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Die Form des Feuers: Zu Besuch beim Kaminofenhersteller MCZ

Pelletofen im offenen Wohnzimmer
Patricia Urquiolas Pelletofen "Wall" zeichnet sich durch eine kompromisslose zylindrische Form aus.
© mcz
Warum sollten Kaminöfen nicht genauso gut aussehen wie Sofas, Tische oder Schränke? Der italienische Hersteller MCZ setzt bei seinen Produkten nicht nur auf Hightech, sondern auch auf gutes Design – und auf namhafte Designer.
von Christian Tröster

Kaminöfen sind das letzte archaische Element in unseren Häusern. "Das erste Zeichen menschlicher Niederlassung und Ruhe ist die Feuerstätte", formulierte einst der deutsche Archi­tekt Gottfried Semper, "das wichtigste, das moralische Element der Baukunst." Höher kann man die Bedeutung des Feuers nicht hängen – doch als Designobjekte führten Öfen und Kamine lange ein Schattendasein.

Giacomo Zanette, Präsident der MCZ Group, und sein Sohn Riccardo, Exportmanager bei MCZ.
Giacomo Zanette, Präsident der MCZ Group, und sein Sohn Riccardo, Exportmanager bei MCZ.
© mcz

Beim italienischen Hersteller MCZ entschied man sich deshalb vor rund zehn Jahren, mit namhaften Gestaltern zusammenzuarbeiten, um den technisch ausgeklügelten Holz- und Pellet­öfen eine neue, zeitgemäße Formensprache zu verpassen. Das Ziel: die Öfen besser in moderne Wohnwelten zu integrieren.

Mann schweißt einen Ofen
Die Öfen von MCZ entstehen in präziser Handarbeit.
© mcz

Neue Modelle renommierter Designer

MCZ präsentierte neue Modelle von Patricia Urquiola, Paola Navone und Michael Geldmacher. Am radikalsten ist der Entwurf des Letzteren. Der Münchner Gestalter entschied sich, das Feuer mit seinem Pelletofen "Reflex" nicht osten­tativ in den Vordergrund zu stellen, sondern als geheimnisvolles Glimmen in ­Szene zu setzen: Aluminiumlamellen verhindern in der Sei­tenansicht den direkten und vollständigen Blick auf das Feuer, wahrnehmbar ist nur der Lichtschein, der sich je nach Blick­winkel unterschiedlich darstellt und sowohl für Wärme als auch für eine angenehme Atmosphäre sorgt.

Pelletofen mit Aluminiumlamellen
Von dem deutschen Designer Michael Geldmacher stammt der Pelletofen "Reflex", der den Blick aufs Feuer durch Aluminiumlamellen lenkt.
© mcz

"Reflex" von Patricia Urquiola

Patricia Urquiola dagegen, die sich erstmals dem Ofendesign zuwandte, gestaltete ihren Pelletofen "Wall" als eleganten Stahlzylinder, der sich mit seiner in Naturma­te­rialien wie Stein, Marmor, Terrazzo oder Holz verkleideten Basis ele­gant in jedes Ambiente einfügt.

Designerin Patricia Urquiola
Viele MCZ-Öfen werden von renommierten Designer:innen gestaltet, darunter auch Patricia Urquiola.
© David Hatters; mcz

"Der Sockel", erklärt Urquiola, "steht im Dia­log mit der Wohnung und macht den Ofen über die formelle Schlichtheit hinaus zu einem echten Einrichtungsgegenstand." Zur reduzierten Gesamtansicht trägt auch bei, dass die Desi­gnerin alle Anschlussele­mente auf der Rückseite des Ofens verborgen hat. Zudem ist er digitalisierbar: Belüftung sowie Ein- und Aus­schaltzeiten können über eine Smartphone-App gesteuert werden.

"Sahara" von Paola Navone

Paola Navone schließlich, die Grande Dame des italienischen Designs, widmete sich dem Thema Kaminverkleidung. "Sahara" nennt sich ihre Installation aus handgemachten marokkanischen Tonfliesen.

Designerin Paola Navone
Auch Paola Navone hat zum aktuellen MCZ-Portfolio beigetragen.
© David Hatters; mcz

Es solle aussehen, sagt die Designerin, "als seien die Fliesen unter einer Putzschicht versteckt gewesen und nun bei Umbauarbeiten wiederentdeckt worden." Die schillernden Nuancen der emaillierten Ziegel­oberflächen unterstreichen die Anmutung einer nicht ganz perfekten, aber gerade dadurch poetischen Optik. Der archaischste aller Wärme­spender, so be­weisen die Entwürfe, kann in immer ande­ren und moder­nen Variationen neu interpretiert werden.

Kaminverkleidung aus Ziegeln
Kaminverkleidung "Sahara" von Paola Navone besteht aus glasierten marokkanischen Ziegeln.
© mcz

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