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Pfingstrosen, Päonien

Pfingstrosen
© Colourbox / Mykhaylo Palinchak

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Die Pfingstrose (Paeonia officinalis) macht nicht nur als Staude im Bauerngarten eine gute Figur. Auch in fernöstlich angelegten Gärten in Kombination mit Bambus, Iris und Japangras setzt sie elegante Akzente. Nur sollten Sie vorher den Standort gut planen, denn Päonien – wie Pfingstrosen auch genannt werden - vertragen ein Umpflanzen nicht sonderlich gut. Ist aber der richtige Platz in einem sandig-lehmigen Boden bei viel Licht gefunden, werden Sie jahrzehntelang Freude an den Frühjahrs- und Sommerblühern haben.
Eine besondere Variante ist die Netzblatt-Pfingstrose (Paeonia tenuifolia), die mit ihren fein geschlitzten Blättern wie ein blühender Nadelbaum aussieht. Eine lange Blühdauer beschert Ihnen die Chinesische Pfingstrose (Paeonia lactiflora). Ihre Blüten weisen ein beachtliches Farbspektrum auf.

Pfingstrose im Topf: Ist die Pfingstrose auch für den Kübel geeignet?

Eigentlich sind Pfingstrosen nur für die Anpflanzung im Garten geeignet, da sie einen dauerhaften Standort bevorzugen. Wählt man jedoch einen großen, tiefen Kübel mit Drainage und lehmig-humoser und nährstoffreicher Erde an einem sonnigen bis halbschattigen Standort kann auch das Kultivieren im Topf durchaus klappen. Vorm Winter sollten Sie die Erde und den Topf jedoch mit Laub oder Vlies als Kälteschutz abdecken, da die Pflanzen aufgrund der freistehenden Weise ansonsten erfrieren könnten.

Geschlossene Knospen der Pfingstrose
Rechtzeitig zu Pfingsten, nämlich zwischen Mai und Juni, entfaltet die Pflanze ihre Blütenpracht.
© Schöner Wohnen / Vanessa Schmitt

Pfingstrosen-Pflege: Muss man Pfingstrosen zurückschneiden?

Pfingstrosen lassen sich in zwei Gruppen einteilen:

Zum einen sind es die Staudenpfingstrosen (auch Edel-Pfingstrosen genannt, z.B. Paeonia lactiflora und die Bauernpfingstrosen (Paeonia officinalis)), deren oberirdische Pflanzenteile im Winter komplett absterben und erst im Frühjahr aus den Knospen des Wurzelstockes wieder neu austreiben. Sie können daher im Spätwinter bodennah zurückgeschnitten werden.

Als Zweites gibt es die Strauchpfingstrosen (auch Baumpfingstrose genannt, z.B. Paeonia suffruticosa), deren Triebe das ganze Jahr erhalten bleiben und bei denen nur das Laub abstirbt und die Knospen an den alten Trieben wieder austreiben. Aus diesem Grund dürfen diese nicht abgeschnitten werden! Strauch-Pfingstrosen werden dadurch größer als ihre Staudenverwandten und sollten zusätzlich durch Stäbe oder Ringe gestützt werden.

Gedüngt werden müssen beide Varianten eigentlich nicht, da die Wurzeln über einen Meter tief wachsen, und die Pflanzen mit ihren langen Wurzeln gut an Nährstoffe aus dem Erdreich gelangen. Schneiden Sie jedoch einzelne Blumen für die Vase ab, braucht die Staudenvariante später einen mineralischen Dünger. So werden der Pflanze die entnommenen Nährstoffe wieder zugeführt.

Probleme bei der Pfingstrosen-Blütenbildung: Warum blühen meine Pfingstrosen nicht?

Es kann verschiedene Gründe haben, warum ihre Päonie nicht blüht. Als erstes kann es daran liegen, dass Ihre Pfingstrose entweder zu tief oder zu hoch eingepflanzt wurde. Staudenpfingstrosen und Strauchpfingstrosen müssen unterschiedlich tief gepflanzt werden:

  • Die Knospen der Staudenpfingstrosen – die sogenannten Augen - müssen ca. 3 cm tief unter Erde sitzen.
  • Strauchpfingstrosen hingegen müssen so tief im Pflanzloch sitzen, dass ihre Veredelungsstelle 5-10 cm unter der Erde liegt.

Bei Strauchpfingstrosen handelt es sich nämlich um veredelte Pflanzen, dass bedeutet, dass sie aus zwei unterschiedlichen Pfingstrosenarten zusammengesetzt wurden. Der Verbindungspunkt der beiden Pflanzenteile nennt sich Veredlungsstelle und ist als dickerer Knoten zu erkennen. Würde diese Veredelungsstelle zu hoch eingepflanzt, könnte der obere Pflanzenteil, der später blühen sollen, keine eigenen Wurzeln ausbilden und schon nach kurzer Zeit absterben.

Ein weiterer wichtiger Punkt bei der Blütenbildung ist der Standort. Die Pflanzen brauchen:

  • einen vollsonnigen Standort.
  • Staunässe muss durch Sandzugaben ins Pflanzloch und einen gut gelockerten Erd-Aushub beim Einpflanzen vermieden werden.
  • Vermeiden Sie auch starkwüchsige Nachbarpflanzen wie beispielsweise Forsythien oder Bambus

Pfingstrosen gehören zu den langsam wachsenden Stauden und ein Konkurrenz-Wurzelgeflecht kann ihr Wachstum stören, was wiederum die Blütenbildung negativ beeinflusst.

Strauchpfingstrose Paeonia suffruticosa
Die Sorte dieser stattlichen Baumpfingstrose (Paeonia suffruticosa) heißt 'Yaezakura'.
© Schöner Wohnen / Vanessa Schmitt

Pfingstrosen-Krankheiten: Was mache ich, wenn meine Pfingstrose krank ist?

In der Regel sind Pfingstrosen relativ pflegeleichte Pflanzen. Haben sie den richtigen Standort, können sie an die 100 Jahre alt werden. Sind doch mal einige Triebe von einer Pilzerkrankung befallen, schneiden Sie diese kranken Triebe raus und entsorgen Sie diese im Hausmüll, auf keinen Fall auf den Kompost, weil die Pilzsporen sonst in Ihrem Garten verbleiben würden.

Pfingstrosen vermehren: Pfingstrosen teilen

Blühende Pfingstrosen
Nach der Blüte können Pfingstrosen durch Teilung auch vermehrt werden.
© Colourbox/Tuomas Lehtinen

Pfingstrosen lassen sich auch selbst vermehren. Das funktioniert am einfachsten über die Teilung der Stauden.

  • Da Pfingstrosen im Frühjahr blühen, findet die Teilung im Herbst statt.
  • Stechen Sie dazu rings um die Päonie den Wurzelballen mit einem scharfen Spaten aus dem Erdreich.
  • Ziehen Sie den Wurzelballen aus dem Pflanzloch.
  • Teilen Sie mit dem Spaten die Pfingstrose, je nach Größe, in zwei oder vier Teile.
  • Setzen Sie die abgeteilten Pfingstrosestücke auf gleicher Höhe wie vorher in die Erde.
  • Am besten suchen Sie der Pflanze ein neues Beet, am gleichen Standort kann es ansonsten zu der sogenannten Bodenmüdigkeit kommen.
  • Wollen Sie den alten Standort wieder verwenden, tauschen Sie das Erdreich aus.
  • Schaufeln Sie ein großzügiges Loch aus, damit die Pfingstrose in einem lockeren Boden gut anwurzeln kann.
  • Drücken Sie die Erde ring um die Triebe gut fest und gießen Sie die Pfingstrose kräftig an.
  • Achtung: Die Edelpfingstrosen müssen je auszugrabenden Trieb eine rote Austriebsknopse haben. Die Bauernpfingstrosen werden neben den alten Trieben neu austreiben.

Pfingstrosen vermehren: Pfingstrosen aussäen

Pfingstrosen Samen
Die Samenstände der Pfingstrose sind filzig. Das Ausreifen der erbsengroßen Samen dauert ca. vier Monate.
© Schöner Wohnen / Vanessa Schmitt

Sie wollen noch mehr Pfingstrosen haben? Verständlich, so eindrucksvoll wie sie blühen! Nicht nur über Teilung, auch über Aussaat lassen sich Pfingstrosen vermehren, wenngleich auch diese Methode um einiges langwieriger ist. Dafür aber auch spannender, denn man weiß nie genau, welche Farbe der Pfingstrosen-Sämling einmal tragen wird.

Nach der Blüte fängt die Samenbildung der Pfingstrosen an, im August oder September sind diese dann ausgereift. Da Pfingstrosen Kaltkeimer sind, benötigen Sie die niedrigen Temperaturen des Winters. Nach der Ausreifung springen die Balgfrüchte meist auf. Sammeln Sie die Samen nun ein und säen Sie sie entweder gleich wieder im Freiland oder in Saatkisten aus, die Sie ebenfalls im Freiland aufstellen. Zum nächsten Frühjahr keimen die Samen dann. Bis zu ersten Blütenbildung kann es jedoch einige Jahre dauern.

SCHÖNER WOHNEN-Tipp zur Pfingstrose

Sie hatten immer wieder Pech mit Ihren Pfingstrosen? Zum Glück gibt es äußerst robuste Strauchpfingstrosen-Züchtungen, zu denen die sogenannten Rockii-Hybriden zählen. Sie sind für deutsches Klima bestens geeignet, absolut winterhart und außerdem noch enorm langlebig. Falsch machen kann man bei dieser Züchtungsgruppe kaum etwas.

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