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Buchsbaumzünsler – so schützen Sie Ihre Buchsbäume

Abgefressene, braune Blätter an Ihrem Buchsbaum sind ein klares Indiz, dass der Buchsbaumzünsler das Gehölz befallen hat. Ein trauriger Anblick für jeden, der seinen Garten liebt. Lesen Sie hier, wie Sie gegen die gefräßigen Raupen aktiv werden können - und Sie Ihre Pflanzen schützen.
geschnittener Buchsbaum
In diesem Artikel
Ursprung
Vermehrung
Schutz und Bekämpfung
Entsorgung
Buchsbaum-Alternativen

Wie die kleine Raupe Nimmersattt – nur leider nicht so liebenswert – frisst sich die Larve des Buchsbaumzünslers mittlerweile seit einem Jahrzehnt durch deutsche und viele andere europäische Gärten. Die kräftig-grünen Blätter der Buchsbäume haben es ihr angetan. Besonders munden ihr die Blätter des Gewöhnlichen Buchsbaumes (Buxus sempervirens) und des Kleinblättrigen Buchsbaumes (Buxus microphylla).

Leider ist es gar nicht so einfach, die Buchsbaumzünsler zu stoppen, weder für ein professionelles Gärtnerteam, das für eine Buchsbaum-Parkanlage aus barocken Zeiten verantwortlich ist, noch für den Hobbygärtner, der seine liebgewonnenen Buchskugeln schützen möchte. Aber mit dem richtigen Know-How können Sie den Schädling in Schach halten. 

Ursprung

Um zu wissen, gegen wen oder was Sie eigentlich vorgehen sollen, müssen Sie den Feind erst ein mal kennenlernen. Bei dem Schädling handelt es sich um einen sogenannten Zünsler, einen Kleinschmetterling mit dem lateinischen Namen Cydalima perspectalis. Er gehört in Deutschland und auch europaweit zu den Neozoen, das heißt, der Falter ist in unseren Breiten gar nicht heimisch, sondern wurde eingeschleppt. Aufzeichnungen belegen, dass er im Jahr 2007 – vermutlich über den Seeweg mit Baumschulware – aus Ostasien, seiner ursprünglichen Heimat nach Europa gelangen konnte. Diese Tatsache ist wichtig, um zu verstehen, warum sich der Buchsbaumzünsler so stark ausbreiten konnte. Die meisten eingeschleppten Arten besitzen nämlich keine oder kaum natürliche Feinde in ihrem neuen Gebiet und können somit ungehindert eine neue ökologische Nische besetzen. Aber nicht nur der Falter selbst, auch der Großhandel mit Buchs mit länderübergreifenden Transportwegen fördert die Verbreitung des Buchsbaumzünslers. 

Buchsbaumzünsler Raupe

Die Raupe des Buchsbaumzünslers in ihrem Gespinst.

Vermehrung

Will man verstehen, wie man gegen den Buchsbaumfalter vorgehen kann, ist es gut zu wissen, dass der Schmetterling nur in einem Entwicklungsstadium wirklich gefährlich für den Buchsbaum ist. Es sind nämlich seine geschlüpften Nachkommen, die den großen Appetit haben. Sobald es wärmer wird und der Frühling erwacht, werden auch die Insekten aktiv. Nach ihrem Winterschlaf in ihrem Gespinst, erwachen die Larven und beginnen zu fressen. Sie häuten sich zwar mehrere Male, haben aber eine sehr markante Morphologie: Sie erkennen die Raupen an ihren schwarz-gelben Streifen und ihrem schwarzen Kopfteil. Bis zu vier Wochen futtern sich die Raupen durch die Buchsbaumblättchen bis sie sich wieder in ein Gespinst einhüllen und innerhalb von einer Woche in einen Schmetterling, also einen Zünsler, verpuppen. 

Die geschlüpften Buchsbaum-Schmetterlinge, die in der Regel ein weißes Dreieck, umrandet von einem braunen Rand auf ihren Flügeln tragen, paaren sich anschließend. Die Weibchen legen infolgedessen an der Unterseite der Buchsbaumblätter ihre Eier ab. Diese sehen im Anfangsstadium wie winzig kleine Spiegeleier aus, kurz vor dem Schlüpfen der Larven zeigen sich im Inneren schwarze Pünktchen. Zunächst sind die Raupen nur wenige Millimeter groß, sie fressen sich jedoch zügig zu einer Länge von bis zu vier Zentimetern. Bis in den Oktober hinein sind die Raupen aktiv, beziehungsweise solange, bis es kälter wird und sie sich in ein Gespinst für die Überwinterung einhüllen. Diese Gespinste sehen tatsächlich wie dicke Spinnweben aus – ein auffälliger Indikator für einen Befall! Insgesamt gibt es pro Jahr mindestens drei Generationen des Buchsbaumzünslers. 

Buchsbaumzünsler Schmetterling

Der Falter des Buchsbaumzünslers trägt meist ein braun-weißes Kleid. Er selbst ist nicht der Schädling, sondern legt die Eier, aus denen sich die Raupen später entwickeln.

Schutz und Bekämpfung

Die große Frage, die sich nun stellt, ist, wie Sie Ihre Buchsgehölze schützen oder diese retten können? Die einfachste Regel lautet: Seien Sie wachsam!
Planen Sie, sich einen neuen Buchsbaum zuzulegen, halten Sie bereits beim Kauf auf verdächtige Symptome wie braune, abgefressene Blätter Ausschau. Das Anfangsstadium des Befalls ist zunächst jedoch ganz unauffällig. Überprüfen Sie deshalb die unteren Äste des Buchsbaumes, insbesondere auch im dichten Inneren des Laubgehölzes. Dazu wenden Sie die Blätter und sehen Sie nach, ob dort bereits eine Eiablage der Falter stattgefunden hat oder ob dort Gespinste mit Falterpuppen zu finden sind oder vielleicht sogar Raupen und deren Hinterlassenschaften (Exkremente in Krümelform) vorliegen. Übrigens, braun gefärbte, nekrotische Blätter können auch ein Indiz auf einen Pilzbefall von Cylindrocladium buxicola sein, der nichts mit dem Buchsbaumzünsler zu tun hat, jedoch genauso aggressiv die Pflanze schädigt und sie im schlimmsten Fall absterben lässt.

 

Buchsbaumhecke im Garten

Ein gelungenes Beispiel für Gartenkunst und jahrelangen Formschnitt: Buchsbäume, die in wellenförmigen Strukturen den Garten schmücken.

Haben Sie einen Buchsbaum im Garten, überprüfen Sie diesen wie beschrieben. Finden Sie Eier, entfernen Sie diese Blätter! Da der Buchsbaum giftige Stoffe enthält, tragen Sie am besten Handschuhe, damit es nicht zu einer eventuellen allergischen Reaktion durch den Kontakt mit den Blättern oder Insekten kommen kann. Entsorgen Sie das Schnittgut nicht über den Kompost, sondern mit dem Hausmüll, damit die Eier sich nicht weiterentwickeln können. Sie können die Raupen absammeln oder durch Klopfen auf den Busch fallen die Raupen auch herunter. Damit Sie alle sehen und einfangen können, legen Sie am besten ein helles Blatt Papier oder Stoff unter die Kugel. Auch hier stellt sich die Frage, wohin mit den Raupen? Da die Larven sehr langsam sind, besteht die Möglichkeit, sie weit weg von einem Buchsbaum abzulegen. 

Selbstverständlich gibt es auch Pflanzenschutzmittel, die gegen die Larven und Eier ausgebracht werden können. Chemische Mittel sind wahrscheinlich für den Moment effektiv, sind aber nicht empfehlenswert, da diese auch andere nützliche Insekten und vor allem Bienen töten können. Besser für die Natur sind biologische Pflanzenschutzmittel, die jedoch mehrfach aufgebracht werden müssen. Auch mit Lockstoff-Gelbtafeln können Buchsbaumzünsler frühzeitig erkannt und eingefangen werden. Ihre Gärtnerei oder das Gartencenter werden entsprechende Angebote vorrätig haben. 

Entsorgung

Angefressene Blätter vom Buchsbaumzünsler

Ein trauiger Anblick für jeden Gartenfreund: Angefressene Blätter der Buchsbaumzünsler-Raupe

Wenn Ihr Buchsbaum nicht nur durch die Buchsbaumzünsler befallen, sondern schon so stark angegriffen ist, dass sich Schwächeparasiten wie Pilze ansiedeln konnten, empfiehlt es sich, sich von dem Buchsbaum zu trennen. Entsorgen Sie ihn am besten in einem verschlossenen Müllsack mit dem Hausmüll oder verbrennen Sie ihn an den in Ihrer Ortschaft vorgesehenen Brenntagen. Ansonsten lässt sich nur auf früheintretenden starken Frost hoffen, der den Entwicklungszyklus des Falters unterbrechen kann. 

Buchsbaum-Alternativen

Auch wenn der Buchsbaum seit Jahrhunderten eine besondere Rolle in der Gartenkunst spielt und zu den beliebtesten Gestaltungselementen – nicht nur in Parkanlagen und auf Friedhöfen – sondern auch im heimischen Garten beispielsweise als Gartenabgrenzung oder Schmuckkugeln zählt, gibt es gute und schöne Alternativgehölze. Einige sehen den Buchsbaum extrem ähnlich, wie beispielsweise einige Sorten der Japanischen Hülse, andere Immergrüne wie Koniferen haben zwar ein andere Blattform, eignen sich aber auch wunderbar als Ersatz. 
Diese möchten wir Ihnen nachfolgend und in der oberen Bildergalerie vorstellen. Beachten Sie bitte beim Kauf die jeweiligen Standortvorlieben, je nach dem, für welches Gewächs Sie sich entscheiden.

  • Buchsbaumblättrige Berberitze (Berberis buxifolia)
  • Immergrüne Berberitzen (Berberis)
  • Kriechspindel (Euonymus fortunei)
  • Zwergspindel (Euonymus japonicus, z.B. 'Green Rocket')
  • Japanische Hülse (verschiedene Sorten, z.B. Ilex crenata 'Green Hedge', Ilex 'Impala' ®, Ilex 'Dark Green' ®)
  • Gewöhnliche Stechpalme (Ilex)
  • Heckenmyrte (Lonicera nitida)
  • Eibe (Taxus baccata)
  • Lebensbaum (Thuja occidentalis)
  • Kleinwüchsiger, buchsbaumähnlicher Rhodendendron (Rhododendron micranthum 'Bloombux' ®)
  • Blaue und Gelbe Scheinzypresse (Chamaecyparis lawsoniana)
  • Efeu als Hecke (Hederea helix)
  • Portugiesischer Lorbeer (Prunus angustifolia)