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Clematis, Waldrebe

Clematis (Clematis spec. ) Strauch Rosa

Steckbrief

Pflanzenname
Clematis oder Waldrebe
Erntezeitpunkt
-
Botanischer Name
Clematis spec.
Jahreszeitlicher Laubrhythmus
laubabwerfend
Pflanzenfamilie
Hahnenfußgewächse
Pflanzengröße
von 10 cm bis 10 m
Herkunft
Asien, Europa, Nordamerika
Pflanzzeit
August September Oktober
Winterhärte
bedingt winterhart
Aussaatzeit
-
Pflanzentyp
Balkonpflanzen Bienenweidepflanzen Frühblüher Gartenpflanzen Giftpflanzen Kletterpflanzen mehrjährige Pflanzen Sichtschutzpflanzen Sommerblumen Terrassenpflanzen Wildpflanzen winterharte Balkonpflanzen winterharte Kletterpflanzen winterharte Pflanzen winterharte Stauden Zierpflanzen
Gartenstil
Apothekergarten Balkongarten Bauerngarten Blumengarten Cottage-Garten Dachgarten Garten für Anfänger Hanggarten Japanischer Garten moderner Garten Naturgarten pflegeleichter Garten romantischer Garten Staudengarten Wildblumengarten
Pflege
mit Kompost düngen, auf Clematiswelke achten
Pflegeaufwand
einfach
Blütezeit
April Mai Juni August
Vermehrung
Absenker
Blütenfarbe
blau gelb rosa rot violett weiß
Bodenbeschaffenheit
durchlässig humos kalkhaltig lehmig locker mäßig feucht
Blattform
gefiedert
Lichtbedingungen
halbschattig
Essbare Früchte
-
Schädlinge/Krankheiten
Blattläuse Clematis-Welke Echter Mehltau Falscher Mehltau Grauschimmel Schnecken Spinnmilben Thripse Wühlmäuse
giftig
ja
unter Naturschutz
-
In diesem Artikel
Clematis – beliebte Arten
Der richtige Standort für Clematis
Clematis pflanzen – so geht's
Clematis schneiden
Clematis pflegen – das ist zu beachten
Clematis-Krankheiten und Winterhärte
Ist Clematis giftig?
Clematis vermehren mit Absenkern

Clematis begeistern im Garten mit einer Vielfalt an Blüten und Wuchsformen. Mal klein, mal groß, mit intensiven Farben von Rosa bis Violett oder einfach nur weiß – mehr als 300 Arten gibt es von der Pflanzengattung, die im Deutschen Waldrebe heißt. Dennoch, eines ist bei der ganzen Vielfalt immer sicher: Eine Clematis bereichert jeden Garten. Ob Spaliere, Torbögen, die Terrassenpergola, Wände oder Gartenbegrenzung, die Rankpflanzen begrünen sie in wenigen Wochen und spenden danach eine üppige Blütenpracht. Sie sind oft winterhart und es gibt sie als Frühlings-, Sommer- und Herbstblüher.
Genauso vielfältig wie die Blüten ist ihr Wuchs: Manche Clematis schwingen sich wie die Gewöhnliche Waldrebe (Clematis vitalba) mehrere Meter hoch, andere bleiben hingegen eher klein wie die Staudenclematis (Clematis marmoraria), die es nur wenige Zentimeter in die Höhe schafft.
Im bayerischen Erlabrunn gibt es sogar ein ganzes Clematisdorf, das im Jahr 2009 anlässlich des 800-jährigen Jubiläums mit 800 Waldreben bepflanzt wurde. Inzwischen pilgern viele Touristen in den kleinen Ort, nur um die Clematis zu sehen.

Clematis – beliebte Arten

Die große Clematis-Vielfalt kann verwirrend sein. Lernen Sie hier die beliebtesten Waldreben und ihre Eigenschaften im Überblick kennen:

  • Clematis alpina – Die Alpen-Waldrebe hat glockenförmige Blüten und einen mittelstarken Wuchs.
  • Clematis armandii – früh blühend, immergrün, aber kälteempfindlich
  • Clematis 'Hagley Hybrid'  – sehr große Blüten bis zu 14 cm in Rosa, die sanft verblassen. 
  • Clematis 'Jackmanii' – sehr gut frosthart und reichblühend in Violett
  • Clematis montana 'Rubens' – frühblühend mit kleinen, rosa Blüten
  • Clematis 'Multi Blue' – Clematis-Hybrid mit stark gefüllten Blüten (violett)
  • Clematis 'Nelly Moser' – schnell wachsend mit vielen, großen Blüten in Rosa und Violett
  • Clematis 'Piilu' – gefüllte Blüten in Rosa, auch für einen großen Topf bzw. Kübel geeignet
  • Clematis 'Rouge Cardinal' – mit karminroten Blüten, die bis zu 10 cm groß werden.
  • Clematis 'Taiga' – Neuzüchtung, deren gefüllten Blüten drei Phasen mit unterschiedlichen Formen durchlaufen.
  • Clematis tangutica – robuste Wildsorte mit gelben, kleinen Blüten und buschigen Samenständen im Winter.
  • Clematis 'The President' – mit üppiger Blütenpracht in Blau-Violett.
  • Clematis vitalba – die Gewöhnliche Waldrebe, stark wachsend, weiße Blütendolden
  • Clematis viticella – herbstblühend mit kleinen violetten Blüten
Clematis (Clematis spec. ) Blüte Rosa

Bis zu 10 m hoch können Clematis wachsen. An einem Rankgitter breiten sie sich auch noch in der Fläche aus.

Der richtige Standort für Clematis

Ursprünglich wachsen Waldreben in lichten Laubwäldern, an Waldrändern oder Lichtungen, daher möchten sie auch im Garten ähnliche Bedingungen haben. Unter Gärtnern sagt man daher gern bildlich zum Standort: "Den Fuß der Clematis im Schatten, den Kopf in der Sonne". Bepflanzen Sie daher den Wurzelbereich der Kletterpflanze mit anderen Pflanzen, so dass sie ca. einen halben Meter in der Höhe beschattet wird. Funkien mit großem Blatt, Farne oder Glockenblumen haben sich dafür bewährt und bilden mit den Rankpflanzen eine schöne Kombination. Für die gemäßigte Sonne wie in einem Wald sind Westseiten von Häusern ideal oder ein lichter Baum, unter dem die Waldrebe wachsen kann. 

Clematis pflanzen – so geht's

Die beste Pflanzzeit für Clematis ist im Spätsommer bis frühen Herbst von August bis Oktober. Dann herrschen noch warme Temperaturen vor, so dass die Wurzeln ausreichend wachsen können. Für die kalten Wintermonate ist die Pflanze dann bestens gerüstet und kann gleich im Frühjahr neu austreiben. Als Boden bevorzugen Clematis humusreichen, lockeren Boden. Clematis werden zumeist in Containern mit Erde angeboten.

  • Graben Sie ein tiefes und breites Loch von ungefähr 40 cm, da die Clematis ein Tiefwurzler ist.
  • Füllen Sie es gegen Staunässe mit einer Schicht aus Sand und Kies auf.
  • In die Gartenerde mischen Sie zum Auflockern zusätzlich Kompost und Sand.
  • Denken Sie auch an eine Rankhilfe für den Gartenneuzugang: An Wänden können Sie waagerechte Drähte spannen oder Sie spendieren gleich ein richtiges Rankgitter aus Holz.

An der Rankhilfe hält sich die Clematis mit verlängerten Blattstielen fest, den so genannten Blattranken. Innerhalb einer Saison ist so alles schnell begrünt – vom Spalier bis zur Pergola

Clematis schneiden

Ein jährlicher Rückschnitt tut allen Clematis gut, weil sie ansonsten im unteren Bereich verkahlen. Außerdem regt der Schnitt die Pflanzen zu neuem Wachstum an. Während bei spätblühenden Waldreben – z.B. der Clematis vitalba – der Rückschnitt ruhig auf wenige Zentimeter Restlänge der Pflanze über den Boden erfolgen kann, mögen es Frühjahrs- und Sommerblüher, wenn sie nur leicht an den neuesten Trieben gestutzt werden. Das liegt daran, dass sie ihre Blüten an den im Vorjahr gebildeten Trieben bilden, während die spätblühenden Sorten ihre Blütenknospen erst am neuen Austrieb bilden.
Eine Sonderstellung nehmen die im Jahr zweimal blühenden Hybriden ein. Sie blühen im Frühjahr am Alttrieb und im Spätsommer am Neutrieb. Um nun die Blütenknospen nicht zu zerstören, empfiehlt sich hier ein Teilrückschnitt in den Wintermonaten auf die Hälfte an. So erhalten Sie trotz Rückschnitt eine schöne Frühlingsblüte, und die Sommerblüten können sich an den kräftigen Neutrieben entwickeln. 

Clematis pflegen – das ist zu beachten

Waldreben gelten oft als empfindlich. Dabei ist es mit ein bisschen Pflege ganz leicht, jahrelang an ihnen Freude zu haben. Neben dem jährlichen Schnitt empfiehlt es sich, die Pflanze einmal im Frühjahr mit zwei bis drei Schaufeln reifen Kompost zu düngen. Das reicht schon aus, da Waldreben an sich genügsam sind und wenige Nährstoffe benötigen. Lediglich einige Wildarten brauchen etwas Kalk. Aber auch das ist leicht gemacht, indem Sie im Zwei-Jahres-Rhythmus einen Becher voll Gartenkalk im Wurzelbereich verteilen. Doch arbeiten Sie ihn nicht zu stark ein! Clematis haben ein empfindliches Wurzelgeflecht dicht unter der Erdoberfläche, das ansonsten verletzt werden könnte.  

Clematis-Krankheiten und Winterhärte

Der beste Schutz vor Krankheiten ist der richtige Standort (s.o.). So verhindern Sie schon die meisten Probleme, dank eines kräftigen Wuchses. Dennoch kann bei einigen Arten die sogenannte Clematiswelke auftreten. Bei dieser Pilzkrankheit verdorren die oberen Pflanzenteile und sterben komplett ab. Einziges Mittel dagegen ist ein Rückschnitt bis auf Bodennähe, wenn sich erste bräunliche Flecken auf den Blättern zeigen. Geschieht der Totalbeschnitt rechtzeitig, treibt die Clematis wieder neu und gesund aus. 
Kühle Temperaturen machen hingegen der Waldrebe kaum etwas aus. Dennoch sind nicht alle Clematis-Sorten gleich winterhart. Werfen Sie daher beim Kauf einen Blick aufs Etikett, ob die ausgesuchte Pflanze auch für den angedachten Standort robust genug ist. Ein geschützter Standort an oder in der Nähe einer Hauswand ist auf jeden Fall sinnvoll. Außerdem können Sie den Pflanzenfuß noch mit Tannenreisig oder einer Schilfrohrmatte bedecken. Das schützt vor zu strengem Frost und starker Feuchtigkeit. 

Ist Clematis giftig?

Ja, besonders der Pflanzensaft der Clematis ist giftig. Der Giftstoff Protoanemonin – ein Alkaloid - verursacht bei Kontakt mit der Haut schwere Entzündungen. Aber auch der Verzehr führt zu Vergiftungen. Haustierbesitzer sollten daher besonders vorsichtig sein, da große Mengen sogar tödlich sein können. Und wer seine Clematis beschneidet, sollte vorsorglich Handschuhe und langärmelige Kleidung als Schutz tragen. 

Clematis (Clematis spec. ) Blüte Lila

Vielfältig: Mit mehr als 300 Arten zeigt die Clematis sich von vielen Seiten. Hier mit einer lila Blüte.

Clematis vermehren mit Absenkern

Sie mögen Ihre Clematis und hätten gern noch eine zweite Pflanze mit dem gleichen Aussehen? Das geht mit einem sogenannten Absenker relativ einfach und schnell. Sie brauchen nur:

  • etwas Anzuchterde
  • ein Messer
  • einen Bambusstab
  • und etwas Gartenschnur.

Suchen Sie sich zwischen April und August einen bodennahen, nicht zu alten Trieb aus und führen Sie ihn zum Boden, wo Sie ihn mittig mit der frischen Anzuchterde eingraben. Vorher entfernen Sie bitte in diesem Bereich alle Blätter, da sie ansonsten zu faulen anfangen. Die Triebspitze führen Sie wieder nach oben und befestigen Sie diese mit der Gartenschnur am Bambusstab zur Stabilisierung. Geben Sie dem Absenker nun Zeit bis zum nächsten Frühjahr. Dann hat er genug neue Wurzeln in dem Bereich gebildet, wo er eingegraben war. Nun können Sie die Verbindung zur Mutterpflanze trennen und haben so eine zweite Clematis erhalten. 

Clematis (Clematis spec. ) Strauch Rosa

SCHÖNER WOHNEN-Tipp zur Clematis

Sie haben noch einen alten Baumstumpf im Garten, den Sie nicht aus der Erde rausbekommen? Dann beranken Sie ihn doch einfach! Die Blüten der Clematis erzeugen einen schönen Kontrast zum verwitternden Holz des ehemaligen Baumes. Auch anderes Unschönes wie eine alte Mauer mit abgeplatztem Putz oder Metallgeländer lassen sich so mit der Natur verschönern.

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