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Persea americana Avocado-Baum, Avocado

Persea americana: Avocado-Baum, Avocado
Hinter dem lateinischen Namen Persea americana versteckt sich ein exotisches Bäumchen, das zur Trend-Pflanze avanciert: der Avocadobaum. Wie Sie aus einem Kern Ihren eignen Avocadobaum ziehen, ihn richtig pflegen und was Sie aus Avocados zubereiten können, erfahren Sie hier.

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Der Avocado-Baum (Persea americana) hat seinen Ursprung in den Regenwäldern Mexikos und Zentralamerikas. Nach Europa kam die Avocado-Pflanze durch die spanischen Konquistadoren, trotzdem wird sie weiterhin eher außerhalb Europas angebaut: Mexiko, Dominikanische Republik, Kolumbien, Peru, Indonesien, Chile, Israel, Australien, Neuseeland und Kalifornien.

Von den insgesamt 150 verschiedenen Arten, die es innerhalb der Pflanzengattung Persea gibt, wird neben der Avocado-Pflanze nur noch eine weitere Art, die Persea schiedeana, landwirtschaftlich angebaut. Bis ein Avocadobaum Früchte trägt, dauert es bis zu vier Jahre. Die bekanntesten Avocado-Sorten bei uns sind die dunkle ‚Hass‘ und die grüne ‚Fuerte‘. Insgesamt gibt es jedoch mehr als 400 verschiedene Avocado-Sorten weltweit.

Die Früchte der Avocado-Pflanze

Obwohl wir umgangssprachlich von der Avocado und ihrem Kern sprechen, handelt es sich bei der Avocado eigentlich um eine Frucht, genauer: eine einsamige Beere. Der Samen (Avocadokern) im inneren der Avocado-Frucht ist ungefähr so groß wie ein Golfball und lässt sich zu einer neuen Avocado-Pflanze heranziehen.

Die Frucht einer Avocado enthält zwar relativ viele Kalorien, nämlich doppelt so viele wie ein Apfel, aber ihr hoher Fettgehalt bietet auch viele gesunde und wohltuende Eigenschaften für den menschlichen Organismus. Vor allem ihr hoher Gehalt an ungesättigten Fettsäuren macht die Avocado zu einem echten Superfood.

Avocadokern pflanzen - so geht's

Da es sich beim Avocadobaum um eine immergrüne Pflanze aus tropischem Gebiet handelt, ist sie im europäischen Raum ausschließlich für die Kultivierung im Topf geeignet. Die nordischen Winter würde der Avocadobaum nicht überleben. Dennoch bringt das Aussäen und Aufziehen einer Avocadopflanze viel Spaß und ist einen Versuch wert:

Im Supermarkt können Sie die Art Persea americana mit sowohl der Sorte "Hass" als auch "Fuerte" hierfür nutzen. Es gibt drei unterschiedliche Wege, wie Sie aus Ihrem Kern eine Avocado-Pflanze ziehen können. Egal für welche Methode Sie sich entscheiden: zunächst sollten Sie den Avocadokern in etwas Wasser von restlichem Fruchtfleisch entfernen und gut mit Küchenpapier abtrocknen.

1. Methode: Kern in Erde ziehen

  • Setzen Sie den im Fruchtfleisch enthaltenen großen Kern (Samen) mit der Spitze nach oben in einen Topf mit Erde (Anzucht- oder Kräutererde).
  • Die obere Hälfte des Kerns muss dabei aus dem Substrat herausschauen. Achten Sie auf ausreichend Abzugslöcher.
  • Nun ist es wichtig, dass der Topf eine permanente Wasserzufuhr erhält. Am besten stellen Sie ihn in einen Übertopf, den Sie stets bis zur Unterkante des Anzuchttopfes mit Wasser auffüllen. Durchtränkt darf die Erde jedoch nicht sein.
  • Der Samen braucht nun Wärme, mindestens 25 °C.
  • Ziehen Sie dem Anzuchttopf außerdem eine durchsichtige Plastiktüte für ein Mikroklima über. Prüfen Sie jedoch die Pflanze regelmäßig auf übermäßige Feuchtigkeit, damit der Kern nicht zu schimmeln beginnt!
  • Nun benötigen Sie noch Geduld! Die Keimung des Avocadokerns kann von sechs Wochen bis zu sechs Monate dauern.

2. Methode: Kern mit Zahnstochern im Glas ziehen

Alternativ kann der Avocadokern mit kleinen Zahnstochern über einem Wasserglas fixiert werden. Spießen Sie dafür Zahnstocher in den Avocadokern (oberes Drittel) an drei Seiten ein paar Millimeter tief hinein. Dieses Konstrukt wird in ein gefülltes Wasserglas gehängt, sodass sich das untere Drittel des Kerns bzw. Samens im Wasser befindet. Dann heißt es auch hier warten. Denn auch bei dieser Methode kann es mehrere Monate dauern, bis der Kern aufbricht und aus ihm der Keimling samt Wurzeln wächst. Ist das geschehen, setzen Sie den Avocadokern zum weiteren Bewurzeln in Erde.

Persea americana: Avocadobäumchen aus Kern ziehen
Um aus einem Kern ein Avocadobäumchen (Persea americana) zu ziehen, braucht es Geduld.
© Adobe Stock / Natalia

3. Methode: Kern in Küchenpapier ziehen

Eine bewährte, aber noch weniger bekannte Methode ist das Anziehen des Avocadokerns mithilfe von Küchenpapier und einem Gefrierbeutel. Hierfür befeuchten Sie zwei bis drei Lagen Küchenpapier mit Wasser und wickeln den Kern darin ein. Anschließend schieben Sie ihn in einen kleinen verschließbaren Gefrierbeutel (z. B. Zip-Beutel), drücken unnötige Luft hinaus und verschließen ihn. Jetzt können Sie den Kern an einem dunklen, trockenen Ort lagern. Avocados mögen es warm: bei einer Raumtemperatur um die 25 Grad Celsius gedeihen sie am besten.

Nach einigen Tagen wird sich der Kern aufspalten, aber erst zwei bis drei Wochen später wird sich der erste Keim zeigen. Wiederum ein paar Wochen später bilden sich richtige Wurzeln. Nun können Sie den Avocadokern mit den Trieben ins Wasser stellen. Ist ein gesunder grüner Trieb mit mehreren Blättern entstanden, können Sie Ihr Avocadobäumchen in Erde pflanzen.

Beachten Sie: Während der gesamten Wachstumsphase im Gefrierbeutel muss das Küchenpapier, mit dem der Avocadokern umwickelt ist, permanent feucht bleiben. Schauen Sie also regelmäßig nach Ihrem Kern.

Avocado (Persea americana) Baum
Bis zu 15 Meter kann ein Avocadobaum in die Höhe wachsen. In kühleren Gebieten bleibt er aufgrund der niedrigeren Temperaturen jedoch nur strauchgroß.
© Adobe Stock / Arisa

Standort: Wo und wie wächst er am besten?

Beim Persea americana handelt es sich um eine Nutzpflanze, deren Früchte weltweit gehandelt werden. In den Anbauländern wächst die Pflanze als mehrstämmiger Baum, wobei ein ausgewachsener Avocadobaum über 18 Meter hoch werden kann. Wer es nicht ganz so groß mag, kann seinen Avocadobaum auch als Kübelpflanze halten.

Erwirbt man die Avocadopflanze in einer Gärtnerei oder zieht man sie selbst aus einem Kern groß, wird das Gewächs aufgrund des Klimas in Mitteleuropa oft nur strauchgroß. Außerdem muss der Avocadostrauch in der Wohnung gehalten werden, da er nicht winterhart ist. Im Sommer können Sie ihn gern ins Freie stellen. Im Winter muss das Avocadobäumchen hell und mäßig warm bis warm stehen. Heizungsluft sollte gemieden werden.

Es ist jedoch möglich, dass der Avocadostrauch im heimischen Wintergarten und im Freien blühen wird. Zur Fruchtausbildung wird es aber wohl nicht kommen. Die Blüten müssen von Bienen oder anderen Insekten bestäubt werden und das leider auf eine sehr komplizierte Art im Zusammenspiel mit mehreren, unterschiedlichen Avocadopflanzen. Außerdem sind die europäischen Sommer zur Fruchtausbildung nicht lang und warm genug.

Die richtige Pflege

Damit Ihr Avocado-Bäumchen vital bleibt, sollten Sie die Blätter kontinuierlich mit Wasser besprühen. Ist der Avocadobaum etwa ein Jahr alt, bietet sich mineralisches Substrat im Topf an. Das imitiert am besten seine natürliche, ursprüngliche Umgebung in den Tropen und Subtropen, in der nur die oberste Bodenschicht Mineralstoffe enthält und ansonsten eher mager ist.

In den Sommermonaten können Sie Ihren Avocadobaum auf den Balkon oder die Terrasse stellen. Starten Sie mit einem Standort im lichten Schatten, damit die Blätter sich an die neuen Lichtverhältnisse gewöhnen können. Von April bis September benötigt der Persea americana regelmäßig Wasser, je wärmer die Pflanze steht, umso mehr Wasser benötigt sie. Kübelpflanzen sollten in den Sommermonaten zusätzlich einmal in der Woche mit einem Dünger versorgt werden.

Persea americana: Avocadobäumchen selber ziehen und mit Wasser regelmäßig gießen
Exotische Pflanze aus den Tropen: Der Avocadobaum mag es warm und feucht.
© Adobe Stock / elena_hramowa

Avocadobaum schneiden

Wer ein Bäumchen aus einer Avocado zieht, wird schnell feststellen, dass die Pflanze schnell in die Höhe wächst und kaum verzweigt. Das liegt daran, dass der Avocadobaum ursprünglich aus dicht bewachsenen tropischen und subtropischen Gefilden stammt und schnell hoch hinaus will, um Licht zu finden. Sie haben aber die Möglichkeit, eine Verzweigung zu fördern: Mit einem Rückschnitt wird das Seitenwachstum angeregt. Das bedeutet konkret, dass Sie Ihr Avocadobäumchen kontinuierlich an der Spitze abschneiden müssen. In einem Alter von einem viertel oder halben Jahr sollte die Pflanze kräftig genug sein und Sie können mit dem Rückschnitt starten.

Verwendung: Was lässt sich aus Avocados zubereiten?

Das Fruchtfleisch von Avocados lässt sich auf vielfältige Art und Weise verwenden und zubereiten. Es kann zum Beispiel mit Pfeffer und Salz als Aufstrich verzehrt oder mit Balsamicoessig, Pfeffer und Salz direkt aus der Schale gelöffelt werden. Gepresst wird es als Avocado-Speiseöl genutzt, welches sich bis über 200 Grad Celsius erhitzen lässt.

Zu den traditionellsten Avocadogerichten gehört die Avocadocreme, besser bekannt unter dem Namen Guacamole. Dieses Avocado-Rezept ist einfach umzusetzen. Benötigt werden für eine selbst gemacht Guacamole:

• 2 sehr reife Avocados
• 1 ausgepresste Limette
• 1 kleine rote Zwiebel
• 1 Knoblauchzehe
• Salz, Pfeffer und Chilipulver

Alle Zutaten werden zerkleinert und miteinander vermengt und dann als Dip oder Aufstrich genossen.

Neben der Verwendung in Speisen ist Avocado auch in vielen pflanzlichen Gesichtscremes enthalten, weil ihr Fruchtfleisch einen hohen Nährwert hat. Der große Anteil an wertvollen Fettsäuren, Mineralstoffen und Vitaminen bekommt sowohl trockener als auch fettiger Haut sehr gut.

SCHÖNER WOHNEN-Tipp für die Avocado-Pflanze

Wenn Sie einige Avocados tatsächlich zum Keimen gebracht haben, ist es auch wichtig, die Jungpflänzchen weiterhin gut zu pflegen. Beachten Sie dafür folgende Punkte bei der Pflege Ihres Avocadostrauches:

  1. Verwenden Sie einen tiefen Topf, da die Avocadopflanze eine Pfahlwurzel bildet.
  2. Die Erde sollte eine Mischung aus sandiger, lehmiger und normaler Gartenerde sein.
  3. Vermeiden Sie Staunässe. Lassen Sie die Erdoberfläche immer mal wieder antrocknen.
  4. Stellen Sie den Avocadostrauch hell! Aufgrund seiner Herkunft ist er sehr lichthungrig, insbesondere im Winter mangelt es ihm häufig an Licht, was zu langen, blattarmen Trieben (sogenannten Geiltrieben) führt.
  5. Hat Ihre Avocadopflanze schon die übermäßig langen Triebe entwickelt, können Sie die Geiltriebe kurzerhand einfach einkürzen. Das fördert das neue Verzweigen des Bäumchens.

Extra-Tipp: Wem die Anzucht des Avocadokerns partout nicht gelingen will, der kann auch in einer Gärtnerei für exotische Pflanzen ein Avocadobäumchen mit 1-1,50 Meter Größe erwerben. Optisch ist er mit Hochstämmchen von Zierpflanzen zu vergleichen.

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