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Pastinaken pflanzen und ernten

Pastinake (Pastinaca sativa)
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Die Pastinake (Pastinaca sativa) zählt zu den klassischen Wintergemüsen. Ihre Wurzeln, die 20-40 cm lang werden, können auch im Winter - solange der Boden nicht gefroren ist - geerntet werden. Das ist gerade für den heimischen Garten praktisch, so hat man eine Art Kühlschrank im Boden. Ebenfalls wie das Knollengemüse Topinambur hat die Pastinake einen leicht süßlich-nussigen Geschmack. Sie gehört zu den älteren, leicht in Vergessenheit geratenen Wurzelgemüsen, die mit dem Anbau der Kartoffel verdrängt wurden. Das liegt wahrscheinlich an der sehr langen Entwicklungsdauer der Wurzel von bis zu sieben Monaten.

Pastinaken wurden aber zu Unrecht vergessen, stecken sie doch voller Vitamine und Mineralstoffe! Besonders wertvoll sind auch ihre ätherischen Öle, so lassen sich aus den Blättern, Blüten und Samen auch Tees gegen Magenbeschwerden und Schlaflosigkeit herstellen. Außerdem ist die Pastinake für empfindliche Magen ein leicht bekömmliches Gemüse und wird deshalb gern für Babys als erste Breinahrung gegeben. Ihre Wurzel wird häufig mit der von Petersilie verwechselt, ihre Blüte mit der von Fenchel – was jedoch nicht verwundert, da alle Doldenblütler sind. Wild kommt die Pastinake als Wiesen-Pastinake (Pastinaca sativa subsp. sativa var. pratensis) vor, als gezüchtete Kulturform heißt sie Gemüse-Pastinak (Pastinaca sativa subsp. sativa var. sativa).

Pastinaken pflanzen

Pastinaken gehören zu den Gemüsen die zweijährig wachsen. Im ersten Jahr wird die Wurzel ausgebildet, im zweiten Jahr – wenn man sie nicht schon vorher geerntet hat – die Blüte. In der Gärtnerei gibt es gelegentlich vorgezogene Pastinakenpflanzen zu kaufen. Diese können Sie im Frühjahr in einen eher trockenen, nährstoffreichen Boden setzen. Ansonsten wird die Pastinake oft einfach ausgesät.

Pastinaken säen

Eine beliebte Pastinakensorte ist die 'Halblange Weiße'. Sie wächst keilförmig und wird 20-30 cm lang. Die 'Lange Weiße' wird hingegen 40 cm lang und benötigt somit tiefgründige, lockere Böden, was nicht immer einfach zu realisieren ist. Außerdem besteht das Problem, dass sie aufgrund ihrer Länge während des Erntevorgangs schneller durchbrechen kann. Die lange Pastinake dient daher häufig auch als Tierfutter. Eine weitere beliebte Sorte für den Garten ist hingegen die 'White King' mit kurzer Wurzel.

  • Zwischen April und Mitte Juni werden die Samen ins Freiland in einen sandigen, humushaltigen und vor allem gelockerten, unkrautfreien Boden gesät
  • Die Temperaturen sollten bei 15–20 °C liegen.
  • Die Keimzeit ist bei den einzelnen Samen ganz unterschiedlich und zum Teil recht lang.
  • Zwischen 7 und 21 Tage kann die Keimung dauern, man braucht also Geduld und sollte in der Zeit das Beet nicht harken.
  • Sobald die Jungpflanzen kräftig aussehen, gilt es sie zu vereinzeln.
  • Der Abstand der Pastinaken im Beet sollte um die 40 cm betragen, weil sie recht ausladend wachsen.

Im Sommer sollten Sie die Pflanzen wöchentlich kräftig gießen, zwischendurch darf die Erde auch mal abtrocknen, den Boden immer wieder vorsichtig auflockern und Unkraut entfernen. Die Ernte der Wurzeln beginnt im Oktober und reicht bis in das nächste Jahr. Im zweiten Standjahr, wenn man die Pastinake nicht erntet, bildet die Pflanze Blüten und Samen aus – die Wurzel ist dann nicht mehr genießbar.

Pastinaken schälen

Zur Zubereitung von Pastinaken sollten Sie die anhaftende Erde abwaschen und die Wurzel gut schälen. Danach können sie zum Beispiel geraspelt roh im Salat verzehrt werden. Damit die Pastinakenstreifen oder -raspel nicht braun anlaufen, empfiehlt es sich, sie mit Zitronensaft zu beträufeln. Des Weiteren können Sie Pastinaken kochen, eine kurze Garzeit von etwa zehn Minuten macht sie zu einem Gemüse für die schnelle Küche. Selbstverständlich können Sie Pastinaken auch braten oder backen. Nicht vorgekocht dauert das etwa eine Viertelstunde. Insgesamt gibt es sehr viele Verwendungsmöglichkeiten für das Wurzelgemüse. Vor dem Frost geerntete Pastinaken sind in Geschmack und Konsistenz mit Möhren und Kartoffeln zu vergleichen. Nach dem Frost schmecken sie eher würzig-süßlich.

Die beliebtesten Pastinakenrezepte: Pastinakensuppe und Pastinakenpüree

Wer Pastinaken aus dem eigenen Garten geerntet hat, möchte sie natürlich auch gern in der Küche verarbeiten:

Schnelles Rezept für Pastinakensuppe:

  1. 400-500 g Pastinaken und wahlweise einen Apfel oder eine Kartoffel schälen.
  2. Alles würfeln.
  3. In einem Topf mit Butter anschwitzen.
  4. Fein gewürfelte Zwiebeln dazugeben eine weitere Minute mit anbraten.
  5. Mit einem Liter Gemüsebrühe aufgießen und für 30 min köcheln lassen.
  6. Zu einer Suppe pürieren.
  7. Einen Becher Crème fraîche einrühren.
  8. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Schnelles Rezept für Pastinakenpüree:

1. Für die Zubereitung einer Babyportion benötigen Sie 200 g Pastinaken, die geschält und kleingewürfelt werden.
2. Geben Sie diese in einen Topf und geben Sie soviel Wasser hinzu, dass die Pastinakenwürfel bedeckt sind.
3. Nach ca. 10-15 min sollten sie weich sei. Zur Sicherheit einmal die Konsistenz prüfen.
4. Geben Sie nun fürs Püree zwei Esslöffel Raps- oder Sonnenblumenöl hinzu und pürieren Sie den Pastinakenbrei bis er cremig ist.

Pastinake (Pastinaca sativa) Gemüse
Bis weit in die Wintermonate hinein lassen sich die süßlich-nussigen Wurzeln ernten. Aber auch die Blüten und Samen der Pastinake lassen sich zum Würzen verwenden!
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Unterscheidung Pastinake und Petersilienwurzel

Es gibt verschiedene Unterscheidungsmerkmale für die Pastinaken- und Petersilienwurzel. Zum einen sind Pastinakenwurzeln meist länger als Petersilienwurzeln und auch schlanker. Zum anderen hat die Pastinakenwurzel eine Art Vertiefung am Blattansatz der Wurzel und die Petersilienwurzel hingegen eine Wölbung. Außerdem riecht die Petersilienwurzel nach Petersilie und die Pastinake nicht. Geschmacklich lassen sie sich ebenfalls unterscheiden, weil die Pastinake weniger streng als die Petersilienwurzel schmeckt.

Pastinaken kaufen und lagern

Achten Sie beim Kauf der Pastinake darauf, dass die Wurzel nicht gummiartig ist. Ihre Haut muss fest aussehen. Die Pastinaken, die sehr groß sind, sind meist verholzt, greifen Sie lieber zu den kleineren.

Lagern Sie Pastinaken am besten nur im Kühlschrank, am besten in ein feuchtes Tuch eingeschlagen. Aber auch da ist ein zügiges Verarbeiten sinnvoll, weil sie auch dort schnell austrocknen und schlaff werden. Eine gute Aufbewahrung über einen längeren Zeitraum kann die Tiefkühllagerung sein. Eine Lagerung bei Licht und hohen Temperaturen ist grundsätzlich zu vermeiden, da sich bei Pastinaken, genauso wie bei Petersilienwurzeln und Sellerie, vermehrt Furocumarine bilden können. Mit der Mahlzeit aufgenommen, können diese gesundheitsschädlich wirken, auch durch das Kochen verschwinden die sekundären Pflanzenstoffe nicht, da sie hitzestabil sind.

Außerdem kann es nach dem Verzehr oder nach Berührung der Blätter, wenn man der Sonne ausgesetzt ist, zu unverhältnismäßig starken sonnenbrandähnlichen Verbrennungen der menschlichen Haut kommen (Phytophotodermatitis), weil Furocumarine phototoxisch (giftig in Verbindung mit Lichteinwirkung) wirken können. Bei der Herstellung und beim Kauf von Pastinaken-Babybrei sollten Sie daher auf die Herkunft der Pastinaken und Herstellerangaben achten!

SCHÖNER WOHNEN-Tipp zur Pastinake

Pastinaken enthalten, genauso wie Topinambur, eine hohe Menge an Inulin. Inulin ist ein Mehrfachzucker mit hohem Faseranteil. Der ist gut für die Verdauung und beugt Verstopfugen vor. Er gehört außerdem zu den präbiotischen Inhaltsstoffen, die sich positiv auf die Darmflora (Mikrobiom) auswirken. Der Verzehr von Pastinaken eignet sich somit auch für eine gesundheitsbewußte Ernährung.

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