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Katzenminze, Katzenmelisse

Katzenminze / Katzenmelisse (Nepeta cataria)
© Colourbox / Fotokate

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Die Katzenminze blüht klassischerweise in den Farben Violett und Weiß und manchmal auch in einem Zartrosa. Daher ist sie für Gärtneranfänger auch leicht mit dem lila- und weißblühenden Steppensalbei oder sogar Schopflavendel zu verwechseln. Anhand ihres minzeartigen Geruchs lässt sie sich jedoch einfach identifizieren. Früher wurde Katzenminze sogar zum Würzen von Fleischgerichten verwendet, davon ist aber aufgrund des sehr eigenwilligen und herben Geschmacks abzuraten. Heute dient die Staude vielmehr als Zierpflanze.

Katzenminze pflanzen

Die idealen Standorte für die duftende Katzenminze sind sowohl das Gartenbeet als auch große Töpfe. Ihre üppigen Blütenrispen sehen in Gruppen gepflanzt wunderschön aus und wirken wie ein blaues Blütenmeer. Auch in Kombination mit farblich kontrastierenden Stauden wie Sonnenhut (Echinacea) oder der Staudensonnenblume (Helianthus atrorubens) sieht die Katzenminze sehr attraktiv aus.

Wichtig ist allein, dass Sie der Pflanze ein sonniges, geschütztes Plätzchen suchen und eine Erde wählen, die steinig-lehmig ist. Bei der Düngung des Gartenbodens dürfen Sie diese Staude gern aussparen.

Katzenminze / Katzenmelisse (Nepeta x faassenii)
Auf nährstoffarmem, lehmigem Boden gedeiht Katzenminze (Nepata spec.) am besten.
© Schöner Wohnen / Vanessa Schmitt

Katzenminze schneiden

Um Katzenminze in Schach zu halten, ist bei den kleineren Arten kein Rückschnitt benötigt. Da die Katzenminze jedoch zu den remontierenden (wiederblühenden) Arten gehört, bietet sich ein Rückschnitt nach der ersten Blüte an. Das verhindert die Selbstaussaat und die Pflanze bildet eine zweite Blüte.

Katzenminze vermehren

Da die Katzenminze zum einen üppig blüht und zum anderen auch im heilkundlichen Bereich ihre Vorzüge aufweist, lohnt es sich, die Staude zu vermehren. Das funktioniert bei dieser pflegeleichten Pflanze über Stecklinge und Samen.

Über Samen:

  • Diese werden nach ihrer ersten Ausbildung im Juli direkt ausgesät und nach ihrer zweiten Ausbildung im September trocken aufbewahrt und im April, sobald es frostfrei ist, ins Freiland ausgesät.
  • Wenn noch keine Temperaturen um 20 °C erreicht werden, sollten die Samen im Frühbeetkasten, Gewächshaus oder auf der Fensterbank im Haus vorgezogen werden.
  • Die Keimdauer beträgt ca. einen halben Monat. Die Samen werden auf angefeuchteter Erde ausgesät, angedrückt und leicht mit Erde bedeckt. Ideal ist danach ein heller, warmer Standort. Direkte Sonne sollten Sie jedoch vermeiden.

Auch über Stecklinge lässt sich Katzenminze vermehren.

  • Schneiden Sie dazu im Sommer kräftige und nicht zu weiche Triebe von Ihrer Katzenminze ab.
  • Die Stecklinge sollten 10-15 cm lang sein und keine Blüten tragen.
  • Stellen Sie die Triebe in ein Wasserglas und warten Sie ab, bis diese bewurzelt sind.
  • Dann können Sie die Jungpflanzen an einen sonnigen Platz in sandig-lehmige Erde pflanzen.

Tee aus Katzenminze: Ist Katzenminze essbar und als Kräutertee geeignet?

Theoretisch ist Katzenminze essbar. Es kommt nur auf die Geschmackvorlieben an, denn das Aroma wird als sehr streng und herb beurteilt. Eine dekorative Möglichkeit ist aber die Verwendung und Garnierung Ihres Salates oder herzhafter Speisen mit den violetten Katzenminzeblüten. Bei der Ernte der Blätter empfiehlt sich jedoch, ausschließlich Blätter zu verwenden, die vorab nicht in Kontakt mit Katzen gekommen sind. Also ernten Sie am besten die Blätter aus großen, hohen Kübeln.

Als Tee lassen sich die Blätter ebenfalls aufbrühen. Dazu wird ein Esslöffel getrocknete Katzenminze mit einem Viertelliter Wasser übergossen und 10 min ziehen gelassen. Der Tee soll entspannend wirken.

Beliebte Katzenminze: Arten und Sorten

Bei der Katzenminze ist die Bandbreite an Arten und Sorten wirklich groß. Es gibt hochwachsende und auch buschig wachsende Katzenminzen-Arten und Sorten. Insbesondere für Balkongärten und Dachgärten eignen sich die kleineren Wuchsformen. Etwa 250 Arten vereint die Gattung Nepeta unter sich. Von jeder einzelnen Art der Staude gibt es viele weitere Sorten. Hier finden Sie eine Übersicht über die schönsten:

  • Nepeta x faassenii 'Walker's Low': lange Blütezeit von Mai-September mit violetten Blütenrispen. Bienen- und Schmetterlingsmagnet.
  • Nepeta Hybride 'Purrsian Blue': kugeliger Wuchs. Trockenheitsverträglich, gute Steingartenpflanze
  • Nepeta x faassenii 'Six Hills Giant': Hohe Wuchslänge bis zu 80 cm, blüht von Mai bis August.
  • Nepeta yunnanensis 'Blue Dragon': dicke Blütendolden, buschiger Wuchs, wächst bis zu 60 cm breit, nach Rückschnitt ist eine Nachblüte möglich. Blüht von Juni bis September.
  • Nepeta nervosa 'Pink Cat' (Aufrechte Kaschmir-Minze): Überraschung! Es gibt die Katzenminze nicht nur im klassischen Lila, sondern auch in rosablühend. Ihr Wuchs ist aufrecht, sie wächst ca. 60 cm hoch.
  • Nepeta grandiflora 'Dawn to Dusk': Ganz außergewöhnlich ist die Großblütige Katzenminze. Sie besitzt zarte rosa Röhrenblütchen mit pink-rotfarbenen Hüllblütter, die an einer langen Rispe angeordnet sind.
  • Nepeta nervosa 'Schneehäschen': Ein weiteres Sorten-Highlight ist die weißblühende geaderte Katzenminze 'Schneehäschen'. Ihr Wuchs ist kompakt mit maximal 20-30 cm Höhe.
  • Nepeta cataria 'Citriodora': Diese Katzenminze duftet zitronig. Sie blüht jedoch nur von Juli bis August.

Die Wirkung von Katzenminze – darum lieben viele Katzen die Pflanze

Als Besitzer:in einer Katze oder eines Katers haben Sie das Phänomen vielleicht schon mal beobachtet: Wie die Tiere begeistert um die Katzenminze kreisen, die Blüten oder Blätter fressen und sich an der Pflanze reiben oder auch regelrecht darin wälzen. Der Grund hierfür ist Nepetalacton – ein Duftstoff, mit dem die Pflanze eigentlich Insekten abwehrt, der aber eben auch eine betörende Wirkung auf viele Katzen hat. Und auch Actinidin, ein chemisch eng mit Nepetalacton verwandtes Alkaloid, das von weiblichen, unkastrierten Katzen im Urin ausgeschieden wirkt, trägt seinen Teil dazu bei. Praktisch: Als Katzenbesitzer:in können Sie sich die Wirkung von Katzenminze auf das eigene Tier zunutze machen; etwa auf dem Weg zum Tierarzt, um die Samtpfote in den ungeliebten Transportkorb zu locken. Sollte Ihr Stubentiger darüber hinaus mit seinen Krallen gern mal an teuren Möbeln kratzen – reiben Sie doch einfach mal den Kratzbaum mit etwas Katzenminze ein. Mit etwas Glück gehört das Problem bald der Vergangenheit an.

Tipp: Nagetiere wie etwa Ratten mögen den Geruch von Nepetalacton angeblich gar nicht und lassen sich so vertreiben. Wer in seinem Garten also ungebetene Besucher fernhalten will, ist gut beraten, Katzenminze zu kaufen und zu pflanzen. Auf der anderen Seite kann es Ihnen natürlich passieren, dass Sie Katzen aus der Nachbarschaft anlocken, die sich in der Pflanze wälzen und sie dadurch auch beschädigen.

SCHÖNER WOHNEN-Tipp: Katzenminze mit Wirkung

Nicht nur Tiere reagieren auf die Pflanze: Katzenminze hat auch eine Wirkung auf den Menschen. Inhaliert soll Katzenminze die Atemwege befreien und Halsschmerzen lindern. Dazu werden 2 Esslöffel mit Katzenminze-Blättern in heißem Wasser aufgegossen und der minzeartige Duft über einige Minuten eingeatmet.

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