CROSSMEDIA
WERBEPARTNER

Lilien

Lilie (Lilium spec.)

Steckbrief

Pflanzenname
Lilie
Erntezeitpunkt
-
Botanischer Name
Lilium spec.
Jahreszeitlicher Laubrhythmus
laubabwerfend
Pflanzenfamilie
Liliengewächse
Pflanzengröße
von 50 cm bis 1,5 m
Herkunft
Himalaya
Pflanzzeit
Februar März Oktober November
Winterhärte
bedingt winterhart
Aussaatzeit
Januar Februar
Pflanzentyp
Bienenweidepflanzen Gartenpflanzen Schnittblumen Stauden Zwiebelpflanzen
Gartenstil
Bauerngarten Englischer Garten Staudengarten
Pflege
im Frühjahr düngen
Pflegeaufwand
intensiv
Blütezeit
Mai Juni Juli August September
Vermehrung
Brutzwiebeln, Bulben, Zwiebelschuppen, Teilung
Blütenfarbe
gelb orange rosa weiß
Bodenbeschaffenheit
durchlässig nährstoffreich sandig sauer
Blattform
ungestielt, glattrandig, lanzettlich
Lichtbedingungen
halbschattig sonnig
Essbare Früchte
-
Schädlinge/Krankheiten
Lilienhähnchen Schnecken Wühlmäuse
giftig
ja
unter Naturschutz
ja
In diesem Artikel
Wie soll ich Lilien pflanzen?
Lilien-Pflege: So haben Sie lange Freude an Lilien
Wann muss man Lilien schneiden?
Schädling: Wie kann ich Lilienhähnchen bekämpfen?
Lilien überwintern: Muss man Lilienzwiebeln ausgraben?
Lilien vermehren: Liliensamen aussäen
Lilien vermehren mit Bulben und Teilung
Wie lange halten sich Lilien als Schnittblume?
Lilie oder Taglilie?
Welche Lilien duften stark?

Mit ihren trompetenartigen, großen Blüten und ihrem betörenden Duft gehört die Lilie zu den Königinnen im Staudengarten. Ihre auffallende Blüte wurde bereits im Mittelalter als ein Symbol von Macht, aber auch für Reinheit oder auch als Wappensymbol verwendet. Bis heute hält sich der Brauch, bei Feierlichkeiten wie Hochzeiten oder Taufen mit der Lilie die Kirche und die Tische zu schmücken.

Auch den Garten machen Lilien mit ihrer eindrucksvollen Blütenpracht zu einem Highlight für Besucher. Zu der Pflanzengattung der Lilien gehören um die 100 Arten, die zur besseren Unterscheidung in Sektionen unterteilt sind. Ihr Farbenreichtum ist enorm: Er reicht von klassischem Weiß, über Zartrosa, Rot, Pink, Orange und Gelb bis Schwarz wie die Lilium Hybride 'Black Charm'.

Wie soll ich Lilien pflanzen?

Lilienzwiebeln bevorzugen einen nährstoffreichen, leicht sauren Boden.

  • Er sollte gut drainiert sein, das heißt, dass Staunässe unbedingt vermieden werden muss.
  • Um stauender Nässe vorzubeugen, sollten Sie bei der Pflanzung stets einige Hände voll Sand als Drainage hinzugeben.
  • Ist Ihr Boden sogar stark lehmhaltig, mischen Sie zusätzlich Kies, Sand und Blumenerde aus der Gärtnerei in Ihren Erdaushub.
  • Ordern Sie Ihre Lilienzwiebeln für eine gute Sortenauswahl bereits im Sommer.
  • Sofort nach der Lieferung im Herbst kommen die Zwiebeln gleich in den Boden.
  • Das Pflanzloch muss drei Mal so tief wie die Zwiebel sein, also ca. 15 bis 20 cm tief. Lassen Sie bei der Pflanzung genügend Abstand, mindestens 20 cm zwischen den Zwiebeln.
  • Haben Sie Wühlmäuse im Garten, legen Sie die Zwiebeln am besten in einen Drahtkäfig und setzen den Wühlmausschutz in die Erde.

Lilien-Pflege: So haben Sie lange Freude an Lilien

Damit Ihre Lilien gut durch den Sommer kommen, sollten Sie den Boden stets feucht halten. Ist es besonders heiß, empfiehlt es sich, eine Mulchschicht beispielsweise aus Rindenmulch um die Lilien zu verteilen.

Dennoch: Achten Sie darauf, dass keine Staunässe im Boden entsteht. Das kann zu faulenden Stängeln führen. Haben Sie das Gefühl, dass der Boden zu feucht ist, graben Sie die Lilie ringsherum frei und füllen Sie Sand in das Loch. Das sorgt für einen besseren Wasserabzug.

Lilienfeld mit gestützten Blüten

Damit die Lilie den schönen Blütenkopf bei Regen nicht hängen lässt, darf der Stängel gern an einem Bambusstab festgebunden und gestützt werden.

Wann muss man Lilien schneiden?

Sobald die Blüten welken, werden diese knapp unter dem Blütenstand mit einem sauberen Messer oder einer scharfen, sauberen Gartenschere abgeschnitten. So verhindern Sie einen eventuellen Krankheitsbefall. Wenn Sie jedoch die Samen für die Vermehrung benötigen, müssen die Blütenstände stehengelassen werden, weil sich hier aus dem Fruchtknoten die Samen bilden.
Im Normalfall sollten Sie aber die Blüten entfernen, weil die Samenbildung die Pflanze sehr viel Kraft kostet. Im Herbst, wenn die Pflanzenblätter gelblich-braun geworden sind, werden die Triebe ebenfalls als Wintervorbereitung abgeschnitten.

Schädling: Wie kann ich Lilienhähnchen bekämpfen?

Beim Lilienhähnchen (Lilioceris lilii) handelt es sich um einen kleinen roten, ca. 8 mm großen Blattkäfer. Seine Larven fressen sich ab Mai ca. 2 Wochen lang durch die Blätter. Es beginnt aber schon früher mit einem sogenannten Fensterfraß. Denn auch der adulte Lilienhähnchen-Käfer frisst ab April Löcher in die Blätter, bei denen der Blattrand stehenbleibt. Was zunächst nur unschön aussieht, kann bei einem stärkeren Befall auch zu einem Totalausfall der Pflanze führen. Besonders stark betroffen sind weiße Lilien (Lilium candidum), Türkenbundlilien (Lilium martagon) und Feuerlilien (Lilium bulbiferum).

Als Maßnahme zur Bekämpfung sollte man schon Mitte April nach den roten Käferchen und ab Ende April nach den Eiern Ausschau halten.
Die mit Kot zur Tarnung bedeckten Larven finden sich an den Blattunterseiten. Die Käfer lassen sich absammeln, die Larven mit einem scharfen Wasserstrahl abspritzen. Ist der Befall zu stark, können Sie auch ein Insektizid einsetzen.

Lilienhähnchen

So niedlich es auch ausschaut und heißt: Das Lilienhähnchen frisst liebend gern die Blätter der Lilie.

Lilien überwintern: Muss man Lilienzwiebeln ausgraben?

Lilienzwiebeln können, müssen aber im Winter nicht ausgegraben werden. Machen Sie sich nur dann die Mühe, wenn Sie einen Boden haben, der im Spätherbst zu Übernässung neigt oder wenn Sie Wühlmäuse im Garten haben. Eine Alternative ist auch, die Lilien von Anfang an in einen großen Blumentopf zu pflanzen. Darin können Sie mit einer Folie umwickelt an die Hauswand gestellt, gut überwintern. Wenn Sie die Blumenzwiebeln einlagern, graben Sie sie nach dem Welken der Blätter vorsichtig und großflächig aus und lagern Sie sie bei etwa fünf Grad Celsius lichtgeschützt und trocken in einer Holzkiste ein.

Lilien vermehren: Liliensamen aussäen

Alle Lilienarten können über Samen vermehrt werden. Natürlich können Sie dafür die reifen Samen Ihrer bereits vorhandenen Lilien verwenden oder Sie säen gekauftes Saatgut. Aber Achtung: Eine Gruppe von Lilien will über dem Boden (epigäisch), die andere im Boden (hypogäisch) ausgesät werden.

  • Zu der epigäischen Gruppe zählen folgende Lilienarten z.B. Lilium candidum, Lilium lancifolium und Lilium davidii. Bei dieser Gruppe dauert die Keimung acht bist zehn Wochen. Dann erscheint das erste Keimblatt. Säen Sie die Samen dafür im Frühjahr bei 15 bis 20 Grad Celsius aus. Vorher die Samen unbedingt eine Nacht vorquellen lassen.
     
  • Zu der hypogäischen Gruppe zählen folgende Lilienarten z.B. Lilium auratum und Lilium bulbiferum. Diese Samen bilden zunächst aus dem Samen eine Keimzwiebel aus, was aber drei bis vier Monate dauern kann. Stellen Sie dazu das Pflanzgefäß nach dem Säen bei 15 Grad Celsius auf. Sobald sich die Keimzwiebeln gebildet haben, werden sie für zwei Monate in den Kühlschrank gestellt und im Anschluss hell und warm gestellt.

Beide Saatmethoden sind spannend, weil man nicht weiß, welche Blütenfarbe und -musterung erscheinen wird. Der Aussaatprozess ist jedoch sehr langwierig und deshalb eigentlich nur für ambitionierte Hobbyzüchter interessant.

Lilien vermehren mit Bulben und Teilung

Zum Glück gibt es noch einfachere Methoden als mit Saatgut Lilien zu vermehren:

1. Lilien über Bulben vermehren

Eine der bekanntesten und einfachsten Methoden, um Lilien zu vermehren, funktioniert über ihre Bulben. Das sind verdickete, knubbelige Pflanzenteile, aus denen neue Pflanzen wachsen können. Bei vielen Lilien-Arten erscheinen sie an den Stängeln (Stängelbulben) knapp unter der Erdoberfläche oder in den Blattachseln (Achselbulben). Beide Bulbenarten werden im Herbst abgenommen und in Anzuchtschalen mit Erde gesetzt und bis zum Frühjahr kühl aufgestellt. Sobald es warm wird, sollten sie die ersten Blätter austreiben.

2. Lilien über Zwiebelschuppen und Brutzwiebeln vermehren

Sobald die Blüten Ihrer Lilien vertrocknet und die Zwiebeln ausgereift sind – also je nach Art im frühen oder späten Herbst – werden die Zwiebeln ausgegraben und gewaschen:

  • Die Zwiebelschuppen, die sich leicht abtrennen lassen, werden abgenommen.
  • Die Mutterzwiebel pflanzen Sie sofort wieder ein.
  • Die abgetrennten Zwiebelschuppen werden in eine Kiste mit Sand und luftdurchlässigem Material wie Vermiculiten - ein Mineralboden - gelegt und leicht überdeckt.
  • Anschließend gut befeuchten.
  • Stellen Sie die mit Folie abgedeckte Kiste bei Zimmertemperatur für zwei Monate auf.
  • Danach bekommen die Zwiebelschuppen eine Kühlbehandlung, wobei sie an die niedrigen Temperaturen von 5 °C schrittweise über ein paar Tage gewöhnt werden.
  • Nach dieser sogenannten Stratifkation werden die Zwiebelschuppen in humose Erde gesetzt und mit Erde überstreut und befeuchtet.

Nun werden sich an den Wundstellen Brutzwiebeln ausbilden, die Schuppen werden vertrocknen und die Brutzwiebeln können ausgepflanzt werden.

3. Lilien über Teilung vermehren

Im Laufe der Jahre bilden Lilien immer wieder neue Zwiebeln aus, die im September oder Oktober ausgegraben werden und sofort eingepflanzt werden können.

Wie lange halten sich Lilien als Schnittblume?

Lilien zählen generell zu den langhaltenden Schnittblumen. Wenn Sie folgende Tipps noch beachten, haben sie möglichst lange Freude an Ihren Blumen:

  • Beim Kauf sollten die meisten Blütenknospen noch geschlossen sein.
  • Auch bei Lilien aus dem eigenen Garten sollten sich erst nur die untersten Blüten geöffnet haben. 
  • Schneiden Sie die Stiele schräg an.
  • Entfernen Sie alle Blätter, die im Wasser stehen könnten.
  • Verwenden Sie eine frische Vase und sauberes, kalkarmes Wasser.
  • Bei kalkhaltigem Wasser einen Spritzer Zitrone und oder Essig hinzugeben.
  • Der Standort sollte hell ohne direkte Sonneneinstrahlung sein.

Lilie oder Taglilie?

Auf den ersten Blick leicht zu verwechseln, zählen die Lilie (Lilium) und die Taglilie (Hemerocallis) weder zur gleichen Gattung, noch zur gleichen Familie.

  • Die Lilie gehört zu den Liliengewächsen (Liliaceae)
  • und die Taglilie gehört zu den Grasbaumgewächsen (Xanthorrhoeaceae).
  • Die Taglilie öffnet ihre Blüten tatsächlich nur ein einziges Mal.
  • Die Lilie blüht mehrere Wochen.
  • Die einfachste Unterscheidungsmöglichkeit sind die Blätter. Die Blätter der Lilie wachsen meist wechselständig über den Stängel verteilt bis zur Blüte.
  • Die Taglilie hingegen hat an der Stängelbasis lange, lineare Blätter.
  • Botanisch unterscheiden sich die Pflanzen erheblich: Die Lilie überlebt mit Hilfe ihrer Zwiebel, die Taglilie dagegen mit ihrem verzweigten Wurzelwerk (Rhizomen).
Weiße Lilie

Sowohl Asiatische Lilien als auch Orientalische Lilien bringen Blütenköpfe in Handtellergröße hervor.

Welche Lilien duften stark?

Lilien sind nicht nur für ihre beeindruckenden Blüten, sondern auch für Ihren schweren Moschus-Duft bekannt. Wer mal eine in der Vase im Wohnzimmer stehen hatte, der weiß, dass sie einen ganzen Raum mit ihrem Duft füllen kann, manchmal so stark, dass man die Lilien ins Freie verlagern muss.
Orientalische Lilien duften mit am stärksten. Ebenso duften Köngislilien (Lilium regale) und die Trompetenlilien, die von dieser Art abstammen, stark süßlich. Die Madonnenlilie hingegen duftet ein wenig zurückhaltender mit einer Honignote, ebenso die koreanische Türkenbundlilie, die ein wenig zarter duftet. Hier ein Tipp für diejenigen, denen der Lilien-Duft zu dominant ist: Die Asiatische Lilien duften nicht. Dazu gehören beispielsweise die Feuerlilie und Tigerlilie. Ein weiterer Trick, um sich sowohl dem Duft als auch den färbenden Pollen zu entledigen, ist, nach dem Öffnen der Blütenblätter die Pollengefäße und Staubblätter zu entfernen.

Lilie (Lilium spec.)

SCHÖNER WOHNEN-Tipp zur Lilie

Unsere Pflanzempfehlung ist die besonders hochwachsende, asiatische Lilie in edlem Cremeweiß (Lilium x hybrida ‘Corsage‘) mit einer feinen, porzellanartigen Blütenzeichnung. Sie wird bis 120 cm groß und eignet sich nicht nur wunderbar für Ihr Beet, sondern auch für die Vase.

Lust auf mehr? Weitere Pflanzen aus unserem Lexikon: