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Liguster, Ligusterhecke

Liguster (Ligustrum spec.) Blüte mit Biene
© Schöner Wohnen / Vanessa Schmitt

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Der Liguster ist eine sehr pflegeleichte und anspruchslose Heckenpflanze. Man könnte fast sagen, er ist die perfekte Sichtschutzpflanze: Liguster wächst schnell zu einer dichten Hecke, hat einen jährlichen Zuwachs von bis zu 40 Zentimetern, verzweigt gut, ist wintergrün und bietet Vögeln und Insekten Unterschlupf. Außerdem blüht der Strauch wunderschön in weißen Dolden, die Bienen anlocken.

Eine Hecke mit Liguster pflanzen

Um eine dicht wachsenden Liguster in Heckenform anzulegen, pflanzen Sie pro laufenden Meter zwei bis drei Pflanzen. Dabei sollte die Pflanzenhöhe etwa eineinhalb Meter betragen. Innerhalb eines Jahres werden sich die Sträucher so stark ausgebreitet haben, dass ein guter Sichtschutz entsteht.

Die Vorteile von Liguster im Überblick

Gemeiner Liguster (Ligustrum vulgare) besitzt viele Vorteile, warum er als Heckenpflanze so beliebt ist:

  • Seine Wurzeln wachsen flach, sodass auch sandige Böden mit ihm Halt bekommen.
  • Der Wuchs der Äste ist ausladend und locker.
  • Liguster ist sehr schnittverträglich.
  • Im Juni und Juli erscheinen die Blüten und anschließend die schwarzen - wenn auch giftigen - Früchte.
  • Eine beliebte Sorte ist der Ligustrum vulgare 'Atrovirens'. Seine Blätter sind dunkelgrün und sein Wuchs schön buschig und bis zu 4 Meter hoch!

Der richtige Liguster-Standort

Liguster hat sehr geringe Ansprüche an die Bodenverhältnisse. Der Strauch verträgt sowohl einen schwach sauren bis leicht kalkhaltigen Boden. Weder Trockenheit noch Feuchtigkeit machen ihm etwas aus. Liguster ist sehr anpassungsfähig an seine Standortbedingungen. Ebenso verhält es sich mit den Lichtbedingungen, von Sonne bis Schatten akzeptiert er alle Verhältnisse.

Liguster-Hecke
Eine schön dicht gewachsene Ligusterhecke in vollem Wachstum mit guten Sichtschutz-Qualitäten!
© Schöner Wohnen / Vanessa Schmitt

Liguster pflegen und düngen

Da der Liguster zu den anspruchslosen Heckenpflanzen gehört, benötigt er nicht sonderlich viel Aufmerksamkeit und Pflege. Dennoch fördert eine Düngung alle ein bis zwei Jahre ein kräftiges Wachstum des Ligusters. Verteilen Sie dazu am besten im Frühjahr mehrere Schaufeln gut verrotteten Kompost unter der Hecke. Auch ein Schnitt ist für den Liguster vorteilhaft, Sie fördern damit das Heckenwachstum.

Ganz einfach: Liguster schneiden

Schneiden Sie Ihren Liguster ein bis zweimal pro Jahr, das regt die Verzweigung an und garantiert somit ein dichtes Wachstum und guten Sichtschutz. Wichtig ist, nicht zu tief ins Innere der Hecke zu schneiden, da dieser Teil sonst nicht nachgrünen wird und ein Loch entsteht.

Achten Sie beim Schnitt unbedingt auf die in ihrem Bundesland vorgesehenen Zeiträume zum Schnitt von Hecken und Bäumen. Grundsätzlich gilt, dass starke Heckenrückschnitte vom 1. März bis 30. September zum Schutz der darin lebenden Tiere verboten sind. Formschnitte sind zwischendurch erlaubt und auch vollkommen ausreichend. Achten Sie, bevor Sie mit der Schere loslegen, unbedingt auf Insekten oder Vögel, die sich sehr wahrscheinlich in der Hecke aufhalten!

Liguster vermehren

Der Liguster lässt sich entweder über Kopfstecklinge oder Steckholz vermehren. Die Stecklinge müssen etwa zehn Zentimeter lang sein und mindestens vier sogenannte Nodien besitzen, das sind die verdickten Ansatzstellen der Blätter. Während der gesamten Vegetationsperiode von März bis September können diese geschnitten werden. Entfernen Sie noch alle Blätter bis auf die oberen drei bis vier und setzen Sie danach den Steckling in den Gartenboden oder Kübel mit normaler Gartenerde. Danach die folgenden Wochen mäßig wässern.

Das Gleiche gilt für die Steckhölzer. Sie werden im April mit einer Länge von 20 bis 30 cm aus dem Strauch geschnitten. Wie der Name schon sagt, ist das Steckholz im Gegensatz zum einfachen Steckling im unteren Teil bereits verholzt. Die Triebe werden nach dem Schnitt direkt ins Beet oder in den Kübel gepflanzt und die Erde danach mäßig gewässert.

Ligusterschwärmer: Sphinx ligustri

Ein wirklich attraktiver Schmetterling ist der Ligusterschwärmer, er ernährt sich unter anderem vom Ligusterstrauch. Aber keine Sorge, er schädigt die Pflanzen nicht. Dafür sieht er jedoch um so schöner aus, wenn er uns im Garten besucht. Er ist dazu auch noch eines der größten Insekten in der heimischen Fauna Nordeuropas. Seine Spannweite misst bis zu 12 cm. Neben Liguster leben seine Raupen auch in Flieder, der Heckenkirsche, Spierstrauch und Schneeball.

SCHÖNER WOHNEN-Tipp zu Liguster

Eine Art des Ligusters, der Chinesische Liguster (Ligustrum sinense), eignet sich ganz hervorragend, um einen eignen Bonsai zu züchten. Er ist sehr robust und schnittverträglich - braucht aber einen stets hellen und warmen Standort. Daher lässt er sich am ehesten zu einem Zimmerbonsai trimmen.

Sobald es über 5 Grad Celsius warm ist, kann er auch an einen halbschattigen Platz ins Freie gestellt werden. Übrigens lässt sich dieser und andere Liguster nicht nur als Bonsai ziehen, sondern ebenso als Liguster-Stämmchen, das dann im Sommer eine hübsche weißblühende Kugel trägt!

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