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Brunnen bohren für das eigene Wasser

Kann man einen Brunnen selber bohren? Die Antwort darauf ist ein klares Ja! Doch informieren Sie sich vorher über technische Möglichkeiten und eventuell notwendige Genehmigungen – um sich unnötigen Ärger zu ersparen. Dann sprudelt bald kostenloses Wasser im eigenen Garten.
Brunnen bohren: Schwengelpumpe mit Wasserbecken

Kühles Brunnenwasser hilft Pflanzen in der Sommerhitze.

In diesem Artikel
Einen Brunnen bohren – mit und ohne Genehmigung
Gartenbrunnen bohren – wann lohnen sich die Kosten?
Ratgeber: Brunnen von Hand bohren oder mit Maschine
Welche Brunnentypen sind möglich?
So bauen Sie Ihren eigenen Brunnen
Brunnen bohren – eine Anleitung für Rammbrunnen
Was kostet es, einen Brunnen zu bauen?
Brunnen und Brunnentechnik verstecken

Gerade im Sommer stellen sich viele Gartenbesitzer die Frage, ob man nicht einfach einen Brunnen bohren könnte? Denn mit solch einem Gartenbrunnen ließe sich viel kostbares und auch teures Trinkwasser beim Gießen der Pflanzen einsparen. 

Einen Brunnen bohren – mit und ohne Genehmigung

Bevor Sie sich über die richtige Stelle des neuen Gartenbrunnens Gedanken machen und vielleicht schon Gerätschaften ordern, sollten Sie sich natürlich absichern, ob Sie überhaupt einen Brunnen bauen dürfen und dafür auch noch eine Genehmigung benötigen. Generell stellt nämlich jede Brunnenbohrung eine mögliche Gefahr für das Grundwassers dar, daher muss grundsätzlich immer die zuständige Behörde Ihrer Gemeinde darüber informiert werden. In Grundwasserschutzgebieten kann der Bau sogar ganz verweigert werden. Gleiches gilt, wenn das Grundwasser durch Altlasten verunreinigt ist. 

Je nach Landesrecht kann neben der allgemeinen Anmeldung auch noch eine bestätigende Erlaubnis notwendig sein. Oft sind jedoch private, saisonale Entnahmen zur Bewässerung, wie sie im Garten anfallen, von solch einer notwendigen Erlaubnis ausgeschlossen. Ob das jedoch auch bei Ihnen der Fall ist, erfahren Sie bei Ihrer örtlichen Behörde für Wasserwirtschaft. Auch der Brunnentyp ist oft ausschlaggebend, ob noch eine Bearbeitungsgebühr gezahlt werden muss. Und Vorsicht bei einem zu frühen Baubeginn: Wer unerlaubt Grundwasser entnimmt, für den kann es auch schnell sehr teuer werden – da bei Verstößen Bußgelder von bis zu 50.000 Euro vorgesehen sind. 

Brunnen bohren - mit und ohne Motorunterstützung

Mit einem Erdbohrer ist der Brunnenschacht relativ einfach ausgehoben.

Gartenbrunnen bohren – wann lohnen sich die Kosten?

Eine Faustformel besagt, dass sich ein Brunnenbau im Garten lohnt, wenn sich die Kosten dafür nach etwa fünf Jahren amortisiert haben. Rechnen Sie daher Ihren Wasserverbrauch für den Garten in den nächsten Jahren zusammen und stellen Sie das Ergebnis den geplanten Baukosten gegenüber. Liegt der Wasserverbrauch höher, lohnt sich die Arbeit – ansonsten sollten Sie das Projekt lieber verwerfen.

Ratgeber: Brunnen von Hand bohren oder mit Maschine

Entscheidend, ob Sie nun von Hand oder mit Motorunterstützung einen Brunnen bohren sollten, ist natürlich, wie tief der Grundwasserspiegel liegt. Klarheit gibt da eine Grundauskunft von der Gemeinde, die zwischen 70 bis 100 Euro kostet. 

Bis zu sieben Meter Tiefe sind mit einem handbetriebenen Erdbohrer mit Bohrgestänge möglich, darüber sollten Sie zur Motorvariante greifen. Ausleihen können Sie beides oft bei einem Baumarkt und Werkzeugverleih in Ihrer Nähe, da der Kauf eines Bohrers für die einmalige Nutzung wirtschaftlich nicht sinnvoll ist. Die dritte Variante ist natürlich, einen regionalen Brunnenbauer zu beauftragen. Vorteil hier ist die Garantie, dass der professionell gebohrte Brunnen nicht schnell versandet beziehungsweise kostenlos nachgebohrt wird.

Welche Brunnentypen sind möglich?

Für den Privatgarten sind folgende Brunnenvarianten gängig:  

  • Bohrbrunnen
  • Rammbrunnen
  • Schachtbrunnen 

Eine übliche Variante im Garten ist der Bohrbrunnen. Dazu wird ein mehrere Meter tiefes, mit 20 bis 30 Zentimetern schmales Bohrloch bis in das Grundwasser getrieben. Für die Arbeiten unter Wasser kommt noch ein sogenannter Plunscher oder eine Kiespumpe zum Einsatz. Anschließend wir in die Bohrung das Brunnenrohr mit Durchlasslöchern gesetzt und mit Kies umgeben. Für den Transport nach oben wird in den Schacht ebenfalls ein Rohr gesetzt. Eine Pumpe – bei mehr als zehn Metern gern eine leistungsstarke Tiefbrunnenpumpe - fördert das Wasser dann nach oben. Kosten mit Dienstleister: ungefähr 2.000 Euro.

Brunnen bohren - ein Schachtbrunnen muss aufwendig abgestützt werden

Ein Schachtbrunnen muss mit einer Ziegelwand oder Betonringen aufwendig abgestützt werden.

Ein Rammbrunnen – auch Schlagbrunnen genannt - lässt sich relativ leicht in Eigenleistung umsetzen und ist daher schon für wenige hundert Euro möglich. Bei ihm wird ein stabiles Stahlrohr – wenige Zentimeter breit – solange ins Erdreich gerammt, bis eine wasserführende Schicht erreicht ist. Entsprechende Brunnen-Sätze gibt es oft im Baumarkt oder im Online-Versand. Da es beim Rammbrunnen keine Schicht aus Filterkies gibt, kann sich das Rohr jedoch schon nach wenigen Jahren mit Sand und Erde zusetzen. Dann muss für den Brunnen ein neues Loch gebohrt werden. Zur Förderung aus dem bis zu sieben Meter tiefen Brunnen wird oft eine klassische Handpumpe mit Schwengel benutzt.

Der Schachtbrunnen wird von den drei Varianten die unwahrscheinlichste im Garten sein – da er enorm aufwendig ist. Bei ihm wird ein größerer Schacht bis tief in die Erde zum Grundwasser ausgehoben. Das erzeugt einen enormen Erdaushub und muss dann mit Mauerwerk oder Betonringen abgestützt werden. Daher kann solch ein Brunnen schnell mehrere tausend Euro kosten. Optisch interessant ist solch ein Brunnen im Garten jedoch immer – erinnert er doch an den typischen Dorfbrunnen. Im Schacht wird mit einem Eimer das Wasser gefördert, dass unten immer wieder nachsickert. 

So bauen Sie Ihren eigenen Brunnen

Grundregel beim Brunnenbau ist es, das Grundwasser zu schützen. Daher muss Ihr Grundstück und insbesondere der Bereich, wo Sie den Brunnen bohren wollen, unbedingt frei von belastenden Stoffen sein. So sollte sich der Brunnen vor allem auf einer Grünfläche und nicht auf einem befahrenden Bereich Ihres Grundstücks befinden. Auch Leitungen (Öl oder Gas), aber auch entsprechende Tanks sollten in ausreichender Entfernung zum Baubereich liegen. 

Brunnen bohren - Schwengelpumpe

Eine Handschwengelpumpe ist nicht nur praktisch, sondern oft auch ein reizvolles Gartenelement.

Brunnen bohren – eine Anleitung für Rammbrunnen

Bereiten Sie den Bohrplatz vor, indem Sie alle Stoffe wie Öl, Benzin und ähnliches entfernen, die das Grundwasser gefährden können. Zur eigenen Sicherheit sollten Sie sich vor dem Bohren versichern, dass auch kein Elektrokabel im Boden liegt.

  • Bohren Sie anschließend mit einem Bohrgestänge bis zur Grundwasserlinie.
  • Rammen Sie erst jetzt den Filterrohrbereich mit dem Förderrohr in den Boden.
  • Gehen Sie hierbei nicht zu kraftvoll vor, damit die Gewinde zwischen den einzelnen Rohrelementen nicht von den Schlägen beschädigt werden. 
  • Für eine gute Förderung sollte der Filterbereich mindestens einen Meter in die Grundwasserschicht hineingetrieben werden. Ansonsten kann es beim Pumpen vorkommen, dass Luft gezogen wird.
  • Zum Hochpumpen bieten sich klassische Handschwengelpumpen an. 

Alternativ lässt sich auch eine elektrische Saugpumpe als Brunnenpumpe anschließen. 

Was kostet es, einen Brunnen zu bauen?

Allgemein lassen sich für einen Brunnenbau Kosten von 500 bis mehrere tausend Euro veranschlagen. Ausschlaggebend ist dabei die Brunnenart und ob ein Dienstleister den Brunnenbau übernimmt:

  • Sie müssen Werkzeug zum Bohren leihen oder kaufen: ab ca. 80 Euro.
  • Grundauskunft von der Gemeinde: ca. 80 Euro.
  • Zusätzliche Kosten, wenn Sie das Bohren des Brunnens an einen Dienstleister geben: ab ca. 700 Euro (je nach Grundwassertiefe und Brunnentyp entsprechend mehr)
  • Rohre und Dichtmaterial: ab ca. 30 Euro pro Meter
  • Schwengelpumpe und Saugschläuche: ab ca. 100 Euro
  • Optional Elektropumpe und Saugschläuche: ab ca. 110 Euro
Brunnen bohren - eine elektrische Saugpumpe

Eine elektrische Saugpumpe hilft beim Pumpen, kann jedoch mit ihren Arbeitsgeräuschen stören.

Brunnen und Brunnentechnik verstecken

Und noch ein Aspekt, den Sie vor dem Brunnenbohren bedenken sollten: Eine elektrische Pumpe ist immer sofort als technisches Gerät zu erkennen. Alle, die den Garten als Erholungsort ansehen, möchten vielleicht beim Sonnenbaden daher nicht darauf schauen. Wer also seinen Brunnen und entsprechende Gegenstände verstecken möchte, kann dies gut mit Sichtwänden oder auch großen Pflanzen erreichen. Farne decken gut in Bodennähe ab, während Bambus auch höhere Elemente hinter sich verschwinden lässt. Alternativ können Sie natürlich auf eine klassische Schwengelpumpe aus Gusseisen setzen – sie verleiht Ihrem Garten sofort ein angenehm romantisches Flair.