Narzissen, Osterglocken

Mini-Narzissen (Narcissus), Osterglocke gelb
© Schöner Wohnen / Vanessa Schmitt

Artikelinhalt

Mit ihren gelben und weißen Blütenköpfen läuten die Narzissen (Narcissus) jedes Jahr aufs Neue den Frühling ein. Hat man die Zwiebeln einmal in den Garten gesetzt, vermehren sie sich im Lauf der Jahre und bilden sehr dekorative Inseln. Ihr Alternativname Osterglocke hat sich ganz einfach aus der Blütenform und der Blütezeit ergeben. Mittlerweile gibt es weltweit über 20.000 gezüchtete Sorten wie die lieblich erscheinende Weiße Narzisse (Narcissus poeticus 'Actaea'). Insgesamt teilen sie sich in folgende sieben Sortengruppen ein: Großkronige und Kleinkronige Narzissen, Trompetennarzissen, Tazetten (Straußnarzissen), Zwergnarzissen, Alpenveilchennarzissen (Narcissus cyclamineus) und Wildarten.

Narzissen pflanzen – im Beet oder Topf

Die beliebte Zwiebelpflanze fühlt sich im sonnigen Beet ebenso wohl wie in Töpfen und Kästen auf dem Balkon. Wer möchte, kann im zeitigen Frühjahr bereits vorgezogene Narzissen im Topf kaufen. Beinahe jede Gärtnerei und viele Supermärkte starten nämlich mit Narzissen ins Gartenjahr.

Idealerweise pflanzen Sie Narzissenzwiebeln im September in normale Gartenerde. Grundsätzlich dürfen Sie jedoch bis in den Winter hinein (Dezember) einpflanzen, solange der Boden frostfrei ist. Allerdings überstehen früher gepflanzte und damit bereits eingewurzelte Zwiebeln frühe Bodenfröste besser als spät gesetzte Narzissen.

Die Pflanztiefe der Zwiebeln beträgt in der Regel etwa eine Handbreite. Bei sehr kleinen Narzissenzwiebeln sollte die Pflanztiefe entsprechend geringer ausfallen. Faustregel: Das Pflanzloch sollte in etwa doppelt so tief sein, wie die Zwiebel groß ist.

Narzisse / Osterglocke (Narcissus) Blüte
Bereit für den Frühling: Bereits ab Februar fangen Osterglocken zu blühen an.
© Schöner Wohnen / Vanessa Schmitt

Blütezeit von Narzissen

Die übliche Blütezeit erstreckt sich bei den im Garten kultivierten Narzissen je nach Art und Sorte zwischen Februar und Mai. Es gibt Frühblüher und Spätblüher. Nach ein bis zwei Wochen ist die Narzisse verblüht. Es gibt jedoch auch ein paar Wildarten, die im Herbst beziehungsweise wie die seltene Kantabrische Reifrocknarzisse (Narcissus cantabricus 'Nylon') sogar im Winter blühen. Sie hat zwischen November und März außergewöhnliche trichterförmige Blüten und wird 15 und 20 Zentimetern groß.

Narzissen – die nötige Pflege

Narzissen sind recht pflegeleicht. Einzige Anforderung der Osterglocken: Ihr Standort sollte nicht zu schattig und der Bodennicht zu trocken sein. Mit einer kleinen Schaufel Kompost können Sie Narzissen im zeitigen Frühjahr jedoch düngen, um sie zusätzlich mit Nährstoffen zu versorgen.

Narzissen schneiden

Narzissen müssen eigentlich – sowie alle Zwiebelblüher – nicht geschnitten werden. Ist die Narzisse verblüht, können Sie jedoch die Blütenschäfte entfernen, bevor sich die Samenkapseln ausbilden. So wird die Kraft der Pflanze nicht für die Samenausbildung verbraucht. Das riemenförmige Laub der Narzisse sollte hingegen solange an der Zwiebel bleiben, bis es gänzlich verwelkt ist. So können die in den Blättern enthaltenen Nährstoffe wieder zurück in die Zwiebel gelangen und diese stärken.

Narzisse / Osterglocke (Narcissus) Wiese
Ein regelmäßiger, genauer Blick auf Ihre Narzissen hilft dabei, Schädlinge und Krankheiten frühzeitig zu erkennen.
© Schöner Wohnen / Vanessa Schmitt

Narzissen vermehren

Grundsätzlich lassen sich Narzissen durch Aussaat vermehren. Da es aber mehrere Jahre dauern würde, bis aus einem Narzissen-Samen eine blühfähige Pflanze wird, ist diese Variante für Hobbygärtner nicht sehr geeignet. Sinnvoller ist da die Vermehrung der Narzisse mit Tochterzwiebeln, die sich an der einst gesetzten Mutterzwiebel bilden.

  • Graben Sie dazu die einstigen Mutterzwiebeln aus und brechenSie die entstandenen Tochterzwiebeln vorsichtig ab.
  • Nun die Mutterzwiebel wieder einpflanzen.
  • Die Tochterzwiebeln können Sie ebenfalls an einen neuen Ort im Garten setzen. Aus ihnen werden neue Osterglocken heranwachsen

Übrigens: Das Befreien von den Tochterzwiebeln verjüngt die Pflanze. Im folgenden Frühjahr treibt die Narzisse daher wieder kräftiger aus.

Schädlinge und Krankheiten – darauf sollten Sie bei Ihren Narzissen achten

Blattläuse sind Überträger einiger Viruserkrankungen, die Narzissen empfindlich zusetzen können. Sie übertragen das Narzissen-Mosaik, das Grauvirus und die Braun- und Silberblättrigkeit. All diese Viren schädigen Blätter und Stängel der Narzisse, lassen diese welken und schwächen die Zwiebel der Pflanze. Deshalb sollten Sie einen Blattlausbefall unbedingt durch Pflanzenschutzmittel eindämmen.

Die gefürchtete Zwiebelbasalfäule, eine durch den Fusarium-Pilz verursachte Krankheit, lässt Zwiebeln faulen und alle grünen Pflanzenteile vor ihrer Zeit vergilben. Achtung: Entfernen Sie befallene Pflanzen sofort aus dem Beet, da sich der Pilz ansonsten im Erdreich festsetzen kann. Aus diesem Grund sollten Sie an der betroffenen Stelle über mehrere Jahre hinweg keine Narzisse mehr pflanzen. Entsorgen Sie auch befallene Pflanzen nicht auf den Kompost, sondern in den Hausmüll.

SCHÖNER WOHNEN-Tipp zur Narzisse

Etwas ungewöhnlicher in ihrer Optik ist die Sternnarzisse (Narcissus radiiflorus), sie bildet nämlich keine Nebenkrone aus. Je nach Sorte hat sie daher eine windradförmige und manchmal sogar spinnenbeinartige Blüte und ist somit eine attraktive Alternative zu den herkömmlichen Osterglocken.

Lust auf mehr? Weitere Pflanzen aus unserem Lexikon:

Weitere Themen:
Rasen pflegen: Tipps für einen schönen Rasen
Tulpen pflanzen und pflegen


Mehr zum Thema