen die frisch aufgeblühten Lindenblüten geerntet und im Anschluss auf einem Tisch ausgebreitet trocknen. Zwischendurch werden Sie am besten gewendet. Sind sie getrocknet, können sie in Gläser abgefüllt werden. Auf sechs Gramm Lindenblüten wird ein Liter kochendes Wasser gegossen. Dann lässt man je nach Geschmacksempfinden den Tee fünf bis zehn Minuten ziehen.

Lindenblütenhonig

Es gibt außerdem Lindenblütenhonig, der von Bienenvölkern gesammelt wird, die ihren Bienenstock neben Lindenbäumen haben. Der Geschmack des Lindenblütenhonigs ist fein mit minziger Note. Er ist flüssig und zum Rohverzehr, Kochen, Backen und Süßen geeignet. 

Beliebte Lindenarten

Sie möchten nun auch eine Linde pflanzen? Diese Arten sind besonders interessant:

  • Sommerlinde (Tilia platyphyllos), auch Großblättrige Linde genannt, wird 30-40 m groß, graue Rinde, Blätter grün, Sorten wie 'Rubra' im Austrieb rot.
  • Winterlinde (Tilia cordata), max. 20 m, Rinde brau-grau, Blätter grün.
  • Holländischen Linde (Tilia x europaea): Eine Artkreuzung der Sommer- und Winterlinde. Tilia × europaea 'Pallida' Kaiserlinde wächst säulenartig, gut als Alleebaum.
  • Silberlinde (Tilia tomentosa), Rinde hellgrau, weiß-filzige Blattunterseite, wird ca. 25 m hoch.
  • Krimlinde (Tilia x euchlora): Sie wird ca. 20 m hoch, die Blätter bis zu 10 cm groß.
  • Mongolische Linde (Tilia mongolica): Sie wird maximal 10 m hoch, graubrauner, glatter Stamm, dunkelgrüne Blätter.
  • Tilia heterophylla: Zweige rot, Rinde dunkelbraun, gefurcht, max. 15 m hoch, schmale Krone.
  • Amerikanische Linde (Tilia americana), Riesenblättrige Amerikanische Linde (Tilia americana 'Nova'). Max. 30 m hoch, Rinde grau, Blätter dunkelgrün, auch für schattige Standorte geeignet.
Linde (Tilia spec.) Baum

SCHÖNER WOHNEN-Tipp zur Linde

Eine außergewöhnliche und besonders interessante Linde ist die Tilia henryana – Henrys Linde! Dieser Solitärbaum wird etwa zehn Meter hoch und die Krone ebenso breit. Diese Linde wächst langsam, eignet sich somit perfekt für einen Vor- oder Hausgarten. Sie blüht ungewöhnlich spät, nämlich erst im August bis September, so dass man sich im Herbst an den stark duftenden Blüten erfreuen kann. Ihre Blüten ziehen außerdem Bienen magisch an.

Das Beste an diesem Baum sind jedoch seine Blätter! Sie sind so stark gezähnt, dass es aussieht, als hätten sie einen Strahlenkranz ringsherum. Doch damit nicht genug. Die Färbung der Blätter ist im Laufe des Jahres ein echtes Farbspektakel: Zum Austrieb im Frühjahr sind die Blätter rosa bis bronzefarben, im Sommer dunkelgrün und im Herbst gelb gefärbt – ein wunderschöner Baum!

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