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Pflegeleichter Garten: Tipps und Ideen

Ein bunt blühender Garten mit Gräsern, Stauden und Kiesbeet im Sonnenuntergang
© Gärtner von Eden
Der Traum vom pflegeleichten Garten: Mit diesen Ideen, Tipps und Tricks zu Pflanzen, Gartengestaltung und Bewässerung wird er Wirklichkeit.

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Je pflegeleichter der Garten gestaltet ist, desto mehr Zeit bleibt Ihnen, um ihn zu genießen. Setzen Sie auf Pflanzen, die genau zu den Gegebenheiten Ihres Grundstücks passen. Worauf Sie dabei achten sollten, erfahren Sie hier.

Gartengestaltung: Der Standort als Dreh- und Angelpunkt

Pflanzen shoppen? Ist Vorfreude pur. Bevor Sie sich im Fachhandel mit Pflanzen eindecken, sollten Sie zunächst die Standortbedingungen Ihres Gartens in Ihre Planung einbeziehen: Wie ist der Boden beschaffen – eher sandig oder lehmig? Wie nährstoffreich ist die Erde? Welche Lichtverhältnisse liegen vor? Steht den Pflanzen viel oder wenig Sonne zur Verfügung? Und nicht zuletzt: Welche Pflanzen-Expertise bringen Sie selbst mit? Was bedeutet pflegeleicht für Sie persönlich und wie viel Zeit möchten Sie zukünftig in Gartenarbeit investieren?

Sind all diese Fragen geklärt, können Sie sich an die Auswahl der passenden Pflanzen machen. Diese sollten optimal auf die jeweiligen Licht- und Bodenverhältnissen angepasst sein. Nur wenn sich die Ansprüche der Pflanzen mit dem den Möglichkeiten am späteren Standort decken, kann ein pflegeleichter, üppig blühender und gesunder Garten entstehen.

Tipp: Die Gestaltung eines kompletten Gartens kann schnell einschüchtern. Beginnen Sie mit einer kompakten und überschaubaren Fläche (z. B. 30 bis 40 Quadratmeter) und gestalten Sie den restlichen Garten nach und nach.

Unkraut entfernen
Ausruhen und entspannen statt Unkrautjäten – ein pflegeleichter Garten macht es möglich.
© Adobe Stock

Steingarten als Beispiel für einen pflegeleichten Garten

Wer hätte es gedacht: Auch sonnige und trockene Gärten mit magerem Boden lassen sich pflegeleicht gestalten. Genau genommen bieten sich solche Flächen sogar hervorragend für einen Steingarten an.

Steingärten (auch: alpine Gärten) sind sehr vielseitig und bieten einfache Lösungen für schwierige Gartenflächen. Dabei entsteht nicht nur ein dekorativer Garten, sondern ein wichtiger Lebensraum für Insekten und Kleintiere. Die typischen Steingarten-Pflanzen stammen ursprünglich aus Gebirgsregionen und sind karges Substrat, wenig Wasser und viel Sonne gewöhnt. Dabei ist die Auswahl erstaunlich groß und bietet vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten. Düngen ist nicht nötig, auch Schnittarbeiten entfallen. Selbst das Unkrautjäten fällt in alpin gestalteten Gärten oftmals weg. Achten Sie nur darauf, die Flächen mager, also nährstoffarm, zu halten und verwenden Sie Kompost mit Vorsicht.

Bepflanzte Steinmauer
Alte Trockenmauern lassen sich prima in einem Steingarten integrieren und wiederbeleben.
© Adobe Stock / aquaphoto

Heimische Pflanzen wählen

Für pflegeleichte Gärten sind heimische Pflanzen ideal, da sie robuster sind als Exoten aus südlicheren Ländern. Achten Sie unbedingt auf widerstandsfähige und vitale Pflanzen mit kräftiger Blattfarbe und gut durchwurzelten Topfballen. Diese bekommen Sie am besten in kleinen Gärtnereien und Baumschulen in Ihrer Nähe. Dort werden sie meist selbst gezogen und sind daher bestens an die örtlichen Bedingungen angepasst. Neben der Pflanzenqualität spielt natürlich eine standortgerechte Auswahl eine wichtige Rolle. Ziehen Sie einen Fachhändler zu Rate, wenn Sie sich unsicher sind.

Winterharte, mehrjährige Stauden
Wer nicht jedes Jahr neu säen oder Pflanzen in einem Winterquartier lagern möchte, spart sich viel Arbeit durch Stauden. Diese wurzeln langfristig im Boden und kommen so besser mit Trockenperioden zurecht als einjährige Sommerblumen. Wählen Sie einen Mix aus besonders lang blühenden Stauden (z. B. Frauenmantel, Skabiose, Sonnenbraut oder Gelber Sonnenhut) und mehrjährigen Stauden wie Pfingstrosen, Waldgeißbart oder Taglilie. Auch Wildstauden wie Glockenblumen oder Buschwindröschen eignen sich für pflegeleichte Gärten.

Ein Staudenbeet sollten Sie am besten im Frühjahr anlegen. Es wird besonders attraktiv, wenn es das ganze Jahr über Pflanzen enthält, die blühen. Kombinieren Sie deshalb Frühblüher mit Sommerstauden und Herbststauden.

Weiß blühendes Buschwindröschen (Anemone nemorosa)
Bodendecker wie dieses Buschwindröschen helfen gegen Unkraut und begrünen kahle Stellen.
© Colourbox

Bodendecker gegen Unkraut
Hübsch und pflegeleicht zugleich: Mit Bodendeckern können Sie auch stark bewurzelte Flächen unter Bäumen oder Sträuchern begrünen. Pflanzen Sie Bodendecker wie Teppich-Waldsteinie, Wollziest oder Storchschnabel in Gruppen. So sorgen Sie dafür, dass sich ein dichter, grüner Teppich ausbreitet und weniger Unkraut wachsen kann.

Pflegeleichte Sträucher, Hecken und Gehölze
Heckenschnitt gehört nicht zu Ihren Lieblingsarbeiten? Dann können Sie sich mit blühenden Wildsträuchern und Wildbeeren viel Arbeit sparen. Gleichzeitig tragen Wildsträucher zu mehr Artenvielfalt unter den Insekten und Vögeln bei. Außerdem können sie als natürlicher Sichtschutz genutzt werden. Darüber hinaus gibt es einige Sträucher, die am liebsten in Ruhe gelassen werden wollen und kaum Pflege benötigen, wie beispielsweise Etagen-Schneeball, Rhododendron, Flieder oder Zaubernuss.

Auch immergrüne Gehölze sind eine gute Wahl für pflegeleichte Gärten. Hierbei sind langsam wachsende kleine Sorten von Vorteil, da sie nur selten geschnitten werden müssen. Hier eignen sich zum Beispiel die Kleine Muschelzypresse oder die winterharte Zwerg-Sicheltanne. Oder Sie greifen zu Zierbäumen wie beispielsweise die Zierkirsche, die Zierquitte, die großblütige Magnolie oder der Kugel-Trompetenbaum. Auch bei diesen Pflanzen entfällt der Rückschnitt.

Echte Brombeere – Rubus fruticosus
Wildbeeren wie Brombeeren bieten einen pflegeleichten und natürlichen Sichtschutz.
© Schöner Wohnen / Vanessa Schmitt

Pflegeleichte Rosen
Auch Rosenliebhaber müssen in pflegeleichten Gärten nicht auf diese duftende Blütenpracht verzichten. Robuste Wildrosen sind in der Standortwahl anspruchslos und benötigen weniger Dünger und Rückschnitt als andere Rosenarten. Sie sind wüchsig, blühen in der Regel ein- bis zweimal und setzen im Herbst viele Früchte an. Einige heimische Wildrosen wie die Ackerrose, die Heckenrose und die Essigrose bevorzugen lehmige Böden. Die Kartoffelrose kommt auch gut mit Sand- und Schotterböden zurecht. Manche Wildrosenarten werfen den Blütenstiel mitsamt Blüte ab, sodass ein Sommerschnitt entfällt.

Wildblumenwiese statt Rasen

Einen gepflegten Rasen zu erhalten bedeutet viel Arbeit: Der Rasen muss regelmäßig bewässert, gemäht, gedüngt und vertikutiert werden. Sie sparen sich diesen Aufwand, indem Sie auf bunte Wildblumenwiesen oder -beete umstellen. Davon profitieren auch Wildbienen und andere Insekten. Je nach Standort gibt es ganz unterschiedliche Wiesentypen (Feucht- und Fettwiesen, Mager- bzw. Kalkmagerwiesen), bei der richtigen Auswahl kann Ihnen der Saatguthändler weiterhelfen. Wildblumenwiesen müssen nur ein- bis zweimal im Jahr (einmal im Sommer, einmal im Herbst) gemäht werden. Zu diesem Zeitpunkt sind die Samenstände von Frühblühern bereits ausgereift und können so auch im folgenden Jahr erneut wachsen.

Wer nicht komplett auf Rasen verzichten möchte, kann sich das jährliche Kantenstechen durch sauber eingefasste Wege und Beete sparen. Dies ist zum Beispiel durch Natur-, Rand- oder spezielle Mähkantensteine gegeben, die das Keimen von Unkräutern an den Beeträndern verhindern und das Rasenmähen erleichtern.

Thema Wasser: Gibt es pflegeleichte Bewässerungssysteme?

Schon vor dem eigentlichen Gießen kann man Wasser und Arbeit sparen. Jede Pflanze hat einen anderen Wasserbedarf. Wenn sie am richtigen Standort gepflanzt wird, benötigt sie an heißen Tagen weniger Wasser. So profitieren tief wurzelnde Gehölze auch von trockenen Standorten und können sich, wenn sie erstmal angewachsen sind, Wasser aus tieferen Bodenschichten holen. Besonders durstige Pflanzen wie Rhododendron benötigen weniger Wasser, wenn man sie auf halbschattigen Standorten mit wasserspeichernden Böden anpflanzt. Auch eine Mulchschicht hält Feuchtigkeit länger im Boden und spart Wasser. Bei Staudenbeeten, Sträuchern und Bäumen sollten Sie Mulch aus Rinde verwenden. Die Mulchschicht reduziert nicht nur den Wasserverbrauch, sondern kommt auch dem Pflanzenwachstum zugute.

Unter den Bewässerungssystemen ist eine Tröpfchenbewässerung besonders wassersparend, da das Wasser direkt zu den Wurzeln geleitet wird. Auch sogenannte Perl- oder Sprühschläuche bewässern Beete sparsam und effektiv. Übrigens: Pflanzen können sich an viel oder wenig Wasser gewöhnen. Manche profitieren sogar von Trockenperioden wie beispielsweise Stauden – diese bilden dadurch tiefere Wurzeln, verwachsen schneller im Boden und werden trockenheitsresistenter.

Mulch und Vlies

Kein Garten ohne Unkraut? Das muss nicht sein. Mit Mulch und Unkrautvlies können Sie den Pflegeaufwand stark minimieren. Mulch bringt direkt mehrere Vorteile für den eigenen Garten mit sich: Eine Mulchschicht aus Kompost, Grasschnitt oder verrottendem Laub unterdrückt keimende Unkrautsamen, hält die Feuchtigkeit länger im Boden und verhindert starke Temperaturschwankungen in der Erde. So hält Mulch die Wurzeln im Sommer angenehm kühl und im Winter warm. Außerdem versorgt Mulch den Boden nach und nach mit wichtigen Nährstoffen. Im Winter kann Mulch zusätzlich als Winterschutz auf Böden ausgebracht werden, um gefrorenem Boden vorzubeugen.

Beim Anlegen von neuen Beeten lohnt sich ein atmungsaktives und wasserdurchlässiges Unkrautvlies, das auf der vorbereiteten Fläche ausgelegt und zugeschnitten werden kann. Mithilfe von Kunststoff-Ankern kann die Folie rutschfest fixiert werden.

Wege und Beete sinnvoll anlegen

Eine clevere Gartenplanung sollte sich nicht nur auf die einzelnen Beete beziehen, sondern auch die Gestaltung der Wege und Terrassen mitbedenken. Diese können fugenlos und aus pflegeleichtem Material angelegt werden und so den Einsatz von Hochdruckreiniger & Co. reduzieren. Beton- und Natursteine sind ebenfalls gut geeignet, da sie nicht verrotten können und wenig Pflege benötigen.

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