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Passionsblume

Passionsblume (Passiflora spec.) violett
© Colourbox / casper1774 Studio

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Die Passionsblume (Passiflora) ist mit ihren farbprächtigen, teilweise handtellergroßen Blüten eine exotische Schönheit für Garten, Terrasse und Balkon. Selbst als Zimmerpflanze ist sie sehr beliebt. Ihre mehr als 500 Arten stammen zumeist aus tropischen Gefilden, aber auch in den Subtropen und gemäßigten Bereichen – vor allem Nordamerika – kommt die Pflanze vor. Als kletternde Sträucher können sie mehrere Meter hoch werden und entwickeln nach der Blüte essbare Früchte. Die Passionsfrüchte sind oval bis fast rund und werden mit ihrer festen Schale mehrere Zentimeter groß. Die bekannteste ist die süß-säuerliche Maracuja von der Passiflora edulis. Somit ist jede Maracuja zwar eine Frucht der Passionsblume, aber nicht jede Passionsblumen-Frucht ist eine Maracuja, was viele denken.

Die Passionsblume trägt übrigens ihren Namen aus christlichen Motiven, da die Blüte der Blauen Passionsblume (Passiflora caerulea) sinnbildlich an die Leidensgeschichte (Passion) von Jesus Christi erinnert. Die fünf Staubgefäße sollen an die Wunden Christi und die drei Narben der Blüte an die Nägel der Kreuzigung erinnern. Die weiße Grundfarbe der äußeren Blütenblätter unterstützt diese Interpretation und steht für Unschuld.

Passionsblume kaufen

Auch wenn die Artenvielfalt bei der Passionsblume in die Hunderte geht, werden bei uns vor allem folgende drei Arten als Pflanze angeboten:

  • Blaue Passionsblume (Passiflora caerulea): Ihre Triebe wachsen bis zu 5 Meter pro Jahr, Blütezeit ist vom Sommer bis in den Herbst. Der Strahlenkranz der Blüte (Korona) ist blau, die Kelchblätter zumeist weiß. Trägt gelbe, apfelgroße Früchte.
  • Winterharte oder Fleischfarbene Passionsblume (Passiflora incarnata) mit der häufig angebotenen Sorte 'Maypop': Sie stammt aus den USA, hat bis zu 7 cm große Blüten, eine hellblaue Korona, die Kelchblätter sind rosa bis grünlich. Blütezeit ist Juli bis September, sie gilt als frosthärteste Passionsblume. Sie wird neben der Gartengestaltung auch für heilkundliche Zwecke angebaut. Eiförmige, orange Früchte.
  • Passiflora lutea: eine weit verzweigende Rankpflanze, die sich auch unterirdisch intensiv verbreitet. Ihre Blüten sind nur 2 cm groß und hellgelb. Blütezeit: Juni bis August.

Passionsblume vermehren

Wer keine ausgewachsene Pflanze erwerben möchte, kann zum Ziehen der eigenen Passionsblume Samen kaufen:

  • Säen Sie die Samen einzeln auf Schalen mit sandig, feuchtem Substrat aus.
  • Bedecken Sie die Samen mit einer Schicht gesiebter Erde.
  • Der Standort sollte 20-25 Grad Celsius warm sein, dann zeigen sich die ersten Pflänzchen nach etwa 3-6 Wochen.
  • Um ein ideales Mikroklima zu erzeugen, können Sie über die Gefäße eine transparente Tüte ziehen.
  • Denken Sie daran, dass es sich um Rankpflanzen handelt. Aus diesem Grund sollten Sie dem zarten Grün stets ein Rankgitter anbieten.
  • Umtopfen können Sie die Jungpflanzen nach 3-5 Monaten.
  • Auch wenn die Aufzucht gelingt, werden die neuen Passionsblumen nicht gleich Blüten zeigen. Meist erfolgt das erst im zweiten Jahr.

Welchen Standort braucht die Passionsblume?

Obwohl Passionsblumen zumeist aus warmen Gebieten kommen, gedeihen einige Exemplare in Mitteleuropa auch im Freien gut. Wichtig ist, dass sie einen geschützten Platz bekommen – zum Beispiel dicht an einer Südfassade des Hauses. Bis -7 Grad Celsius soll die Blaue Passionsblume (Passiflora caerulea) an Frosttagen aushalten können. Die Winterharte Passionsblume (Passiflora incarnata) trotzt sogar Temperaturen von -15 Grad Celsius.

Passionsblume pflanzen

Um eine Passionsblume zu pflanzen, sollte der Boden feucht, humos und nährstoffreich sein. Richtig angepflanzt ist die Blüte reichlich und beranken die Passionsblumen schnell eine Pergola, Zäune, Bäume und Rankgitter. So entsteht ein blühender Sichtschutz. Alternativ zu einer festen Gartenpflanzung können Passionsblumen auch im Kübel gezogen werden. Vergessen Sie hier jedoch nicht das notwendige Rankgitter. Ein Kübelpflanzung bietet sich vor allem für nicht winterharte Arten der Passionsblumen an, so können sie leichter ins Winterquartier umziehen.

Passionsblume-Pflege: So geht's richtig

Auch wenn die Passionsblume es warm und sonnig liebt, sollten Sie Ihre Pflanzen im Sommer regelmäßig und reichlich wässern, sodass die Erde stets mäßig feucht ist. Achten Sie jedoch darauf, dass keine Staunässe entsteht, das würde den Pflanzenwurzeln schaden. Ideal ist außerdem kalkarmes, gefiltertes Wasser oder am besten gleich Regenwasser, da die Passionsblume auf zu viel Kalk im Wasser empfindlich reagiert und sich dann schlecht entwickelt.

Ebenfalls sollten Sie in den Sommermonaten düngen. Ein guter Rhythmus wäre alle zwei Wochen mit Flüssigdünger, den Sie zur leichteren Handhabung direkt ins Gießwasser geben können. So ist die Passionsblume stets mit Nährstoffen versorgt.

Passionsblume schneiden

Neben dem richtigen Standort, angemessenen Wassergaben (im Sommer viel, im Winter wenig) und einer regelmäßigen Düngung sollten Sie im Frühjahr – etwa ab März/April - Ihre Passionsblume zurückschneiden. Das regt das Wachstum und die Blütenbildung an den Neutrieben an.

Kürzen Sie dazu alle Triebe soweit zurück, dass jeweils nur noch maximal fünf Vegetationspunkte (Augen) stehen bleiben. Das sind die Stellen, an denen ein Blatt oder Blattpaare entspringen. Nach dem Schnitt treibt die Passionsblume dann ab Mai wieder neu aus.

Ist die Passionsblume winterhart?

Leider sind nur wenige Passionsblumen winterhart. Daher sollten sich Besitzer rechtzeitig überlegen, wie sie ihre Passionsblume überwintern können. Temperaturen zwischen 5-10 Grad Celsius haben sich für die meisten Passionsblumen im Winterquartier als geeignet erwiesen. Normale Wohnräume können das jedoch nicht leisten. Ein Wintergarten oder ein helles, ungeheiztes Treppenhaus sind dann ideal. Aber Vorsicht: Einige Arten brauchen auch wärmere Umgebungen.

Erkundigen Sie sich am besten gleich beim Kauf danach und planen Sie die Überwinterungsmöglichkeiten auch gleich mit ein. Für die im Garten ausgepflanzten Passionsblumen gilt, dass ab Frostbeginn der Wurzelstock mit einer Mulchschicht geschützt werden muss. Wichtig ist auch, dass die Passiflora trocken und geschützt steht. Bei starkem oder andauerndem Regen bauen Sie ihr am besten eine kleine Überdachung. Die Passionsblume wirft, je nachdem wie warm und hell es ist, ihr Laub ab. Überwintert sie im Garten, wird die Kletterpflanze ab dem Spätherbst kahl, im Wintergarten wird sie ihr Laub behalten.

Um die Kübelpflanzen für den Winter bequem umstellen zu können, sollten Sie im Spätherbst die Pflanze ungefähr auf die Höhe des Ranggerüst zurückzuschneiden. So nimmt sie zudem auch weniger Platz ein. Vergessen Sie auch nicht das Gießen im Winter. Regelmäßigkeit ist dabei wichtiger als zu viel Wasser. Achten Sie einfach stets darauf, dass die Erde mäßig feucht bleibt und nicht ganz austrocknet. Düngen brauchen Sie während der Ruhephase nicht.

Passionsblume blüht nicht

Damit Ihre Passionsblumen Blüten in großer Stückzahl ausbilden, ist eine nährstoffreiche Erde sehr wichtig. Für eine üppige Blütenpracht ist daher während Vegetationsphase im Sommer stetes Düngen sinnvoll. Auch der richtige Standort ist wichtig: Steht die Passionsblume zu kühl und bekommt zu wenig Sonne, wird sie ebenfalls wenige bis keine Blüten ausbilden. Achten Sie daher auf ein sonniges Plätzchen.

Passionsblume (Passiflora spec.) weiß
Als Kletterpflanze benötigt die Passionsblume eine Rankhilfe und wächst bei guter Pflege zügig daran empor.
© Adobe Stock / SuGak

Hat die Passionsblume eine Wirkung?

Neben ihrem attraktiven Erscheinungsbild und den zum Teil essbaren Früchten ist die Passionsblume auch zunehmend in der pflanzlichen Heilkunde beliebt. Ob als Tee, Kapseln, hochdosiert als Extrakt in Tropfen oder nur als Passionsblumenkraut, soll die Passionsblume als natürliche Arznei bei Anspannung und Unruhe helfen. Eine medizinisch verlässliche Dosierung oder gar ein Überblick zu den Nebenwirkungen gibt es derzeit jedoch nicht. Fragen Sie daher einen Arzt, bevor Sie Präparate der Passionsblume nutzen wollen.

Ist die Passionsblume giftig?

Passionsblumen enthalten Inhaltsstoffe, die heilpflanzlich aktiv sind. Dennoch gelten zunächst viele Bestandteile der Pflanze als giftig. Vor allem enthält eine Passionsblumen-Gruppe sogar giftige Blausäure. Seien Sie also gerade bei Kindern und Haustieren vorsichtig und lassen Sie diese nicht mit der Pflanze spielen. Lediglich die Früchte sollen stets ungiftig sein.

SCHÖNER WOHNEN-Tipp zur Passionsblume

Viele Passionsblumen werden vor allem in weiß-bläulichen Varianten angeboten. Wer Rottöne bevorzugt, für den ist die Königs-Grenadille Riesenpassionsblume (Passiflora quadrangularis) ein echter Tipp. Sie besitzt bis zu 10 cm große Blüten, die tiefrot gefärbt sind. Ihr Strahlenkranz ist weiß-violett schattiert. Aber nicht nur die Blüten beeindrucken: Ihre Früchte können fast die Größe einer Mango einnehmen.

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