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Fingerhut

Fingerhut (Digitalis spec.) violett

Steckbrief

Pflanzenname
Fingerhut
Erntezeitpunkt
-
Botanischer Name
Digitalis spec.
Jahreszeitlicher Laubrhythmus
wintergrün
Pflanzenfamilie
Wegerichgewächse
Pflanzengröße
von 30 cm bis 1,5 m
Herkunft
Europa, Afrika, Asien
Pflanzzeit
-
Winterhärte
winterhart
Aussaatzeit
März April Mai
Pflanzentyp
asiatische Pflanzen Beetpflanzen Bienenweidepflanzen Gartenpflanzen Giftpflanzen japanische Pflanzen mehrjährige Pflanzen Schnittblumen Stauden Wildpflanzen wintergrüne Pflanzen winterharte Pflanzen Zierpflanzen zweijährige Pflanzen
Gartenstil
Garten für Anfänger Hanggarten Heidegarten Naturgarten pflegeleichter Garten Rhododendrongarten romantischer Garten Staudengarten Wildblumengarten Zengarten
Pflege
-
Pflegeaufwand
ohne Pflegeaufwand
Blütezeit
Juni Juli August
Vermehrung
Aussaat
Blütenfarbe
braun gelb grün orange rosa rot violett weiß
Bodenbeschaffenheit
durchlässig feucht humos lehmig locker mäßig feucht sandig sauer steinig
Blattform
rosettenförmig angeordnet, länglich-oval
Lichtbedingungen
halbschattig sonnig
Essbare Früchte
-
Schädlinge/Krankheiten
-
giftig
ja
unter Naturschutz
ja
In diesem Artikel
Fingerhutpflanzen: Welche Arten gibt es?
Fingerhut pflanzen
Ist der Fingerhut giftig?
Fingerhut vermehren: Fingerhut-Samen
Der richtige Fingerhut-Standort
SCHÖNER WOHNEN-Tipp zum Fingerhut

Seinen Namen erhielt der Fingerhut dank seiner glockenförmigen Blüten, die bis zu vier Zentimeter groß werden können. Im englischsprachigen Raum ist sein Name fantasievoller, denn dort heißt die Gartenblume "Fuchshandschuh" (Fox Glove). Über die Namensherkunft streiten sich die Etymologen bis heute: Entweder entspringt der Name einer alten Sage über Wälder, Feen und Füchse oder er bezieht sich auf Botaniker Leonhart Fuchs, nachdem auch die Fuchsie benannt wurde.

Die zwei- oder mehrjährige Wildstaude wächst bevorzugt am Gehölzrand, in Heide- oder Rhododendrongärten und auf Lichtungen. Es gibt über 20 Arten der buntblühenden Rosettenpflanze. Sie blüht in Rosa, Rot, Gelb, Weiß, Braun, mehrfarbig, mit breiten oder schmalen Blütenköpfen. Am schönsten zeigt sich der Fingerhut, wenn er in Grüppchen wächst, da seine Farbkraft dann besonders gut zur Geltung kommt. Da es den Fingerhut in verschiedenen Größenausprägungen von 30 cm bis 150 cm gibt, lässt er sich im Beet auch gut gestaffelt in Szene setzen. Bei den meisten Arten hängen die Blütenköpfe des Fingerhutes übrigens herab, lediglich bei den Sorten Digitalis purpurea 'Candy Mountain' und 'Snowy Mountain' öffnen sie sich gen Himmel.

Fingerhutpflanzen: Welche Arten gibt es?

Ob klein oder groß, dezent oder farbenfroh – mit unserer Auswahl finden Sie den passenden Fingerhut für Ihren Garten:  

  • Großblütiger Fingerhut (Digitalis grandiflora), blüht gelb, wird 60-80 cm groß.
  • Niedriger Gelber Fingerhut (Digitalis ambigua 'Carillon'), blüht gelb, wird nur 35 cm hoch.
  • Englischer Fingerhut (Digitalis x mertonensis), blüht altrosa, wird 70-100 cm groß.
  • Kleinblütiger Fingerhut (Digitalis parviflora), blüht braun/rostrot, wird 60 cm hoch.
  • Apricotfarbener Fingerhut (Digitalis purpurea 'Apricot'), pastellfarbene Blüten, wächst bis 90 cm hoch.
Fingerhut (Digitalis spec.) im Bauerngarten

Der Fingerhut (Digitalis spec.) kann bis zu 150 cm in die Höhe wachsen und sorgt so für Abwechslung im Blumenbeet.

Fingerhut pflanzen

Meist sind in Gärtnereien Fingerhut-Jungpflanzen schon ab Mai erhältlich, wenn es nicht mehr friert. Mit dem Fingerhut lassen sich nur schöne Arrangements im Beet oder Unterpflanzungen für Gehölze schaffen, sondern sie können mit ihrer Größe auch ein echter Sichtschutz sein. Entscheidet man sich für hochwachsende Sorten, dann kann man im Beet oder sogar im Kübel auf Balkon und Terrasse eine wunderschöne optische Barriere erstellen.

Der Rostrote Fingerhut (Digitalis ferruginea 'Gigantea') wird beispielsweise 120 cm hoch und blüht rostrot, der Digitalis purpurea 'Foxy' wird sogar 150 cm groß und trägt weiß-rosa Blütendolden. Und nicht nur ein Sichtschutz lässt sich mit Fingerhut pflanzen, auch eine Art Schutzmauer für schneckenempfindliche Pflanzen ist möglich. Der Fingerhut hat Inhaltsstoffe, die sowohl von Schnecken als auch generell von Pflanzenschädlingen gemieden werden.

Ist der Fingerhut giftig?

Ja, Fingerhut ist sogar stark giftig! Wenn Sie Fingerhut jedoch anfassen, ist das normalerweise dennoch ungefährlich. Haben Sie aber offene Stellen an der Haut, sollten Sie besser Handschuhe tragen. Alle Pflanzteile sind hochgiftig, bei Verzehr sogar tödlich. In einem Garten mit Kindern und Haustieren gilt daher besondere Vorsicht!

Lange Zeit wurde Digitalis auch als Medikament bei Herzerkrankungen eingesetzt. Studien vermuten jedoch mittlerweile, dass von der Einnahme aufgrund unvorhergesehener Gefahren und Wechselwirkungen, die die Inhaltsstoffe von Fingerhut verursachen können, eher abzuraten ist.

Fingerhut vermehren: Fingerhut-Samen

Fingerhut bildet in seinem zweiten Standjahr Samen in Kapselfrüchten aus. Diese können Sie entweder abnehmen und an einem neuen Standort aussäen, oder Sie überlassen es der Pflanze selbst, sich auszusäen.

  • Für eine Direktsaat in Juli/August eignet sich ein humoser, lehmig-steiniger Boden. Der pH-Wert kann von leicht sauer bis neutral reichen. Feuchten Sie die Erde vorher gut an.
  • Wenn Sie im Innenbereich die Samen bereits im Frühjahr vorziehen, dann sollten Sie einfache Anzuchterde verwenden.
  • Die Anzuchttemperatur muss auf jeden Fall recht hoch zwischen 18 und 29 °C liegen. Die Keimung dauert zwischen einem halben und einem ganzen Monat.
  • Sind die Sämlinge ca. 5-10 cm groß, werden sie in eigene Töpfe vereinzelt und an die Außentemperatur gewöhnt. Das heißt: Tagsüber bei Sonnenschein rausstellen, abends ins Warme bringen.
  • Sobald keine Gefahr von Nachtfrösten mehr besteht, können die Jungpflanzen in den Garten gepflanzt werden.
  • Lassen Sie einen halben Meter Abstand zwischen den Pflanzen, damit sie genügend Platz zum Entwickeln haben. 
Fingerhut (Digitalis spec.) violett

Die glockenförmigen Blüten des Fingerhuts können bis zu 4 cm groß werden.

Der richtige Fingerhut-Standort

Fingerhüte wachsen am besten an naturnahen Standorten. Haben Sie also Gehölze in Ihrem Garten, wohnen Sie am Waldrand, ist das Gebiet heideartig geprägt oder gedeihen Rhododendron, Tannen und Kiefern gut in Ihrem Garten, dann werden sich auch Fingerhüte bei Ihnen gern ansiedeln.

Haben Sie keinen solchen Garten oder nur einen Balkon, dann bleibt immer noch die Möglichkeit, das Beet mit humos, lehmig-sandiger, leicht saurer Erde aufzufüllen oder einen großen Kübel mit Fingerhut zu bepflanzen. Digitalis wächst auch am Hang und gedeiht sowohl an sonnigen als auch halbschattigen Standorten. Die Erde sollte jedoch stets mäßig feucht bis feucht sein.

SCHÖNER WOHNEN-Tipp zum Fingerhut

Die Fingerhutblume eignet sich bestens als Schnittblume. Mit ihren langen Rispen ist sie ein guter Partner für eine Bodenvase oder für eine Vase auf einem großen Esstisch. Zu beachten ist, dass die abgeschnittenen Fingerhüte sofort ins Wasser gestellt werden. Sie brauchen viel Wasser, genauso wie in der Erde. Stellen Sie also noch im Garten einen Wassereimer für sie bereit.

Im Haus streifen Sie dann die unteren Blätter ab und schneiden die Digitalis-Schnittblume noch mal frisch und möglichst schräg an, damit sie viel Wasser aufnehmen kann. Achten Sie bei der Auswahl Ihrer Vase auf ein schweres Modell, weil die Fingerhut-Blütenstiele lang und schwer sind und ihr Gefäß einen guten Stand braucht. Eine Vase mit Ausbuchtungen ist aufgrund des Volumens der Blütentriebe am besten geeignet, weil man so die Fingerhutrispen gut arrangieren kann. Füllen Sie regelmäßig Wasser in der Vase nach!