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Gartenlaube: Sehnsuchtsort im Grünen

Die neuen Lieblingsplätze gestresster Großstädter sind nicht mehr Yogastudio oder Balis Strände: Viele entdecken die Gartenlaube als Oase der Entspannung für sich. Wie moderne Gartenhütten eingerichtet sind und was man beim Eigenbau beachten muss, lesen Sie hier.
Gartenlaube "Ottensen24" von Zweithaus

Sehnsuchtsort auf 18 Quadratmetern: Gartenlaube "Ottensen" von Zweithaus

In diesem Artikel
Generationswechsel im Schrebergarten
Kosten für Gartenlaube, Pacht und Co.
Gartenlaube selber bauen
Gartenlaube dämmen
Gartenlaube pflegen
Gartenlaube wohnlich machen
Toilette in der Gartenlaube

Generationswechsel im Schrebergarten

Wenn der Balkon zu eng, der Wunsch nach Gestalten, Gärtnern und frischer Luft aber groß wird, ist die eigene Gartenlaube der ideale Rückzugsort. Fünf Millionen Deutsche können nicht irren: Sie haben sich den Traum des eigenen Schrebergartens bereits erfüllt. Und es passiert gerade ein Generationswechsel in den Kolonien. Immer mehr junge Familien streben nach dem Glück im Grünen, nach der ersten eigenen Kartoffelernte und Dreck unter den Fingernägeln.

Der passende Garten lässt sich über den Landesverband der Gartenfreunde finden. Hier erhält man Adressen von Kleingärtnervereinen in der Nähe und kann sich nach freien Parzellen erkundigen. In Großstädten sind Kleingärten allerdings sehr begehrt, Wartezeiten von mehreren Jahren sind nicht unüblich. Junge Familien werden inzwischen aber vielerorts bevorzugt.

Kosten für Gartenlaube, Pacht und Co.

Die jährlich zu entrichtende Pacht für einen Schrebergarten richtet sich nach Lage und Größe der Parzelle (ein Schrebergarten hat im Schnitt 400 Quadratmeter Nutzfläche, mindestens aber 150 Quadratmeter) und beträgt zwischen zehn und 90 Cent pro Quadratmeter. Zur Pacht hinzu kommen laufende Nebenkosten von etwa 100 bis 300 Euro pro Jahr. Darunter fallen Grundsteuer, Straßenreinigung, Abfallgebühren, Versicherungen, Wasser, Strom und ein Vereinsbeitrag – denn wer im Kleingarten ackern will, muss Vereinsmitglied werden.

Zu Buche kann mitunter die einmalige Ablösesumme für die Gartenlaube schlagen, die an den Vorbesitzer zu zahlen und mit ihm zu verhandeln ist. Auch der Wert von Bäumen und Sträuchern wird bei der Übernahme berechnet und fließt in die Ablöse hinein. Praktisch: Viele Vorpächter lassen Gartengeräte wie Schubkarren, Gartenscheren oder Apfelpflücker, teilweise sogar Möbel oder den Kühlschrank da. Das spart bares Geld.

Gartenlaube selber bauen

Wer eine Gartenlaube selber bauen möchte, hat zwei Möglichkeiten: Einerseits gibt es Bausätze für Fertiglauben im Fachgeschäft. Unter Anleitung ist das Aufstellen einer Fertiglaube damit auch für Laien möglich. Ein kompletter Eigenbau wiederum kommt dem Traum der individuellen Gartenlaube zwar am nächsten, er sollte vom Fundament bis zum Dach aber gut durchdacht sein. Hier sind ambitionierte Heimwerker gefragt, denn neben dem Eindecken von Dach und Wänden muss vor allem die Statik stimmen. Wichtig beim Eigenbau zu wissen: Eine Gartenlaube im Schrebergarten darf höchstens 24 Quadratmeter groß sein, inklusive überdachtem Freisitz, also einer Terrasse.

Als Material eignet sich festes Holz wie Lärche gut, es ist unempfindlich und muss nicht ständig wieder gestrichen werden. Aber auch weichere Holzarten wie Kiefer oder Fichte können verwendet werden. Beim Eigenbau muss außerdem die Himmelsrichtung bedacht werden, in die die Gartenlaube ausgerichtet werden soll. Die meiste Sonne auf der Terrasse beschert eine Ausrichtung nach Südwest. 

Gedeckt wird die Gartenlaube am besten mit einem leicht geneigten Pultdach und pflegeleichtem Trapezblech. Es lässt das Wasser leicht abfließen und ist nebenbei die günstigste und einfachste Dach-Variante für die Gartenlaube.

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Gartenlaube dämmen

Zum Dämmen der Gartenlaube eignen sich natürliche Stoffe wie Hanfwolle, Holzwolle oder Zellulosefasern. Günstiger wird das Dämmen mit mineralischen Fasern wie Glaswolle oder Steinwolle. Da es sich dabei aber um künstlich hergestellte Dämmstoffe handelt, kann Feuchtigkeit schlechter wieder abgegeben werden. Experten empfehlen deshalb gerade bei Gartenlauben, die der Witterung stark ausgesetzt sind, Naturstoffe zu verwenden.

Für den Innenausbau eignet sich anschließend eine Vertäfelung aus Holz, zum Beispiel mit Fichte oder Kiefer. Tapeten können der Feuchtigkeit im Garten eher nicht standhalten. Besser ist eine Behandlung der Paneele mit einer Lasur (das erhält die natürliche Maserung des Holzes) oder mit Holz-Lack. Schnelle Abhilfe gegen die Sauna-Optik vieler Gartenlauben schafft Farbe. Weiße Innenwände lassen die Laube größer und heller wirken, denn in den meisten Häuschen herrscht Lichtmangel. 

 
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Gartenlaube pflegen

Im Schrebergarten ist die Laube der Natur ausgesetzt, die zahlreichen Umwelteinflüsse wirken aufs Holz und machen es instabil. Regelmäßige Anstriche bewahren die Holzlaube vor Feuchtigkeit, Sonneneinstrahlung und Schädlingen. Vor allem auf der Wetterseite der Gartenlaube werden Regen und Schnee über die Wintermonate das Holz stark angreifen. Hier muss die entsprechende Wand öfter nachgestrichen werden als die restlichen Wände. Dafür empfiehlt sich spezielle Wetterschutzfarbe. 

Übrigens: Gartenhütten aus festem Lärchenholz bedürfen nicht so viel Pflege und Behandlung wie die aus weicheren Holzarten. In der Praxis sind sie also leichter zu handhaben. Wer aber ohnehin öfter mal etwas Neues ausprobieren möchte und sich für einen farbigen Anstrich entscheidet, kann auch auf empfindlichere Holzarten wie Kiefer oder Fichte zurückgreifen. Farbanstriche haben den Vorteil, dass der Schutz vor UV-Strahlung wesentlich höher ist, als bei Holz-Ölen oder -Lasuren. Die Lacke sind allerdings auch empfindlicher. Für außen eignen sich eher dunklere Töne wie ein gedecktes Grau, Schwedenrot oder Blau setzen deutliche Farbakzente und wirken harmonisch mit weißen Fenster- und Türrahmen.

Gartenlaube wohnlich machen

Eine Gartenlaube darf zum dauerhaften Wohnen nicht geeignet sein und ist deshalb zwar meistens mit fließend Wasser und Strom, nicht aber mit Fernseh- und Telefonanschlüssen ausgestattet. Da in den Sommermonaten und am Wochenende aber nichts dagegen spricht, in der Gartenlaube zu übernachten, sehen viele Datschen aus wie kleine Ferienhäuser – und sind auch so ausgestattet. 

Bevor es ans Einrichten der Gartenlaube geht, sollte ein bestimmter Stil festgelegt und dann konsequent durchgezogen werden. Bunte Kissen, Tischdecken und Wimpelketten bringen schnell Gemütlichkeit ins Gartenhaus, alte Gartenmöbel werden mit einem neuen Anstrich versehen und die Terrasse bekommt mit einem Outdoorteppich einen Farbtupfer verpasst. Eine Hängematte zwischen zwei Apfelbäumen sorgt für Urlaubsfeeling, die Lichterkette für Stimmung am abendlichen Lagerfeuer. Und auch die Hinterlassenschaften des Vorpächters können so manchen Schatz hervor bringen: Beliebte Stilmittel im Schrebergarten sind zum Beispiel Zinkwannen, alte Fensterläden oder Pflanztische.

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In den Küchen der meisten Gartenlauben findet man nicht mehr als einen Kühlschrank, eine Kaffeemaschine und einen Wasserkocher. Manche Gartenhäuser sind außerdem mit einer kleinen Kochstelle (z.B. mit einer Doppelkochplatte) ausgestattet, das ist gerade mit Kindern praktisch. Wer mit dem eigenen Obst direkt Kuchen backen möchte, kann trotz des geringen Platzes in der Datscha auf Herd und Ofen nicht verzichten. Ganz wichtig: Schönes Geschirr wertet jede Kuchentafel auf – ob auf dem Flohmarkt zusammengesammelt oder beim Lieblings-Designer bestellt.

Toilette in der Gartenlaube

Nicht unwichtig, wenn Hobbygärtner den Sommer im Schrebergarten verbringen wollen, ist die Frage nach der Toilette. Ob eine Toilette in der Gartenlaube erlaubt ist, hängt von der jeweiligen Kommune ab. Spültoiletten und Kanalisationsanschluss sind häufig verboten, die meisten Laubenbesitzer greifen auf Kompost- oder Chemietoiletten zurück. Bei einer Komposttoilette kommt nach jedem Gang Rindenmulch drauf, das dämmt den Geruch. Recyclebare Beutel (Zum Beispiel aus Maisstärke) kommen am Abend auf den Komposthaufen. Der Inhalt von Camping- und Chemietoiletten kann regelmäßig auf der Abkippstelle in der Anlage entleert werden.