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Die schönsten Kakteenarten für zu Hause

Kakteen in verschiedenen Größen und Töpfen
Kakteen (Cactaceae)
© Adobe Stock / House Plants Society/Stocksy
Mit ihrem entrückten, schroffen Look und dem robusten Naturell sind Kakteen tolle und vielseitige Zimmerpflanzen. Wir verraten Ihnen, welche Arten und Gattungen besonders dekorativ und pflegeleicht sind.

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Kakteen. Schon die Comedian Harmonists wussten um den besonderen Charme dieser Überlebenskünstler, als sie einem "kleinen grünen Kaktus" eines ihrer Lieder widmeten. Die pflegeleichten Zimmerpflanzen überstehen beeindruckend lange ohne Wasser und können sogar ihr eigenes Gewicht an Feuchtigkeit aufnehmen. Auch beim Standort und in der Pflege sind sie wenig anspruchsvoll. Abgesehen davon macht ihr bizarres Aussehen Kakteen zu einem besonderen Hingucker in Wohnzimmer, Büro und anderen Räumen. Hier kommen unsere liebsten Kakteenarten für die Wohnung.

Verschiedene kleinwüchsige Kakteenarten in einem hellblauen Keramikgefäß auf einem kleinen Holzhocher
© Blumenbüro Holland

Das haben alle Kakteen gemeinsam

  • Bis auf eine Art sind alle Kakteen auf dem amerikanischen Kontinent beheimatet.
  • Kakteen sind Sukkulenten, das heißt, sie können Feuchtigkeit in ihrem Gewebe speichern und sind so in der Lage, auch Dürreperioden zu überstehen.
  • Alle Arten verfügen über sogenannte Areole (stark reduzierter Kurztrieb, eine Art schlafende Knospe).

Kakteen: Gattungen und Arten

Die Familie der Kakteengewächse (Cactaceae) ist unterteilt in ca. 130 verschiedene Gattungen mit bis zu 1.800 Arten. Hinzu kommt noch eine Vielzahl an Hybriden. Je nach Wuchsform werden Kakteen in vier Unterfamilien unterteilt:

  • Pereskioideae, auch Laubkakteen genannt, sind häufig kletternde, strauchige Pflanzen mit Dornen und fleischigen Blättern. Nur eine einzige Gattung, die Pereskia, zählt in diese Unterfamilie.
  • Opuntioideae umfassen um die 300 Arten. Dieser Kaktus-Typ kann rasenförmig, Haufen bildend bis baumförmig wachsen. Vielen gemein sind abgeflachte, scheibenförmige Triebe, auf denen Dornen wachsen können.
  • Cactoideae sind die Unterfamilie mit der größten Arten-Vielfalt. In ihrem Aussehen und ihrer Form sind sie jedoch stark unterschiedlich.
  • Maihueniodeae umfasst nur eine einzige Gattung: die Maihuenia. Darunter finden sich unter anderem Kakteen, die bodendeckende Eigenschaften besitzen, z.B. Maihuenia poeppigii.

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Ob mit Dornen oder ohne, blütenreich oder puristisch, geschwungen oder säulenförmig wachsend – für jeden Geschmack ist hier der richtige Kaktus dabei.

Bewaffneter Cereus (Armatocereus mataranus)

Wie aus dem Bilderbuch: Der Bewaffnete Cereus ist optisch gesehen wohl das, was man am ehesten als Kaktus im Kopf hat. Ihre imposante Statur mit den verzweigten Trieben und der baumartigen Wuchsform macht diese Pflanze besonders dekorativ. Ursprünglich stammt der Armatocereus mataranus aus Peru, wo er bis zu neun Meter hoch wachsen kann. In Zimmerkultur wird der Bewaffnete Cereus maximal bis zu drei Meter hoch und bildet neben weißen oder roten Trichterblüten lange Dornen aus, die in Büscheln angeordnet sind. Ein sonniger oder halbschattiger Standort bei normaler Zimmertemperatur ist für den Bewaffneten Cereus ideal. Tipp: An heißen Tagen sollten Sie ihn gelegentlich abduschen.

Bewaffneter Cereus (Armatocereus mataranus) in glänzendem schwarzen Topf vor einer Fensterfront im Wohnzimmer
Bilderbuchkaktus: Bewaffneter Cereus (Armatocereus mataranus).
© Blumenbüro Holland

Bischofsmütze (Astrophytum myriostigma)

Attraktiv und für Kakteen geradezu anschmiegsam, weil dornenfrei, ist diese kugelig wachsende Sukkulente aus der Gattung Astrophytum: Die Bischofsmütze mit ihren weißen Puscheln zählt zu den bekanntesten Kaktusarten, die im Handel auch gerne unter dem Namen "Sternkaktus" verkauft wird. Mit den Jahren wächst die Bischofsmütze zunehmend säulenförmig bis zu 60 Zentimeter hoch. Ursprünglich stammt diese Art aus der mexikanischen Chihuahuawüste. Gießen Sie sie regelmäßig, aber mäßig.

Bischofsmütze mit gelb-weißer Blüte (Astrophytum myriostigma) in Nahaufnahme
Langlebiger als Gänseblümchen: die Bischofsmütze (Astrophytum myriostigma).
© Adobe Stock / khuntapol
Sukkulenten angeordnet auf einem Couchtisch neben einem Sofa
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Feigenkakteen (Opuntia)

Die Gattung der Feigenkakteen (insgesamt etwa 300 Arten) stammt aus den trockenen Regionen Nord-, Mittel- und Südamerikas – und umfasst deshalb besonders prädestinierte Sonnenanbeter. Die für Opuntien charakteristischen abgeflachten, scheibenförmigen Triebe sind oft mit feinen, borstenartigen Dornen besetzt, mit denen die Kakteen darüber hinwegtäuschen möchten, dass ihre Früchte essbar sind. Vorsicht: Je nach Art der Sukkulente besitzen die Dornen Widerhaken, die in die Haut eindringen können. Feigenkakteen können teilweise bis zu zehn Meter hoch wachsen. Je sonniger sie stehen, desto kompakter bleiben sie. Beliebte Kakteen aus dieser Gattung sind der Opuntia ficus-indica und der Opuntia rufida.

Unterschiedlich große Feigenkakteen (Opuntia) in grauen Übertöpfen auf einer Bank aus Bast
In jeder Wuchshöhe ein Statement-Piece: Feigenkakteen (Opuntia).
© Blumenbüro Holland

Felsenkaktus (Cereus Peruvianus)

Dieser hübsche Säulenkaktus mit seinen tiefen Rillen und den auffälligen Randdornen ist in Brasilien und Peru beheimatet. Er blüht nur nachts und entwickelt mit der Zeit sehr hohe und verzweigte Triebe. Besonders die monströsen Arten des Felsenkaktus (z.B. Cereus peruvianus var. monstrosus) sind unter Pflanzenliebhabern bekannt, da diese sehr pflegeleicht sind. Ein warmer, sonniger bis halbschattiger Standort tut dem Cereus Peruvianus gut, ebenso wie ein kräftiger, regelmäßiger Schluck Wasser.

Felsenkaktus (Cereus Peruvianus) in Nahaufnahme vor gelbem Hintergrund
So dekorativ! Der Felsenkaktus (Cereus Peruvianus) überzeugt auch als Solist.
© Adobe Stock / hitdelight

Greisenhaupt (Cephalocereus senilis)

Er ist wohl der bizarrste Vertreter unter den Kakteengewächsen: Das Greisenhaupt macht dank der weißen Borstenhaare, die den gesamten Körper der Pflanze umspinnen, seinem Namen alle Ehre. Passend zum greisen Aussehen wächst er auch langsam, sodass er in Zimmerkultur nur selten eine Wuchshöhe von bis zu einem Meter erreicht. Nachts kann man seine weiß-gelben Blüten bewundern. Für diese Sukkulente aus Mexiko ist ein sehr sonniger und warmer Platz, am besten unter einem Glas oder auf der Fensterbank, ideal. Tipp: Lassen Sie die Erde im Topf ab und zu etwas durchtrocknen, bevor Sie ihn sparsam gießen.

Greisenhaupt (Cephalocereus senilis) in mehreren Reihen gepflanzt
Kleines Spukgespenst im Topf: Greisenhaupt (Cephalocereus senilis).
© Adobe Stock / Planetz

Erdbeerkaktus (Gymnocalycium mihanovichii)

Dieser kleinwüchsige Kandidat sorgt mit seinem farbenfrohen Aussehen sofort für gute Laune. Bereits ab Januar trägt der Erdbeerkaktus nämlich eine hübsche Blüte in Gelb, Weiß, Rosa oder Rot. Durch seine geringe Wuchshöhe von 5 bis 20 Zentimetern kann dieser Kaktus auch zu mehreren gruppiert werden. Ein heller, warmer Fensterplatz ist für diese Sukkulente ideal. Gießen Sie den Gymnocalycium mihanovichiierst, nachdem die Erde oberflächlich angetrocknet ist.

Erdbeerkakteen (Gymnocalycium mihanovichii) in einer Schale auf einem türkis gefliesten Tresen mit Spülbecken
Mit dem Erdbeerkaktus (Gymnocalycium mihanovichii) ist ein fröhliches Farbspektakel inklusive.
© Blumenbüro Holland

Korallenkaktus (Rhipsalis cereuscula, ehemals: cassutha)

Dank seines feinen verzweigten Aussehens und der besonderen Oberfläche der Triebe wird der Rhipsalis cereuscula auch Korallenkaktus oder Binsenkaktus genannt. Unter anderem ist diese Pflanze in Argentinien, Brasilien und Bolivien heimisch, wo sie auf Bäumen sitzend wächst. Aufgrund dieser Eigenart gedeiht der Rhipsalis cereuscula am besten in einer Blumenampel, bei der das Licht von oben kommt. Direkte Sonneneinstrahlung sollten Sie jedoch vermeiden, sonst können die Triebe verbrennen.

Korallenkaktus (Rhipsalis cereuscula, ehemals: cassutha) in Nahaufnahme in einem recycelten Gefäß
Perfekt für die Blumenampel: der Korallenkaktus (Rhipsalis cereuscula, ehemals: cassutha).
© Blumenbüro Holland

Goldkugelkaktus (Echinocactus grusonii)

Bei diesem schmucken Exemplar handelt es sich um Vertreter der Gattung Echinocactus. Goldkugelkakteen sind einzeln stehende, kugelige Sukkulenten mit dichtem, gelben Haarfilz im Scheitel. Sie haben eine abgeflachte Oberfläche, die an Sitzmöbel, etwa einen Pouf, erinnern sollen. Daher auch ihr Spitzname: "Schwiegermuttersitz". Fraglich ist jedoch, ob jemand wirklich auf einen Pouf mit solch kräftigen Dornen sitzen möchte – womöglich hat der Name Schwiegermuttersitz auch diesbezüglich hineinspielt? Wie dem auch sei, der Beliebtheit von Goldkugelkakteen hat der Zweitname auf jeden Fall keinen Abbruch getan, denn sie zählen zu den bekanntesten Kakteenarten. Ursprünglich stammen sie aus Mexiko und können in seltenen Fällen sogar Blüten tragen. In Zimmerkultur bleiben sie verhältnismäßig kleinwüchsig. Gießen Sie sie sparsam, aber lassen Sie das Substrat nie vollständig austrocknen.

Verschiedene Kakteen der Gattung Echinocactus auf einem Holzboden
Der Goldkugelkaktus (Echinocactus grusonii) wird auch Schwiegermuttersitz genannt.
© Blumenbüro Holland

Teufelsnadelkissen (Ferocactus acanthodes)

Das Teufelsnadelkissen sieht aus wie ein kleines rundes Fässchen mit sehr langen, teils verzweigt wachsenden Dornen. Gerne wird diese Art mit den Kakteen aus der Gattung Echinocactus verwechselt. Man erkennt Teufelsnadelkissen an ihrem "haarlosen" Scheitel und den gelb-roten Dornen. Mit etwas Glück erscheinen im Mai und Juni gelbe bis rot gefärbte Blüten, jedoch ist das in Zimmerkultur selten. Gießen Sie das Teufelsnadelkissen nur dann, wenn die Erde eingetrocknet ist und vermeiden Sie es, den Körper der Pflanze mit Wasser zu befeuchten.

Teufelsnadelkissen (Ferocactus acanthodes) in einem Topf auf einer Empore neben anderen Skulpturen aus Gips und Stein
Mit seinen langen Dornen hat das Teufelsnadelkissen (Ferocactus acanthodes) viel räumliche Präsenz.
© Blumenbüro Holland

Warzenkaktus (Mammillaria spinosissima cristata)

Dieser kammförmig wachsende Kaktus mag etwas kolossal wirken, ist aber durch seine außergewöhnliche Wuchsform ein echter Hingucker. Lassen Sie sich von den wollig-weich aussehenden Dornen nicht beirren: Sie sollten lieber bestaunt statt angefasst werden. Im Sommer mag es der Warzenkaktus hell und warm, im Winter bevorzugt er Temperaturen um die 10 Grad. Gießen Sie ihn ca. alle zwei Wochen mit etwas Wasser.

Warzenkaktus (Mammillaria spinosissima cristata) in einem Topf, der in einer weißen Schale auf einem Holzregal steht
Für alle, die auf Pflanzen mit skulpturaler Eleganz stehen: Warzenkaktus (Mammillaria spinosissima cristata).
© Blumenbüro Holland

Weihnachtskaktus (Schlumbergera-Hybrid)

Weihnachtskakteen sind Waldkakteen. Daher stammen sie nicht, wie viele andere Vertreter ihrer Familie, aus der Wüste. Direkte Mittagssonne ist ihnen deshalb ein Graus, jedoch darf der Standort gerne hell sein. Wenn sie zweimal jährlich kühler stehen, tragen diese Sukkulenten dekorative pinke, rote, gelbe oder weiße Blüten in den Wintermonaten. Der Weihnachtskaktus kann bis zu 35 cm hoch wachsen und ist mit seinen herabhängenden Trieben die ideale Bepflanzung für Blumenampeln.

Weihnachtskaktus in unterschiedlichen Blütenfarben
Der Weihnachtskaktus (Schlumberga-Hybrid) zählt zu den weihnachtlichen Pflanzen.
© Pflanzenfreude.de

Zwergsäulenkaktus (Echinopsis chamaecereus)

Echinopsis chamaecereus sind eine äußerst pflegeleichte, kleinwüchsige Art, die auch unter den Synonymen Chamaecereus silvestrii und Lobivia silvestrii geläufig ist. Die hübschen Minis aus Argentinien ähneln optisch anfangs Erdnüssen, erst später nehmen sie ihre charakteristische Säulenform an. Da Zwergsäulenkakteen nur bis zu zehn Zentimeter hoch werden, können Sie sie auch gerne zu mehreren eintopfen. Echinopsis chamaecereus schätzen direktes Sonnenlicht und dürfen während der Wachstumsphase reichlich gegossen werden.

Zwergsäulenkaktus (Echinopsis chamaecereus) zu mehreren in einer chinesischen Schale mit Essstäbchen und Tischset
Wuselige Minis als Pflanzendeko: Zwergsäulenkaktus (Echinopsis chamaecereus).
© Blumenbüro Holland

Pflege von Kakteen: 6 Tipps

  • Kakteenerde ist das Substrat erster Wahl für alle hier aufgeführten Sukkulenten. Achten Sie auf ein durchlässiges Substrat, um Staunässe im Topf zu vermeiden.
  • Die aufgeführten Kakteen sind vorwiegend Wüstenkinder und dementsprechend lichthungrig. Manche Arten gehen bei zu wenig Sonne sogar ein.
  • Gießen Sie lieber zu wenig als zu viel. Ist das Substrat an der Oberfläche angetrocknet, können Sie dem Kaktus einen Schluck Wasser gönnen. Faustregel: Je kleiner der Kaktus, desto öfter muss gegossen werden.
  • Während der Wachstumsphasen im Frühjahr und Sommer können Sie die Pflanzen einmal monatlich mit Kakteen-Dünger versorgen.
  • Der Winter ist für diese Pflanzen eine Ruhephase, in der sie weniger Wasser und keinen Dünger mehr benötigen. Während dieser Zeit können die Kakteen auch etwas kühler stehen.
  • Je nach Wuchsgeschwindigkeit sollten Ihre Kakteen alle zwei bis fünf Jahre umgetopft werden. Handschuhe und eine Grillzange helfen beim Umtopfen.

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